Die Frage mit dem Leid



Hey du, 
vor einiger Zeit wurde ich bei einem Jugendtreffen gefragt, was ich für Fragen an Gott habe. Was würde ich ihn fragen, wenn ich ihn jetzt treffen würde? Und da ist mir eben diese Sache mit dem Leid eingefallen. Warum lässt Gott auf seiner Welt so viel Leid zu, obwohl er doch allmächtig ist und uns so sehr liebt. Und ich glaube viele von euch beschäftigt die selbe Frage.
Zuletzt hat mir Gott durch eine Geschichte aus einem Buch genau die Antwort auf meine Frage gegeben.

In der Geschichte kam nach einem Gottesdienst ein junger Mann, namens Carlo, zum Pfarrer und sprach ihn an:
"Vater, darf ich ihnen eine Frage stellen, die ihnen vielleicht eigenartig erscheint?", fragt er.
    Der Priester hatte gelächelt: "Nur, wenn ich dir eine eigenartige Antwort geben darf, mein Sohn."
Auch Carlo hatte gelacht: "Ich habe jeden Priester gefragt, den ich kenne, doch ich verstehe es immer noch nicht."
    "Was verstehst du nicht mein Sohn?"
Carlo hatte tief durchgeatmet: "Was ich nicht verstehe, ist die Sache mit der Allmacht und der grenzenlosen Güte."
    "Du hast die heilige Schrift gelesen, mein Sohn."
"Ich versuche es", erwiderte Carlo.
    "Du bist verwirrt, weil die Bibel Gott als eine allmächtige und gütige Wesenheit beschreibt."
"Ja."
    "Allmächtig und gütig bedeutet lediglich, dass Gott alles kann und es gut mit und Menschen meint."
"Ich verstehe das Konzept, Vater ... es ist nur ... Ich sehe da einen Widerspruch."
    "Ja, der Wiederspruch lautet Schmerz. Menschen verhungern, führen Kriege, werden krank ..."
"Genau!" Carlo wusste, dass der Pfarrer ihn verstehen würde. "Es geschehen so schreckliche Dinge in dieser Welt. Die menschliche Tragödie erscheint wie der Beweis, dass Gott längst nicht so allmächtig und gütig ist, wie die Bibel ihn beschreibt. Wenn Er uns liebte und die Macht besäße, alles zu ändern, dann würde Er es doch sicher tun, oder nicht?"
    Der Priester runzelte die Stirn: "Würde er das?"
Carlo wurde nervös. Hatte er seine Grenzen überschritten? War dies eine der religiösen Fragen, die man nicht stellen sollte?
    "Nun, ich meine ... wenn Gott uns liebt und die Macht besitzt uns zu beschützten, muss er es doch tun! Es scheint, dass er entweder allmächtig und ohne Liebe ist, oder er ist gütig und besitzt nicht die Macht, uns zu helfen."
    "Haben sie Kinder, Carlo?"
Carlo errötete: "Nein"
    "Stellen sie sich vor, sie hätten einen achtjährigen Sohn ... würden sie ihn lieben?"
"Selbstverständlich."
    "Würden sie alles in ihrer Macht stehende tun um Schaden von ihm abzuwenden?"
"Natürlich."
    "Würden Sie ihn mit dem Skateboard fahren lassen?"
Carlo glaubte im ersten Augenblick, nicht richtig gehört zu haben. "Ja, ich denke schon", sagte er schließlich. "Sicher, ich würde ihn damit fahren lassen, aber ich würde ihn auch ermahnen, vorsichtig zu sein."
    "Also würden Sie als Vater diesem Kind ein paar grundliegende Ratschläge mit auf den Weg geben, und dann würden Sie es seine eigenen Fehler machen lassen?"
"Ich würde nicht hinter ihm herlaufen und ihn in Watte packen, wenn es da ist, was Sie meinen,
Vater."
    "Und wenn er hinfallen und sich die Knie aufschlagen würde?" 
"Dann würde er lernen, beim nächsten Mal besser aufzupassen."
    Der Pfarrer lächelte: "Also würden Sie ihre Liebe dadurch zeigen, dass Sie ihm ermöglichen, seine Lektionen selbst zu lernen, obwohl Sie einschreiten und Schmerz von ihrem Kind abwenden könnten?"
"Selbstverständlich. Schmerz gehört zum Aufwachsen. Auf diese Art und Weise lernen wir Menschen.
    Der Pfarrer nickte nur: "Genau so ist es mit Gott."


Mich hat der Text voll umgehauen, weil Gott mir meine Frage beantwortet hat.
Gott gibt uns in der Bibel eine Art Anleitung fürs Leben und dann lässt er uns unserern Weg gehen. Er lässt uns Entscheidungen treffen ... und er lässt uns Fehler machen. Doch er ist auch nicht gleich wütend auf uns, wenn wir etwas falsch gemacht haben, sondern wir können zu ihm kommen und er vergibt uns. Er zeigt uns seine Liebe darin, dass er uns einen Willen gegeben hat. Er möchte, dass wir die Wahl haben uns für ihn zu entscheiden. Doch um sich für etwas entscheiden zu können, muss es ja immer mindestens zwei Dinge geben. Es muss also etwas geben, das gegen Gott ist. Und deshalb gibt es das Leid.
P.S. Was auch noch wichtig ist: Wir sind auf unserem Weg nicht völlig allein. Gott hat uns den heiligen Geist gegeben. Durch ihn ist er immer bei uns.

Be blessed
Manuel



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