#Freiheit (WDLD)



Freiheit der Aufgaben

In meinem Leben steckte ich schon oft in ausweglosen Situationen. Mobbing, Hilflosigkeit im Alltag, Streitgespräche, usw. Aber auch im normalen Alltag fühlt man sich oft eingeengt von Terminen und Aufträgen, von schwierigen Entscheidungen und allgemein von den Anforderungen der Gesellschaft. Und da stellt sich immer wieder die Frage wie man mit dem Druck, der Leistungserwartung des Umfelds und seinen eigenen Wünschen umgeht. Ich frage mich oft wie ich mich entscheiden soll: „Schlafen gehen oder noch weiterarbeiten?“ Meistens geh ich dann aus Bequemlichkeit ins Bett, aber die Arbeit macht sich halt leider nicht von alleine. Warum am Abend immer noch so viel Arbeit übrig ist, möchte ich später etwas genauer erörtern. Doch davor möchte ich euch Fragen: Entscheidet ihr euch auch meistens für die einfachen Weg?
Da fällt mir gerade ein Zitat von Dumbledore ein: „Es ist an der Zeit zwischen dem einfachen und dem richtigen Weg zu wählen!“ Und es geht im Leben nicht darum was man erreicht hat, sondern mit welcher Einstellung man an seinen Zielen arbeitet. Und es ist immer wieder, ja die ganze Zeit an er Zeit wich zwischen dem einfachen und dem richtigen Weg zu entscheiden. Auch wenn man öfter in die Situation kommt dass man nicht weiß welcher Weg nun welcher ist, ist warten der falsche Weg. Nachdenken kann bedingt nützlich sein, ich habe in den letzten Jahren gelernt mich auf mein Bauchgefühl zu verlassen. Wenn sich etwas für mich richtig anfühlt, dann mach ich das. (Sinniger Weise sollte man dennoch stets über die Konsequenzen nachdenken.)
Aber wir haben nicht nur den Druck von außen und die Freiheit auf verschiedene Arten damit umzugehen. Wir haben auch die Entscheidung wie viel wir uns selbst zumuten. Ich selbst hatte vor vier Jahren meine Depression. In dieser Zeit lernte ich Prioritäten zu setzten, darauf zu achten was mir gut tut, und war nur Zeit und Nerven kostet. Während dieser Zeit habe ich jegliche Verpflichtungen abgesagt und mich komplett aus dem Alltag zurückgezogen. Keine Schule, keine Aufgaben im Haushalt, keine Arbeit, praktisch habe ich nahezu nichts gemacht. Aber ich brauchte die Energie einfach um zu wachsen und  mich zu entwickeln. Nach und nach wurde ich dann mit Situationen konfrontiert in denen es keinen einfachen Weg gab. Ich musste arbeiten, oder ich würde abstürzen. Nur so lernte ich dass ich einiges leisten konnte obwohl ich geistig der Überzeugung war das ich dafür nicht die Kraft hätte. Ich lernte Dinge zu tun, obwohl mein Kopf Nein sagte. Mit der Zeit lernte ich so dass mein Gehirn falsche Vorstellungen von meiner Leistungsfähigkeit hatte. Das dürfte wohl das Ergebnis von fünf Jahren Mobbing gewesen sein. In den letzten Jahren habe ich dann nach und nach wieder gelernt die Aufgaben des Alltags zu bewerkstelligen. Nach und nach schlich sich dann die Routine ein und die Arbeiten strengen mich nun nicht mehr so an wie am Anfang. Vor drei Jahren ging es dann in meine Ausbildung. Dadurch wurde ich deutlich mehr gefordert als zu Schulzeiten, konnte aber die Aufgaben die mir gestellt wurden zur Freude des Chefs meist besser als erwartet beenden. Ich konnte meine Stärke für Physik und Mathematik nutzen und so wurde ich schnell zu einem angesehenen Mitarbeiter. Ich bekam Lob, Anerkennung und mehr zu tun… Mittlerweile bin ich in den letzten Zügen meiner Ausbildung und gab in der Prüfungsvorbereitungswoche Nachhilfeunterricht für die Klasse. Ich habe mich enorm entwickelt. Aber nicht dadurch dass ich mich zurückgelehnt habe, sondern dadurch dass ich mit Freude die Aufgaben die an mich gestellt wurden zur Herausforderung nahm und mich selbst daran trainiert habe. Es ging bergauf als ich versucht habe wieder am Leben Teil zu nehmen!
Aber während ich so fleißig am Arbeiten bin habe ich immer mehr Aufgaben in meiner Jugendgruppe übernommen, letztes Jahr habe ich einen Teil der Sommerfreizeit geleitet und so den kompletten Abbau organisiert sowie mich um alles technische gekümmert. Gleichzeitig bin ich seit diesem Schuljahr Leiter einer Robotics-AG an meiner alten Schule welcher ich auch in meiner schwierigsten Zeit stets treu geblieben bin. Aber auch das verschafft einem einen hübschen Berg an Verwaltungsaufgaben. Jetzt bin ich gerade an dem Punkt angelangt an dem ich den ganzen Tag bis in die tiefe Nacht hinein am schaffen bin und Listen abarbeite. Ich bin unglaublich froh welches Arbeitspensum ich aktuell schaffe und wie viel ich nebenher organisiert bekomme, muss jetzt aber dennoch lernen mehr Aufgaben abzugeben und wieder mehr Ruhephasen einzubauen. Das Problem mit der Arbeit ist das, dass zu viel Arbeit einen auf Dauer auslaugt und fertig macht. Daher ist es immer wieder an der Zeit sich zu fragen, was das richtige Maß an Arbeit ist. Aber eben nicht nach dem Gesichtspunkt Faulheit, sondern nach den Erfahrungen was der Körper aushält, was der Geist leisten kann und wie viel man an Erholung braucht um fröhlich in den Tag zu gehen.
Apropos fröhlich in den Tag gehen. Die meisten Nerven kostet Arbeit wenn sie sich aufstaut und nicht gemacht wird. Die geistige Einstellung entscheidet über den Erfolg und den Spaß an der Arbeit, weniger die Arbeit selbst. Gehst du mit einem Lächeln in den Tag? Freust du dich auf die Aufgaben, oder geht es dir nur um die Anerkennung der Anderen? Willst du dich in den Mittelpunkt setzten oder primär Gutes tun? Und was bewegt dich überhaupt die Aufgaben zu erledigen?
Versuche mal jeden Abend über deinen Tag nachzudenken und zu reflektieren wie und warum die die Arbeit des Tages gemacht hast, oder eben auch nicht!
Denke zuletzt an alles was geklappt hat, an alle Grenzen die du überwunden hast, an alles was dich fröhlich stimmt!
Stehe am nächsten Morgen auf und lächle als erstes. Sage dir kurz selbst worauf du dich an dem Tag freust, und dann geh frühstücken und lass die sozialen Netzwerke erst mal außen vor. Freue dich an jedem Tag über alles was dir positiv auffällt und sage Danke dafür!

Ihr entscheidet wie ihr in den Tag geht und ihr entscheidet wie ihr ihn enden lasst!

Be Blessed, be Family!
Markus

PS: Freue dich! Warum? Einfach so, denn du bist wunderbar!


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Der Autor des Textes: Markus ist 20 Jahre alt und packt Erlebnisse mit anderen Menschen oder aus seinem eigenen Leben in berührende und zum Nachdenken anregende Kurzgeschichten und Lieder die er hier veröffentlicht.
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