Folge mir nach!

Keine Angst vor echter Nachfolge

Hey du,
"Fass die Herdplatte nicht an! Die ist sehr heiß und du tust dir weh!", sagt der Vater zum Sohn. Der Sohn starrt auf die glühend rote Platte. Zu verlockend ist dieses unbekannte Objekt und in einem unbeobachteten Moment greift der Junge zu. Der Vater ist außer sich. "Ich hab dich gewarnt! Ich hab dir gesagt, `Lass die Finger von der Herdplatte´. Jetzt geh in dein Zimmer und denk darüber nach, was es bedeutet, wenn du meinen Anweisungen nicht folgst." Welcher Papa würde so reagieren? Jeder Vater mit klarem Verstand würde alles stehen und liegen lassen und versuchen die Schmerzen seines Sohnes so gut wie möglich zu lindern, die Wunde kühlen und seinen Jungen trösten.

Jeden Tag sterben
"Wenn selbst Menschen hier auf der Erde mit ihren Kindern so liebevoll umgehen, wieviel mehr dann Gott mit seinen Kindern?", fragt Jesus in Matthäus 7,11. Es ist einleuchtend, aber mir fällt es trotzdem immer wieder schwer, zu glauben, dass Gott nicht so handelt wie der Vater, der seinen verletzten Sohn auf sein Zimmer schickt. Oft hatte ich den Hintergedanken, dass es einen Haken geben muss, dass Gott mir Gutes schenkt, weil im Anschluss ein schwerer Schlag komm; dass das Leben als Christ, als Follower Jesu, Leid und Last bedeutet. Sagt nicht Jesus selbst: "Ein jeder, der sein Kreuz nicht auf sich nimmt, ist es nicht wert, mir nachzufolgen." (Lukas 14,27). Ein Nachfolger Jesu zu sein bedeutet also ein kleines Selbstmärtyrerum. Ich sterbe jeden Tag ein bisschen mehr, muss unangenehme Situationen und schwere Zeiten aushalten. Das ist der Preis, den ich als Christ zahlen muss. Oder?

Ab in die Fußgängerzone
Sollen wir uns jetzt also mit null Selbstbewusstsein in Fußgängerzonen stellen und Passanten ansprechen um sie in Gesprächen zum Glauben zu bekehren. Schüchtern und ohne Mut? Ganz egal wie unwohl wir uns dabei fühlen? Ist Gott also einer, der uns an Orte schickt an denen wir nicht sein wollen? Der uns in Situationen bringt, in denen wir uns nicht wohlfühlen? Ist Gott einer der sagt: "Wenn du nicht aus Angst vor fremden Menschen tausende Tode auf Fußgängerzonen stirbst, folgst du mir nicht nach." Ist Gott der Vater, der mich mit meiner Verbrannten Hand auf mein Zimmer schickt?

Liebe vertreibt Angst
Mein Denken über Gott war verzerrt. Es war nicht geprägt von seiner Liebe zu mir sondern von Angst. Gott lässt mich leiden, und das macht mich heilig, so dachte ich damals. "Wo die Liebe regiert, hat die Angst keinen Platz. Gottes vollkommene Liebe vertreibt jede Angst. Angst hat man nähmlich dann, wenn man mit einer Strafe rechnen muss. Wer sich also noch (...) fürchtet, bei dem ist die Liebe noch nicht zum vollkommenen Durchbruch gekommen. Der tiefste Grund für unsere Zuversicht liegt in Gottes Liebe zu uns: Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat." (1. Johannes 4,18-19) Mein Denken, dass Nachfolge großes Leid bedeutet, zeigt wie sehr ich Gott misstraut habe. Dieses Misstrauen hatten schon Adam und Eva. Sie dachten Gott würde ihnen das Beste im Garten vorenthalten. Unsere Herzen sind verseucht mit dem Zweifel daran, dass Gott ein guter Gott ist. Um diesen Zweifel zu überwinden, hat Gott den ersten Schritt auf uns zu gemacht. Er ist gestorben, um unsere Herzen zu gewinnen. Er hat uns zuerst geliebt.

Der Liebe vertrauen
Gott hat nichts davon, uns leiden zu sehen. Gott hat für uns gelitten, hat für uns unsere Last getragen, ist für uns den Märtyrertod gestorben. Ja! Nachfolge hat ihren Preis und tut manchmal weh oder ist unangenehm. Aber ich folge Jesus nach, weil ich seiner Liebe zu mir Vertrauen schenke. Ich folge, weil ich vertraue, dass diese Liebe mein Bestes sucht. Diese Liebe zu treibt mich hinaus an Orte, die vielleicht gefährlich sind, zu Menschen, mit denen ich sonst keine Zeit verbringen würde. Sie bringt mich dazu, Dinge zurückzulassen, die mein Leben bequem machen. Gott fordert mich heraus, gibt mir sein Bestes und kümmert sich um mich, selbst wenn ich mir mal wieder die Finger verbrenne.

Be blessed
Manuel

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