Auf der Flucht mit Hoffnung im Gepäck

Hey du,
Jedes Jahr begeben sich fast 60 Millionen Menschen auf den Weg um ein besseres Leben in einem anderen Land zu suchen. Es sind inzwischen so viele Menschen auf der Flucht wie schon seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr. Wer kommt, warum sie kommen und was du tun kannst.

Ein großer Teil der Flüchtlinge kommt über das Mittelmeer. Es ist die gefährlichste Route, die man wählen kann. Sie lassen alles zurück: Papiere, Heimat, Freunde, Familie und nehmen nur das Nötigste mit: Einen Rucksack, die Kleidung, die sie am Körper tragen, im besten Fall noch ein Handy, um mit der Person in Kontakt zu bleiben, die sie für viel Geld in ein sicheres Land befördern soll oder um hinterher mit den Lieben in Kontakt zu bleiben. Sie sind über Monate unterwegs: auf dem Meer, zu Fuß, durchqueren dabei mehrere Länder, müssen an Grenzen warten, frieren, hungern. Teils verbringen sie sogar einige Zeit in Gefängnissen. Denn die Einreise in die EU über das Mittelmeer ist illegal. Eigentlich müssten sie mit dem Flugzeug kommen. Die nötigen Einreisepapiere haben aber nur die wenigsten.

Hoffen auf mehr
Was die Flüchtlinge antreibt, ist die Hoffnung andernorts ein besseres Leben führen zu können als in der Heimat. Sicher leben, zur Schule oder Universität gehen, arbeiten, Freunde finden. Ein ganz normales Leben eben. Ein Leben, das für die meisten Menschen der Erde aber keine Selbstverständlichkeit ist, weilsie  in ihren Heimatländern aufgrund ihrer Nationalität oder ihres Glaubens verfolgt werden, weil dort Krieg herrscht oder massiv Menschenrechte verletzt werden. Die meisten Flüchtlinge kommen aus den Ländern Syrien, Afghanistan und Somalia.

Kinder und Jugendliche zuerst
Über die Hälfte aller Flüchtenden ist unter achtzehn Jahren alt. Oft reisen die Jugendlichen alleine, weil sie ihre Familie auf der Reise verloren haben oder von ihren Eltern vorgeschickt wurden ins fremde Land. Minderjährige müssen im Einreiseland nach dem Gesetzt besonders geschützt werden. Deshalb erhoffen sich die Eltern gute Chancen darauf, dass ihre Kinder bleiben dürfen, eine bessere Zukunft haben und sie selbst irgendwann nachreisen können. So sind die Teens als Hoffnungsträger ihrer Familien manchmal auch als unfreiwillige Pioniere, ganz auf sich allein gestellt. Wenn sie die gefährliche Flucht geschafft haben, kommen sie in ein ungewohntes Umfeld - weit weg, von Familie und Freunden. Und erstmal ist alles fremd: die Sprache, die Kultur, das Klima.

Willkommen heißen
"Ihr sollt keine Außländer unterdrücken. Ihr wisst, wie es ihm zumute sein muss, denn ihr seid selbst Ausländer in Ägypten gewesen" (2.Mose 23,9). Die wenigsten von uns wissen, wie es ist, verfolgt zu werden. Wir kennen aber das Gefühl sich fremd und allein zu fühlen - durch einen Umzug in eine andere Stadt, einen Schulwechsel oder auf einer Feier, wo man außer dem Gastgeber niemanden kennt. Da hofft jeder auf nette Leute, die einen anlächeln, willkommen heißen, in ein Gespräch verwickeln, zum Fußball mitnehmen oder fragen, ob man Bock auf Kino hat. Auch du kannst so ein Mensch für andere sein. Indem du die Flüchtlinge in deinem Land willkommen heißt.

Einfach machen
+ Hingehen. Du hast gerne mit Menschen zu tun und hilfst am liebsten vor Ort? Dann geh doch mal zu einer Flüchtlingsunterkunft in deiner Nähe und informiere dich, wo du anpacken kannst. Volleyball spielen, ein Kreativ-Event organisieren, bei der Essensausgabe helfen - ganz egal,alles ist wichtig.! Bring dich in bestehende Aktionen ein oder starte etwas ganz Eigenes. Was du mitbringst, ist wertvoll und bereichernd!
+ Ausmisten. Vielleicht magst du lieber ein bisschen Abstand. Kein Problem! Wirf mal einen Blick in deine Schränke, Schubladen und Ecken. Was brauchst du nicht mehr? Was könntest du anderen abgeben, die es dringender benötigen? Pack´s ein und bring´s zur nächsten Flüchtlingunterkunft. Wichtig: Informier dich vorher, was gebraucht wird. Viele Annahmestellen schreiben aus, welche Sachen gerade benötigt werden. Spende nur, was du selbst auch benutzen würdest!
+ Fürbitten. Steh für die anderen im Gebet ein! Es geschieht viel Unrecht, gerade in den Heimatländern, aus denen die Menschen fliehen. Angst und Gewalt bestimmen dort den Alltag. Wir alle brauchen Gott. Er ist unser wichtigster Partner im Kampf für Frieden und Gerechtigkeit.

Be blessed
Manuel

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