Geschenke

Hey du,
hat wirklich jeder Mensch eine Begabung? Wie findet man heraus, welche Gabe man selbst hat und wie setzt man sie richtig ein? Ich habe mich für euch auf eine Suche nach Antworten gemacht.

Füreinander einsetzen
Begabungen sind Gottes Geschenke an uns. Und er schenkt sie jedem. Wirklich jedem. Der eine ist sehr hilfsbereit - einem anderen macht es Spaß Zusammenhänge zu erklären. Manche gehen voraus (leiten), andere nehmen sich Zeit zum Gebet. Und dann gibt es noch viele Begabungen, die nicht in den Begabungskatalogen der Bibel (z.B. in Römer 12; 1.Korinther 12; Epheser 4; 1.Petrus 4) genannt werden: Singen, Technik, künstlerische Fähigkeiten und so weiter. All diese Gaben sind dazu da, dass wir sie füreinander einsetzen.

Deine Begabung finden
Doch wie findet man eigentlich heraus, welch Gaben Gott einem anvertrauthat? Ein guter Gradmesser sind die Dinge, die dir leicht fallen und dir Freude bereiten. Wichtige Hinweise darauf, was deine Gaben sein könnten, gibt es auch durch Gespräche mit Menschen die dir nah stehen und dich kennen oder Leuten aus deiner Gemeinde. Betet und überlegt gemeinsam, welche Gaben Gott dir mitgegeben haben könnte. Eine weitere Möglichkeit könnte ein Gabentest sein. Eine Zeit lang hatte ich so gar keinen Bock auf Gabentests. Ich hab schon so viel gemacht und auch an einigen Stellen in der Gemeinde mitgearbeitet. Deshalb hatte ich Angst: Wenn ich jetzt einen Gabentest ausfülle und es kommen neue Begabungen raus - dann muss ich ja noch mehr machen! Eines Tages zog der Jungendleiter in meiner Gemeinde einen Gabentest aus der Tasche und machte ihn mit uns. Seither weiß ich:
  1. Jeder hat Aufgaben von Gott bekommen - je nach Begabung und Auftrag. Und diesen Bereich sollen wir mit voller Verantwortung ausfüllen. Nicht unbedingt mehr, aber auch nicht weniger. (1. Korinther 12,28).
  2. Wir sollen die Gaben, die uns Gott anvertraut hat, gut verwalten (1. Petrus 4,10) - das heißt, sie weiterentwickeln, einsetzten und gestalten.
  3. Wir sollen uns nicht überschätzen! Wer denkt, er muss alles selbst machen, wird früher oder später daran zerbrechen. (Römer 12,3).
  4. Ich darf meine Gaben von ganzem Herzen einsetzen. Es kommt nicht darauf an, was Menschen denken. Es kommt darauf an, was Gott von mir denkt.
Alles in gleicher Weise voranzutreiben ist also nicht das, was mit Gaben einsetzten gemeint ist. Stattdessen solltest du dir überlegen, wo und wie du dich mit deinen Gaben einbringen könntest und wo du vielleicht mehrere Gaben auf einmal einsetzen könntest. Du kannst auch einfach mal deinen Jugendleiter oder Pfarrer fragen, denn die wissen am besten, welche Gaben wo am meisten gebraucht werden.

Der Umgang mit Gaben
Wie ich schon gesagt habe, gibt es neben den eher gängigen Gaben des Alltags (Technik, Musik, Sport...) auch noch andere, vielleicht ein wenig übernatürliche Gaben, durch die der Heilige Geist in uns wirkt. Das sind Gaben wie zum Beispiel Prophetie (Man kann eine Botschaft Gottes empfangen und weiterzugeben; z. B in einer Andacht), die Gabe der Freigiebigkeit (Großzügig und fröhlich für Gott geben können; z.B. Geld, Zeit, Ideen) oder die Gabe der Hilfsbereitschaft (Anderen dienen, damit sie ihre Gabe besser einsetzen können)... Ich glaube das jeder von uns mindestens eine dieser biblischen Gaben hat. Gott hat uns damit beschenkt. Doch mit dieser Gabe ist auch eine gewisse Verantwortung verbunden. Deshalb solltest du dir überlegen wie du deine Gabe(n) am besten für Gott und für andere Menschen einsetzten kannst und Gott dadurch ehren und danken kannst. Außerdem gibt es drei Fragen, die ich im Umgang mit Gaben wichtig finde, sich einmal zu stellen:
// Bin ich offen für das Wirken des Heiligen Geistes, auch wenn mir diese Dinge fremd sind?
// Bin ich bereit etwas Neues zu tun?
// Bin ich offen dafür, wenn Gott mir etwas schenken will?

Das Wichtigste: Wertschätzung
Auf einem Jugendtreffen von meiner Gemeinde ging es einmal um das Thema: "Menschen, die mich geprägt haben". Alle sollten sich anonym, gegenseitig ein paar Sätze schreiben, was sie an dem Gegenüber besonders mögen und warum sie glücklich sind ihn zu kennen. Blätter und Stifte wurden ausgeteilt und jeder fing an zu schreiben. Als am Ende alle Briefchen ausgeteilt wurden begannen wir alle zu lesen. Der erste Zettel auf meiner Hand beinhaltete eine wunderschöne Nachricht die sinngemäß ungefähr so lautete: "Danke, dass ich bei euch Liebe und Geborgenheit erleben darf. Danke, dass ihr in mein Leben investiert habt. Durch euch bin ich wieder zum Glauben gekommen. Ich bin einfach froh, dass es euch gibt!" Es war ein besonderer Moment, der mich mal wieder gelehrt hat: Liebe und Wertschätzung sind das Band, das alle Begabungen miteinander Verbindet. Ein Mensch kann die Begabungen haben, aber sie werden erst durch Wertschätzung zur Entfaltung gebracht. Paulus bringt das, wie ich finde, ziemlich genial auf den Punkt: "Lasst im Umgang miteinander Herzlichkeit und geschwisterliche Liebe zum Ausdruck kommen. Übertrefft euch gegenseitig darin, einander Achtung zu erweisen." (Römer 12,10) Wie wär´s? Schreib doch einer Person, die dir mit ihrer Begabung Gutes getan hat, eine kurze Nach
richt, was du an ihr schätzt, was sie dir bedeutet und wo sie dir weitergeholfen hat. Los geht´s!

Rausfinden und Einsetzten
Die Begabungen aus der Bibel stecken in dir und in mir drin. Nicht alle - aber einige davon. Gott hat sie dir geschenkt, damit du sie entfaltest - und er hat mehr damit vor, als du ahnst! Unsere Aufgabe ist es, unsere Begabungen herauszufinden und sie zum Wohl anderer einzusetzten. Also, leg los, worauf wartest du noch?

Be blessed
Manuel

P.S. Einen tollen Gabentest zum Selbermachen findest du hier.

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