Kind oder Nachfolger?

Hey du,
Ein Kind Gottes zu sein, ist ein großartiges Geschenk von Gott an und Menschen. Doch Gott hat noch viel mehr für und in petto und beruft uns in seine Nachfolge. Was das mit einer Nacht im Supermarkt zu tun hat, liest du jetzt.

Sonntagmorgen. Du sitzt gemütlich in der hintersten Reihe im Gottesdienst und hörst, wie der Prediger sagt, wie wichtig es ist, sich an die Gebote Gottes zu halten. Dabei nutzt er Sätze wie: "Ein Glaube ohne Werke ist tot!" Dabei erinnerst du dich an den letzten Jugendgottesdienst, in dem es hieß: "Alle werden umsonst gerechtfertigt, durch seine Gnade, durch die Erlösung, die Jesus Christus ist." Da sitzt du also - verwirrt, unsicher und vielleicht etwas genervt von den ganzen Widersprüchen.

Kind Gottes sein
Meist kommt das Wirrwar, wenn nicht zwischen Nachfolge und Gotteskind unterschieden wird. Dabei ist die Unterscheidung brutal wichtig. Ohne Kindschaft ist Nachfolge nicht möglich. Wenn von Nachfolge gesprochen wird, meint die Bibel das Leben als Christ, also das, was geschieht, nachdem man gläubig geworden ist. Dieser Glaube entsteht aber erst durch die Erkenntnis, dass man ein Kind Gottes ist, dass Jesus der Sohn Gottes ist und in seinen Worten und Taten der Vater zu sehen ist. Egal, wie doll man sich bemüht, es wird nie genug sein. Alle Anstrengungen, alle Gebote, alle Ehrfurcht und alle guten Taten können uns nicht zu Kindern Gottes machen. Zum Kind kann man nur durch Gott selbst gemacht werden. Darum kann er auch sagen, dass sein Kind niemals von irgendetwas aus seiner liebenden Hand gerissen werden kann. Gottes Kind zu sein ist ein Geschenk und kann durch nichts erkauft werden. Gott ernennt uns von sich aus zu seinen Kindern. Was für ein Privileg!

Fehler erlaubt
Manche Christen haben Angst davor, Jesus nachzufolgen, weil etwas schieflaufen könnte. Getreu nach dem Motto: "Wer nichts macht, der macht auch nichts falsch." Doch genau das ist so anders bei Gott. Denn kein Fehler und keine falsche Entscheidung ändern etwas an der Kindschaft. Sie ist ein Teil von dir geworden, wodurch auch die Angst vor Fehlern verschwinden kann. Anders als bei der Kindschaft kann und muss man sich jedoch für die Nachfolge entscheiden. Manchmal jeden Tag aufs Neue. Petrus, ein Jünger Jesu, hätte auch weiterhin Fischer bleiben können. Ein anderer Jünger, Matthäus, hätte auch weiterhin die Leute als Zöllner über den Tisch ziehen können. Wollten sie aber nicht. Sie haben sich dafür entschieden Jesus nachzufolgen. Es ist die Entscheidung, ein Teil davon zu werden, wie sich Gott das Leben vorstellt und was er mit dieser Welt vorhat. Die Griechen verstanden damals unter Nachfolge, in die Fußspuren eines anderen zu treten. In unserem Fall folgen wir Jesus nach und treten in seine Fußspuren. Wir machen heute, was er damals machte, denn nirgendwo können wir besser sehen, wie das Leben als ein Kind Gottes funktioniert, als bei seinem Sohn.

Verlorene Motivation
Doch bevor man so richtig loslegt, sollte man seine Motivation checken. Will ich nur ein guter Mensch und allen gerecht werden? Vielleicht will ich durch mein radikales Christsein, bei anderen Christen gut ankommen? Möglicherweiße geht es mir auch nur um die coolen Wunder und die schöne Gemeinschaft mit anderen? Petrus, der sich schon lange entschieden hatte, Jesus nachzufolgen, und drei Jahre voll dabei war, stellte sich genau diese Frage. Am Anfang hätte er auf die Frage seiner Motivation antworten können: "Weil Jesus der versprochene Retter ist uns sein Friedensreich aufbauen wird. Ich, Petrus, kann eine wichtige Position in diesem Reich haben. Wunder, Belohnung und Anerkennung warten auf mich!" Irgendwie kam aber alle anders. Jesus wurde geschlagen, gefoltert, verlacht und getötet. Plötzlich war die Motivation und Freude, Jesus nachzufolgen, vorbei und Petrus stritt aus Angst ab, dass er Jesus nachfolgt.

Motivation Liebe
Jesus hätte allen Grund gehabt, enttäuscht zu sein und Petrus aufzugeben, doch er zeigte ihm, worum es eigentlich geht. Nach seiner Auferstehung ging Jesus zu Pertus und stellte ihm die eine zentrale Frage: "Liebst du mich?" (Johannes 21, 15-17) Plötzlich wurde Petrus klar, dass Nachfolge nur aus klarer Liebe entstehen kann und er konnte antworten: "Ich liebe dich nicht, weil du mir das ewige Leben versprichst oder weil du in meinem Leben Wunder tust, sondern weil du du bist! Weil du der einzig wahre Gott bist, will ich dich lieben! Weil du es wert bist, geliebt zu werden." Diese Liebe zu Jesus gab Petrus die Kraft und Motivation, in schwierigen Zeiten zu Jesus zu stehen, auch wenn alles andere plötzlich wegfiel.

Anteil nehmen
Wenn man beginnt, Jesus nachzufolgen, wird man Teilhaber an seinem Reich. Man tut, was er sagt und was er möchte. Man hält sich an seine Gebote, versammelt sich in der Gemeinschaft, betet ihn an, sorgt füreinander, liebt seine Geschwister und liebt sich selbst. Man betet für seelisch und körperlich Kranke und liebt diese Welt, wie Gott sie liebt. Nicht, weil man es muss, sondern, weil es das ist, was Jesus getan hat. Als Follower nimmt man Anteil an dem, wasGott tut und kann andere Menschen dadurch prägen. Andere werden sehen, dass sich etwas in deinem Leben zum Guten verändert. Das kann ansteckend wirken und motivieren, sich ebenso zu verhalten. Es ist auch viel einfacher Jesus nachzufolgen, wenn man sieht, wie es andere machen. Vielleicht wird es Zeit, selbst loszulegen, ein Vorbild zu werden und die Welt mit der Liebe Gottes anzustecken.

Teilhabe am Reich Gottes
Nachfolge kann aber auch schwer sein: Jesus wurde ausgelacht, verspottet, ausgegrenzt und am Ende sogar umgebracht. Viele verstanden nicht, was er sagte und tat. Aber ein paar verstanden es doch und merkten, dass es nichts genialeres gibt, als mit Jesus unterwegs zu sein und das leben so zu leben, wie er es tat. Sie kapierten, dass sie Teilhaber eines Reiches sind, das größer ist als die Welt, das mit dem Tod nicht zu Ende geht. Ein Reich, das noch nicht sichtbar ist, aber doch in allen Ländern über alle Generationen hinweg existiert. Ein Reich, das Liebe lebt, auf Hass und Gewalt verzichtet, Heilung möchte und Gutes im Sinn hat. Ein Reich, das Gott selbst als König hat.

Zugreifen dürfen
Jesus nicht nachzufolgen, wäre, als ob man eine Nacht in einem Supermarkt eingeschlossen wäre, mit der Zustimmung, sich alles nehmen, aber nichts davon essen zu können. Völlig Banane. Beim Anblick von Schokolade, Gummibärchen, Eis und Chips, muss man doch einfach naschen. Tausendmal besser und um einiges sinnvoller ist es doch Jesus nachzufolgen - und von allem probieren zu können, was er und anbietet. Jesus beteiligt seine Kinder daran, ein Teil von seinem Reich zu werden und ein Teil davon zu werden, was sich einmal im Himmel vollendet. Somit dürfen wir immer wieder ein Stück Himmel auf Erden erleben, wenn Menschen sich entscheiden, Follower von Jesus zu werden.

Klein anfangen
Keiner muss bei Jesus ein Superchrist werden. Es kann enorm schwer sein, in der Schule zu Jesus zu stehen oder für andere zu beten. Fang klein an! Es hilft, seine Grenzen immer mehr zu weiten. Ein Sportler ist auch nicht gleich der absolute Profi, in dem, was er tut. Es braucht Training und Ausdauer. Auch in der Nachfolge hilft es, dranzubleiben und gleichzeitig immer wieder neue Schritte zu wagen. Wichtig ist nicht, wie groß die Schritte sind, sondern, dass man auf dem Weg mit Jesus nicht stehenbleibt oder gar zurückgeht.

Be blessed
Manuel

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