Vom allein sein... (WDLD)

Hey du, jeder von uns hatte schon mal sturmfreie Bude. Sprich jeder von uns war mal alleine zuhause.
Aber ich bin mir sicher dass sich jeder auch schon mal alleine gelassen gefühlt hat. Sei es dass man vom einem Freund bei einem Termin versetzt wurde oder auch dass sich wirklich niemand mehr für einen interessiert hat.
Ich habe selbst viele schwierige Jahre durchlebt und kenne das Gefühl sehr gut, alleine zu sein. In manchen Augenblicken ist man froh dass man seine Ruhe hat, aber oft fühlt man sich auch vernachlässigt, vergessen, unwichtig, sinnlos… Am Anfang mochte ich alleine sein, habe mich oft zurückgezogen und die Zeit sehr genossen. Als die Ausgrenzung der Klasse extremer wurde und ich von einigen Leuten in der Schule und im Sportverein als sinnlos und wertlos bezeichnet und auch so behandelt wurde, fühlte ich mich innerlich mehr und mehr allein. Ich mochte räumlich gesehen weiterhin viel allein sein, da mich dann einfach niemand nervt, aber innerlich habe ich mich doch nach Ansprache und einem Freund gesehnt. Angesichts dessen dass ich mich immer mehr zurück zog, verliefen sich auch einige Freundschaften. So mancher der mir nahe stand wurde mir immer ferner, da ich mich nicht mehr wirklich um Treffen und gemeinsame Unternehmungen gekümmert habe. Das ganze nahm dann seinen Lauf bis ich in der 10ten Klasse in die psychosomatische Abteilung im Krankenhaus kam.
Zu dieser Zeit lebte ich praktisch nur noch in meinem Zimmer, war für mehrere Monate nur in Minecraft unterwegs und vergas oft das Essen. Als ich dann in die Klinik kam wurde ich gezwungen wieder an einem halbwegs regulären Alltag teilzunehmen. Ich konnte mich nichtmehr den ganzen Tag in mein Zimmer zurückziehen, sondern wurde zu vielen Programmpunkten bewegt. Anfangs nur durch die Betreuer, nach kurzer Zeit holten mich dann vor allem die Patienten wenn sie gemeinschaftlich etwas spielen oder unternehmen wollten. In der Klinik lernte ich dann einen neuen Freund kennen mit dem ich mich vom ersten Tag an super verstanden habe. Er ist 5 Jahre jünger als ich, hatte aber die Energie, die Geduld und das Einfühlungsvermögen mich aus meinem Dahinvegetieren herauszuholen. Zu dieser Zeit fing ich an mich bis in die Nacht hinein mit ihm zu unterhalten. So lernten wir uns sehr schnell und gut kennen und nach kurzer Zeit begann er mir sehr viel zu bedeuten. Im Nachhinein muss ich sagen dass er die Lücke die ich im Herzen hatte gefüllt hat. Er war und ist der Freund, Ansprechpartner, Motivator aber auch Ruhepol der mir zu dieser Zeit extrem gefehlt hat.
Was könnt ihr also tun, wenn ihr euch nicht nur äußerlich zurückzieht, sondern euch vor allem innerlich leer, ausgelaugt, energielos und alleine fühlt?
Ich habe viel erfahren was hilft. Das Beste ist es einen Freund in euer Leben zu lassen. Euch nicht vor allen Menschen zu verschließen, sondern mit diesem Freund / Freundin Zeit zu verbringen, auch wenn ihr eigentlich nicht wollt. Reflektiert am Abend ob es sich für den Tag gelohnt hat, und stellt euch auch die Frage ob der Tag vielleicht sinnlos war, aber es im Gesamten der Freundschaft geholfen hat.
Gebt nicht auf, sondern kämpft weiter. Wenn ihr aufgebt, habt ihr verloren. Wenn ihr weiterkämpft obwohl es eigentlich nicht mehr geht. Energie aufbringt die ihr habt und weiterlauft auch wenn ihr euch erschöpft fühlt. Dann habt ihr die Chance zu gewinnen. Wenn ihr lange genug durchhaltet werden ihr gewinnen!
Geht spazieren. Jeden Tag eine halbe Stunde draußen rumlaufen wirkt nach einigen Wochen Wunder. Versucht dabei über euch und alles nachzudenken, oder auch mal den Kopf frei zu bekommen. Achtet auf die alle Kleinigkeiten am Wegesrand oder träumt in Gedanken weg. Einfach wie es sich gerade richtig anfühlt.
Seid dankbar. Für das was ihr habt. Für die Ruhe, aber auch für die Dinge die euch stören. Versucht dankbar zu sein für alles was euch einfällt. Denn wenn ihr dankt, werdet ihr euch bewusst was ihr alles habt.
Erinnert euch immer wieder daran dass ihr wertvoll seid!  Hängt im Haus / Zimmer Zettel auf auf denen steht: „Ich bin wertvoll!“ , „ich bin gut so wie ich bin“ , „Veränderung ist der Schlüssel zur Verbesserung“ , „Frei sein heißt frei zu denken“ , „Danke dass es mich gibt“, …
Und wenn alles nichts hilft, denkt an den Erfinder der Glühbirne, der unermüdlich an seinem Traum gearbeitet hat: „Ich habe auf dem Weg bis hierher nicht 1000 mal versagt, sondern ich kenne jetzt 1000 Wege wie es nicht geht.“ Das hielt ihn nicht davon ab weiter zu machen, und jetzt erleuchtet seine Erfindung dank seiner Ausdauer die ganze Welt!

Immer schön den Kopf hoch halten, Gegenwind formt den Charakter!

Be Blessed, be Family,
Markus
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Der Autor des Textes: Markus ist 21 Jahre alt und packt Erlebnisse mit anderen Menschen oder aus seinem eigenen Leben in berührende und zum Nachdenken anregende Kurzgeschichten und Lieder die er hier veröffentlicht.
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