Dem Risiko auf der Spur

Lesedauer: 3min

Wann Risiko sich lohnt

Soll ich, soll ich nicht? Lohnt es sich? Etwas zu riskieren, erfordert Mut und ist keine leichte Entscheidung. Warum es trotzdem oft besser ist, etwas zu wagen?

Hey du, 
du siehst auf dem Pausenhof das
Mädchen ganz alleine in der Ecke sitzen. Du fragst dich: Sollst du mal zu ihr hingehen oder nicht? Keine einfache Entscheidung. Da gehört ganz schön viel Mut dazu. Wer weiß, wie sie reagiert?
Andere Situation: 14. Oktober 2012. Der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner schwebt mit einem Ballon bis auf 38.969 Meter über der Erde und stürzt sich dann im freien Fall nach unten. Millionen von Menschen schauen live zu. Manche finden die Aktion völlig verrückt, andere heldenhaft. Fest steht, dass es nur wenige Leute gibt, die solch ein Risiko eingegangen wären.

Das Leben ist riskant
Nun ist nicht jeder Extremsportler und springt aus dem Himmel auf die Erde. Trotzdem geht jeder Mensch in seinem Leben unzählige Risiken ein. Das gesamte Leben ist eine riskante Angelegenheit, und wir gehen viel häufiger ein Wagnis ein, als wir denken. Denn unter Risiko verstehen wir das Gegenteil von Sicherheit, also jede Situation, deren Ausgang unsicher ist. Egal, ob auf dem Pausenhof oder beim Extremsport.

Risiko, das sich lohnt?
Es gibt Menschen, die bewusst Risikosituationen aufsuchen, um der Langeweile zu entfliehen oder ihre Grenzen auszutesten. Bei Extremsportlern wie Baumgartner spielt vor allem das "geile Gefühl" eine Rolle: Sie suchen die Gefahr, das Blut pulsiert, höchste Anspannung. Hat es geklappt, durchströmt das Glückshormon Endorphin den Körper und es fühlt sich einfach nur überwältigend an. Sie sind Adrenalin-Junkies. Wieder andere gehen Risiken ein, obwohl sie wissen, dass sie ihnen nicht guttun. Wer zu Zigaretten greift, geht das Risiko ein, Lungenkrebs oder andere fiese Krankheiten zu bekommen - das weiß jeder, der auch nur einmal an einer Kippe gezogen hat. Trotzdem hält es Millionen von Menschen nicht davon ab, zu rauchen.

Lieber gar kein Risiko?
Wäre es dann nicht besser, möglichst gar kein Risiko einzugehen? Lieber auf Nummer Sicher zu gehen? Das klingt im ersten Moment vielleicht vernünftig, ist aber auf Dauer der falsche Weg. Wenn wir versuchen, möglichst jedes Risiko zu vermeiden, entwickeln wir uns nicht weiter. Wir treffen keine Entscheidungen mehr, die sich als falsch Herausstellen könnten. Die Folge: Unser Selbstvertrauen wird immer mehr geschwächt, wir werden immer ängstlicher. Wir treffen mehr und mehr Vorkehrungen um jegliches Risiko auszuschalten. Unser Leben kommt zum Stillstand. Wer sich niemals traut, die große Liebe anzusprechen, wird nie eine Beziehung führen. Wer niemals von zu Hause auszieht, wird nie wissen, wie toll sich Selbstständigkeit anfühlt. Wer niemals um ein Wunder betet, wird niemals eins erleben.

Welche Motivation steckt dahinter?
Es ist also gut, etwas zu riskieren. Denn durch Risiko lernen wir, mit Erfolgen und Krisen umzugehen, wir werden stärker und selbstbewusster dadurch. Der Lyriker T. S. Elliot sagte einst den weißen Satz: "Nur wer das Risiko eingeht, zu weit zu gehen, hat die Chance herauszufinden, wie weit er gehen kann." Doch wie finde ich nun heraus, welches Risiko ich eingehen kann, und welches nicht? Frag einfach mal nach deiner Motivation, also warum du etwas machst. Wenn du das nächste Mal vor einer Entscheidung stehst, frag dich: Mach ich es auf Gruppenzwang, aus Sehnsucht nach mehr, aus Langeweile, wegen des Kicks? Oder will ich eine neue Erfahrung machen, Grenzen austesten, den eigenen Schatten überwinden, oder anderen helfen? Wenn du dich und deine Aktion so hinterfragst, kannst du meistens die schlechten Risiken ausschließen, weil etwas in dir nagt und Alarm schlägt.

Mut zum Aufstehen
Überwinde deine Grenzen, sei mutig, und wage neue Schritte! Sie werden dich stärken, und du wirst manche Dinge schaffen, die du nie von dir gedacht hättest. Du wirst Erlebnisse haben, die du nie für Möglich gehalten hast. Und auch ein Hinfallen ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang eines nächsten mutigen Schrittes, wieder aufzustehen und das nächste Risiko in Angriff zu nehmen.

Be blessed
Manuel

Bildquelle: http://instaliga.com/purmagazin

Kommentare

Das könnte dich auch interessieren

Der Moment, wenn nichts mehr geht (TDW 41/2018)

Auf welche Stimme hörst du?

Bin ich zu schlecht für Gott? (TDW 43/2018)