Renovierung oder Kernsanierung?

Lesedauer 4min

Dein Leben - Eine Baustelle?

Renovierung und Kernsanierung - zwei Begriffe, die jeden sofort an Baustellen denken lassen. Doch wer mag sie schon: Baustellen! Schon das Wort setzt negative Assoziationen frei wie Staub, Krach, Arbeit, Schmutz, Chaos und Kostenaufwedungen. Keine schönen Begriffe, die darauf hinweisen, dass wohl kaum jemand voller Freude an Baustellen denkt. In der Regel bricht jedoch Freude bei dem Gedanken an, das gewünschte Resultat einer Baustelle aus. Sei es ein neu gestaltetes Zimmer, ein frisch gestrichenes Haus, oder der Anbau des Gemeindehauses. Mit diesem Blick vor Augen beißt man die Zähne zusammen und nimmt jede Menge Aufwand auf sich und geht Schritt für Schritt voran, um sein Ziel zu erreichen. Ein ganz typisches Beispiel und von vielen von euch (mich nicht ausgeschlossen) auch schon erlebt, sich Umzüge. Niemand liebt die Umzugsprozedur, aber jeder freut sich auf das neue Heim, wenn es eingerichtet ist. Genau so ist es mit Renovierungen. Das Alte hat ausgedient, es muss etwas Neues her. Und am besten will man es schön gemütlich und hübsch haben. Der Wohlfühlfaktor soll schließlich stimmen. Da nimmt man gerne den einen oder anderen Muskelkater in Kauf.

Warum diese Gedanken zu Renovierung und Kernsanierung? 
Das Haus in dem wir leben, wünschen wir uns in einem optimalen Zustand: instandgehgalten, gepflegt und allen Bedürfnissen entsprechend. Dafür nehmen wir allerlei Mühen auf uns, wenn der Bedarf einer Renovierung oder Kernsanierung notwendig ist. Ich finde, das hat auch ganz schön viel mit unserem alltäglichen Leben zu tun. Bedarf es da vielleicht auch einer Renovierung oder Kernsanierung?

Tief gegründet
Jedes Gebäude braucht zunächst ein starkes Fundament, um die gesamte Konstruktion zu halten. Auch unser Leben braucht ein solches Fundament. Ein starkes Fundament finden wir in Jesus und in seinen Worten. Die Bibel können wir als unsere Bauanleitung verstehen. "Bis ich komme, achte auf das Vorlesen, auf das Ermahnen, auf das Lehren!" (1. Timotheus 4,13) Wir benötigen die Bibel, um Gott besser kennenzulernen und uns ein klares Wissen über die Wahrheit anzueignen.

Auf den ersten Blick
Die Fassade des Gebäudes ist das, was andere zuerst sehen. In der Bibel heißt es: "Ihr seid das Licht der Welt". Strahlen wir die Liebe Jesu aus? Sind wir so verankert in unserem Fundament Jesus, dass seine Liebe durch uns durchscheint? Ist es von weitem schon zu erkennen, dass ein Leuchten von uns ausgeht? Vielleicht hat unsere Fassade hier und dort Risse bekommen und wir müssen mit Sanierungsmaßnahmen beginnen. Vielleicht braucht es einen neuen Anstrich der Liebe oder neuen Mörtel des Zusammenhaltens. Es nützt nicht, einfach ein gutes Fundament durch viel Bibelwissen zu haben, wenn wir es nicht nach außen zur Anwendung bringen. Andere müssen sehen können, dass wir zu Jesus gehören.

Hinter den Kulissen
Willst du mit mir einen Blick hinter die Mauern, hinein in die eigenen vier Wände werfen? Gibt es vielleicht Räume in deinem Herzen, in denen Gott nicht den Ehrenplatz eingerichtet bekommen hat? Räume in denen wir es anderen Dingen bequem gemacht haben: Geld, Arbeit, Urlaub, dem Streben nach Macht, der Verbitterung, der Wut und dem Neid? Es gibt so vieles, was uns von Gott fernhalten will, Dinge, die uns langfristig schaden, uns den Blick auf Gott vernebeln. Da heißt es vielleicht gar nicht renovieren, sondern auszumisten, sauber zu machen und sich zu trennen von dem unnützen Ballast. Manchmal ist solch eine Renovierung schmerzhaft. Es heißt, Wände einzureißen, Mauern neu zu ziehen. Doch wenn etwas neues, gutes entstehen soll, muss vielleicht etwas altes, Marodes zuvor beseitigt werden. Eine Frage finde ich Bezug auf die Sache der Erneuerung ganz besonders wichtig: Haben wir überhaupt den Mut, aus unserem privaten Leben, vielleicht sogar auch aus unserer Gemeinde eine Baustelle zu machen?

Der Zimmermann
Als Jesus auf die Welt kam, hat er eine Baustelle nach der anderen aufgemacht. Bei ihm ging es tatsächlich um Kernsanierung. Er hat den Menschen ein neues Fundament in sich selber geschenkt. Er hat ihnen vorgelebt und gezeigt, wie man eine Beziehung zu Gott haben kann. Er hat die Fassade komplett umgestaltet und gezeigt, was es bedeutet, wenn von ihr aus Strahlen der Liebe ausgehen. Er hat die Menschen mit all der Sünde, die sie mit sich schleppten, den falschen Wegen und der Hartherzigkeit hinter den "eigenen vier Wänden" konfrontiert und sie zum "Saubermachen" eingeladen. Dabei eckte er durchaus an. Es war nicht jedem recht, was er bewirkte und veränderte. Doch Jesus hatte immer seinen Auftrag vor Augen von diesem Ziel ist er nie abgewichen.
Und das allerbeste ist: Jesus möchte auch dir unglaublich gerne helfen, bei deiner Baustelle. Vielleicht beschäftigt dich gerade etwas besonders, Streit mit Freunden, Mobbing in der Schule... Und genau da ist Jesus für uns da. Er hat gesagt, wir dürfen einfach mit unseren Sorgen, Problemen, Ängsten usw. zu ihm kommen. Er lässt uns damit nicht allein. Er schenkt uns Kraft um auch aus den tiefsten Löchern der Verzweiflung wieder herauszukommen. Er möchte uns verändern, uns renovieren. Durch ihn werden wir zu neuen Menschen, Kindern Gottes. Ist das nicht wunderschön zu wissen?

Be blessed
Manuel

Bildquelle: http://www.365worshipproject.com/

Kommentare

  1. Ich denke, so kann es wahrgenommen werden. Änderungen sind sehr wichtig.

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