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Nachfolge und Rückenschmerzen

Wenn der Kopf brummt, der Bauch zieht oder der Rücken zwickt, greifen wir mal zur Schmerztablette um dem lästigen Schmerz zu entgehen. Wenn etwas wehtut, kann es schließlich nicht richtig sein, oder? Ich finde: Doch. Gerade wenn etwas wehtut, ist das ein Zeichen dafür, dass das so gewollt ist.

Hey du, 
im Krafttraining im Leichtathletik ist es manchmal ganz schön anstrengend und schmerzvoll. Falls du auch schon mal Krafttraining, Krankengymnastik oder andere unnatürliche Bewegungen gemacht hast, dann weißt du: Man sollte die Übungen schon richtig machen, sonst schaden sie mehr, als dass sie helfen. Bei so unnatürlichen Übungen ist das aber leichter gesagt als getan. Deshalb passen die Trainer immer auf und korrigieren unsere Fehlhaltungen. Eines Freitagabends waren wir also wieder im Kraftraum, da fragte ein anderer Junge unseren Trainer, ob er das mit dem Rückenmuskulaturtrainung richtig mache, weil es ihm irgendwie wehtue. Bevor der Trainer etwas sagen konnte, antwortete ein anderer Junge: "Wenn es wehtut kann es nicht richtig sein." Jetzt tat es weh: Lachkrampf im Bauchmuskelbereich. Denn auch, wenn er es ernst meinte - wir alle wissen: ohne Schmerzen keine Fitness; ohne Kampf kein Erfolg. Je präziser ich die Übungen mache, desto schmerzhafter sind sie.

Richtig oder Falsch?
Seit diesem Freitagabendtraining in vor einiger Zeit hat mich der Satz nicht losgelassen: Wenn es wehtut, kann es nicht richtig sein. Denn genauso lebe ich oft. Ich rede mir ein, es könnte wahr sein. Wenn Schulaufgaben ein Kampf sind - dann ist das Leben mit Jesus der Friede. Wenn Schmerzen zum Leben gehören, dann ist Ruhe und Heilung im Leben mit Jesus. Wie schön, wenn es denn wahr wäre. Wir sind geschockt, wenn es sich so anders anfühlt. Wann wir Ausgrenzung erahnen, weil wir auf dem Schulhof sagen, dass wir an die Auferstehung glauben, wenn wir auf die Party am Samstagabend verzichten, weil wir am Sonntagmorgen im Gottesdienst den Kinderkreis leiten oder wenn wir die Hand, die sich unters T-Shirt geschlichen hat, wegschieben, weil wir mit dem Sex bis zur Ehe  warten wollen. Und fragen uns: Kann es richtig sein mit dem Christsein und der Nachfolge, wenn es wehtut? Es kann doch nicht richtig sein, wenn die Mitarbeit in der Gemeinde keinen Spaß mehr macht. Wenn alles zu viel wird und wir am liebsten aufhören würden. Dann glauben wir, dass das ja nicht im Sinne Gottes sein kann, so gestresst zu sein und hoffen, dass Gott uns eine neue Berufung schenkt. Eine entspanntere natürlich.

Gott versteht das schon
Ja, Gott hat gesagt, wer ihm nachfolgt, solle sein Kreuz auf sich nehmen (vgl. Markus 8,34). Und sicherlich war das stundenlange Durch-die-Wüste-Latschen, das die Jünger auf sich genommen haben, auch nicht immer nur Action und Spaß, aber auf der anderen Seite lesen wir in der Bibel immer wieder davon, dass Jesus uns liebt und dass auch wir uns lieben sollen. Dazu scheinen Arbeit, Überwindung und Schmerzen nicht so richtig zu passen. Kann es richtig sein, Standpunkte zu beziehen, die niemand um uns herum teilt? Ist es nicht mindestens falsch, diese laut zu sagen und damit andere Meinungen abzuwerten? Schließlich wird das Konsequenzen haben. Wer dazu gehören will muss halt Kompromisse machen. Das muss Gott doch wissen. Gott versteht das schon. Soziale Ausgrenzung fühlt sich kacke an. Und wenn es wehtut, kann es nicht richtig sein.

Auf dem richtigen Kurs?
Ich befürchte, wir sind die Generation der Abkürzungen und der Schmerzvermeidung. Wir können kaum glauben, dass etwas dem Willen Gottes entspricht, wenn es sich für uns schmerzvoll und schwierig anfühlt. Woher kommt das? Aus der Bibel kommt es nicht. Alle großen Vorbilder der Bibel lebten ein Leben, das wir mit unseren Hipster-Klamotten und unserem lässigen Style wohl nicht leben könnten. Zu schwer. Zu radikal. Zu schmerzvoll. Und alles, was die ersten Christen, die ersten Nachfolger Jesu, die ersten Gemeinden erlebten, war Abenteuer und Kampf. Mit Narben, Wunden und allem, was dazugehört. Paulus saß ja nicht nur einmal im Gefängnis. Er wurde sogar zweimal gesteinigt. Er hat es richtig abgekriegt. Wäre mein Schiff auf einer Missionsreise gekentert hätte ich mit schon Gedanken gemacht, ob ich auf dem richtigen Kurs bin und ob das Gottes Wille sein kann. Paulus fragte sich das nicht. Die ersten Christen wussten, dass das Wirken Gottes nicht daran zu erkennen war, das alles reibungslos und entspannt vor sich ging. Im Gegenteil. Dort wo Gott am stärksten wirkt, ist der Preis am höchsten!

Nicht unangenehm auffallen
In Apostelgeschichte 3 zum Beispiel sehen wir Gott am Werk. Ein waschechtes Wunder. Ein Gelähmter kann wieder gehen, einfach, weil die Jünger glauben und beten. Alle bekommen es mit. Jetzt bricht sicher die Erweckung aus. Könnte man meinen. Als erstes aber werden die Jünger angeklagt und ins Gefängnis geworfen. Kann das tatsächlich zum direkten Plan Gottes für Petrus und Johannes gehören? Vielleicht wollte Gott den Gelähmten ja gar nicht heilen? - Oh doch, Gott wollte. Und Gott kannte den Preis dafür. Petrus und Johannes kommen wieder frei - und gehen zur Gemeinde. Wie die Gemeinde damals reagiert zeigt den fundamentalen Unterschied zu unserem Denken heute. Wir hätten versucht weise zu sein und erstmal in Deckung zu bleiben. Bloß nicht unangenehm auffallen.

Widerstand einkalkulieren
Die Christen damals handeln genau anders herum. Sie wissen, dass Gottes wirken nicht ohne Kampf stattfindet. Und sie beten entschlossen und mutig: "Höre nun, Herr, wie sie uns drohen und hilf uns als deinen Dienern, furchtlos und unerschrocken deine Botschaft zu verkünden." (Apostelgeschichte 4,29) Hätten wir so gebetet? Wissen wir, dass gerade dann, wenn es schwierig wird, die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass wir richtig liegen? Ein Nachfolger Jesu zu sein, bedeutet den Widerstand, das Risiko, dieGefahr, die Ausgrenzung und auch den Schmerz einzukalkulieren. Jesus hat seinen Nachfolgern nie ein leichtes, lockeres Leben versprochen. Er hat von Anfang an auf die Konsequenzen hingewiesen. Aber er hat gleichzeitig auchversprochen: Wenn es wehtut, zeige ich, Gott, meine Macht. Durch deine Schwäche handle ich. Ich bin bei dir, wenn es unangenehm wird. Deswegen: Fürchte dich nicht! Hab keine Angst davor, anders zu denken, als die große Masse. Vertraue aus vollem Herzen  auf Gott und seinen Plan auf dein Leben. Zieh es durch, auch wenn es mal wehtut. Geh raus in die Welt und verändere etwas!

Be blessed
Manuel

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