Reine Kopfsache

Lesedauer: 7min

Welcher Stimme in deinem Kopf glaubst du?

Jeder kennt sie, jeder hört sie: die zwei Stimmen im Kopf, die sich streiten, uns verwirren und beeinflussen. Auf welche Stimme soll man hören? Ich habe genau hingehört und mich entschieden, welcher Stimme ich glauben will.

Hey du,
in meinem Kopf herrscht Krieg. Ein ständiger Kampf zwischen Gut und Böse. Ich bin hin- und hergerissen bei allen möglichen Entscheidungen. Es ist manchmal wie in einem Cartoon, bei dem auf der einen Schulter ein Engel sitzt und mir ins Ohr flüstert, während auf der anderen Schulter das Böse sitzt und versucht mich zu beeinflussen. Meine Persönlichkeit, mein Charakter, meine Leidenschaft, mein Durchhaltevermögen in schweren Zeiten - all das wird durch den geprägt, der den Krieg in meinem Kopf gewinnt. Welcher Stimme ich glaube, entscheidet darüber, ob ich alles hinschmeiße, wenn es mal nicht gut läuft, ob ich meinen Beziehungen treu bin, ob ich meinen Musikunterricht abbreche oder die Fußballmannschaft verlasse. Deshalb sagt die Bibel in Sprüche 4,23 auch: "Mehr als alles andere achte auf deine Gedanken, denn sie entscheiden über dein Leben."

Der richtigen Stimme geglaubt
Auch die Leute in der Bibel kannten genau diese Kriege im Kopf. Auch sie hatten Stimmen, die ihnen gesagt haben, dass sie dieses oder jenes tun sollen oder nicht können. Auch sie hatten Tage, an denen sie auf die gute Stimmen gehört haben und sich und Gott einiges zugetraut haben, aber sie hatten auch Tage, an denen sie den falschen Stimmen geglaubt haben.
Mose: Gott sprach zu ihm in einem brennenden Dornbusch. Er sollte mit Gottes Hilfe das Volk Israel aus der Sklaverei befreien. Aber er glaubte mehr der Stimme der Unsicherheit, die ihm sagte: "Du kannst nicht gut reden, nimm lieber deinen Bruder mit!" (2.Mose 4,10-15) Nur ein paar Kapitel später glaubte er aber auch wieder Gottes Stimme, die ihm zusicherte, alles im Griff zu haben. (".Mose 14,11-14)
Josef: Josef war ein Teenager, als er von seinen eigenen Brüdern in die Sklaverei verkauft wurde. Verstoßen, verlassen, verraten, verkauft. Er hätte depressiv werden können. Aber stattdessen hat er der Stimme Gottes geglaubt, die ihm gesagt hat: "Ich hab noch Großes mit dir vor." (1.Mose 45,3-8)
Judas: Er hörte auf die Stimme, die sagte: "Du brauchst das Geld." (Matthäus 27,3-5) Er verriet Jesus für dreißig Silberstücke und beging kurz darauf Selbstmord. Die Stimmen in seinem Kopf waren zu laut.
Noah: Er glaubte der Stimme Gottes, die ihn herausforderte, in der Wüste ein Schiff zu bauen. Mit Sicherheit hat er auch die Stimme der Vernunft gehört, die ihm sagte: "Es ist Quatsch in der Wüste ein Schiff zu bauen!" Er hat die Katastrophe überlebt, weil er sich für Gottes Stimme entschieden hatte. (1. Mose 6,14)
Der reiche Jüngling: Er glaubte der Stimme, die sagte: "Irdische Reichtümer sind wichtiger als himmlische. Halte lieber fest an deinem Besitz." Das Resultat: Er ging traurig weg von Jesus. (Matthäus 19,16-22)

Andere Stimmen, der gleiche Kampf
Es ist schade, dass wir dadurch, dass wir den falschen Stimmen im Kopf Vertrauen schenken, so viel Gutes verpassen. Klar, Gott gebraucht uns auch trotz falscher Entscheidungen oder negativer Einstellung. Aber leichter für uns wäre es doch, wenn wir Gott von Anfang an das glauben würden, was er zu uns sagt, und nicht den Stimmen trauen, die uns aus der Werbung, dem Verein, der Klasse entgegenbrüllen. Die wenigsten werden vor der Entscheidung stehen ein Boot in der Wüste zu bauen oder ein Volk aus der Gefangenschaft zu befreien. Bei uns sehen die Kämpfe im Kopf anders aus, aber sie sind genauso wichtig uns sie können über den weiteren Verlauf unseres Lebens entscheiden. Vielleicht hörst du eine Stimme, die dir sagt, dass du zu dick bist und nichts mehr essen sollst. Oder, dass du nur etwas wert bist, wenn du gute Leistungen erbringst, dass du dich mit Alkohol betäuben solltest, um den Schmerz der Vergangenheit zu vergessen, oder dass irgendetwas mit dir nicht stimmen kann, weil du nur so wenige Freunde hast. Auf der anderen Seite ist da aber auch die Stimme Gottes, die dir sagt, dass du wunderbar gemacht bist, dass er einen Plan für dein Leben hat, dass er dir deine Fehler verzeiht und dass dein Leben zählt. Die Frage ist: Welcher Stimme glaubst du?

Den Kampf verloren
Petrus ist noch so einer in der Bibel, der am eigenen Leib erfahren hat, wie laut die Stimmen im Kopf manchmal sein können. Er hatte Jesus versprochen, dass er an seiner Seite bleiben würde - egal, was passiert. Aber er fiel kräftig auf die Nase, und wie Jesus es vorhergesagt hatte, verleugnete er ihn dreimal, bevor der Hahn krähte. Ich stell mir vor, wie Petrus in den folgenden Tagen immer wenn er ein Hahnkrähen hörte jedes Mal wieder zusammengezuckt ist, weil er an sein Versagen erinnert wurde. Das coole ist aber: Als Jesus und Petrus wieder aufeinandertreffen, setzt Jesus dieser negativen Stimme, dem Hahngeschrei, eine positive Stimme entgegen: Er vergibt Petrus und überträgt ihm eine neue Aufgabe. Er spricht ihn von seinem Versagen frei. Petrus kann erneut wählen, welcher Stimme er glauben möchte: Die Stimme, die ihn anklagt, oder die Stimme, die ihm den Mut zuspricht und ihm immer wieder einen Neuanfang schenkt.

Die Stimme der Wahrheit
Genauso ist es in unserem Leben auch. Oftmals gibt es konkrete Gedanken, die uns gefangen nehmen. Wenn wir aber diese Lügen rechtzeitig entdecken, benennen und aufdecken, dann können wir sie systematisch mit der Wahrheit ersetzen. Die Bibel sagt, wir können Gedanken "gefangen nehmen" (2. Korinther 10,5). Du bist diesem Schlachtfeld der Gedanken nicht hilflos ausgeliefert. Du kannst dich entscheiden, welcher Stimme du glauben willst. Du kannst "dein Denken erneuern" (Römer 12,2) und du kannst dich entschließen, manchen Stimmen in deinem Kopf einfach keinen Glauben zu schenken.

Be blessed
Manuel


LÜGE VS. WAHRHEIT

Zehn Lügen, die wir auf die eine oder andere Weise glauben. Zu jeder Lüge gibt es aber eine Wahrheit, die wir der Lüge entgegensetzten können.

1. Lüge: "Aus mir wird nie etwas!"
    Wahrheit: "Ich habe dich dazu bestimmt, reiche Frucht zu bringen." (Johannes 15,16)
2. Lüge: "Meine Schuld ist zu groß!"
    Wahrheit: "Wenn du deine Fehler bereust, vergibt Gott dir alles." (1. Johannes 1,9)
3. Lüge: "Ich bin zu dumm!"
    Wahrheit: "Gott hat die törichten ausgesucht, um die Klugen zu beschämen." (1. Korinther 1,27)
4. Lüge: "Ich bin zu jung!"
    Wahrheit: Gott sagt: "Fürchte dich nicht, ich werde mit dir sein."
5. Lüge: "Ich bin einsam!"
    Wahrheit: Jesus sagt: "Ich bin immer bei dir!" (Matthäus 28,20).
    Und: "Den Einsamen schaffe ich eine Familie!" (Psalm 68,7)
6. Lüge: "Ich bin hässlich!"
    Wahrheit: Gott hat dich kunstvoll, liebevoll, einzigartig und wunderschön geschaffen. Er mach
    keine Fehler. Du bist sehr gut! (Psalm 139, 13-14 & 1. Mose 1,26)
7. Lüge "Ich bin ein Schwächling. Ich bin nur etwas wert, wenn ich etwas leiste!"
    Wahrheit: Gott macht dich satrk (Phillipper 4,13). Er leibt dich unabhängig von deiner Leistung
     (Epheser 2,8-10)
8. Lüge: "Ich bin verletzt! Meinen Schmerz zu betäuben, hilft mir."
    Wahrheit: "Gott heilt alle, deren Herz zerissen ist, und verbindet ihre Wunden." (Psalm 147,3)
9. Lüge: "Ich bin süchtig! Davon komme ich nie los!"
    Wahrheit: Gott macht dich frei. Er kann deine Ketten sprengen! (Johannes 8,36 & 2. Korinther
    3,17)
10. Lüge: "Ich bin depressiv. Das wird nie besser werden!"
     Wahrheit: "Nach jeder Nacht kommt ein neuer Tag." (Psalm 30,6)


Bildquelle: http://praise-poster.de/

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