Wo geht´s denn lang?

Lesedauer: 3min

Von der Suche nach einem Leben im Willen Gottes

Meine Vorstellung vom Willen Gottes war lange Zeit von einem Mann geprägt: Abraham. Dem Gott die Pläne für sein Leben immer wieder mal so erfrischend direkt mitgeteilt hat: "Geh aus deinem Vaterland in ein Land, das ich dir zeigen will." Ich beneide Abraham. Ich reise sehr gerne. Und ich würde auch wie er, ohne zu zögern Gottes Reisetipps für mein Leben folgen - wenn er sie mir mitteilen würde.

Hey du,
es fällt mir meistens nicht besonders schwer das zu beten. Dein Wille geschehe. Schwierig wird es erst, wenn ich erklären muss, was ich mir darunter vorstelle. Was genau ist Gottes Wille in dieser oder jener Situation? Was ist seine Meinung? Und: hat Gott überhaupt zu allem eine Meinung?

Kein genauer Fahrplan
Damit meine ich nicht, dass Gott die Ereignisse in meinem Leben egal wären. Aber wenn ich mir Jesus anschaue, dann merke ich doch eines: Er hat nicht für alle Eventualitäten des Lebens kleine, praktische Sonderparagraphen eingeführt, sondern vielmehr das Gesetz auf seinen Kern reduziert. So weit, dass am Ende eigentlich nur noch ein Wort da steht - Liebe. So ähnlich habe ich das auch mit dem Willen Gottes erlebt. Eben nicht als komplizierten Fahrplan, bei dem ich lieber keinen Zug verpassen sollte, sondern eher als Verheißung. Eine Überschrift für mein Leben. Vielleicht so, wie Gott gleich im nächsten Satz zu Abraham sagt: "Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein."

Wenn ich wollte, wie ich könnte
Bei der Frage nach dem Willen Gottes stellt sich unweigerlich auch die Frage nach meinem eigenen Willen. Er hat mich geschaffen - mit bestimmten Begabungen, Träumen und Wünschen. In diesem einen Punkt bin ich mir deshalb auch ziemlich sicher, was Gott will: Er will, dass ich der bin, den er geschaffen hat. Damit ist die Sache nicht so einfach, wie sie klingt. Im Gegenteil, es schließt sich eine ganze Reihe von Fragen an. Große Fragen. Wer bin ich? Was kann ich? Und: Wie will ich eigentlich leben?
Für das tägliche Leben mit seinen großen und kleinen Entscheidungen hat es sich für mich bewährt, mir so etwas wie ein "Mission Statement" zu formulieren. Jede große Firma hat das: ein Unternehmensbild, an dem man immer wieder mal Entscheidungen und Projekte messen kann. Bei mir klingt das in etwa so: "Es ist dir gesagt Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nämlich Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott." (Micha 6,8)

Keine Angst vorm Verlaufen
Ja, Abraham hatte es gut. Und doch - seine Ausgangssituation unterscheidet sich nicht so sehr von meiner, wie ich zunächst dachte. Denn im Grunde gibt Gott auch ihm keinen detaillierten Fahrplan. Er sagt nicht viel mehr als: Geh schon mal los, ich sag dir dann unterwegs wohin. Und das flüstert mir Gott auch zu. Bleib nicht stehen. Lebe!
Was hält mich noch auf? Die Angst etwas falsch zu machen, mich falsch zu entscheiden. Mich zu verlaufen. Manchmal ist diese Angst größer als das Vertrauen, dass Gottes Überschrift tatsächlich zu dieser Geschichte meines Lebens passt. Unter dieser Überschrift kann ich nämlich lernen frei und beherzt zu entscheiden - und mir auch mal einen Fehler leisten. Oder wie Luther schrieb: "Sündige tapfer! Doch noch tapferer glaube und vertraue Christus, der Herr ist über Sünde, Tod und Teufel."

Be blessed
Manuel

Bildquelle: http://praise-poster.de/

Kommentare

  1. Hallo Manuel und vielen Dank für diesen so erfrischenden Appell. Ich erkenne mich in Deinem Text auch wieder und freue mich zu lesen, dass es immer wieder christliche Verstärkung - auch, aber nicht nur in der Bloggerwelt - gibt.

    Liebe Grüße
    Sharela

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  2. Wow,ich bin begeistert. Dieser Text ist unheimlich gut geschrieben,so dass ich ihn sehr gerne gelesen habe. Und er enthält eine doch so essentielle Fragen,die ich mir selbst oft gestellt habe. Was ist Gottes Wille für mein Leben und was will er in manch Situationen von mir. Manchmal habe ich aber auch gemerkt,dass er mich führen kann,wenn ich loslasse und vertraue,dass er mich leiten wird. Dennoch sind diese Fragen sehr wichtig. Und hier ist eine wunderbare Antwort darauf dargestellt-herzlichen Dank!

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  3. Wow! Vieelen Dank für euer Lob! Ich bin grade unglaublich happy, dass euch der Post so gut gefällt. Manchmal habe ich einfach so "heilige Geist" Texte, die ich einfach drauf los schreibe und ich meist nicht mehr als die nächsten paar Worte im Kopf habe. Ich glaube Gott will durch uns wirken und durch uns als Christen sein Licht scheinen lassen. Durch ihn können wir andere Menschen mit seiner Liebe berühren und Glauben wecken wo Zweifel sind.
    Be blessed!

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