Die Herausgerufenen

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Was ist eigentlich Kirche?

Kirchenglocken am Sonntagmorgen, dicke Mauern, bunte Fenster. Ist das Kirche? Was macht Kirche aus? Klar ist, sie ist größer als ein Gebäude, mehr als eine Institution, anders als ein Verein und wohlklingender als die Sonntagsglocken. Hier ein kleiner Blick darauf, was die Bibel dazu sagt.

Hey du, 
in letzter Zeit habe ich mich ja öfters mit dem Thema Gemeinde beschäftigt. Heute möchte ich damit abschließen und alles noch einmal zusammenfassen.
Das deutsche Wort Kirche ist aus dem griechischen Wort "kyriake", auf Deutsch "dem Herrn zugehörig" abgeleitet. Im alltäglichen Sprachgebrauch meinte man damit eine Volksversammlung - natürlich nur aus Männern bestehend - in der über allgemein wichtige Themen abgestimmt wurde.

Herausgerufene
Das ebenfalls griechische Wort "ecclesia" gibt Klarheit über die eigentliche Bedeutung. Es heißt "Herausgerufene". Wenn es Herausgerufene gibt, muss es doch auch einen geben der ruft: Gott. Und es gibt einzelne, die diesem Ruf folgen, sich also aus etwas herausrufen lassen. Doch woraus? Gott ruft den einzelnen Menschen aus der Welt, also aus der Sünde, dem Gottlosen Leben, der Weltlichkeit, ohne Beziehung zu Jesus heraus (2. Timotheus 1,9). Gott versetzt Menschen, die umkehren, hinein in das Reich des Sohnes Jesus Christus und in seine Liebe (Kolosser 1, 13).

Geburtstag der Kirche
Doch das an sich ist noch nicht Kirche. In Apostelgeschichte 1,8 lesen wir: "Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr mit seiner Kraft ausgerüstet werden, und das wird euch dazu befähigen, meine Zeugen zu sein." Jesus sagt quasi damit, dass wir erst noch den Heiligen Geist brauchen, bevor wir aktiv loslegen und Jesus nachfolgen können. An Pfingsten ist genau das passiert (Apostelgeschichte 2,1-29 und die Jünger sind losgezogen, um von Jesus zu erzählen. Seitdem ist Pfingsten die Geburtsstunde der Kirche.

Enge Gemeinschaft
Die Leute, die zur sogenannten Jerusalemer Urgemeinde gehörten, versammelten sich täglich in ihren Häusern, beteten zusammen und hörten auf das, was die Apostel sie lehrten. Es gab einen fetten Zusammenhalt, der geprägt war von Liebe. Sie feierten zusammen das Abendmal, beteten füreinander und kümmerten sich umeinander. Ihr Zusammensein war sehr eng und dicht. So wie die Gemeinde da miteinander Leben teilte, war das etwas besonderes. In der Bibel gibt es aber noch viele weitere Hinweise darauf, wie Gott sich Gemeinde gedacht hat, was seine Idee davon ist. Zum Beispiel Vergleiche, die diese besondere Gemeinschaft beschreiben sollen.

Bilder von Gemeinde
Es gibt keine innigere Beziehung als die zwischen Mann und Frau. Zwischen Braut und Bräutigam. Daher ist das Bild perfekt geeignet, um Gottes Liebe zu seiner Gemeinde zu zeigen. Jesus sieht etwas in Gemeinde, das seiner Liebe würdig ist. Gemeinde als die Braut, der alle Gläubigen angehören, ist das, was Jesus lieb gewonnen hat (2. Korinther 11,2).
In 1. Korinther 12,12 wird das sehr bekannte Bild des Leibes Christi beschrieben. Deutlich wird damit, dass die Kirche kein Verein ist, sondern ein Zusammenschluss von Persönlichkeiten, die gemeinsam eine Einheit bilden und ein Anliegen verfolgen. Eine Gemeinschaft (gr. "koinonia") untereinander und mit Jesus. Im Leib Christi haben trennende Unterschiede keinen Platz. Jeder Mensch darf sein, weil alle eins sind in Christus.

Wo sich alles um den einen dreht
Gemeinde ist also mehr als Gebäude, nette sonntägliche Treffen - es ist die Gemeinschaft von Menschen, die mit Jesus leben und sein Wirken auf dieser Welt durch den Heiligen Geist weiterleben. Es ist ein Stück Familie, ein Ort, an dem man Halt findet und wo man gemeinsam schwierige Zeiten durchsteht. Das Haupt der Gemeinde, derjenige, um den sich alles dreht, ist Jesus selbst. Wenn du noch mehr Bilder und Vergleiche von Gemeinde kennenlernen willst, lies die folgenden Bibelstellen: 1. Korinther 3,9; 1. Korinther 9,24ff; Johannes 15,1 und Hebräer 3,6.

Be blessed
Manuel


Bildquelle: http://praise-poster.de/

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