God´s Community

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Wozu braucht man eigentlich Gemeinde?

Gemeinde ist mehr als nur ein kahler Raum, in dem viele Menschen ruhig sitzen und ein einzelner vorne steif irgendwelche frommen Floskeln von sich gibt. Gemeinde ist bunt, lebendig und immer unterschiedlich.

Hey du,
ohne sie geht es nicht, aber mit ihr ist es auch nicht immer leicht. Da prasseln Erwartungen, feste Termine, unterschiedliche Bedürfnisse und oft genug starre Formen auf dich ein. Klingt nicht gerade attraktiv. Wäre es vielleicht auch nicht, gäbe es da nicht noch mehr. Denn sie bietet dir auch ganz viel. Nur durch sie bist du Teil eines großen Ganzen, kannst dich in viele verschiedene Richtungen ausprobieren und natürlich auch jede Menge lernen. Die Rede ist von der Gemeinde.

Für jeden was dabei
So vielfältig wie die Menschen sind, so vielfältig ist auch die Gemeindelandschaft. Da ist wirklich für jeden etwas dabei: für den Lobpreiser, den Beter, den Predigtliebhaber, den Gemeinschaftstyp, den Anpacker, den Gefühlsmenschen, den Kreativen, den Denker, Frühaufsteher, Langschläfer, den frisch Bekehrten und den Glaubens-Pro. Natürlich ist es da gar nicht so leicht das richtige für sich herauszufinden. Ich habe auch eine Weile dafür gebraucht. Aber die Suche nach der passenden Gemeinde lohnt sich. Denn hat man erst mal eine Gemeinde gefunden, in der man sich wohlfühlt, kann es sich so anfühlen, als hätte man eine neue, zweite Familie gefunden. Gemeinde ist für viele Menschen der Ort, an dem sie sich heimisch fühlen, an dem sie Liebe und Geborgenheit erleben und an dem sie so sein können, wie sie sind; mit allen Fragen und Zweifeln, mit allen Schrullen und Macken und allen Gaben und Talenten. Das einzige, was man mitbringen sollte, ist die Sehnsucht nach Gott, der Wunsch anch Gemeinschaft mit ihm, und die Bereitschaft, sich Gott und seinem Wort zu öffnen.

Von Gott gerufen
Denn Gott möchte den Menschen begegnen. Das geht natürlich auch auf dem Weg zur Schule, beim Training oder wenn du in deinem Zimmer alleine auf dem Bett chillst. Aber er hat sich Gemeinde als besonderen Ort der Begegnung ausgedacht. Nicht umsonst ließ er Salomo einst einen Tempel bauen, um den Menschen einen Ort zu geben, an dem sie sich sicher sein konnten, Gott zu treffen. Gott ruft die Menschen gerne zu sich. Früher waren das hohe Feiertage, zu denen die Menschen zum Tempel pilgerten, heute sind das die Gottesdienste, die von Kirchenglocken begleitet die Menschen zusammenrufen, um gemeinsam vor Gott zu treten und ihn zu loben. Deshalb heißt Kirche bzw. Gemeinde im griechischen ekklesia, was so viel bedeutet wie die Versammlung von den "Herausgerufenen". Gott ruft uns also zu sich.

Gott begegnen
Und wenn Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde, die Menschen so gerne bei sich haben möchte, dass er sie zu sich ruft, dann sollte man dem Ruf doch auch folgen, oder? Und schon wird aus dem "Man muss am Sonntag in den Gottesdienst gehen" schnell ein "Ich darf Gott am Sonntag zusammen mit anderen an einem festen Ort zu einer festen Zeit loben und ihm die Ehre geben.". Klingt schon besser, oder? Doch warum ist es Gott überhaupt ein Anliegen, dass man sich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort trifft? Er begegnet den Menschen doch auch gerne in der Natur oder beim Bibellesen zu Hause, beim Beten, durch Musik oder sogar in Träumen. Das stimmt auch. Aber eben nicht nur. Denn Gott hat den Menschen durch die Bibel auch zugesichert, dass er immer dort sein wird, wo sich zwei oder drei in seinem Namen versammeln - also eben auch in der Gemeinde. Ein Vorteil von dem festen Ort und der festen Zeit ist, dass die Gemeindezeit einen festen Platz im Leben einnehmen kann. Du kannst sie dadurch in deinen Alltag einplanen und vergisst sie nicht so schnell.

Gott erleben
Einen festen Termin im Kalender zu haben, der anzeigt, dass die Jugendstunde, der Gottesdienst oder die Bandprobe ansteht, schafft Freiraum, sich voll und ganz darauf einlassen zu können. Denn mal ehrlich, wer hat sich nicht schon vorgenommen, morgens in der Bibel zu lesen, nachmittags ein bisschen Worship zu machen oder abends zu beten - und hat es dann im Trubel des Tages vergessen? Den Gottesdiens am Sonntagmorgen oder die Jugendstunde am Freitagabend vergisst man dagegen nicht so schnell. Und wenn den Terminen sowieso schon ein Zeitfenster eingeräumt wurde, dann kann man sich auch leichter voll und ganz drauf einlassen. Und wer sich voll und ganz auf Gott einlassen kann, wer sich öffnet und bereit macht, ihm zu begegnen, der kann auch eine Begegnugn erleben.

Gemeinsam statt einsam
Ein weiterer Vorteil von Gemeinde ist, dass man Gott eben in Gemeinschaft erleben kann. Wer alleine in der Bibel liest oder eine Gottesbegegnung sucht, kann dabei schnell mal das Gefühl haben, nichts Neues zu bemerken, nichts zu verstehen oder Gott gar nicht getroffen zu haben. Wenn man sich mindestens mit einer anderen Person trifft, ist ein Austausch über das Gelesene, Gehörte oder Erlebte direkt möglich. Denn Gott möchte uns nicht nur in irgendwelchen hübsch geschmückten Räumen begegnen, sondern auch durch andere Menschen. Dieses Privileg von Gemeinde haben schon die ersten Christen in Jerusalem zu schätzen gewusst. Sie gingen sogar noch einen Schritt weiter: Sie trafen sich so oft wie möglich und teilten alles, was sie hatten: Essen, Geld, Besitz, Freude und Leid. Sie lebten wirklich wie eine Familie zusammen.

Sehnsucht nach mehr
Davon sind wir heute in unseren Gemeinden oft wieder abgerückt. Zu voll ist der Alltag eines jeden einzelnen, zu weit sind die Wege zwischen Gemeinde, Arbeit oder Schule, Wohnung und Fittnessclub. Und trotzdem gibt es in uns Menschen immer noch diese Sehnsucht nach Gemeinschaft mit anderen Menschen und nach Gemeinschaft mit Gott. Es liegt an uns, Gemeinde wieder zu leben, zu erneuern und der wunderbaren Idee Gottes nachzugehen. Gemeinde soll ein Ort sein, an dem alle, egal wie reich, wie alt, wie anerkannt ... gleich sind und Geborgenheit und Gemeinschaft und erleben können. Heilige Gemeinschaft. Das ist God´s Community.

Be blessed
Manuel

Bildquelle: http://www.365worshipproject.com/

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