Leben mit Perspektive Ewigkeit

Lesedauer: 6min

Was neblige Straßen mit deiner Zukunft zu tun haben

Es war dunkel. Und es war nebelig. Im undurchdringlichen Weiß konnte man gerade noch zwei rote Lichter erkennen. Obwohl hier normalerweise 120 km/h erlaubt waren, tuckerte mein Vater mit 60 über die Autobahn. Normalerweise hat man auf der Autobahn 300m Sichtweite, doch an diesem Abend war es anders. Die Sicht war begrenzt. Je weiter ich meinen Blick nach vorne richtete, desto undeutlicher wurde es.

Hey du,
geht es dir ähnlich, wenn du an deine Zukunft denkst? Was in den kommenden Minuten deines Lebens passiert, kannst du noch deutlich erkennen. Hoffentlich wirst du diesen Artikel zu Ende lesen, anschließend noch ein bisschen weiter in meinem Blog stöbern und noch den einen oder anderen Text lesen. Den morgigen Tag wirst du auch schon geplant haben und recht genau wissen, was passieren wird. Natürlich lässt sich nicht jede Kleinigkeit vorhersehen, aber einen groben Plan hast du schon. Was allerdings in einem Jahr sein wird, kannst du nur erahnen - ganz zu schweigen von den Ereignissen in 5, 10 oder 20 Jahren.

Ungewisse Zukunft
Vielleicht gehörst zu den Jugendlichen, die sagen: "Ich habe Angst vor der ungewissen Zukunft, die sich wie eine Nebelwand vor meinem inneren Auge aufbaut." Der Blick nach vorne ist vernebelt und aus Angst eine falsche Entscheidung zu treffen, legst du dich nicht fest. Entscheidungen gehst du aus dem Weg und Fragen beantwortest du lieber mit einem vielleicht als mit einem ja oder nein. Am liebsten würdest du anhalten und am Straßenrand warten, bis die Sicht wieder besser wird. Doch genauso, wie du auf der Autobahn nicht einfach stoppen kannst, wirst du auch dein Leben nicht einfach anhalten können.
Auch wenn es deinem Bild von Mose nicht entspricht, war er genau so eine Person. Nach anfänglichem Aktivismus kam er in der Wüste fast zum Stillstand. Das Hüten der Schafe bestimmte seinen Alltag - nichts Aufregendes, eher sehr berechenbar. Während Gott ihn dazu bestimmte, ein großes Volk zu führen, wehrte er sich und wäre am liebsten in der Wüste geblieben. Mose hatte Angst vor der ungewissen Zukunft. Wie würde der Pharao auf seine Aufforderung das Volk gehen zu lassen reagieren? Da Gott wusste, dass Mose seinem Auftrag nicht einfach folgen würde, nahm er sich Zeit , um Mose eine Lektion zu erteilen - nachzulesen in 2. Mose 3-4.
Gott beginnt - nach der Aufforderung, die Schuhe auszuziehen - mit der Aussage "Ich bin der Gott deines Vaterss, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs!" Anschließend offenbarte Gott dem Mose seine Bestimmung: Er solle der Führer eines großen Volkes werden.
Mose sah vor sich diese Nebelwand, diese ungewisse Zukunft. Gott hatte ihm eine Zusage, ein Ziel gegeben, doch den übernächsten Schritt konnte Mose nicht erkennen. Und genau das hielt ihn auf. Nicht der nächste Schritt, der Weg nach Ägypten hielt ihn auf, sondern der über- und übernächste Schritt.

Verweis auf die Vergangenheit
In diese Gefühlslage spricht Gott: "Ich bin, der ich bin." In das Gefühl der Unsicherheit spricht Gott seine ewige Konstanz: Ich bin, der ewig Seiende. Ich werde mich nicht ändern. Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. So wie ich in ihrem Leben gehandelt habe, werde ich auch in deinem Leben handeln. Gottes Zusage für die Zukunft ist der Verweis auf die Vergangenheit. Gott weist darauf hin, dass er in der Vergangenheit spürbar in dem Leben von konkreten Personen gewirkt hat. Gleichzeitig gab Gott Mose ein Ziel: "Wenn du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast, werdet ihr an diesem Berg Gott dienen" (2. Mose 3,12) Das Ziel welches Mose erreichen sollte, war nicht die Befreiung aus Ägypten, sondern die Anbetung Gottes am Berg Horeb. Moses Auftrag und Ziel war es, Menschen aus der Gefangenschaft in die Anbetung des lebendigen Gottes zu führen.
Mose fing an seine Bestimmung zu leben, nachdem ihm Gott den Blick für die Vergangenheit und für die Zukunft öffnete. In der Vergangenheit sah Mose Gottes souveränes Handeln im Leben von konkreten Personen. In der Zukunft sah Mose ein Ziel, welches Gott durch ihn erreichen wollte. Beides war notwendig, sodass Mose sich aufmachte und nach Ägypten ging.
Was wäre passiert, wenn Mose in der Wüste geblieben wäre? Das Potential eines der fähigsten Leiter seiner Zeit wäre mit dem Hüten von Schafen verschwendet worden. Ich kenne nicht das Potential das Gott in dich hineingelegt hat und ich kenne auch nicht die Schafe, die du im Moment hütest. Ich weiß jedoch, dass Gott etwas mit dir vorhat. Er hat Potential in dich hineingelegt, das es gilt zu entdecken, zu entfalten und zu leben. Es beginnt damit, dass du in die Vergangenheit und in die Zukunft schaust. In welchen konkreten Situationen hat Gott bereits in dein Leben gesprochen. Genauso wie du können viele andere von ähnlichen Erlebnissen berichten. Die Bibel ist voll von Personen, in dessen Leben Gott spürbar eingegriffen hat. Der Gott Abrahams, Moses und Paulus ist der Gott, der in deinem Leben wirken möchte. Nutze das Geschenk dieser Lebensberichte, um Gott besser kennenzulernen. Aber auch in deinem Umfeld gibt es Personen, die Gott konkret erlebt haben. Frag sie einmal und lass dich von ihren Erlebnissen ermutigen.

Deine Mission
Allerdings möchte ich, dass du nicht nur in die Vergangenheit schaust. Gott hat dir in seinem Wort einen Auftrag und ein Ziel gegeben. Dein Auftrag ist es, Menschen aus der Gefangenschaft der Sünde in die Anbetung Gottes zu bringen. Du sollst ihnen helfen, die Beziehung zu Gott und die Beziehungen zu ihren Nächsten liebevoll zu leben.
Genauso wie Mose die Zusage bekommen hat, zusammen mit dem Volk am Berg Horeb Gott anzubeten, haben auch wir eine Zusage bekommen. Gemeinsam mit allen Gläubigen werden wir einmal in der Herrlichkeit Gottes stehen. Frei von jeder Schuld werden wir Gott anbeten. Wir werden ihn sehen, wie er ist und die Gemeinschaft mit Gott und miteinander genießen. Jesus gebrauchte einmal das Bild eines Festessens, als er von den zukünftigen Dingen sprach (Lukas 14,15). Dieses Bild drückt Gemeinschaft und Freude aus.
Und manchmal frage ich mich, neben wem ich an diesem riesigen Tisch sitzen und mit wem ich auf diesem Fest reden werde? Ich wünsche mir, dass ich Personen treffe, die ich zu diesem Fest mitnehmen durfte. Personen, die durch mich von diesem Fest erfuhren. Ich möchte genauso wie Mose dazu gebraucht werden, Menschen aus der Gefangenschaft in die Freiheit zu führen, um gemeinsam mit ihnen Gott anzubeten.

Als mein Vater an jenem Abend den Schlüssel umdrehte und der Motor verstummte, war ich froh, zu Hause zu sein. Wir hatten unser Ziel erreicht.Trotz widriger Umstände sind wir auf der Autobahn geblieben, haben das Tempo gehalten und sind schließlich zu Hause angekommen.
Für den Weg zum himmlischen zu Hause wünsche ich dir Kraft und Mut. Ich wünsche dir die Kraft, trotz ungewisser Zukunft, mutig voranzuschreiten. Ich möchte dich dazu ermutigen, in der Vergangenheit Gottes Handeln zu entdecken, in der Zukunft Gottes Ziel zu sehen und deshalb in der Gegenwart mutig den nächsten Schritt zu gehen - auch wenn du den übernächsten noch gar nicht siehst.

Be blessed
Manuel


Bildquelle: http://www.365worshipproject.com/

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