Be free!

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Aber wie?

Vor rund 500 Jahren schreibt Martin Luther über die Freiheit eines Christen: "Ein Christenmensch ist frei wie ein König und gefangen wie ein Sklave." Recht hat er!

Hey du,
woran denkst du, wenn du Freiheit hörst? Denkst du an Ferien? Denkst du an den Reiz, etwas Verbotenes zu tun? Vielleicht an ein Wochenende ohne Eltern? Ich denke bei Freiheit an die Berge...
Ich liebe es in den Bergen zu wandern und auf ihnen herumzuklettern. Tausende Höhenmeter zu Fuß überwinden und dann happy am Gipfel ankommen. Der Ausblick, die Dimensionen, die makellose Schönheit - so fühlt sich Freiheit an!

Meine Freiheit ist begrenzt
Mit meinen Wanderschuhen kann ich gut in dem unebenen Terrain laufen. Aber in der Stadt mit denen rumzulatschen wäre dann doch etwas schwerfälliger. Sie sind eben nicht für den flachen Asphalt gebaut. Die Freiheit hat also ganz natürliche Grenzen. In den Bergen hingegen bin ich mit meinen Schuhen der König. Doch eben nur hier. So betrachtet bin ich gefangen wie ein Sklave.

Sind Christen die freieren Menschen?
Mach doch mal folgendes Experiment: Frag deine Klassenkameraden, ob Christen besonders viel Freiheit haben. Wahrscheinlich werden sie dir etwa so antworten: "Nein, Christen müssen doch voll viele Regeln einhalten!", "Außerdem müssen sie in die Kirche gehen" und "Kirchensteuern müssen sie auch noch zahlen". Das passt doch nicht wirklich zu Freiheit!
Zum Glück hat Luther eine ganz andere Sicht auf Freiheit - die Freiheit, die Menschen durch den Glauben an Jesus bekommen. 1520 schreibt er: "Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan." Und einen Satz später steht da: "Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan". Weil die beiden Aussagen widersprüchlich klingen, will ich zunächst zwei Fragen klären.

Woher hat Luther die Idee mit "Herr und Knecht"?
Darauf gekommen ist er wahrscheinlich durch die Briefe von Paulus. An zwei Stellen kannst du das nachlesen. In 1. Korinther 9,19 steht: "Ich (Paulus) bin also frei und keinem Menschen gegenüber zu irgendetwas verpflichtet. Und doch habe ich mich zum Sklaven aller gemacht". Und in Römer 13,8 heißt es: "Bleibt niemandem etwas schuldig abgesehen von der Liebe, die ihr einander schuldig seid. Denn wer den anderen liebt hat damit das Gesetz Gottes erfüllt."
Luther hat also die Bibel studiert und zwei Dinge herausgefunden: Erstens: Christen sind freie Menschen. Das heißt, sie können selbst entscheiden, was sie mit ihrem Leben vorhaben. Zweitens: Christen sind zur Nächstenliebe berufen. Deshalb dienen Christen den Menschen und lieben sie. Diese Liebe ist es, die ihre eigene Freiheit begrenzt.

Wie wird ein Mensch frei?
Überleg mal selbst ... Was macht dich frei? Keine Regeln zu haben? Oder keine Strafen oder Konsequenzen fürchten zu müssen, weil du immer das Richtige tust? Sind es vielleicht gute Taten, die die Seele frei machen? Ich behaupte: Nein! Es geht nicht um Taten. Außerdem kann kein Mensch immer nur gut sein. Das ist wie mit coolen Klamotten. Du kannst zwar damit Eindruck erwecken, aber egal was du anziehst, es wird deinen Charakter nicht verändern. Wenn du gemein oder hinterlistig bist, werden auch die hipsten Kleider nichts daran ändern. So auch beim Menschen: Nichts kann von außen den Menschen gut machen. Aber Gott kann die Veränderung von innen im Menschen bewirken. Das bedeutet Freiheit. Es ist die Freiheit, Gutes tun zu wollen.

Gott auf eine neue Weise dienen
Für Apostel Paulus war das ein echter Shock. Es stellte alles auf den Kopf, was er über den Glauben gelernt hatte. In den Gesetzen und Vorschriften kannte er sich bestens aus. Aber durch das Leben und Sterben von Jesus offenbarte Gott etwas völlig Neues. Paulus schreibt im Römerbrief 7,6 Folgendes: "Doch jetzt sind wir vom Gesetz befreit, denn Jesus Christus ist für uns gestorben und wir sind der Macht des Gesetzes nicht länger unterstellt. Deshalb können wir Gott von nun an in einer neuen Weise dienen - nicht wie früher durch Einhaltung jedes einzelnen Buchstabens des Gesetzes, sondern durch den heiligen Geist." Die Mega-Erkenntnis von Paulus ist: Ich kann Gott auf eine neue Weise dienen. In mir drin ist der Heilige Geist. Auf ihn soll ich hören. Damit diene ich Gott - nicht durch das Abarbeiten einer religiösen To-Do-Liste!

Freiheit in der Beziehung zu Gott
Täglich kannst du Gott dienen. Und zwar, in dem du in einer Beziehung zu ihm lebst. Das ist deine eigentliche Freiheit. Das größte Gebot von Jesus "Gott zu lieben und deinen Nächsten zu lieben wie dich selbst" - das erfüllt sich in einer Beziehung mit Gott. Für mich bedeutet das: Ich definiere meinen Wert darüber, was Gott über mich sagt. Ich bitte Gott, dass er meine Gedanken füllt und mich liebevoll macht. Dass er meine Arbeit segnet und in meinen Schwächen seine Kraft umso stärker wird.
Ich will alles tun, was Gott gut findet. Das ist meine Freiheit und das ist meine Gefangenschaft. In Christus bin ich frei wie ein König und gefangen wie ein Sklave. 

Noch mal zum Wandern ...
Auch meine Wanderschuhe sind irgendwann abgelaufen. Nicht mehr brauchbar. Ist damit auch meine Freiheit futsch? Nö, natürlich nicht. Meine Freiheit ist unabhängig von Besitz. Freiheit ist eine Herzenssache. Und wenn du Jesus in dein Herz lässt, dann wird er dich frei machen von all den Dingen die dich binden und deinen Blick auf das richten, was wirklich zählt im Leben! Ein Leben mit Gott. Ein Leben in Freiheit.

Be blessed
Manuel


P.S. Gott hat die Macht dich auszustatten zum Befreier zu werden. Er will durch dich Menschen seine Liebe und sein Wesen offenbaren und sie berühren. Bist du dabei? #bealiberator


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Bildquelle: http://michaelteng.tumblr.com/

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