Gottes Stimme hören (TDW 4/2017)

Lesedauer: 3min

Wenn Gottes Stimme im Lärm des Alltags untergeht

Der junge Samuel wohnte bei Eli und diente dem Herrn. Zu jener Zeit geschah es sehr selten, dass der Herr den Menschen durch Worte oder Visionen etwas mitteilte. Der alte Eli war inzwischen fast erblindet. Eines Nachts war er wie gewohnt zu Bett gegangen. Auch Samuel hatte sich hingelegt. Er schlief im Heiligtum in der Nähe der Bundeslade. Die Lampe im Heiligtum brannte noch. Da rief der Herr: "Samuel, Samuel!" "Ja", antwortete der Junge, "ich komme!", und lief schnell zu Eli. "Hier bin ich. Du hast mich doch gerufen." Aber Eli sagte: "Nein, ich habe dich nicht gerufen. Geh nur wieder schlafen." So legte Samuel sich wieder ins Bett. Aber der Herr rief noch einmal: "Samuel, Samuel!" Und wieder sprang Samuel auf und lief zu Eli. "Ich bin schon da, du hast mich doch gerufen!", sagte er. Eli verneinte wieder: "Ich habe dich nicht gerufen, mein Junge. Geh jetzt und leg dich ins Bett!" Samuel wusste nicht, dass der Herr ihn gerufen hatte, denn er hatte ihn noch nie reden hören. So rief der Herr zum dritten Mal: "Samuel, Samuel!" Und noch einmal lief der Junge zu Eli und sagte: "Hier bin ich! Jetzt hast du mich aber gerufen!" Da erkannte Eli, dass der Herr mit Samuel reden wollte. Darum wies er ihn an: "Geh, und leg dich wieder hin! Und wenn dich noch einmal jemand ruft, dann antworte: 'Sprich, Herr, ich höre.'" Also ging Samuel wieder zu Bett.



Hey du,
wie kann man Gottes Stimme hören und sie nicht erkennen?! Da hat Samuel schon das Glück, dass Gott so deutlich mit ihm redet, und dann checkt er es nicht mal! Das muss man doch mitkriegen! Oder? Auch die Jünger hatten da anscheinend manchmal so ihre Probleme (Matthäus 14,26). Die Jünger sind ständig mit Jesus unterwegs, und trotzdem erkennen sie ihn nicht, als er direkt vor ihnen steht. Verrückt, oder?
Wenn man aber noch mal drüber nachdenkt, dann ist es auf einmal gar nicht mehr so verrückt. Denn jeder Christ kennt dieses Gefühl eigentlich. Man ist total frustriert, zweifelt am Glauben, weil man schon so lange nichts mehr von Gott gehört oder gesehen hat. Ist Gott überhaupt noch da? Interessiert er sich überhaupt für mich?
Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut. Doch ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass dieses Gefühl eine Folge unseres "Kurz mal die Sorgen abgeben und Amen"-Lifestyles ist. Unsere Beziehung zu Gott ist einseitig geworden. Wir erzählen ihm, was uns auf der Seele liegt, wie´s uns geht ... Aber hören wir auch mal hin? Fragen wir Gott auch mal nach seiner Meinung zu dem ganzen Geschehen? Um Gottes Stimme zu hören, müssen wir selbst auch mal ruhig werden und einfach hinhören, was er zu sagen hat. Und ich bin sicher, dass er was zu sagen hat. Die ganze Zeit will er mit uns reden. Aber wir hören überhaupt nicht hin, lassen uns ablenken oder sind mit etwas völlig anderem beschäftigt. Der Lärm des Alltags lässt Gottes Stimme gar nicht bis an unser Herz dringen.
Doch es gibt noch einen zweiten Grund, warum wir oft denken, Gott wöllte nicht mehr mit uns reden. Denn um Gottes Stimme hören zu können, müssen wir auch damit rechnen, dass er mit uns redet. Vielleicht überhören wir ihn ja manchmal, weil wir gar nicht auf die Idee kommen, dass er uns etwas sagen will. Die Bibel sagt aber aber an vielen Stellen, dass es eher nicht so Gottes Ding ist, zu schweigen. Er will nicht der unantastbare Richter sein, der dort oben auf seinem Thron sitzt und sich von jeglichen Wesen abhebt. Er will mitten unter den Menschen sein. In der Stadtmitte, da wo was abgeht. Er wünscht sich eine enge Beziehung zu uns Menschen und sucht dadurch auch ständig das Gespräch mit uns. Er will wissen wie es uns geht, was uns gerade bedrückt ...
Aber Gott redet nicht immer so direkt zu uns, wie in der heutigen Bibelstelle. Er hat so viele Möglichkeiten, mit uns zu reden. Deshalb sollten wir nicht gleich enttäuscht sein, wenn wir keine Stimme in unserem Kopf hören. Manchmal spricht er durch die Bibel, durch andere Menschen, durch unsere Gedanken, oder durch die Natur. Das wichtigste ist aber: Wir müssen jederzeit mit Gott rechnen. Wir müssen erwarten, dass er zu uns spricht. Und, wir müssen hinhören. Bist du dabei?

Be blessed
Manuel

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