Gottes Gnade (TDW 3/2017)

Lesedauer: 4min

Hey du,
lies heute mal mit mir die gute alte Noah-Geschichte (1. Mose 6).
Es ist schon heftig, wie die Menschheit zur damaligen Zeit beschrieben wird - "Alles was aus ihrem Herzen kam, war immer nur böse." (Vers 5). Da hat sich im Gegensatz zu heute ja kaum was geändert. Ohne jetzt von vorn herein total pessimistisch zu sein, aber wenn man sich so die täglichen Nachrichten ansieht ...
Immer, wenn ich diese diese Berichte über Glaubenshelden wie Noah in der Bibel lese, freue ich mich riesig über Gott, wie er sie gebraucht, um einen Neuanfang, einen Aufbruch zu starten. Noah hatte ja auch echt was zu bieten. Er war gerecht, jemand, den man nicht antadeln konnte. Hammer! In Vers 22 steht noch, dass er Gott gehorsam war. Was für ein Typ!

Abhängig von der Gnade Gottes
Doch ich selbst fall wohl irgendwie raus aus der Kategorie "brauchbar für Gott". Na toll. Geht es dir auch manchmal so? Doch beim zweiten Lesen bleibe ich in Vers 8 hängen: "Nur Noah fand Gnade vor Gott." - Das bringt mich ins Stutzen. Bevor die "Vorzüge" Noahs aufgezählt werden, heißt es von ihm, dass er Gnade fand vor Gott. Er hatte sich also nicht durch sein Verhalten qualifiziert, war nicht als Held geboren, sondern auch er war abhängig von der Gnade Gottes. Wow! Das macht mir Hoffnung!

Gnade?
Einige von euch fragen sich jetzt vielleicht: Wie ist das eigentlich genau mit der Gnade, wie kann ich das greifen? Denn ich habe festgestellt, dass viele Christen das irgendwie noch nicht so in sich aufgenommen haben. Man sieht so viele Christen, die erschöpft durch den Alltag gehen, und die zwar glauben, dass sie von Gott gerettet sind, aber eben erst, wenn sie alle ihre Sünden gebeichtet haben. Erst dann sind sie wirklich frei. Das bedeutet im Prinzip, dass sie immer dann, wenn sie irgendwo mal einen Fehltritt im Leben gemacht haben, sich erst wieder vor Gott dafür gerechtfertigen zu müssen, und erst dann sind sie wieder gerettet. Das hört sich ziemlich anstrengend an!

So ein Quatsch!
Ich glaube, das ist Quatsch! Warum? Im 2. Timotheus 1,9 steht die Antwort: "Er hat uns gerettet und uns dazu berufen, ganz zu ihm zu gehören. Nicht etwa, weil wir das verdient hätten, sondern aus Gnade und freiem Entschluss. Denn noch ehe diese Welt bestand, war es Gottes Plan, uns in seinem Sohn Jesus Christus seine barmherzige Liebe zu schenken."
Das sagt doch eigentlich alles aus. Wenn du dich einmal für Jesus entschieden hast und "Ja" zu Jesus gesagt hast, dann bist du gerettet. Komme was wolle. Auch wenn du dir mal einen Fehltritt leistest. Du bist trotzdem gerettet und von Gott geliebt. Durch seine Gnade. Du brauchst nichts mehr zu tun, um vor Gott gerecht zu werden. Denn das hat Jesus bereits für dich gemacht.
Aber ist das nicht ein Freifahrtschein zum Mistbauen? Wenn Gott sowieso alles vergibt? Wenn man genau darüber nachdenkt, dann würde man sogar sagen, dass das stimmt. Aber ich habe dazu ein super Beispiel warum, wenn du das denkst, du etwas nicht richtig verstanden hast.
Stell dir vor, du bist verheiratet
Was ist denn dann dein erster Gedanke? Da denkst du dir dann doch nicht: Ja super, wenn sie sowieso bei mir bleibt, dann kann ich ja machen was ich will, dann kann ich ja fremdgehen und sonstwas machen. Ne, das ist doch dein erster Gedanke. Du denkst dir in dem Moment: Wow, Wahnsinn, das mochte ich ihr zurückgeben.
Und das ist genau das, worum es geht: Du bist von Gott gerettet. Aber wenn du verstanden hast, was er für dich getan hat, dann kannst du gar nicht anders, als als ihm was zurückzugeben zu wollen. Nicht weil du das musst, sondern weil du es möchtest.
und sie oder er nimmt dein Gesicht in seine Hände und sagt dir aus voller Liebe: "Hey Schatz, ich liebe dich über alles. Ich geh mit dir durch gute und durch schlechte Zeiten. Ich will immer bei dir bleiben. Komme was wolle."

Völlig unverdient
Damit Gott mich gebrauchen kann, bin auch ich zu allererst von seiner Gnade abhängig. Dass das, was Noah sonst noch auszeichnete, nicht unwichtig ist, ist keine Frage. Aber was Noah und mich eint, ist die Abhängigkeit von Gottes Gnade. Und diese Gnade können wir uns nicht verdienen, diese Gnade schenkt uns Gott. Völlig unverdient. Aus tiefer Liebe. Die Bibel spricht davon, dass Gott groß an Gnade ist, dass er reich an Gnade ist und dass er denen gerne Gnade gibt, die an ihn glauben und auf ihn vertrauen. Ich glaube, dass gerade das Noah auszeichnete. Es heißt von ihm, dass er beständig mit Gott lebte (V. 9) und ich bin mir sicher, es kam genau daher. Er wusste: " Ich brauche Gott!"

Ich wünsche es dir und mir, dass Gott in unserem Leben und durch uns Aufbruch schenkt! Und ich freue mich, dass dies zuerst von Gott und seiner Gnade abhängt! Denn von dieser Gnade heißt es, dass sie erschienen ist, um Rettung zu bringen (Titus 2,11)!

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://instaliga.com/purmagazin

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