Sowas von überhaupt nicht versöhnt

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Klarkommen, mit einer unversöhnten Welt

Schlagen geht gar nicht. Aber wenn du damit jemanden beschützen kannst, ist es dann in Ordnung? Wird eine Handlung, wenn sie auch noch so schlimm ist, durch eine gute Absicht besser?

Hey du,
es fühlt sich manchmal so an, aber wenn Selbstjustiz zu einer gängigen Regel wird, gerät die Welt ziemlich schnell aus den Fugen. Jeder könnte machen, was er will, da jeder selbst definiert, ab wann eine schlechte Tat durch die gute Absicht legitimiert wird. Verstößt das was wir tun gegen das Gesetz, ist es vielleicht in manchen Fällen verständlich, aber dennoch falsch. Denn Regeln und Gesetze sind auch dann wichtig und gültig, wenn es sich noch so dumm anfühlt, sie zu befolgen.

Der Unterschied zwischen Gesetz und Moral
Zuerst müssen wir uns klar werden, dass in der Welt, in der wir leben, ziemlich viel daneben geht. Meistens liegt das an den falschen Entscheidungen einzelner Menschen. Sie machen zwar Gott dafür verantwortlich, aber die billigen Kleider kaufen sie selbst und den Streit mit dem Nachbarn wollen sie auch nicht aufgeben. Solange es Menschen gibt, wird es Verletzungen geben. Der Grund liegt darin, dass sich die Menschen von Gott abgewandt haben und nun selbst den Allmächtigen spielen wollen. Der eine vielleicht mehr, der andere weniger. Gott wurde ziemlich schnell klar, dass es unmöglich ist, die Welt so zu verändern, dass sich Menschen nicht mehr ausbeuten, verletzen und bekämpfen. Deshalb wird er eines Tages eine neue Welt schaffen. Eine Welt, in der Frieden herrscht und es kein Gegeneinander, sondern nur noch Miteinander gibt.
Jetzt können wir uns die Frage stellen, was wir bis dahin tun: Hände in den Schoß und ne Runde chillen, weil sich ja eh nix verändern wird?

Mit Ungerechtigkeit richtig umgehen
Wenn wir uns das Leben von Dietrich Bonhoeffer anschauen, können wir lernen, wie wir mit einer Welt klarkommen, in der so viel Ungerechtigkeit geschieht. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er von den Nazionalsozialisten ins Gefängnis geworfen und zur Todesstrafe verurteilt. Doch statt bitter zu werden, rief er in seinem eigenen Leid die Menschen dazu auf, zusammen mit ihrem Schöpfer an der gottlosen Welt mitzuleiden. Was er damit meinte, ist, dass es hilft, die Sichtweise Gottes einzunehmen und so mit der Welt umzugehen, wie dieser es selbst tut. Bonnhoeffer erlebte so viel Leid und hätte wirklich jeden Grund gehabt, auf die Nazionalsozialisten mit Wut und Hass zu reagieren. Aber er liebte seine Feinde bis zum Ende seines Lebens und hatte einen tiefen Frieden in seinem Herzen. Das ist der Friede Gottes, der all unser Denken übersteigt, weil er inmitten von Verletzungen, Chaos und Hass bestehen kann.

Jesus macht es vor
Im Leben Jesu wird am deutlichsten, was Gott bereit war, für diese Welt zu tun. Anstatt die Menschen zu bestrafen und einfach alles zu vernichten, was böse ist, wählt Jesus die einzige Waffe gegen das Böse: die Liebe. Sobald die Motivation einer Handlung Wut, Hass oder Rache ist, hat das Böse gewonnen. Ein Teufelskreis entsteht, der nur mit durch eine aus Liebe motivierte Tat unterbrochen werden kann. Diese Liebestat kann zum Beispiel Versöhnung sein.
Du kannst dich entscheiden, wie du auf Ungerechtigkeit reagierst. Verhältst du dich genauso und zahlst es zurück, oder bist du bereit, zu vergeben, um Versöhnung zu schaffen?
Man kann sich noch so sehr anstrengen - Verletzungen werden immer da sein. Aber indem du anfängst, Ungerechtigkeit mit Liebe entgegenzutreten, wirst du das Reich Gottes schon in dieser Welt sichtbar machen.

Be blessed
Manuel


Bildquelle: http://instaliga.com/youversion

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