D A D D Y

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Es gibt ihn, den perfekten Vater

Stell dir vor, es gäbe einen perfekten Vater. Mit dem man richtige Abenteuer erleben kann, der dir ein absolut gesundes Sebstbild vermittelt, der dich ermutigt, deinen Weg zu gehen und dich in deiner Erkundungsbereitschaft unermüdlich , unterstützt. Jemand, bei dem man auch mal Mist bauen kann und der dich trotzdem liebt. Einfach ein perfekter Vater. Klingt ein wenig nach Utopie -, aber wäre das nicht der Knaller?

Hey du,
jeder von uns hat erst mal eine ganz persönliche Assoziation, wenn er das Wort "Vater" hört, denn unsere Identität ist wesentlich von unseren Eltern geprägt. "Identität" kommt vom lateinischen Wort "idem" mit der Bedeutung der- oder dieselbe. Rein (bio-)logisch bin ich ein zusammengesetzter Teil meiner Eltern und in Bezug auf meine Identität sozusagen "derselbe" aus beiden Teilen.
Und das ist auch eine der vielen Aufgaben deiner Eltern, dich in der Entwicklung deines Selbstbildes und deiner Identität zu unterstützen.
Mit Gott ist das genauso. Gott will deine Identitätstanks sozusagen zu 100 Prozent auffüllen. Vielleicht haben deine Eltern sie bereits zu 80 Prozent mit positiven Bestandteilen gefüllt. Vielleicht hattest du aber auch ein suboptimales Elternhaus und deine Identitätsskala liegt bei nur 30 Prozent. Das würde bedeuten, dass du 70 Prozent Minderwert mit dir herumträgst. Dein gefühlter Wert wäre dann wahrscheinlich noch kleiner als 30 Prozent, oder? Und selbst 20 Prozent Mindestwert können dich davon abhalten, 100 Prozent Vollgas zu leben. Es ist also egal, wie gut oder schlecht deine Kindheit gelaufen ist, es gibt immer Luft nach oben. Eben weil Menschen nicht in der Lage sind, die Tanks komplett zu befüllen, sondern weil sie Fehler machen und dadurch etwas in anderen zerstört wird.

Identitätslücken
Weil das aber so traurig klingt und wir das nicht wahrhaben wollen, versuchen wir, diese Lücken irgendwie zu füllen, damit wir uns besser fühlen. Ein gern genommenes Mittel ist dabei die Suche nach Anerkennung. Anerkennung durch Leistung, Anerkennung durch einen tollen Job, meinen Status, Anerkennung durch die Beziehung, die ich habe. Mein Haus, mein Auto, meine Bilderbuchfamilie - alles schön und gut. Nur wenn ich versuche, meinen Minderwert dadurch zu kompensieren, funktioniert das auf Dauer leider nicht. Ich fühle mich nicht wirklich besser, nur weil ich Ferrari fahre oder Celebrities als Freunde habe. Die Lücke in meinem Ich bleibt, egal mit was ich äußerlich versuche, sie zu füllen.

Identität in Gott
Mit Gott hast du diese Lückenfüller aber nicht mehr nötig. Er möchte dich stattdessen erfüllen und dir Identität schenken. Er will den Minderwert aus deinem Leben werfen und dich mit seinem Geist erfüllen. Er will deinem Leben einen Sinn und eine Bestimmung geben. Und das ist völlig unabhängig, wie gut oder schlecht der Job deiner leiblichen Eltern auch gewesen sein mag. Es ist egal, wie groß das Loch in deiner Identität ist. Gott füllt es.
Aber nicht nur in Bezug auf Identität haben wir Luft nach oben - es gibt auch eine Art "geistlichen Minderwert", in dem man sich wie gefangen fühlen kann.
"Der Geist, den Gott euch gegeben hat, ist ja nicht ein Sklavengeist, sodass ihr wie früher in Angst leben müsstet. Es ist der Geist, den ihr als seine Söhne und Töchter habt. Von diesem Geist erfüllt rufen wir zu Gott: »Abba! Vater!" (Römer 8,15)

Geistlicher Minderwert
Okay, hier steckt ziemlich viel Erklärungwürdiges drin ... Was bedeutet "Sklavengeist? Sind Leibeigene nicht längst abgeschafft? Doch, aber uns versklaven zwar keine reichen Großgrundbesitzer mehr (zumindest nicht in Deutschland), dafür aber Mechanismen wie die Suche nach Anerkennung durch Leistung oder eben auch bestimmte Glaubensdinge. Minderwert führt hier nämlich unter anderem dazu, dass wir Gott nicht glauben können, dass er uns so annimmt, wie wir sind. "So jemanden wie mich kann Gott gar nicht lieben". Sie denken, dass sie es nicht wert sind, geliebt zu werden. Sie sind es gewohnt, Ablehnung zu erfahren, weil sie sich selbst nicht mögen oder sich etwas nicht verzeihen können.
Viele versuchen dann, diesen geistlichen Minderwert dadurch zu kompensieren, dass sie spenden, für die Kirche arbeiten oder sich ehrenamtlich einbringen. An sich sind das ja alles gute Sachen. Die Einstellung dahinter ist das Problem. Das Ziel ist dann, sich vor Gott besser zu fühlen, bei ihm lieb Kind zu spielen. In der Bibel aber steht von der ersten bis zur letzten Seite, dass wir für Gott immer den gleichen Wert haben. Er kann nicht gemindert werden, falls wir mal Mist bauen, aber wir können uns auch keine Bonuspunkte verdienen, damit unser Wert vor Gott steigt. Er möchte deinen Minderwert auf gesunde Art und Weise beseitigen, nicht durch Arbeit oder Zwang. Das wäre kein Geschenk und von daher auch keine echt Liebe. Er will keinen Sklavengeist in unserem Leben. Sondern er schenkt uns seinen eigenen Geist und legt dadurch ein Stück göttliche Weltsicht in uns herein.

Abba! Vater!
Ein anderes, nicht sofort verständliches Wort aus dem Vers ist "Abba." Wir sollen Gott nicht einfach nur Vater nennen - sondern wie Jesus "Abba". Was heißt das jetzt? "Dancing Queen" oder "Mamma Mia" singen? Je nach Musikgeschmack keine schlechte Idee, in diesem Zusammenhang aber nicht unbedingt des Rätsels Lösung.
"Abba" ist Aramäisch, die Muttersprache von Jesus. Im Deutschen gibt es viele Entsprechungen, mit denen man die Bedeutung wiedergeben kann - und irgendwie stimmen alle ein bisschen und keine ganz. Wenn Jesus "Abba" sagt, meint er damit zum einen das liebevolle "Papa", das ein Kleinkind zu seinem Vater sagt und das Urvertrauen und absolute Nähe ausdrückt. Wie bei "Vater" ist außerdem vollkommen klar, dass man die gleiche DNA besitzt, eins ist. Zum anderen ist in "Abba" die Bedeutung "Schöpfer" enthalten. Dies drückt eine erwachsenere, ehrfurchtsvollere Haltung zu Gott aus. Leider gibt es im Deutschen kein Wort, das diese unterschiedlichen Facetten zusammenfasst.

Jesus reißt die Mauer ein
Dass Jesus diese Anrede für Gott benutzt, wäre damals Schlagzeile in wirklich allen Zeitungen gewesen, wenn es welche gegeben hätte - ein absoluter Skandal! Eine Beziehung, erst recht eine so vertraute und liebevolle Beziehung zu Gott war etwas, das zu Jesus Lebzeiten für die Menschen nicht vorstellbar war. Nur eine Person, der Hohepriester, durfte zu Gott in den Tempel und das Allerheiligste - den Ort, an dem man Gott begegnen konnte. Und er durfte das auch nur einmal im Jahr, am höchsten Feiertag.
Jesus dagegen hat eine Beziehung zu Gott (vor)gelebt, die diese enorme Distanz nicht kannte, sondern die auf Herzensnähe basierte. Er ist Gottes Sohn und Gott sein liebender Vater, sein "Abba". Damit auch wir Gott so kennen und erleben können, hat er als Mensch gelebt und ist für uns gestorben. Jesus hat den Weg frei gemacht - im Moment seines Todes zerriss der dicke, schwere Vorhang im Tempel, der das Allerheiligste vom Rest abtrennte, von oben nach unten durch. Weg mit der Barriere. Jesus reißt die Mauer ein!  Und rein in ein neues Leben, in dem Gott als Vater in unserem Leben wirken und unsere Identität prägen kann. Er ist der perfekte Vater. Er gibt Rat und ist ein Ruhepol, er gibt uns ein innerliches Zuhause und kümmert sich um uns
, seien Kinder. Das ist das Größte überhaupt und wir können uns wie Jesus darüber freuen:
"Ihr erinnert euch, dass ich zu euch gesagt habe: ›Ich gehe weg, und ich komme wieder zu euch.‹ Wenn ihr mich wirklich lieben würdet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich."(Johannes 14,28)
Jesus möchte, dass wir "zum Vater kommen". Er ebnet als sein Sohn den Weg dafür, dass wir dies auch erleben können. Aber möchtest du das überhaupt? Gott als Vater kennenlernen? Anscheinend ist dies ein ganz besonderes Vorrecht, ein Privileg: "Die ihn [Jesus] aber aufnahmen und an ihm glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden." (Johannes 1,12)
Gott kann dieser perfekte Vater für dich sein. Er will einfach alles für dich geben. Er will, dass du dich geliebt und wertvoll fühlst. Gott hat uns Menschen geschaffen. Er wollte dich genau so haben, wie du bist. Er kennt dich besser als jeder andere. Er kennt dich, selbst, wenn du ihn vielleicht noch nicht kennst (Psalm 139, 1). Er hat deine Haare einzeln gezählt (Matthäus 10, 30), er weiß, wann du aufstehst und schlafen gehst (Psalm 139, 2). Er kennt all deine Wege. (Psalm 139, 3). Er hat dich schon geliebt, bevor du überhaupt geboren warst.  Und er liebt dich immernoch unabdinglich, unabänderlich. Er hat seinen einzigen Sohn auf die Welt geschickt, damit deine Schuld vergeben wird. Damit du zu ihm in den Himmel kommen kannst. Damit du nach Hause zurückkommen kannst. Er liebt dich so sehr, dass er dich wie sein Kind behandelt. Er will dich in seine Familie aufnehmen. Und das ist das größte Geschenk das es gibt. Nimmst du dieses Geschenk an?

Be blessed
Manuel




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