Die Hand des Töpfers (TDW 7/2017)

Lesedauer: 5min

Von Gottes Kommunikation und den Künsten eines Töpfers

So unspektakulär es ist, mit jemandem zu reden, so alltäglich die Situationen und die Themen auch sind, wird dadurch doch eine ganz tiefe Sehnsucht in uns Menschen gestillt: die Sehnsucht nach Austausch, nach Nähe, nach Beziehung. Kommunikation ist der Ausdruck davon. Und Gott wünscht sich exakt diese Nähe und du kannst sie sehr unmittelbar in deinem Alltag erfahren. So ist es zum Beispiel Jemremia in der dieswöchigen Bibelstelle passiert:

1,2 Der Herr sprach zu mir: "Geh hinab zum Haus des Töpfers, dort werde ich dir eine Botschaft geben!"
3 Ich ging dorthin und sah, wie der Töpfer gerade ein Gefäß auf der Scheibe drehte.
4 Doch es misslang ihm. Er nahm den Ton und formte ein neues Gefäß daraus, das ihm besser gefiel.
5,6 Da sprach der Herr zu mir: "Volk Israel, kann ich mit euch nicht genauso umgehen wie dieser Töpfer mit dem Ton? Ihr seid in meiner Hand wie Ton in der Hand des Töpfers!
(Jeremia  18, 1-6)

Hey du,
"Der Herr sprach zu mir" klingt ja erst mal nach Pauken und Trompeten - vielleicht doch ein Engelschor? Ich vermute viel eher, dass Jeremia ganz einfach den Gedanken hatte, zu dem Töpfer zu gehen, und erst im Nachhinein verstanden hat, dass Gott zu ihm gesprochen hat - nachdem er die Botschaft kapiert hatte. Töpfern war damals ein ganz normaler Broterwerb, eine typische Alltagssituation. Und Gott benutzt diese ganz alltägliche Szene, in der ein Gefäß neu geformt wird, um Jeremia etwas mitzuteilen. Er führt ihm etwas konkret vor Augen und dann erklärt er ihm dazu seine Perspektive.

Gott redet natürlich, um übernatürliches zu erreichen
Gott spricht hier, wie oft, in Bildern. Die Bibel nennt das Rätselworte. Kein unlösbares Kreuzworträtsel, wo man niemals auf die Lösung kommt, aber Beschreibungen von dem, wofür uns manchmal ein konkretes Verständnis (noch) fehlt. Du kennst sicher den Ausdruck: "Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte."
Gottes Reden in Bildern bedeutet, dass ich in einer bestimmten Situation einen Impuls bekomme und herauszufinden versuche, was Gott mir damit sagen möchte. Auch hier gilt wieder das grundsätzliche Prinzip, der Kommunikation. Der Sender bestimmt, was es bedeutet, nicht der Empfänger. Also keine waghalsigen Interpretationen, sondern frage Gott einfach und er wird es dir in deiner Sprache erklären - ganz individuell so, dass du es verstehst.
Gott spricht zu uns. Ganz unspektakulär in stinknormalen Alltagssituationen und -begegnungen. Aber mit überraschendem und faszinierendem Ergebnis.
Wenn wir anfangen, achtsam für diese Impulse zu werden, es trainieren, den Hauch des Heiligen Geistes wahrzunehmen, können wir dabei wirklich abgefahrene Dinge erleben.

Ton und Töpfer
Aber um was es eigentlich in dieser Bibelstelle geht, ist etwas ganz anderes. Es geht hier nämlich um das Bild von Gott als Töpfer. Hast du schon mal auf einem Handwerksmarkt einem Töpfer bei der Arbeit zugeschaut? Ich finde das jedes Mal auf´s Neue faszinierend, wie auf fast schon wundersame Weise wunderschöne Vasen und andere Gefäße entstehen. Ein Töpfer arbeitet mit einem ganz einfachen, natürlichen Material: Ton. Ton kann ein einfacher Klumpen bleiben, oder aber auch ein Gegenstand werden, der sehr nützlich oder auch schön sein kann. Wir Menschen sind dem Ton sehr ähnlich. Wenn wir in diese Welt kommen, wissen wir nicht, was aus uns wird. Und wie ein nasser Klumpen Ton, war unser Leben am Anfang formlos und unverständlich. Aber dann kommen wir uns vor, wie in einem Kreisverkehr des Lebens, und auf uns lastet Druck von Problemen und ungelösten Aufgaben. Oftmals kommt es uns so vor, dass uns dieser Druck zerstört und uns zu einem Niemand macht. Aber auch der Ton wird auf dem Töpfertisch ständigem Druck ausgesetzt. Sowohl von außen, als auch von innen. Das Ergebnis dieser ständigen Veränderung ist eine schöne Form. Ton braucht die Hände eines Meisters. Nur der Töpfer kennt die Konsistenz und die Eigenschaften des Tons. Er kann ihn auf dem Töpfertisch in eine nützliche Form bringen.
Für den Menschen ist Gott der Töpfer. Und nicht mal für eine Sekunde nimmt er die Hände von uns. Er hält uns und führt uns auf den richtigen Weg. Und wenn wir wie der Ton werden und uns voll Gott anvertrauen, dann wird er ein wundervolles Gefäß aus uns machen. Dann wird Gott unser Leben richtig steil gehen lassen. Dann wird er seine Liebe von uns ausgehen lassen, und Menschen verändern. Jesus hat einmal gesagt, dass wenn wir auf Gott vertrauen, wir sogar in der Lage sind, noch größere Wunder zu vollbringen, wie er sie getan hat. Ist das nicht abgefahren? Gott hat einen Plan für dein Leben und er hat noch viel mit dir vor. Denn er will Großes mit dir reißen. Er will mit dir die Welt verändern! Bist du am Start?

Be blessed
Manuel
 
So wie es keine Gefäße gibt, die nicht durch Druck und Feuer gehen mussten, so gibt es keine starken Menschen, mit leichtem Schicksal.


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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