Glaub doch was du willst!

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Ein Plädoyer für die Religionsfreiheit

In Deutschland seht es dir frei, deine Religionszugehörigkeit zu wählen. Und das ist auch gut so. Warum?

Hey du,
wenn ich durch die Straßen von Stuttgart gehe, komme ich mir manchmal vor wie auf einem religiösen Basar. An jeder Ecke predigen Leute über einen anderen Gott. Wäre es nicht einfacher, wenn in Deutschland nur die Christen ihren Glauben öffentlich weitergeben dürften?

Das Recht auf Glauben
Die Religionsfreiheit ist in Deutschland ein Grund- und Menschenrecht. Jeder, der hier lebt, darf seine Glaubensüberzeugung oder seine Weltanschauung frei bilden und seine Religion ungestört ausüben. Und genauso darf er dafür werben, sich seiner Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft anzuschließen. Weil du die frohe Botschaft von Jesus auf der Straße verkünden darfst, ohne Angst um dein Leben haben zu müssen, dürfen das alle anderen Religionen eben auch. Und das ist auch gut so, denn Freiheit ist etwas sehr wichtiges für unseren Gott.

Entscheiden kann nur, wer die Wahl hat
Die ganze aufgeschriebene Geschichte Gottes mit seinem Volk beginnt mit der Befreiung seines Volkes aus der Sklaverei in Ägypten. Und in diesem Stil geht es weiter. Freiheit zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Wort Gottes, bis ins Neue Testament, bis zu Jesus. Weil er uns "zur Freiheit befreit" hat (Galater 5,13), können wir alles, was wir tun, ohne Zwang und Druck für uns und andere tun. Gott sei Dank! Denn ohne Freiheit gibt es keine Entscheidung. Und wer sich nicht frei entscheiden kann, kann sich auch nicht für Gott entscheiden.
Heute ist es in vielen Teilen der Welt immer noch so, dass man nur von der einen, staatlich erlaubten Religion sprechen darf. Oder eben von gar keiner, wenn das von der Regierung nicht gewollt ist. In solchen Ländern werden Menschen für ihren (anderen) Glauben verfolgt, ins Gefängnis geworfen, gefoltert und sogar getötet ... Da lebe ich dann doch lieber in Deutschland, bahne mir einen Weg durch die vielen Prediger in der Innenstadt und bin dankbar für die Religionsfreiheit in unserem Land.

Gott wirbt um uns
Gott zwingt niemanden. Gott ruft uns, er wirbt um uns und bittet uns darum, uns mit ihm zu versöhnen und zu ihm zurückzukehren. Übrigens steckt diese Einladung schon im Ursprung des Wortes Freiheit: Das alte Wort "freien" meinte, sich an einen anderen Menschen binden zu wollen. Es ging auch da schon um Liebe und Sehnsucht, nicht um das Gesetz. Jesus redet von dieser Liebe als er sagte: "Ich will euch heute eine neue, wichtige Lebensregel von Gott mitgeben: Liebt euch gegenseitig! So wie ich euch liebe, sollt auch ihr euch gegenseitig lieben. Indem ihr euren Nächsten liebt, werden die Leute, die nicht an Gott glauben, merken, dass ihr zu mir gehört." (Johannes 13, 34-35)

Grenzenlos geliebt
Gottes Liebe ist grenzenlos. Und damit ist es auch unsere Freiheit. Auch wenn du mal Mist baust, etwas richtig dummes machst, von dem du weißt, dass es Gott nicht gefallen wird, lieb er dich trotzdem (lies mal Römer 5,8)! Wenn du danach zu Jesus kommst und ihn um Vergebung bittest, wird er dir vergeben. Weil er dich bedingungslos liebt. Und weil er versprochen hat: "Alle aber, die der Vater mir gegeben hat, werden zu mir kommen und ich werde sie nicht zurückweisen oder hinausstoßen." (Johannes 6,37). Das ist die Freiheit zu der wir berufen sind: Dass wir, egal, was auch passiert, von Jesus geliebt sind.

Übersprudeln
Wenn du das volle Leben, das Leben mit Gott, in deinem Herzen spürst, hat du gar keine Lust darauf, etwas zu tun, dass ihm nicht gefällt. Man muss dich nicht zwingen, dein Leben auf Gottes Art zu führen. Wenn du voll bist mit dem Heiligen Geist, wenn Gott in jeden Bereich deines Lebens regiert, dann willst du das! Weil du herausgefunden hast, dass das das Leben ist, dass du dir immer gewünscht hast. Das vollkommene Leben. Und dieses Glück möchte man am liebsten mit der ganzen Welt teilen. Deswegen fängt man an, anderen Menschen von Gott zu erzählen - damit sie selbst erfahren, wie wunderbar das ist. Wenn du voll bist mit dieser Liebe, dann gehst du zu einem anderen Menschen, einem nervigen Nachbarn, einem blöden Mitschüler, einem Typen, der einen ganz anderen Gemeindehintergrund oder sogar eine andere Religion hat als du und kannst ihm/ihr sagen: Ich mag dich so, wie du bist, als den Menschen, der du bist.

Sei du
Wenn man den Mut hat, seinen Glauben zu leben und anderen durch sein Handeln zu zeigen, dass man mit Gott lebt, wenn man seine Beziehung zu Jesus sichtbar macht, dann wird das andere neugierig machen. Ein Freund von mir, der in der Mission tätig ist, hat mir mal erzählt, dass er an einem sehr regnerischen Tag wieder mal mit einigen seiner Kollegen in der Stadt unterwegs war, um Menschen von Jesus zu erzählen. Weil es so stark geregnet hat, haben sie sich unter das Dach eines Kaufhauses gestellt und irgendwie hatten sie Lust, Lobpreislieder in den Regen hinauszusingen. Als sie sich dann ausgesungen hatten, sagte einer Mann zu ihnen: "Ich habe euch die ganze Zeit beobachtet. Erst habe ich gedacht, ihr seid nur Spinner. Aber jetzt spüre ich, ihr meint das wirklich ernst. Erzählt mir mehr davon!"

Die längere Schnur
Ich habe mal eine Geschichte gehört, die sehr gut dazu passt: Es war einmal ein König namens Akbar, der war es leid, dass sich seine Minister häufig stritten. Eines Tages spannte Akbar eine gerade Schnur und rief seine Minister zu sich. "Seht ihr diese Schnur? Versucht, sie kürzer zu machen, aber ohne sie zu verknoten oder auseinanderzuschneiden. Ihr dürft sie noch nicht einmal berühren!" Die Minister blickten ratlos auf die Schnur. Selbst den klügsten fiel keine Lösung ein. "König, das ist nicht möglich!", sagten sie. Da nahm Akbar eine zweite, längere Schnur und spannte sie neben die erste. Durch die längere Schnur wirkte die erste kürzer, ohne verknotet oder abgeschnitten worden zu sein.

Für Gott werben, wie Jesus es getan hat
Die Meinung der anderen weder antasten noch abschneiden, sondern nur unsere eigene (Glaubens-)Schnur daneben spannen. Dann kann jeder für sich selbst entscheiden, was besser oder schlechter ist, bzw. an was er glauben will. Dafür will Gott dich stark machen. Er will die die Kraft und den Mut geben, anderen von deinem Glauben zu erzählen und ihn auch zu leben. Damit sie selbst erfahren, wie Gott ist. Wenn du sie durch dein Leben mit dem Glauben konfrontierst, dann ist das vielleicht ihre einzige Auseinandersetzung mit Gott. Gott will durch dich in die Herzen der Menschen sprechen, er will dich dazu benutzen, Menschen zu verändern und ihnen den Weg zum Leben zu zeigen. Das ist eine große Aufgabe, doch du kannst wissen, du musst sie nie allein bewältigen. Gott macht dich stark. Be fearless!

Be blessed
Manuel

P.S. If someone asks you to explain your hope as a believer, always be ready.


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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