Gott will keine Fastfood-Christen

Lesedauer: 5min

Warum Warten keine verschwendete Zeit ist

Hey du,
kennst du das? Du willst im Supermarkt nur schnell etwas besorgen und suchst dir an der Kasse die kürzeste Schlange aus, aber dann will die Frau vor dir etwas umtauschen, und es muss erst der Geschäftsführer kommen. Während du eine Gefühlte Ewigkeit anstehst, haben die anderen Schlangen sich längst in Luft aufgelöst ...
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich hasse es zu warten. Egal ob auf den eigenen Geburtstag, die Ferien oder Weihnachten. Die Erwartungen steigen, die Vorfreude wächst und die Bilder im Kopf werden immer bunter und waghalsiger. Und damit die Sehnsucht immer größer.

Jetzt sofort, auf der Stelle
Das auszuhalten ist anstrengend. Ich muss eine Situation ertragen, in der mir etwas fehlt. Das ist unangenehm. Deshalb kürzen wir das Warten am liebsten ab - und verpassen dabei wertvolle Dinge! Geduld lernen, zum Beispiel. Wie oft habe ich aus dem Wunsch heraus, etwas sofort haben zu wollen, zu viel bezahlt. Und mich hinterher geärgert, weil es dann doch das Falsche war. Der ungünstige Handyvertrag, drückende Schuhe, eine überflüssige Tasche. Weil ich auf das, was am besten für mich wäre, nicht waren konnte.

Wozu warten lernen?
Warten hat einen ganz entscheidenden Vorteil: Man lernt den Wert von etwas kennen. Und wenn man weiß, was wirklich gut ist und was man wirklich braucht, dann ist man auch bereit, sich das etwas kosten zu lassen. Dazu gibt es auch eine Geschichte aus der Bibel. Sie steht in Lukas 2, 25-32. Es ist die Geschichte von Simeon, einem Mann, der schon sein ganzes Leben lang auf Jesus wartete. Gott hatte ihm gesagt, dass er nicht sterben werde, bevor er den Messias gesehen habe. Simeon ging jeden Tag in den Tempel. Und endlich kamen Maria und Josef mit dem Kind. Als sie Jesus hereinbrachten, nahm Simeon das Kind in die Arme, pries Gott und sagte: "Herr, nun kann dein Diener in Frieden sterben, denn du hast deine Zusage erfüllt. Mit eigenen Augen habe ich das Heil gesehen, das du für alle Völker bereitet hast - ein Licht, das die Nationen erleuchtet und der Ruhm deines Volkes Israel."

Ein anderer Lifestyle
Simeon wollte Gott unbedingt sehen. Jeden Tag hat er auf ihn gewartet. Er wollte ihn anfassen. Spüren. Erleben. Wissen, das er es ist. Wie hat er das Warten ausgehalten?
In der Bibel steht: "Simeon war von Heiligen Geist erfüllt" (Vers 25). Er kann warten, weil Gottes Geist seine Gedanken ausfüllt. Das hilft ihm. er schafft es, dieses Warten nicht nur zu ertragen, sondern zu seiner Lebenshaltung zu machen. Er muss den Alltag nicht mit Ablenkung füllen, er verflucht nicht die Tage, an denen nichts geschieht. er bleibt in der Haltung der Sehnsucht. Er hält sich daran fest, dass Gott ihm zur richtigen Zeit das geben wird, was er sucht - und dass die Tage bis dahin nicht unnötig und umsonst sind, sondern Vorbereitung.

Keine verschenkte Zeit
Gott will keine "Fastfood-Christen", er will unserem Leben Tiefe geben. Wir sollen lernen, zu lieben und zu vertrauen. Das braucht Zeit. Wie alles, was wächst. Ein starker Baum braucht Jahrzehnte, manchmal Jahrhunderte um zu dem zu werden, was er am Ende ist. Auch wenn man es im Alltag nicht sieht: Während des Wartens passiert ganz viel. Es ist keine vergeudete oder verschenkte Zeit, sondern Zeit, in der der Heilige Geist in uns arbeitet.
Und dann ist er endlich da. Gott selbst kommt in Gestalt zu Simeon. Simeon kann ihn fassen, er ist berührbar und berührend. Er ist real. Simeon weiß: Jetzt kann er sterben. Sein ganzes Leben lang hat er auf diesem Moment gewartet. Und jetzt hat alle Sehnsucht ihr Ziel gefunden. Seine allergrößte Hoffnung hat sich erfüllt.

Daran dürfen wir glaben
Das kann ich von Simeon lernen: Nicht Sehnsucht zu "ertragen", sondern sie zu einer Lebenshaltung zu machen. 
Simeon hat die Zusage des Heiligen Geistes, dass sein Warten nicht umsonst ist. Er weiß, dass sich sein Hoffen erfüllen wird. Das macht es erträglich. Genau diese Gewissheit haben wir auch. Wir dürfen voller Vertrauen daran glauben, dass sich unsere Sehnsucht erfüllen wird. Und bis dahin können wir wissen, dass wir auf dem Weg dorthin sind. Auf einer Reise ins Ungewisse. Auf der wir nicht mehr vom Weg, als die nächsten zwei, drei Schritte sehen. Aber wir können darauf vertrauen, dass Gott mit uns geht. Er weiß, wohin die wohin die Reise geht. Auf der er uns so vieles zeigen will. Kommst du mit?

Be blessed
Manuel


Weitere Texte zum Thema Warten auf diesem Blog:
+ Der Instant-Gott
+ Bitte hier warten
+ Wartezimmer


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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