Holy Spirit - Gottes Power in uns

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Was hinter dem Mythos des Heiligen Geistes setckt

Hey du,
gehörst du auch zu den Menschen, die als Kind einen unsichtbaren Freund hatten? Jemand, der immer bei dir war und für den Mama und Papa vielleicht sogar ein Gedeck mit auf den Tisch gestellt haben? Vielleicht stellst du dir den Heiligen Geist wie eben diesen Kumpel vor, der immer um dich ist.
Vielleicht gehörst du aber auch zu denjenigen,denen eher dieser Satz bekannt vorkommt: "Na, wenn´s keiner war, dann war´s bestimmt der Heilige Geist!" Gerade von Menschen, aus meiner Großelterngeneration, aber auch von meinen Eltern habe ich das oft gehört. Am häufigsten wenn sie etwas verlegt hatten und es mir ankreiden wollten. Stritt ich das zu Recht ab, dann wurde es eben dem Heiligen Geist in die Schuhe geschoben. Der kam mir dann immer so vor, wie ein kleiner Kobold, der gerne sein Unwesen treibt und alles versteckt. Als Kind habe ich beim Begriff "Heiliger Geist" auch an Hui Buh das Schlossgespent gedacht.
Vielleicht hast du auch die Vorstellung von einer Art Hausgeist, der von Gott kommt. Oder irgendeine andere Assoziation, die aber meist nicht nur vollkommen daneben liegt, sondern uns oft auch abschreckt, uns wirklich mit dem Heiligen Geist zu beschäftigen.

Das Problem mit der Sprache
Wie so oft macht uns bem Verständnis eines Begriffes aus der Bibel die Tatsache Probleme, dass wir auf eine deutsche Übersetzung angewiesen sind. "Geist" und "heilig". Nicht gerade leicht zugänglicher Stoff ...
In den Ursprungssprachen der Bibel benutzen die Autoren zwei Worte für den Heiligen Geist: das hebräische "Ruah" und das griechische "Pneuma". Diese beiden Worte haben, übersetzt in unsere Sprache, verschiedene Bedeutungen. Und diese zeigen uns die unterschiedlichen Facetten des Heiligen Geistes:

Wind
Wind ist unsichtbar. Okay, ein Schlossgespenst ist das auch, aber den Wind kann man fühlen. Er kann eine kleine Brise sein, die du nur leicht spürst - aber auch ein Sturm, der mit großer Kraft tobt. Du kannst den Wind nicht festhalten, er ist flüchtig, aber trotzdem anwesend. Auch wenn du ihn nicht siehst - seine Auswirkungen kannst du durchaus wahrnehmen: sichtbar und spürbar. Wir haben es beim Heiligen Geist also mit einer göttlichen Power in uns zu tun, die ganz praktisch ihre Spuren in unserem Alltag hinterlässt, wenn wir sie wirken lassen.

Luft/Atem
Ohne unseren Atem können wir nicht leben. Kommen wir auf die Welt, beginnen wir als erstes damit, Luft in unsere Lungen zu saugen. Und wieder rauszublasen. Ein - aus. Erst bei unserem Tod hören wir damit auf. Woher kommt diese lebensnotwendige Sache? Von wem stammt der Atem? Der Bibel zufolge ist es Gott selbst:
"Da nahm Gott Erde, formte daraus den Menschen und blies ihm den Lebensatem in die Nase. So wurde der Mensch lebendig." (1. Mose 2,7)

Hauch
Ein Hauch ist zart und leise, du kannst ihn spüren, aber auch verpassen oder bewusst ignorieren. Es kommt darauf an, wie aufmerksam du bist. Ebenso ist auch der Heilige Geist ein Gentleman, der sich nicht aufdrängt, sondern dir die Wahl lässt. Du kannst dich bewusst darauf einlassen, mit ihm zu kommunizieren und deine Sensibilität zu trainieren, ihn wahrzunehmen.

Geist
Mit Geist ist hier erstmal nichst spektakuläres oder mystisches verbunden. In der Bibel steht dieser Begriff recht neutral für eine Kraft, die dich dazu inspiriert, bestimmte Dinge zu tun. Er ist die Kraft, die dich zum Beispiel bei einer Streiterei dazu bewegt, die Streitigkeit zu schlichten, dem Obdachlosen an der Straßenecke eine Tüte Brezeln zu kaufen oder die innere Stimme, die dich dazu antreibt, der älteren Dame zu helfen, ihre Einkäufe nach Hause zu tragen ...
Aber nicht nur das. Der Helige Geist hat vor allem eine Aufgabe: Er ist ein Kommunikator. Er ist sozusagen der Übersetzer zwischen dir und Gott. Wir können ja leider nicht mehr von Angesicht zu Angesicht mit Jesus sprechen. Mit Gott auch nicht. Die beiden sind ziemlich retro, was moderne Kommunikation angeht: keine Social-Media-Profile, keine E-Mailadressen, keine Smartphones, noch nicht einmal Festnetz oder Postadressen. Wie soll man sich denn da bitte austauschen? Kurz bevor Jesus diese Welt verlassen hat, stellte er uns exakt dafür den Heiligen Geist vor: als sein Stellvertreter und  sein göttliches Sprachrohr.
"Und der Vater wird euch an meiner Stelle einen anderen Helfer geben, der für immer bei euch sein wird; ich werde ihn darum bitten. Er wird euch den Geist der Wahrheit geben, den die Welt nicht bekommen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt." (Johannes 14, 16-17a)
Jesus verspricht uns, dass der Heilige Geist die Aufgabe übernimmt, die er bisher innehatte. Durch ihn wird der Austausch mit Gott auch in Zukunft möglich sein. Wie aber kann man mit einem unsichtbaren kommunizieren? Jases war ja ein Mensch, den ich direkt hätte fragen können. Aber wie sollen wir einen "Geist" fragen, der so flüchtig ist wie Wind, so wenig greifbar wie Luft? Wo ist er denn überhaupt? Die Antwort darauf hat Jesus direkt parat:
"Aber ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein." (Johannes 14, 17b)
Er ist in uns! Gott legt ein Stück von sich selbst, seinen Gest, in uns hinein! Er ist damit ein fester Bestandteil von uns. Dadurch ist es ganz natürlich, dass wir jederzeit mit ihm kommunizieren können. Wir müssen ihn dazu nicht von extern irgendwoher einladen. Er ist schon da! Er redet zu uns in ganz alltäglichen Situationen. Er gibt uns Rat und geht mit uns durch unser Leben. Dabei hat er aber nicht nur theoretisch gute Ideen, sondern er hat eine ganz praktische Durchschlagskraft wie kein anderer: "Nun ist ja der Geist, der in euch wohnt, der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat. Und weil ´Gott` Christus von den Toten auferweckt hat, wird er auch euren sterblichen Körper durch seinen Geist lebendig machen, durch den Geist, der in euch wohnt. (Römer 8,11)

Abgefahren! Dieselbe Kraft, die Tod in Leben verwandelt lebt in uns! Der heilige Geist lebt in uns und verleiht uns eine übernatürliche Veränderungskraft, die auf göttliche Weise selbst tote Lebensbereiche zu neuem Leben erwecken kann. Egal wie kaputt sich meine Beziehung anfühlen mag, egal wie hoffnungslos die Sucht mich im Griff hat, egal wie oft ich schon versucht habe, aus meinen inneren Gefängnissen auszubrechen: Der Heilige Geist ist derjenige, der genau da anfängt, wo ich nicht mehr weiterkomme.

Be blessed
Manuel


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