Sharing faith

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Wie du mit anderen über deinen Glauben sprechen kannst

Manchmal kann es ziemlich schwierig sein, mit anderen über den eigenen Glauben zu sprechen. Teilweise fällt es schon schwer, so ein Gespräch überhaupt anzufangen. Falls es dir auch so geht - du bist nicht alleine damit! Ich habe schon mit vielen Menschen über meinen Glauben gesprochen. Trotzdem erlebe ich in manchen solchen Momenten immer noch eine gewisse Nervosität. Mein Herz fängt an zu rasen und ich kann plötzlich keine klaren Gedanken mehr fassen.

Hey du,
hin und wieder verspüre ich den Drang wegzulaufen, das Thema zu wechseln oder mich aus dem Gespräch herauszuziehen, sobald es um meinen Glauben geht und vielleicht unangenehme Fragen gestellt werden könnten. Doch wenn ich auf die leise Stimme des Heiligen Geistes in mir höre, mache ich genau das Gegenteil. Ich lasse mich auf das Gespräch ein und riskiere es. Auch wenn ich eine gewisse Anspannung verspüre, bin ich oft erstaunt darüber, wie belebend so ein Gespräch sein kann. Als Christen haben wir das Privileg, Menschen zu ermutigen, indem wir Hoffnung und Leben über ihnen aussprechen. 

Hier sind drei Verheißungen, die mir in den letzten Jahren geholfen haben mit anderen Menschen über meinen Glauben zu sprechen: "Gott ist für mich." (Römer 8,31) ; "Ich habe das Leben von Jesus in mir." (Galater 2, 20) ; "Der Heilige Geist wird mir helfen." (Johannes 14, 26-27)
Wenn wir mit Freunden reden, kann es passieren, dass wir vor lauter Enthusiasmus gar nicht bemerken, dass sie sich nicht ernst genommen fühlen. Sie könnten denken, man wolle sie zu etwas überreden und sei nicht an ihnen persönlich interessiert. Aber da ich deinen Enthusiasmus nicht mindern möchte, habe ich drei praktische Tipps zusammengestellt, die dir helfen können, deine Freunde wertzuschätzen.

1. Der andere steht im Vordergrund
Zu diesem Punkt gibt es eine fantastische Bibelstelle in 1. Petrus 3, 15-17: "Ehrt vielmehr Christus, den Herrn, indem ihr ihm von ganzem Herzen vertraut. Und seid jederzeit bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der euch auffordert, Auskunft über die Hoffnung zu geben, die euch erfüllt. Aber tut es freundlich und mit dem gebotenen Respekt, immer darauf bedacht, ein gutes Gewissen zu haben. Denn wenn ihr ein vorbildliches Leben führt, wie es eurer Zugehörigkeit zu Christus entspricht, werden die, die euch verleumden, beschämt dastehen, weil ihre Anschuldigungen sich als haltlos erweisen. Und sollte es Gottes Wille sein, dass jemand leiden muss, weil er Gutes tut, dann ist das auf jeden Fall besser, als wenn er leiden muss, weil er Böses tut."
Im Gespräch mit einem Freund ist es wichtig, zuerst seine Geschichte, Ansichten und Erfahrungen zu verstehen. Versuche dich nicht angegriffen zu fühlen, wenn dein Freund schlecht über Gott spricht. Wenn man sich angegriffen fühlt, führt das meist nur zu Streitigkeiten und das ist das letzte, was du brauchst. In solch einer Situation wäre es gut, wenn du etwas sagen würdest, wie: „Es tut mir wirklich leid, dass du so denkst. Kannst du mir erklären wieso?“ Versuche genau zuzuhören und eventuell zwischen den Zeilen zu lesen. Dir wird auffallen, dass solche Aussagen oft aus Schmerz, Misstrauen, Wut und Traurigkeit, etc. getroffen wurde. Behalte dies im Auge, während du das Gespräch fortsetzt.
"Es ist Gottes Freundlichkeit, die uns zur Umkehr führt" (Römer 2, 4). Bitte Gott darum, dass er dir diese Freundlichkeit schenkt. Freundlich sein bedeutet, nicht allem zuzustimmen, sondern deine Liebe auszudrücken, indem du die Wahrheit sagst. Pass auf, dass du nicht vorschnelle Schlüsse ziehst, warum dein Freund auf eine bestimmte Art reagiert. Höre auf den Heiligen Geist und stelle Fragen. Wenn Jesus etwas gefragt wurde, antwortete er auch oft mit Gegenfragen um die Menschen zum Nachdenken über ihr eigenes Leben anzuregen. Mach es doch auch so. Fragen stellen ist eine hervorragende Art, jemanden besser zu verstehen, und es hilft, offen und freundlich im Gespräch zu bleiben.

2. Sei die gleiche Person, egal ob du online oder offline bist
Wie wir im Alltag leben und was wir anderen verbal vermitteln, sollte immer Hand in Hand gehen. Unser Handeln muss unsere Überzeugung vom Glauben ausdrücken. Die Frage ist, welche Art von Nachfolge leben wir? Schau dir mal Epheser 5, 15-20 an. "Gebt sorgfältig darauf Acht, wie ihr lebt! Verhaltet euch nicht wie unverständige Leute, sondern verhaltet euch klug. Gebraucht eure Zeit."
Fakt ist, dass egal ob wir online oder offline sind: Menschen beobachten wie wir unser Leben führen. Zwar kann man über soziale Medien gut mit anderen kommunizieren, trotzdem kann es passieren, dass Menschen sich anders darstellen, als sie sind. Soziale Medien sollten nie als Klatsch und Tratsch Plattform dienen, auf der man seine Meinung über andere Menschen loswird. Sie sollten ein Ort sein, an dem man Gedanken, Meinungen und sein Leben mit anderen teilen kann. Doch was kannst du tun, wenn du von einem Freund wegen einem Post verbal angegriffen wirst und den Drang verspürst, dieser Person gehörig deine Meinung zu sagen? Dann ist es wichtig, dass du erst einmal abwartest, tief durchatmest und dir einen Moment Zeit nimmst, darüber nachzudenken und zu beten.
Gibt es Dinge, die du wissen müsstest, um deinen Freund zu verstehen? Wie kannst du auf eine liebevolle und freundliche Art reagieren? Überlege, ob diese Unterhaltung besser in einer privaten Nachricht oder offline geführt werden sollte.

3. Gebrauche leicht verständliche Sprache
Deine Freunde können dich besser verstehen, wenn du gewöhnliche Alltagssprache verwendest. Also sei dir deiner Wortwahl bewusst. Manchmal verwenden wir unbewusst eine Sprache, die nur in den Rahmen der Gemeinde oder Kirche passt. Vermeide deshalb in Gesprächen Worte und Redewendungen wie "Sündenopfer", "das Blut des Lammes", "wiedergeboren werden", "Heiligung", "Götzendienst", und so weiter. Rede über den Glauben, so wie du auch redest, wenn es darum geht, was du am Wochenende machen wirst. Rede in Alltagssprache.
Auch das Erzählen von Geschichten ist eine gute Methode in Gesprächen mit anderen. Es hilft, Dinge zu veranschaulichen und vereinfacht darzustellen. Versuche viel von deinen Erlebnissen zu erzählen, wenn du mit jemandem über deinen Glauben sprichst. Kannst du durch eine persönliche Erfahrung, die du gemacht hast etwas Wesentliches über Gott vermitteln?
Egal, ob du deine Gespräche online oder offline führst, nimm dir immer die Zeit zu überlegen, wie du deinen Freunden antworten kannst. Vertraue darauf, dass der Heilige Geist dich führt, während du sprichst. Und natürlich ist es wichtig, dass du schon jetzt für deine Freunde betest.

Christsein neu definieren
Grundsätzlich ist es in Gesprächen mit anderen immer wichtig, offen und ehrlich zu sein. Dadurch zeigen wir ihnen, dass wir nicht übermenschlich sind, sondern auch Herausforderungen zu bewältigen haben.
Kürzlich hatte ich eine lustige Unterhaltung mit ein paar Freunden darüber, was genau eigentlich Gnade bedeutet. Dabei ist mir eines klar geworden: Um Neugier zu wecken und zu erklären, um was es wirklich geht, müssen wir den Begriff des "Christseins" oder "Christ" neu definieren. Wir müssen den Leuten helfen zu verstehen, dass Christen doch eigentlich auch nur "zerbrochene Typen sind, die nur durch Jesus wieder hergestellt worden sind" (Römer 3,23 und 2. Korinther 5,17). Wir sind kein exklusiver Club von "Gutmenschen" oder irgendein Club, der bestimmte Interessen vertritt. Sondern, wir sind ganz normale Menschen, die sich ihren eigenen Fehlern und Unzulänglichkeiten bewusst sind und die  verstanden haben, dass wir nur durch Gottes Gnade wieder hergestellt und von Gott angenommen worden sind.

Mit anderen über den Glauben zu sprechen kann manchmal eine ganz schöne Herausforderung sein, aber es ist auch ein heiliger Moment. Es ist wunderschön seine Glauben mit anderen zu teilen und sie an der Freude und Liebe, die wir durch unseren Glauben an Jesus haben teilhaben zu lassen. Ich weiß, manchmal hat man Angst, vor unangenehmen Fragen, aber es tut so gut zu wissen, dass wir niemals allein sind. Gott ist für uns und lässt uns nicht im Stich. Es will durch uns Menschen bewegen. Er will seine Liebe und sein Wesen durch uns ausdrücken.
Gott hat einen Plan für dein Leben und er hat noch viel mit dir vor! Denn Gott will mit dir die Welt verändern! Bist du dabei? 

If someone asks you to explain your hope as a believer, always be ready. #fearlessforward

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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