Wer bin ich?

Lesedauer: 6min

Ein Bewusstsein für das eigene Leben schaffen

Hey du,
mal ein kleines Gedankenspiel. Stell dir vor, jemand fragt dich vor laufender Kamera: "Wer bist du?" Was wäre deine Antwort? Wüsstest du überhaupt, wie du darauf spontan antworten kannst? Was wäre das wichtigste, was Menschen über dich wissen sollten? Die Frage "Wer bin ich?" geht ans Eingemachte. Sie berührt unseren tiefsten Kern, unser Herz, unsere Persönlichkeit. Viele Menschen versuchen, diese Frage zu ignorieren, weil sie es selbst nicht wissen...

Wer bin ich? Und wer will ich überhaupt sein?
Seine Identität zu kennen ist wichtig. Wenn ich nicht weiß, wer ich bin, dann können mich Veränderungen ganz schön aus der Bahn werfen. Und wenn ich unzufrieden mit mir bin, aber nicht weiß, wie ich eigentlich ticke, dann wird es mir schwer fallen, Sachen an mir zu ändern.
Ich möchte dir ein wenig helfen, deine Identität zu erkennen. Wenn du willst kannst du dir gerne auch ein paar Notizen machen, um dir Dinge besser merken oder deine Gedanken besser nachvollziehen zu können.
Zunächst gibt es einige Fakten über dich - ein Ministeckbrief: Wie heiße ich? Welche Nationalität habe ich? Bin ich ein Junge oder ein Mädchen? Wer sind meine Eltern ... diese ganzen Sachen eben. Alles Sachen, die dich ausmachen, die du dir aber nicht selbst ausgesucht hast, die dir aber auch keiner absprechen kann - quasi das "Gerüst deiner Identität".

Innere Überzeugung
Zu deiner Identität gehört außerdem, das, was du gut findest, was dir gefällt, oder was du gerne machst. Wenn du zum Beispiel Fan einer Sportmannschaft bist, wenn du gerne in der Natur bist, gerne mit Freunden abhängst, aber auch wenn du etwas nicht magst, zum Beispiel Streit - dann ist das alles Teil deiner Identität.
Eine weitere Kategorie wären die Dinge, die du erreichen möchtest: Vielleicht Geld und Karriere machen, eine Familie gründen, viele Freunde haben, Gutes tun, die Welt bereisen, nachhaltig leben ... Diese Dinge beeinflussen deine Identität, weil sie dein Handeln motivieren. Und ganz eng verbunden damit sind deine Werte, die du hast: Was möchte ich mit meinem Leben erreichen? Was finde ich wichtig? Wofür stehe ich vor anderen ein?

Prägung von außen
Neben diesen Dingen gibt es auch viele äußere Einflüsse, die deine Identität prägen. Das kann zum Beispiel Werbung sein, die dir sagen will, welches Produkt du brauchst. Das kann Politik sein, die dir sagen will, was gut und richtig für dein Land oder deine Stadt ist. Das können deine Eltern sein, die dir sagen wollen, welcher Job zu dir passt. Oder das können Freunde sein, die dir sagen: "Du bist nur cool, wenn du mit auf die Party kommst!" Wenn du immer auf andere hörst und dich an ihnen orientierst, kann das deine Identität verunsichern. Natürlich soll das jetzt aber auch nicht heißen, dass die Meinung anderer Menschen dir grundsätzlich egal sein soll. Schließlich können wir auch von der Weisheit und der Erfahrung anderer profitieren. Aber lass nicht einfach alles ungefiltert an dich heran und sein nicht einfach die Marionette, die tanzt, wenn andere es wollen. Wisse wofür du stehst, was du willst, was du kannst und steh dazu.

Gottes Gedanken über dich
Das Allerwichtigste, was du über dich und deine Identität hören kannst, wirst du von Gott hören. Gott zeigt durch seine Aussagen in der Bibel, dass du ein gewollter und unglaublich geliebter Mensch bist. Aber gleichzeitig einer, der auch seine Macken hat. Der auch mal Müll baut und der sich von Gott abgewendet hat. Das hat Gott dazu bewegt, dass er für dich, aus reiner Liebe zu dir, in den Dreck der Welt gekommen ist und für dich gestorben ist. Und genau das stiftete Identität! Jesus hat die Sünde, die dich hindert, befreit und mit Gott an deiner Seite zu leben, auf sich genommen. Auch hat Gott so viel Gutes in dich hineingelegt und dich mit so viel Gutem beschenkt: Äußerlichkeiten, Talente, Gaben, Werte. Er hat dich einzigartig geschaffen. Du kannst etwas, das niemand anderes so kann wie du. Und diese Eigenschaft braucht die Welt. Deshalb hat Gott sie in dich hineingelegt. Wenn du das weißt, dann kannst du alles andere ganz frei und ohne Druck entdecken und dich daran freuen. Das wird dir Sicherheit geben!

Das bin ich!
Sicherlich gibt es sehr viele Antwortmöglichkeiten auf die Frage wer du bist. Die einen definieren sich über den Job, den sie haben. Andere wiederum über den Liebsten, mit dem man das Leben teilt. Wieder andere vielleicht auch über das sportliche und schöne Aussehen. Doch was tun, wenn man den Job verliert, der Partner weggeht oder ein Unfall dein Gesicht entstellt? Dann hat man keinen Halt mehr im Leben und droht zu zerbrechen. Auch wenn diese vielen Bereiche unseres Lebens gut und wertvoll sind, ist es nicht weise, seine Identität darauf zu bauen.
Dietrich Bonnhoeffer schreibt in seinem bekannten Gedicht "Wer bin ich" diese starke Zeile: "Wer ich auch bin, du kennst mich, dein bin ich, o Gott!" Damit bringt er so brilliant auf den Punkt, dass Gott dein ganzes Sein kennt. Und auch deine Geschichte, deine Charakter, deine Fragen, deine Hoffnung. Gleichzeitig erlebt er, dass Gott selbst die Antwort seiner Suche ist. In Gott erkennt er, wer er selber ist. In Gott kommt seine Suche nach sich selbst zur Ruhe. Ja - Gott sichert ihm seine Identität. Seine Identität gründet auf Gott. Wenn mich jemand fragen würde, wer ich bin, wäre das erste was ich spontan sagen würde: "Ein geliebtes Kind Gottes!" Darauf kann man aufbauen. Diese Identität gibt Halt.

Be blessed
Manuel


P.S. Ich verlose noch bis zum 19. Februar das Buch "Die Mörderin" von Damaris Kofmehl! Mehr Informationen zum Buch und wie du mitmachen kannst findest du hier. Viel Glück!


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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