Was am Ende wirklich zählt

Lesedauer: 5min

Vollgas zu geben schließt nicht aus, alles zu verfehlen

Ich möchte dir heute eine Frage stellen. Und zwar: Was zählt am Ende wirklich? Geht es darum, vielleicht mehr Leben, mehr Zeit, mehr Geld zu haben? Geht es darum, Organisationen aufzubauen, oder irgendwelche Projekte zu starten? Vielleicht geht es für dich darum dem Ideal näher zu kommen, in allem was du bist. Irgendwie zu versuchen zu trainieren, besser zu werden um dem Standard gerecht zu werden?

Hey du,
ich glaube, wir können in unserem Leben Vollgas geben und trotzdem alles verfehlen, wenn die Richtung nicht stimmt. Deshalb ist es so wichtig sich lieber am Anfang seines Lebens die Frage zu stellen, was wirklich zählt, als am Ende.
Denk mal an ein Denkmal. So, jetzt denk mal an dein Denkmal. Wie würde dein Denkmal aussehen, wenn dein Leben heute vorbei wäre? Manchmal stelle ich mir die Frage, und ich glaube du solltest dir diese Frage auch stellen: "Was werden deine Arbeitskollegen, deine Freunde, dein Lebenspartner, all die Leute auf deiner Beerdigung sagen? Ich möchte, dass du dir vorstellst, du sitzt auf deiner eigenen Beerdigung , wann auch immer die sein wird und auf einmal steht dein bester Freund auf. Was würde der über dich sagen? Auf einmal steht dein Ehepartner auf, was wird der über dich sagen, auf einmal stehen deine Arbeitskollegen auf, was werden sie sagen? Was zählt am Ende wirklich?

Ein Begriff der mir zu schaffen macht
Die Bibel kennt einen Begriff der mir lange Zeit ziemlich zu schaffen machte: Sünde. Was für ein Wort! Ich weiß ja nicht wie es dir mit diesem Wort geht, aber bei mir gingen da über viele Jahre hinweg sämtliche Vorurteilsschubladen auf! Jeder hat eine Vorstellung von Sünde und füllt sie damit auf. Der eine hebt gern den Zeigefinger und verurteilt: "Ooh Sünde! Böse, böse! Du Sünder, du!"
Der andere denkt an das Sprichwort: "Das ist aber eine Sünde wert." Was so viel bedeutet wie: Alles, was Spaß macht, ist von Gott verboten. (Und macht deswegen gleich noch mehr Spaß...)
Lass uns mal versuchen, diesen Begriff zu entstauben. Und die Bedeutung eines Wortes zu verstehen, empfiehlt es sich meistens, dessen Ursprung nachzuschlagen.
Das Wort "Sünde" stammt von dem griechischen Wort hamartia ab, das eigentlich aus dem Sportbereich kommt. Wie bitte? Sünde? Sport?

Am Ziel vorbeigeschossen
Die Erklärung lautet folgendermaßen: In der Antike war Bogenschießen ein Sport, den die Reichen und Schönen liebten. Bogenschützen waren meist wohlhabend und besaßen dementsprechend viele Sklaven. Gerade bei diesem Sport war das von Vorteil, denn es gab ja noch keine Ferngläser. Man stellte also den Sklaven neben die Zielscheibe, damit er dem Schützen Auskunft darüber geben konnte, wie präzise sein Schuss war. Traf der Pfeil nicht ins Schwarze, schrie der Sklave (wenn er noch konnte und nicht selbst getroffen wurde): Hamartia! Was so viel hieß wie: "Ziel verfehlt! Voll daneben!
Das also meint die Bibel, wenn sie von Sünde spricht: Ziel verfehlt. All die Dinge, die unseren Lebenskeller füllen und irgendwo in unserem Kopf vor sich hinstauben sind Müll. Weil sie uns das göttliche Ziel für unser Leben verfehlen lassen. Sie verhindern die Herzensnähe zu Gott, blockieren uns im Umgang mit unseren Mitmenschen und trennen uns sogar von uns selbst. Das ist manchmal wirklich voll daneben! Die Bibel hat auch so eine ziemlich drastische Meinung zu Sünde: "Denn die Sünde wird mit dem Tod bezahlt." (Römer 6, 23)

Ein Plan für unser Leben
Sünde zieht immer den Tod nach sich - im übertragenen Sinn meint das den Tod von Beziehungen, Vertrauen, Herzensnähe, Freundschaften ... Ein guter Grund also Sünde nicht zu verharmlosen, sondern ernst zu nehmen.
Gott hat ein wundervolles Ziel, einen Plan, für dein und mein Leben. Doch es gibt so viele Dinge, die uns davon abhalten diesem Weg zu folgen, den Gott mit uns gehen möchte. Dinge, die dafür sorgen, dass wir manchmal heftig am Ziel vorbeischießen. Dass wir von diesem Weg abkommen und irgendwo im Nirwana landen. Was ist das bei dir?
Tja, und so kommt es, dass wir manchmal ziemlich orientierungslos im Nirgendwo laden und nicht mehr wissen, wie wir jetzt auf den Weg zurückkommen. Doch ich kann dir sagen: Es gibt Hoffnung, denn wir folgen einem Gott, der vergibt. Klar, unsere Fehler haben Konsequenzen. Alles andere wäre ungerecht: "Du hast Mist gebaut? Ach egal, es spielt keine Rolle ..." Aber Gott liebt uns von ganzem Herzen und er kann uns vergeben. Auch wenn er der Letzte ist, den wir um Hilfe rufen ist er der Erste, der kommt um uns zu retten. Er hilft uns auf und führt uns wieder zurück auf den Weg, den er für unser Leben vorgesehen hat. Manchmal habe ich Angst, wenn ich etwas verbockt habe, dass ich dadurch Gottes Plan für mein Leben verpasse. Aber Gott wird uns jedes Mal wieder aufrichten und uns die Kraft geben weitergehen. Denn seine Wege sind über unseren.

Bedingungslose Erfüllung
Wir sind ständig auf der Suche. Der Suche nach Anerkennung, einem guten Job, Geld... Wir suchen nach Erfüllung für unser Leben. Aber irgendwann kommt der Moment an dem etwas schiefläuft. An dem wir am Ziel vorbeischießen. Und wenn dann am Boden sind stellen wir uns die Frage: "Was zählt am Ende wirklich?"
Ich möchte dich nicht allein lassen, mit dieser Frage. Für mich zählt das, was Jesus gesagt hat. "Liebe Gott und liebe deinen Nächsten wie dich selbst." (Markus 12, 30-31). Wenn ich am Ende meines Lebens stehe, möchte ich sagen können: Ich habe Gott mit ganzem Herzen geliebt, indem ich andere Menschen geliebt habe. Das gibt mir bedingungslose Erfüllung in meinem Leben. Wäre es nicht mega cool, wenn dein Denkmal so aussähe? Wenn man daran sehen könnte, dass wir für Gott und die Menschen gelebt haben? Jeder von uns baut an einem Denkmal. Jeden Tag. Und wir entscheiden, ob es an uns erinnert oder an Gott.
Ich möchte dir die Frage stellen, egal, ob du an Gott glaubst oder nicht: "Was zählt am Ende wirklich?" Weil das ist entscheidend. Denn Vollgas zu geben schließt nicht aus, alles zu verfehlen.

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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