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Lesedauer: 5min

Superhelden des Glaubens #2

In der letzten Folge schrieb ich noch darüber, dass Abraham ein Superman des Glaubens war. Zum Glück war er aber kein abgehobener Übermensch, sondern in vielen Punkten und Entscheidungen seines Lebens auch nur ein ganz normaler Gottesnachfolger.

Hey du,
weshalb wir uns Abraham in der Bibel als Glaubensheld vorgestellt? Wieso sollen wir uns ihn zum Vorbild nehmen? Ein Held kann fliegen, hat Superkräfte, rettet die ganze Welt und sieht dabei noch super aus. Abraham aber hatte einen DJ-Ötzi flog höchstens, wenn er über seine eigenen Beine stolperte. So stell ich mir keinen Glaubenshelden vor.

Held oder Looser? 
Gut, da waren schon ein paar Dinge, auf die er sich etwas einbilden konnte. Zählen wir mal auf, welche Schlagzeilen Abraham gemacht hätte, hätte es damals schon die Tageszeitungen mit den großen Buchstaben gegeben: "Vater mit 100 Jahren!", "Mann ohne Zweifel!", "Überzeugt von Gottes Versprechen!", "Unerschütterlicher Glaube!"
So weit, so beeindruckend. Aber als Kenner des Alten Testaments kennst du bestimmt auch noch ein paar andere deftige Storys mit pikanten Details, die Abraham in einem anderen Licht zeigen. Zwei Bespiele:

Abraham will seinen Hals retten
 Abraham und Sarah gelangen auf ihrer Reise auch nach Kanaan, aber hier herrschte Hungersnot, also zogen sie weiter nach Ägypten. Sarah war eine bildhübsche Frau, überaus attraktiv und Abraham wurde es beim Gedanken daran überaus ungemütlich. Er konnte eins und eins zusammenzählen und dachte: Wenn das Blut der Ägypter in Wallung kommt, werden die mich aus dem Weg räumen, damit sie an meine Frau rankommen. Und so schlug der Mann des Glaubens seiner geliebten Sarah vor, sich als seine Schwester auszugeben, um damit seinen Hals zu rette. Prompt traf ein, was vorauszusehen war: Der Pharao verguckte sich in Sarah und nahm sie zu sich. Was dann geschah, kannst du in 1. Mose 12,10-20 nachlesen. Abgefahrene Geschichte!

Familie Abraham sucht selbst eine Lösung
 Nach vielen Jahren Vertrauen und Hoffen erneuerte Gott seine Verheißung an Abraham und schloss mit ihm einen Bund. Als Sarah aber trotzdem nicht schwanger wurde, machte sie Abraham einen Vorschlag: Er sollte sich ihre ägyptische Magd nehmen und mit ihr den verheißenen Sohn zeugen, was er - der Mann des Glaubens - dann auch tat. So gut alle Beteiligten es auch meinten, die Sache war definitiv nicht Gottes Idee, was in 1. Mose 16ff eindrücklich geschildert wird.
Abraham präsentiert sich im Beispiel 1 als ein Mann, der kein Rückgrat besitzt und im Beispiel 2 als einen Mann, der das Gesetz Gottes umgeht. Würdest du so einen Glaubenshelden definieren?

Tatsachen und Stolpersteine
Schauen wir doch den Tatsachen in Sarahs und Abrahams Leben ins Auge: Abraham war 100 Jahre alt und Sarah nicht viel jünger. Die Zeit der körperlichen Liebe war verwelkt. Und Viagra war noch nicht erfunden. Abraham und Sarah trafen falsche Entschedidungen. Und zu guter letzt, als Gott die Verheißung eines Nachkommens wiederholte, lachte Sarah Gott ins Gesicht, weil ihre Gefühle sie übermannten: "Du hast ja von Tuten und Blasen keine Ahnung!" Bevor wir hier zu schnell Abraham und Sarah verurteilen, stelle ich fest, dass wir alle mit diesen Stolpersteinen zu kämpfen haben. Es gibt im Leben einfach Tatsachen, die nicht zu leugnen sind. Wir machen Fehler und unsere Gefühle lassen uns manchmal zwefeln, ob Gott mit uns ist und uns überhaupt gabrauchen kann.

In guter Gesellschaft
Wie kommt es also, dass Gott Abraham und Sarah als Vater und Mütter des Glaubens hinstellt, zwei Menschen, die es so versemmelt haben? Übrigens sind sie in der Bibel in bester Gesellschaft: Noah gab sich nach der Rettung die Kante und wachte mit einem Jahrhundert-Hangover wieder auf. Jakob war Weltmeister im Lügen. Lea war hässloch, fand sie auf jeden Fall. Mose war ein Mörder. Gideon war ein Angsthase. Rahab war ein Betthäschen. Jeremia war so freundlich wie ein sibirischer Tankwart. Und Pertus wurde häufig so sauer, dass er einem sogar das Ohr abschlug. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzten. Eine Liste voller Menschen, die mit Tatsachen, Versagen und ihren Gefühlen klarkommen mussten.

Kein Zweifel, sondern Glaube
In Römer 4,18-20 sagt Paulus: "Abraham glaubte diesen Worten, obwohl alles dagegen sprach. Denn er selbst war fast hundert Jahre alt, und auch seine Frau Sarah konnte in ihrem hohen Alter nach menschlichem Ermessen keine Kinder mehr bekommen. Doch sein Glaube wurde nicht erschüttert, er zweifelte nicht und vertraute Gottes Zusage." Wie kann Paulus eine solche Aussage machen? Hat er Tomaten auf den Augen? Hat er überhaupt gelernt? Keine Zweifel - unerschütterter Glaube - Abraham? Wie passt das zusammen? Um das zu verstehen, müssen wir wohl dem Begriff "Glauben" etwas auf den Grund gehen.

Alles eine Frage der Ehre
In Römer 4,20-22 finden wir die Antwort: "Sein (Abrahams) Glaube wurde dadurch gestärkt, dass er Gott die Ehre gab und er war fest davon überzeugt, dass Gott sein Versprechen erfüllen würde. Deshalb fand er Gottes Anerkennung." Das Wort "Ehre" bringt es auf den Punkt. Das hebräische Wort "kabod" kommt in der Bibel 376 Mal vor und bedeutet: "etwas mehr Gewicht geben". Gott die Ehre geben heißt demnach, dass ich Gottes Zusagen mehr Gewicht gebe, als den Tatsachen, meinen Fehlern und den komplizierten Gefühlen. Ganz konkret heißt das: Ich klammere mich an die Verheißungen Gottes und halte sie meinen Gefühlen entgegen, bis diese mich nicht mehr bestimmen.
Und wenn Gott sagt, dass er unsere Sünden ins tiefste Meer wirft - setzte ich voll auf diese Zusage. Tschüss, goodbye, ade - Sünden! Meine Fehler können mich nicht länger herunterziehen. So weit, so gut, aber wie steht es mit den knallharten Fakten? Tatsachen bleiben doch Tatsachen, oder?

Fakten vs. Wunder
Auch hier hilft uns die Geschichte von Abraham und Sarah. Sie können nach menschlichem Ermessen keine Kinder bekommen, das ist Tatsache. Aber sie geben Gott die Ehre, stellen seine Verheißungen über die Fakten und dürfen das Wunder mit eigenen Augen sehen - den kleinen, schreienden Isaak! Gott macht das unmögliche möglich! Gott ist ein Gott der Wunder, und er tut auch heute noch Wunder. Stunde um Stunde. Tag für Tag.
Und Abraham? Abraham ist eben doch ein Glaubensheld. Und du?

Be blessed
Manuel


Weitere Posts zu diesem Thema:
+ ABRAHAM - Superhelden des Glaubens #1
+ Wo geht´s denn lang? - Von der Suche nach einem Leben im Willen Gottes


P.S: Heute ist Karfreitag, der Gedenktag an Jesus Tod am Kreuz. Wir denken an das Ziel seiner Mission. Jesus starb am Kreuz! Nicht, weil wir so gute Menschen sind.Sondern weil wir nicht perfekt sind, weil wir Fehler gemacht haben, weil Dinge in unserem Leben richtig schief gelaufen sind. Er gibt alles, sein eigenes Leben, weil wir ihm alles bedeuten, weil er uns bedingungslos liebt!
Hey, denk mal wirklich intensiv darüber nach. Da ist ein Gott, der sich selbst für dich opfert, sich als Vater vorstellt, dich liebt und dir vergeben möchte. Ein Gott, der dich frei machen möchte und dir jetzt und in alle Ewigkeit echtes Leben schenken will, der Dinge für dich vorbereitet hat, die du dir in deinen schönsten Träumen nicht vorstellen kannst.
Und ich frage mich, wie ich jemals an seiner Liebe zweifeln konnte?
Wenn du mehr über den größten Liebesbeweis der Geschichte erfahren möchtest, dann empfehle ich dir meinen Post "Drei kleine Worte".


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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