Abendmahl reloaded

Lesedauer: 6min

Die wunderbare Botschaft hinter ein bisschen Brot und Wein

Man muss kein regelmäßiger Kirchgänger sein, um das Abendmahl schon mal mitbekommen zu haben. Vor über 2.000 Jahren feierte es Jesus mit seinen Jüngern, heute halten die Gemeinden und Kirchen auf der ganzen Welt weiter daran fest. Wieso? Weil dieses Teilen von Brot und Wein eine Botschaft einhält, die das Potential hat, die Welt auf den Kopf zu stellen.

Hey du,
vorne neben der Kanzel steht ein silberner Becher, daneben ein Teller mit Brot-Stückchen. Der Pfarrer nimmt die Brotteile und sagt: "Das ist mein
Leib, der für euch gegeben wird. Das tut zu meinem Gedächtnis." Danach geht es um den Wein (oder Traubensaft) aus dem Kelch, symbolisch für das Blut Jesus. Jesus war der erste, der das Abendmahl mit seinen Jüngern gefeiert hat, damals bevor er gekreuzigt wurde. Und dieses erste Abendmahl feiern wir heute am Gründonnerstag.
Doch wieso halten wir Christen 2000 Jahre später immer noch das Abendmahl?

Wir haben´s verbockt
Um das zu verstehen müssen wir ganz an den Anfang der Zeit blicken: Die Bibel erzählt von einem Gott, der den Menschen als Krönung der Schöpfung erschafft. Und der ihn als Verwalter und Pfleger über alles einsetzt, was er gemacht hat. Der Mensch darf frei entscheiden, was er damit machen will. Es ist seine Berufung, kreativ zu gestalten, zu benennen, zu bewahren und selbst Neues zu erschaffen. Absolute Freiheit! Bis auf eine klitzekleine Sicherheitsgrenze (den verbotenen Baum, dessen Früchte man nicht essen durfte), die wir Menschen auch gleich mal überschritten haben.Von Anfang an, sind wir Menschen in die andere Richtung gelaufen, anstatt auf Gott zu. Wir wollten schon immer den Allmächtigen spielen, aber wir haben´s verbockt. Wir rennen gegen die Wand.

Gottes Schmerz
Gott hat den Menschen ein Geschenk gemacht. Er hat sie von Anfang an geliebt, aus ganzem Herzen und er wollte von Anfang an eine Beziehung zu ihnen. Aber die Menschen haben dieses Geschenk nicht angenommen. Sie schoben es bewusst weg oder ignorierten es schlicht und einfach. Vielleicht liebäugelten sie manchmal damit, aber wagten es nicht, ihr persönliche Bedürfnis danach zu offenbaren. Vielleicht wurden sie auch laut und meckerten, wofür man das braucht? "Glauben ist nur was für Schwache und Feiglinge, die Angst vor dem Tod haben!", hört man auch heute oft, wenn es um den Glauben geht. Oder "Warum sollte sich denn bitte ein Gott, der das ganze Universum geschaffen hat und über allem steht für mich ganz persönlich interessieren?!" Ganz egal, auf welche Weise Menschen es ablehnen: Wie sehr muss Gott diese Ablehnung schmerzen? Er weiß genau, dass dieses Geschenk jeder Mensch so nötig hat. Er weiß, dass am Ende so viel von diesem Geschenk abhängt. Kennst du das Gefühl wenn du jemandem ein Geschenk machst und es demjenigen nicht gefällt? Mit diesem Schmerz lebte Gott so viele Jahre. Krass, oder?!

Der größte Liebesbeweis der Geschichte
Aber weil Gott voller Liebe zu uns ist, hat er sich dazu entschlossen uns eine zweite Chance zu geben. Er will uns einen Neuanfang schenken. Aber er konnte die Schuld die wir durch unser Leben ohne ihn auf uns genommen haben nicht einfach unter den Tisch kehren, sie war nun mal da. Und deshalb hat Gott den größten Liebesbeweis der Geschichte gestartet. Er hat alle Schuld auf sich genommen, deine und auch meine, egal, wie groß sie ist, um die Strafe von uns zu nehmen.
Er ist ist Jesus auf diese Welt gekommen und ist für uns am Kreuz gestorben. Jesus stirbt am Kreuz um uns zu befreien, von an der Schuld und all dem, was uns bindet. Er macht uns frei. Er räumt alles aus dem Weg, was uns von Gott trennt und macht die Beziehung zwischen Gott und den Menschen wieder möglich. Das ist keine simple Sache, sondern sie hat Jesus alles gekostet. Egal, wie oft und wie weit ich am Ziel vorbeigeschossen habe, wie viel Mist ich in meinem Leben gebaut habe und wie viel Schuld ich angehäuft habe, bei Jesus am Kreuz kann ich sie eintauschen gegen Vergebung. Sucht gegen Freiheit. Fluch gegen Segen. Ablehnung gegen Annahme. Angst gegen Zuversicht und Hoffnung. Stolz gegen Dankbarkeit und Demut. ...

Ein Fest der Gnade und Versöhnung
Jesus hat gesagt, dass das Abendmahl bis zum Ende dieser Welt, also bis er wieder kommen wird, gefeiert wird. Es ist wie ein roter Faden, der mit Jesus beginnt und bis zum Ende der Welt anhält. Paulus schreibt davon, dass er den Gläubigen Christus vor Augen malt. Und so ist es auch beim Abendmahl: Es wird ein Bild gemalt, das zeigt, was für dich passiert ist. Gott selbst, der König der Könige, dein Schöpfer ist in den Dreck dieser Welt gekommen, erlebte Hunger, Kälte, Schmerz und ist schließlich am Kreuz gestorben. Für dich! Er hat das alles auf sich genommen, weil du ihm alles bedeutest. Er hat sich selbst hingegeben, um die Mauer aus Sünden, die wir zwischen Gott und uns aufgebaut haben, für alle Ewigkeiten einzureißen, weil er sich aus ganzem Herzen eine Beziehung zu uns wünscht. Ein Geschenk, dass jeder einzelne Mensch für sich in Anspruch nehmen darf. Ein Geschenk, das für alle ausreicht. Jeder darf Jesus Christus als seinen Herrn und Gott annehmen und ganz neues Leben erfahren - mit Jesus Christus an seiner Seite. Heute und für die ganze Ewigkeit.

Share your faith
Neben diesem Gedanken, geht es im Abendmahl aber noch um mehr. Es geht nicht nur darum, zu erinnern, was Jesus für uns getan hat und diese Botschaft zu teilen, sondern es soll auch eine Bekenntnis zu Gott sein. Wir bekennen, dass Jesus für uns gestorben ist, haben seine Liebe selbst erlebt und rufen diese Botschaft in die Welt hinaus, teilen sie mit den anderen. Hinzu kommt der Blick in die Zukunft, denn das Abendmahl ist auch ein Hoffnungsmahl: Es erinnert uns daran, dass Jesus wiederkommen wird und wir diese Hoffnung haben. Und genau deshalb ist es so wichtig, die Botschaft nicht nur innerhalb der Gemeinde zu feiern, sondern die Botschaft auch mit denen zu teilen, die noch nichts von Jesus wissen. Denn Gott hat allen, die ihm nachfolgen, den Auftrag gegeben, die gute Botschaft von seiner Liebe und seinem Plan mit der Welt zu teilen.
Ich möchte dich ermutigen, mal darüber nachzudenken, wo denn Menschen in deinem Freundeskreis oder in der Familie sind, die Gott noch nicht kennen oder das Geschenk seiner Liebe noch ablehnen? Ich glaube, Gott kann dich für diese Menschen gebrauchen und diese Menschen brauchen dich. Vielleicht kannst du für sie derjenige sein, der ihre Vorurteile und Besorgnisse beseitigt. Gott will dich gebrauchen, um Leben zu verändern. Er will durch dich sprechen, Menschen berühren, in ihr Herz reden und sich durch dein Leben offenbaren. Er will seine Liebe durch dich zeigen und wirken lassen. Er will dich gebrauchen, als Werkzeug seines Friedens und seiner grenzenlosen, bedingungslosen Liebe. Er will Großes mit dir reißen. Er will Mauern durchbrechen und Grenzen neu ziehen.
Das Brot wird gebrochen, der Becher mit Wein zur Erinnerung weitergegeben. Bei jedem Abendmahl teilen wir Lebensmittel miteinander. Teilen bedeutet, dass man anderen etwas gibt, was man gern hat. Und was für uns Menschen einfach ist, war für Gott schmerzhaft. Er teilte nicht einfach Brot und Wein, sondern er gab seinen Sohn hin, er teilte seinen Sohn mit uns: "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." (Johannes 3,16)

Die Jesus-Revolution
Mir geht es - egal, zum wievielten Mal ich das durchdenke - jedes Mal gleich: Ich bin extrem fasziniert, aber auch herausgefordert. Jesus nimmt die Schuld für all unsere Fehltritte, welche den Graben zwischen Gott und uns aufgerissen haben, auf sich. Er springt ein, um die Lücke zu schließen. Er stellt uns wieder her und schenkt uns ein neues, ewiges Leben, einen Neuanfang mit Gott - weil wir in seinen Augen unendlich wertvoll sind.
"Gehört also jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Was vorher war, ist vergangen, etwas völlig Neues hat begonnen. All dies verdanken wir Gott, der uns durch Christus mit sich selbst versöhnt hat. Er hat uns beauftragt, diese Botschaft überall zu verkünden. Und so lautet sie: Gott ist durch Christus selbst in diese Welt gekommen und hat Frieden mit ihr geschlossen, indem er den Menschen ihre Sünden nicht länger anrechnet. Gott hat uns dazu bestimmt, diese Botschaft der Versöhnung in der ganzen Welt zu verbreiten." (2. Korinther 5, 17-19)
Diese Versöhnung, dieser göttliche Freiden der durch das, was Jesus am Kreuz getan hat, möglich geworden ist, ist der Kern der Guten Nachricht. Es ist eine Revolution! Wir können Gott unser Leben hingeben, all unsere Last abgeben, ihm unser Herz ausschütten uns erleben, wie er uns befreit und uns ein neues Leben schenkt. Wie er uns verändert, uns zu neuen Menschen macht und dadurch unser Leben zum Guten wendet! Bist du dabei?

Be blessed
Manuel


Weitere Bibelstellen zum Thema Abendmahl und Teilen:
+ Essen teilen: Die Speißung der 5000 (Markus 6,30-44)
+ Gaben teilen: Viele Glieder - ein Leib (1. Korinther 12,12-31)
+ Glauben teilen: Der Auftrag an die Jünger (Markus 16,14-20)


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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