Bereit, alles zu geben

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Jesus will Follower, keine Fans

Ich will dich heute ermutigen, deinen Glauben authentischer zu leben. Denn Jesus will keine Fans, die ihn bejubeln, sondern echte Nachfolger, die ihm vertrauen.
 

Hey du,
als Jesus sich eine wilde Truppe aus unperfekten Persönlichkeiten zusammenstellte, um eine Weltrevolution mit einem Ausmaß zu starten, wie es die Welt noch nicht gesehen hatte, forderte er diese Menschen nicht bloß auf, an ihn zu glauben. Er forderte sie dazu auf ihm nachzufolgen. Bedingungslos. Jesus lief nicht an Petrus und Andreas vorbei und rief ihnen zu: "Hey Jungs, glaubt an mich!" Worauf sie ihre Köpfe zu ihm drehten und zurückriefen: "Aber klar doch, das tun wir! Wir müssen allerdings noch rasch `ne Abwesenheitsnotiz bei Outlook einrichten, `ne Abschiedsparty feiern, einen Nachmieter für die Wohnung suchen..." Und dann winkten die Brüder Jesus nach, während dieser fröhlich einen Christlichen Superschlager pfeifend seines Weges zog. Nein. Er forderte sie auf, ihm nachzufolgen. Das bedeutete einen radikalen Lebenseinschnitt, er würde alles bis ins Detail durchdringen, sie aus ihren Jobs reißen, von den meisten ihrer Freunde und Familienmitglieder trennen...

Bedingungslose Nachfolger gesucht
Jesus hat nicht nach netten Gläubigen gesucht, sondern nach echten Nachfolgern, die bereit sind, sich selbst zurückzustellen und ihn zum Zentrum des eigenen Lebens werden zu lassen. Wer Jesus sein Leben hinlegt und ihm bedingungslos nachfolgt, dessen Leben wird Gott richtig durch die Decke gehen lassen. Ein wunderbares Paradoxon: Wahre Freiheit ist nur durch Abhängigkeit von Christus zu erlangen. Und nur, wer sein Leben um seinetwillen verliert, kann es auch gewinnen. Es ist beinahe unmöglich diesen Schritt zu gehen - aber es ist immer noch sehr viel einfacher als alle anderen Dinge, mit denen wir versuchen, in unserem Leben Erfüllung und Sinn zu finden.
Christsein bedeutet einen sich verschenkenden Glauben zu haben, wie Jesus es mit seiner völligen Hingabe vorgelebt hat. Die Frage ist nicht: "Was bekomme ich, wenn ich mit Gott lebe?", sondern vielmehr: "Was hat Gott mit mir bekommen?" Dann fragst du nicht mehr: "Was habe ich davon, mit Gott zu leben?", sondern: "Was hat Gott von meinem Leben?" Als ich mich entschieden habe, Jesus in mein Leben aufzunehmen, habe nicht ich Gott bekommen, sondern Gott mich.

Das wertvollste Geschenk
Nachfolge heißt: Ich übernehme die Verantwortung für mein Leben, indem ich Gott erlaube, es zu prägen und mich zu leiten. Oder wie es Paulus sagt: "Nicht mehr ich bin es, der lebt, nein, Christus lebt in mir. Und so lange ich noch dieses irdische Leben habe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mir seine Liebe erwiesen und sich selbst für mich hingegeben hat" (Galater 2,20). Dieses Leben, jeder Tag ist ein wunderbares Geschenk Gottes, dass er mir gemacht hat. Er hat es teuer erkauft. "Habt ihr denn vergessen, dass euer Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist? Der Geist, den Gott euch gegeben hat, wohnt in euch, und ihr gehört nicht mehr euch selbst. Gott hat euch  freigekauft; denkt an den Preis, den er dafür gezahlt hat! Darum geht mit eurem Körper so um, dass es Gott ehre macht!" (1. Korinther 6,19-20). Gott hat uns freigekauft. Er hat uns befreit, von allen Dingen in denen wir verzweifelt nach Erfüllung gesucht haben, von allem, was uns bindet.

Wir glauben nicht mehr an das, was wir glauben zu glauben
Ich habe immer wieder in meinem Leben die Entscheidung neu getroffen, mit meinem ganzen Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Verstand Jesus nachzufolgen. Meistens, weil mir bewusst geworden ist, dass ich zwar versprochen habe, ihm "ganz" nachzufolgen, aber doch noch große Bereiche meines Lebens selbst kontrollierte. Weil ich immer wieder beschämt feststellen musste, dass ich in ganz grundlegenden Dingen noch nicht dort war, wo ich eigentlich sein wollte. Ich war zum Beispiel fest davon überzeugt, dass ich Gott über alles liebe und ihm total vertraue. Aber irgendwie war das oft nur ein Gefühl und hat sich nicht in Taten ausgedrückt.
Die meisten Christen würden wohl sagen, dass Gott ein Gott der Liebe ist, und es für uns eine Selbstverständlichkeit sei, dasran zu glauben, dass Gott uns liebt. Und doch trauen wir dieser Liebe oft nicht in dem Maß, wie wir meinen oder eigentlich möchten. Wir glauben nicht, was wir glauben zu glauben. Wäre er wirklich der Gott der Liebe für uns, würde doch bedingungslose Hingabe nicht weiter schwerfallen. Aber unsere Gebete haben oft noch einen vorsichtigen Zusatz, in Sinne von: "Gott, du kannst mich und mein Leben haben, sofern du es so lässt, wie es ist." Oder wir stellen Bedingungen um ganz sicherzustellen, dass Gott nicht auf die Idee kommt, uns etwas unterzujubeln, das wir auf keinen Fall möchten. "Ich werden den Job aufgeben, wenn ich wieder etwas finde, wo ich mindestens gleich viel verdiene." Oder: "Du kannst mein ganzes Leben haben, aber dafür will ich keine dieser schrecklichen Krankheiten wie Krebs." Merkst du was? Am Ende ist unser Glaube gar kein Glaube mehr, sondern vielmehr ein Vertrag.

Vertrauensmanko
Meistens wird dieses Vertrauensmanko dann aufgedeckt, wenn wir Gott bei wichtigen Entscheidungen konkret mit einbeziehen. Auf keinen Fall sollte von ihm dann die falsche - nämlich die unbequeme oder unattraktive - Antwort kommen.Wenn wir nach der Ursache forschen und dabei wirklich bis ganz unten auf den Herzensboden durchgraben, taucht letztlich die Glaubensüberzeugung auf: "!Ich traue Gott nicht wirklich zu, dass er es gut mit mir meint und liebevoll mit mir umgeht. Ich vertraue nicht darauf, dass er weiß, was mit mir umgeht. Ich vertraue nicht darauf, dass er weiß, was das Beste für mein Leben ist und wie man das Beste aus meinem Leben rausholt."
Dieses Misstrauen gegenüber einem Gott der Liebe äußert sich auch in der Angst, dass Gott vielleicht ganz andere Pläne mit dem eigenen Leben hat, als man selbst - er einen anderen (oder gar keinen) Partner für uns hat, er uns mitten in den tiefsten afrikanischen Busch schickt usw. Und ja, vielleicht landen wir tatsächlich an einem Ort, der nicht bequem ist. Woher kommt die irrige Meinung, dass Gott uns im Leben nur Segnungen zukommen lässt? Daniel hätte sicher auch gerne mit ein paar Gebeten die Löwengrube umgangen. So eine Nacht mit üblem Mundgeruch im Gesicht und heißem Atem im Nacken ist nicht unbedingt das, was man sich unter einem kuscheligen christlichen Leben vorstellt. Aber er musste da durch. Und Gott war bei ihm. Genauso gilt: Gott ist mit uns, auch wenn uns verwesender Fleischmundgeruch ins Gesicht schlägt. Der Punkt ist: Es ist vielleicht nicht immer angenehm, aber wenn Gott es zugelassen hat, dann ist es immer richtig. Und es wird gut werden. Darauf können wir uns verlassen.

Jesus will radikale Nachfolge
Wir misstrauen der Liebe Gottes, einem guten Himmel, einer guten Zukunft - und bemerken es die meiste Zeit nicht einmal. Gott kann zwar mit unserem Misstrauen ganz gut umgehen - aber erst, wenn wir dieses Misstrauen eingestehen, verschafft uns das den Raum, uns ehrlich auf den Weg zu machen, diesen Gott der Liebe in seiner ganzen Dimension zu entdecken. Und das ist absolut zentral, wenn wir Jesus nachfolgen wollen. Denn nur das Verstehen und Akzeptieren der radikalen Gnade und der radikalen Liebe kann uns auch in die Bereitschaft zur radikalen Nachfolge hineinführen.
Das Wort "radikal" ist leider heutzutage im Zusammenhang mit Glaube ziemlich negativ geprägt. Man kriegt sofort den Stempel fanatisch oder gewalttätig aufgedrückt. Tatsächlich hat Nachfolge aber diese radikale Komponente. Wer nicht bereit ist, sein Leben hinzugeben, wird es verlieren, sagt Jesus. Wobei es damit nicht um ein himmlisches Selbstmordkommando geht, sondern diese Hingabe unzertrennlich mit der Aufforderung "Liebe deine Feinde" verbunden ist. Es ist die Hingabe, die Jesus vorgelebt hat und die selbst Menschen liebt, die es in unseren Augen nicht verdient hätten. Radikalität in Sachen Glaube ohne diese Liebe von Gott her ist tatsächlich ganz schnell dramatisch gefährlich oder zerstörend. Radikalität aus Liebe oder Gnade heraus ist jedoch unglaublich befreiend und aufbauend. Sie bringt Leben statt Tod.

Glaube fordert Überwindung
So plötzlich mit dem eigenen Misstrauen konfrontiert zu werden, hat ziemlich aufgerüttelt. Es ist eine Situation, in der man eigentlich Vollgas geben will, aber sich nicht traut, den ersten Schritt zu tun. Petrus hat sich vermutlich genauso gefühlt, als er Jesus auf dem Wasser sah. Er ist nicht einfach so aus dem Boot gestiegen und Jesus entgegengerannt - wahrscheinlich hatte er genauso Schiss, wie ich manchmal bei wichtigen Entscheidungen. Aber er wollte wachsen, wollte weiterkommen. Und so tat er das einzig Richtige und rief Jesus zu: "Herr, wenn du es bist, dann befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen!" (Matthäus 14,28). Wenn es mir so geht, ich mich blockiert fühle oder mich nicht traue, wichtige Entscheidungen zu fällen, dann sag ich Jesus genau das: "Befiehl mir!" Denn sonst schaff ich es nicht.
Wenn Gott uns eine Vision, eine Berufung für unser Leben schenkt, die nicht in unsere Pläne passt, kommt es oft dazu, dass wir irgendwelche Ausreden raushauen oder Gott einfach ignorieren. "Ich bin zu jung", "Ich kann das nicht". "Wenn das wirklich dein Wille ist, dann gib mir unmissverständlich ein Ja. Aber bitte gib mir ein Nein."

Wag dich auf´s Wasser
Ich aber will dir sagen: Niemand ist zu jung, niemand ist zu unfähig. Wieso wählt Gott mit David einen Schafhirten und dazu den jüngsten Bruder von ein paar ganz tollen, muskelbepackten Boys als König? Wieso baut er eine Prostituierte in die Erblinie von Jesus ein? Wieso nimmt er den Mundschenk Nehemia, um die Stadtmauern von Jerusalem wieder aufzubauen? Wieso modelt er einen konsequenten Christenverfolger und Massenmörder, Saulus, zu einem der einflussreichsten Missionare um?
Aus demselben Grund, weshalb er mit dir unterwegs sein möchte. Es ist nackte, pure Liebe. Weil er weiß, was er alles in dich hineingelegt hat. Gott beruft nicht die Fähigen, sondern er befähigt die Berufenen. Aber es braucht die mutige Entscheidung, wie Petrus die eigene Komfortzone, das sichere Schiff, zu verlassen und sich auf das unsicher Terrain, das Wasser, hinauszuwagen.
Wer das tut, wird erleben, wie Glaube zu einem Abenteuer wird. Er säuft dabei auch mal ab, aber Jesus ist zur Stelle, um ihm zu helfen und ihn zu halten. Definitiv ist diese Art von Nachfolge auf dem Wasser, Seite an Seite mit Jesus sehr viel aufregender und spannender, als nur mit offenem Mund an der Reling zu stehen und eifersüchtig zuzusehen.

Gott will mit dir die Welt bewegen
Wenn du denkst, du seist zu klein, um etwas auszurichten,
hast du noch nie eine Nacht mit einer Mücke im Zimmer verbracht. - Afrikanisches Sprichwort
Du bist definitiv nicht zu jung, zu klein, zu unwichtig, zu unbrauchbar, zu unperfekt, als dass Gott nicht auch mit dir etwas wunderbares entstehen lassen könnte. Er hat richtig fette Pläne für dein Leben. Er will großes mit dir reisen. Dir fehlt nichts - außer vielleicht die Bereitschaft.

Be blessed
Manuel


 


Videoquelle: http://www.notafan.de/
Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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