Die größten Bibelfails - Teil 1

Lesedauer: 5min

#1 - "Die Bibel hat nichts mit meinem Leben zu tun!" | #2 - "Ich muss die Bibel in der stillen Zeit lesen."

Heute geht es um das Buch, das dein Leben verändern wird. Und nicht nur dein Leben, dieses Buch hat die Kraft, die komplette Welt umzukrempeln. Und dieses Buch nennt sich: Die Bibel.

Hey du,
"Wow, das hab ich auch schon hundertmal gehört. Aber was soll bitte so ein dickes, altes Buch mit meinem Leben zu tun haben?" oder "Soll das ein Witz sein? Die Bibel und modern?", denkst du dir jetzt vielleicht. Und ja, die meisten Menschen denken bei dem Wort Bibel eher an einen verstaubten Schinken als einen relevantes Buch für ihr Leben.
Doch das "Buch der Bücher" hat Brisanz! Ich habe heute ein echt krasses Zitat am Start. Denn sogar ein Nicht-Christ, Mahatma Gandhi hat einmal etwas über die Bibel gesagt, was echt bahnbrechend ist: "Ihr Christen habt in eurer Obhut ein Dokument mit genug Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in Stücke zu reißen. Die Welt auf den Kopf zu stellen, dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen. Aber ihr geht damit um, als wenn es nur ein Stück guter Literatur wäre, und sonst weiter nichts."
Und da hat er leider auch an vielen Stellen recht. Deshalb möchte ich mit euch in den nächsten Tagen die größten Irrtümer über die Bibel aufdecken. Seid ihr dabei?

Die Bibel hat nichts mit meinem Leben zu tun

Ich habe es schon anklingen lassen - die Bibel bringt mehr Explosionsgehalt in unser heutiges Leben, als ein verstaubter, in die Jahre gekommener Wälzer es jemals könnte. Trotzdem höre ich immer wieder Äußerungen wie: "Ich verstehe einfach nichts! Was soll ich mit dem ganzen alten Zeug anfangen? Das wurde doch vor Urzeiten geschrieben! Was soll das mit meiner aktuellen Situation zu tun haben?" Ich habe als Antwort darauf erst einmal eine Gegenfrage, die Jesus uns stellt: "Dann fragte Jesus sie: "Würde etwa jemand eine Lampe anzünden und sie dann unter ein Gefäß oder ein Bett stellen, um das Licht zu verbergen?" (Markus 4,21).
Wie würde deine Antwort ausfallen? "Ist mir doch egal, ich habe sowieso elektrisches Licht an der Decke." Aber hier steckt mehr dahinter. Hier geht es um ein Gleichnis. Jesus wünscht sich, dass die Menschen, die ihm nachfolgen, andere Menschen lieben, sich ihnen annehmen und ihnen gutes tun. Und, dass sie ihren Glauben mutig leben und teilen. Sie sollen - genau wie er - Gottes Liebe und seine gute Message in alle Richtungen ausstrahlen, Helligkeit und Wärme verbreiten. Jesus erklärt dieses Gleichnis mithilfe dieser Symbolik, die vielleicht heute nicht mehr ganz aktuell ist, aber für die Menschen damals total präsent und alltäglich war, damit jeder sofort verstanden hat, worum es geht.

Der Heilige Geist-Faktor
Natürlich haben wir heute elektrisches Licht. Und uns fehlt vielleicht der direkte Zugang zu diesem Bild. Doch es lohnt sich, es aufzuschlüsseln. Denn Liebe für andere ausstrahlen und Gottes Botschaft können wir noch genauso, wenn nicht sogar noch besser dank Social Media und Co. An der Aufforderung von Jesus hat sich nichts geändert. Die Bibel spricht oft in solchen Bildern. Dabei gilt der Grundsatz: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Und Gott lässt dich nicht allein mit diesem Bild, sonder er hat uns den Heiligen Geist gegeben, der uns hilft es zu verstehen. Wir können ihn jederzeit fragen und er wird uns helfen, einen modernen Zugang zu diesem Buch zu finden. Und dabei geht es meistens weniger mysteriös vor, als als man vielleicht vermuten mag, wenn man sagt: "Ich lese mit dem Heiligen Geist in der Bibel." Ganz oft bedeutet das einfach, dass man sich auf den Text einlässt, ihn mit seinem gesunden Menschenverstand durchleuchtet und sich fragt: "Was könnte das mit mir zu tun haben?"
Für den Gedanken, ein Licht unter den Scheffel zu stellen, sondern es besser für alle sichtbar zu positionieren, braucht man kein Universitätsstudium oder spezielle Fachliteratur. Und meistens erklärt Jesus seine Gleichnisse sowieso selbst, wenn man ein paar Verse weiterliest. Genaso wirst du feststellen, dass du viele die Aussagen der Bibel umso schneller verstehst, je mehr du in ihr liest - denn vieles steht im Zusammenhang und fügt sich zu einem großen faszinierenden Bild zusammen, das absolut Sinn ergibt!
Mein Fazit lautet also: Gottes Prinzipien sind ewig. Verfasst wurden sie zwar früher, aktuell sind sie für immer.

Die Angst vor Veränderung
Es gibt auch Menschen, die das Aufschlagen der Bibel vermeiden, weil sie befürchten, darin wirklich Gottes Willen zu finden. Sie fürchten sich davor, dass das, was sie da lesen, wirklich ihr Leben betrifft. Eine häufige Angst - gerade unter Christen hört sich ungefähr so an: "Wasmache ich nur mit den vielen Geboten? Die  gefallen mir nicht, nach denen möchte ich nicht leben müssen. Außerdem kann sie in Summe sowieso kein Mensch einhalten. Es sind viel zu viele! Also lese ich besser erst gar nicht bis ins Detail nach, dann bin ich aus der Sache raus."
Stell dir mal vor, eine Person mit dieser Einstellung klopft nach ihrem Tod an der Himmelspforte. Gott kommt stirnrunzelnd raus und sie sagt rechtfertigend: "Ach, das stand in der Bibel? Das wusste ich nicht. Ich hatte leider nicht die Zeit, alles zu lesen."
Okay, meine ironische Ader geht etwas mit mir durch, aber was ich sagen will: Gott meint es immer gut mit uns. Darauf können wir vertrauen. Er will uns durch seine Gebote nicht nerven einschränken oder verbiegen. Ihm geht es nicht darum, einen Katalog mit Verhaltensregeln aufzustellen, an dem wir sowieso nur scheitern können. Sondern er möchte uns ein Leben ermöglichen, in dem wir wahre Freiheit genießen können, unser Potential ausschöpfen - und das gerade ohne Einschränkungen. Grenzenlos.
Wenn man übrigens genauer in den Urtext beispielsweise der 10 Gebote schaut, dann steht da, wo wir heute im Deutschen ein "Du sollst" haben, eigentlich ein "Du wirst" - was soviel bedeutet wie: "Wenn du dich für eine persönliche Beziehung zu mir entscheidest, dann wirst du aus Liebe zu mir, dir selbst und anderen heraus dein Leben so gestalten, wie ich es dir rate. Denn du weißt, dass du mir vertrauen kannst und ich nur das beste für dich bereithalte."

Ich muss die Bibel in der Stillen Zeit lesen

Dieser Mythos begegnet uns oft in folgender Form: "Als guter Christ muss man sich jeden Tag in sein stilles Kämmerchen zurückziehen und sich dem Bibelstudium widmen!" Gleich mehrere Irrtümer in einem Satz: Erste einmal musst du überhaupt nichts! Du kannst! Und still braucht es dabei auch nicht sein. Die Zeit die man mit Gott verbringt kann durchaus zum Abenteuer werden!
Dieses ständige schlechte Gewissen, dass man als Christ dies oder jenes tun sollte, darfst du hiermit offiziell ablegen und hinter dir lassen. Gott würde es sicher schräg finden, wenn ich nur aus schlechtem Gewissen den Abend mit ihm verbringen würde und nicht aus Liebe heraus gern mit ihm zusammenbin.
Dann dieser Gestaltungszwang: stilles Studieren! Als Jesus noch gelebt hat und in den Jahren danach, hat das kein Mensch gemacht. Dass man für sich - still und allein - liest, das wurde erst seit ungefähr 150 Jahren "normal". In der Antike wurden Geschichten entweder mündlich weiterzählt oder Texte, wenn es welche gab, laut vorgelesen. Die ersten Christen haben das ähnlich gemacht. Man hat gemeinsam gelesen und sich darüber ausgetauscht. Der Inhalt wurde also ständig diskutiert und lebendig gehalten. Vermutlich war das nicht besonders leise! Warum soll ich das heute anders machen? Such dir Leute, mit denen du gemeinsam in der Bibel schmökerst und überlegst, was der Text mit euch zu tun hat. Je unterschiedlicher ihr dabei denkt, desto besser - traut euch, darüber zu streiten! So gewinnt man die wertvollsten Erkenntnisse. Vor allem bewahrt uns das aber auch davor, dass nicht nur eine einzelne Person den Text auslegt und sich dabei in eigene Theorien verstrickt. Indem man sich austauscht, nimmt die Gefahr ab, dass bestimmte Stellen auf schräge Weise oder nur einseitig interpretiert werden. Statt "Stille Zeit" abzuhalten, spreche ich lieber von "Zeit mit Gott verbringen". Zeit alleine mit Gott und der Bibel genieße ich nämlich genauso, wie in der Gruppe zu diskutieren.

Morgen geht´s weiter mit der Frage: "Muss man die Bibel wörtlich nehmen?" Mich würd´s freuen, wenn du wieder am Start bist. Bis dahin, hau rein!

Be blessed
Manuel



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