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Zwei Freunde als Team unterwegs

Oft höre ich Menschen erschrocken sagen: "Was? Du bist verheiratet? Willst du denn gar nicht dein Leben genießen?" oder "Du hast geheiratet? - Aber du bist doch noch jung!" Ist die Ehe etwa nicht mehr hip? Und was hat sich Gott dabei gedacht?

Hey du,
okay, zuzgegeben, - wenn man sich in unserer Gesellschaft umsieht, dann stellen Ehepaare schon eher eine Ausnahme dar. Es scheint völlig legitim zu sein, sich nicht binden zu wollen - schließlich will man seine Freiheit genießen und ausleben. "Man kann ja immer noch heiraten, wenn man alt ist." Diese Aussage höre ich oft in Gesprächen über die Ehe. Die einen sehen ein veraltetes Konzept in ihr, die anderen fühlen sich ihrer Freiheit beraubt, und wieder andere sehen die Ehe als nicht so ernst an.

"Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine ist."
Doch trotz all der Bedenken von außen ist dieses angeblich "veraltete" Prinzip noch absolut aktuell. Gott, der die Ehe geschaffen hat, bietet in der Bibel wertvolle Hinweise, wie ein gutes Zusammenleben in einer Partnerschaft gelingen kann. Ganz am Anfang, als Gott die Erde erschaffen hatte, beurteilte er alles als "sehr gut". Doch als er den Menschen erschuf stellte er fest, dass es "nicht gut" für ihn ist, alleine zu sein. Daraufhin schuf Gott dem Mann Adam eine Frau, mit der er sich super verstand und die er lieben konnte. Es war Gottes Idee und Absicht, diese Sehnsucht nach einem Menschen, der uns ergänzt, in uns hineinzulegen.
Nachdem Gott Adam und Eva als Mann und Frau erschaffen hatte, erklärte er ihnen, wie die Beziehung zwischen den beiden aussehen soll: "Der Mann wird seine Eltern verlassen, um sich eng an seine Frau zu binden, damit beide mit Leib und Seele zu einer Einheit werden." (1.Mose 2,24). Zwei Menschen werden also zu einer unzertrennlichen Gemeinschaft. Das wüscht sich Gott. Auch Paulus zitiert diese Bibelstelle in einem Schreiben an die Leute in Ephesus und beschreibt diese Einheit als ein großes Geheimnis (vgl. Epheser 5,31-32). Er sieht die Ehe als ein Beispiel für etwas viel Größeres. Sie ist ein Bild für die Beziehung von Jesus zu seiner Gemeinde. Doch was ist der Inhalt von diesem Geheimnis? Wie ist es zu verstehen?

Jesus - ein Vorbild für aufrichtige Liebe
Jesus ist ganz ähnlich vorgegenagen. Er hat sein Zuhause verlassen - die Herrlichkeit bei seinem Vater - und war bereit, zu und in den Dreck dieser zerütteten Welt zu kommen. Warum macht man sowas? Aus Liebe. Jesus kam zu uns, aus purer Liebe, weil er mit uns in eine einzigartige und enge Beziehung treten wollte. Jesus wollte mit uns zu einer Einheit werden; mit uns eine intime Gemeinschaft bilden. Es geht um eine Beziehung auf allen Ebenen des Menschseins. Das ist ein schönes Bild um uns zu zeigen, worum es Jesus wirklich geht. Er will mit uns zu einem unzertrennbaren Team werden. Er will mit uns Leben teilen, und uns seine Liebe schenken. Aber wie können wir dieses Prinzip auf die Ehe anwenden?

An die Männer
Paulus appelliert an die Ehemänner, ihre Frauen so zu lieben, wie sie sich selbst lieben. Und im gleichen Atemzug spornt er die Ehefrauen dazu an, ihre Männer zu respektieren und zu achten (Epheser 5,33). Das soll das Ziel einer guten Beziehung sein. Doch leider ist es im Alltag nicht immer so leicht, dieses Prinzip zu leben. Oft kommt man an seine Granzen, ist einttäuscht vom Verhalten des anderen und reagiert dementsprechend respekt- und lieblos.
Doch so, wie Gott uns trotz unserer Unperfektheit liebt, sollten wir uns immer wieder dazu eintschließen und bei Gott um Hilfe bitten, dass wir unseren Ehepartner so lieben können, wie er ist. Wenn wir unseren Partner mit bedingungsloser Liebe und Annahme begegnen, leben wir nach Gottes Vorstellung. Es soll unser Ziel sein, dem anderen mit der selben Liebe zu begegnen, die Jesus uns am Kreuz offen bart hat. Selbstlose, bedingungslose Liebe. "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat" (Epheser 5,25). Das ist der Satz, von dem man alle Fragen bezüglich Partnerschaft ableiten sollte. Als Mann soll ich also meine Frau so lieben, wie Jesus seine Gemeinde geliebt und sich für sie hingegeben hat. Was kann ich als Mann bei Jesus in Sachen Liebe abgucken?

Erst du, dann ich
Jesus liebt mich ohne Druck. Jesus erwartet nichts von mir, damit er mich noch mehr lieben kann. - Stell dir mal vor, deine Ehe frau spricht irgendwann genau so über die Beziehung mit dir. Stell dir vor, sie will von sich aus so viel Zeit wie möglich mit dir verbringen. Wie kannst du dich darauf vorbereiten, ein Ehemann zu werden, der seine Frau liebt, wie Christus die Gemeinde geliebt hat?
Gleich am Anfang seines öffentlichen Auftretens wird deutlich, dass Jesus sich nicht von seinen Lüsten leiten ließ. Nach der Taufe führte der Heilige Geist Jesus in die Wüste, wo er vierzig Tage fastete. Er hatte bestimmt Lust auf ein Sandwich: Er hätte eines seiner Grundbedürfnisse, den Hunger, stillen können. Das tat er aber nicht, sondern er stellte sein eigenes Verlangen zurück. Er lebte nicht für sich, sondern für die Menschen. Das bedeutet Hingabe.

Liebe, auf die man vertrauen kann
Am Ende seines Erdenlebens hängt Jesus am Kreuz. Wenn es einen Moment im Leben von Jesus gab, an dem er für sich selbst hätte sorgen können, dass hier. Er hätte Engel rufen können, die ihn von der Not befreien würden. Aber er tat es nicht. Warum? Aus Gehorsam zum Vater und aus Liebe zu uns Menschen. Er liebte uns so sehr, dass er sich für uns hingegeben hat. Er stellte seine eigenen Bedürfnisse hinten an, weil er unsere Bedürfnisse im Blick hatte.
In der Bibel wird die Gemeinde an einigen Stellen als Verlobte von Jesus bezeichnet. Am Ende der Bibel ist die Reden von einem Hochzeitsmahl Jesu, zu dem sichg seine Braut, also die Gemeinde, vorbereitet hat. Natürlich steht es der Frau frei, sich Jesus anzuvertrauen. Sie muss sich ihm nicht unterodrnen. Selbst, wenn der Ehemann seine Hausaufgaben macht und sein Leben lang vertrauenswürdig ist, muss keine Frau der Welt sich ihrem Mann hingeben. Doch bis zur Himmelfahrt hat Jersus seiner Braut keinen Grund zum Misstrauen gegeben. Er war und ist und wird immer vertrauenswürdig sein.
Und das ist auch meine Aufgabe als Mann. Von der Bibel her habe ich die Aufgabe, vertrauenswürdig, authentisch zu sein. Meine Frau soll sich auf mich verlassen können. Sie soll nicht befürchten müssen, dass ich irgendwann die Beziehung beende. Sie soll nicht Angst davor haben, dass ich irgendwann eine andere Frau begehre. Ich will, dass sie erfährt, dass ich mich selbst unter Kontrolle hab, und mich nicht einfach von meinen Bedürfnissen leiten lasse. Jesus konnte es bis zum Tod. Er hat hingegeben gelebt - für seine Braut. Er war 3 Jahre lang auf dieser Erde, um uns zu zeigen, dass er vertrauenswürdig ist. Er war konsequent. Er ist es, den ich mir als Vorbild nehmen will.

An die Frauen
Aber auch die Frauen sind gefragt. Nachdem Paulus die Männ
er aufgefordert hat, ihre Frauen zu lieben, schreibt er an die Frauen: "Wie aber die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen den Männern in allem." (Epheser 5,24). Ohne das große Vorbild von jesus und seiner Gemeinde, kann man diesen Satz nicht verstehen. Jeder einzelne Mensch in der Gemeinde hat irgendwann die Entschedung getroffen, Jesus Christus in allem zu vertrauen. Auch wenn Jesus körperlich nicht anwesend ist, vertrauen wir uns diesem Jesus ganz an. Eine Ehefrau entschließt sich also ebenfalls ihrem Ehemann in allem zu vertrauen. Wenn das Ehepaar gerade mal nicht gemeinsam Zeit verbringt, weil beide unterschiedlichen Aufgaben nachgehen, oder auch in einer Fernbeziehung, kann der Mann sicher sein, dass seine Frau ihm in allem vertraut. Der Ehemann soll dagegen authentisch sein und seine Frau soll ihm voll vertrauen können.

Eine starke Einheit
Gott seht sich danach, dass aus zwei Menschen eine starke Einheit wird: Zwei Freunde, die eine Freundschaft pflegen, die sowohl auf geistlicher Verbundenheit als auch auf körperlicher Anziehung baut. Zwei Freunde, die sich gegenseitig in Liebe helfen und ergänzen, Menschen nach dem Willen Gottes zu werden. Gott sehnt sich danach, dass Paare als Team mit Jesus im Mittelpunkt für seine Sache unterwegs sind, und dass sie in einer Gesellschaft, in der Liebe oft viel zu egoistisch gelebt wird, andere Menschen inspirieren. Die Ehe ist ein so wunderbares Geschenk Gottes! Bist du bereit für dieses Abenteuer?

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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