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Superhelden des Glaubens #4

Jakob - auf den ersten Blick hat dieser Typ so gar keine Voraussetzungen um ein Vorbild zu sein, oder? Aber warum trägt Gott ihn dennoch in seinem Namen? ("Ich bin der Vater Abrahams, Isaaks und Jakobs") Der letzte Teil der Serie "Superhelden des Glaubens".

Hey du, 
Jakob ist nach Abraham und Isaak der dritte im Bunde der "Oldies but Goldies", auch Erzväter genannt. Er ist der Sohn Isaaks aber nicht der Erstgeborene. Jakob hatte nämlich einen Zwillingsbruder: Esau , der schon bei der Geburt drängelte und Jakob auf den zweiten Platz verwieß. Das bedeutete, dass Esau das doppelte Erbe und den Segen des Vaters absahnte. Dumm gelaufen für Klein-Jakob würde ich sagen! Hätte er besser bei der Geburt mal ein bisschen aufs Gaspedal gedrückt. Weshalb aber führt Gott Jakob in seinem Namen? ("Ich bin der Vater Abrahams, Isaaks und Jakobs") und nicht den von Esau? Nachlesen kann man die Story übrigens in 1. Mose 25,20ff.

Ein Zwilling kommt selten allein
Schon im Bauch ihrer Mutter gaben sich die Zwillinge permanent eins auf die Ohren. Esau kam zwar als Erster heraus. Jakob aber hielt seinen Bruder an der Verse fest. Er wollte ihn im letzten Moment noch zurückziehen.: "Mach mal halblang, ich bin zuerst dran!" Sein Name: Jakob, der Fersenhalter. Jakob wollte schon immer die Nummer 1 sein. Gut, wer will das nicht?! Das war aber erst der Anfang. Später luchste er seinem Bruder für die berühmteste Linsensuppe der Welt das Erstgeburtrecht ab. Das doppelte Erbe für eine braune Brühe - da hat er seinen Bruder auf den leeren Magen erwischt! Und damit nicht genug: Bevor sein Vater starb erschlich er sich auch noch den Segen, der nach dem Gesetz Esau zugestanden hätte. Als Esau verkleidet betrug er seinen erblindeten Vater. Jakob war schon immer ein freches Kerlchen, ein Betrüger und ein Manipulator.

Ein leichtfertiger Tausch
Aber werfen wir doch mal einen Blick auf Esau., dessen Name "der Behaarte, der Struppige" bedeutet. Er muss so viele Haare am ganzen Körper gehabt haben, dass er wohl auf dem Beduinenmarkt als Yeti-Attraktion auftreten konnte. Esau schadete sich mit dem Linsensuppen-Kuhhandel nicht nur selbst, sondern entzog sich auch der Verantwortung, nach dem Tod des Vaters für die Familie zu sorgen. Der leichtfertige Tausch seiner Erbrechte und -pflichten für ein lauwarmes Süppchen zeigt seinen verantwortungslosen Charakter. Esau war respektlos und egoistisch.

Jakob geliebt, Esau gehasst
Welcher der beiden Zwillinge ist nun besser? Beide sind eine Katastrophe. Ein Manipulator und Betrüger soll ein Glaubensheld sein? Der Mann, den Gott in seinem Namen trägt? Echt krass, wenn man liest, was Gott über die beiden denkt: "Ich habe nur Jakob geliebt, aber Esau gehasst." (Maleachi 1,2-3). Gott hasst Menschen? Gott hasst Esau? Gott findet Jakob besser? Dieser Bibelvers wirft theologisch mehr Fragen auf als er Antworten gibt. Man kann ihn nur verstehen, wenn man verfolgt, welchen Weg Jakob in seinem Leben zurückgelegt hat. Dabei wird man feststellen, dass sich Tricky-Jakob im Laufe seines Lebens ganz schön entwickelt hat.

Deal mit Gott
Als die ganze Betrugsgeschichte mit dem Erstgeburtrecht und dem erschlichenen Segen aufflog, musste Jakob seine Koffer packen, die Beine in die Hand nehmen und vor dem vor Wut überschäumenden Esau fliehen. Unterwegs begegnete ihm Gott. Und Jakob legte ihm ein Gelübde ab: "Wenn der Herr mir beisteht und mich auf dieser Reise beschützt, wenn er mir genug Nahrung und Kleidung gibt und mich wieder heil zu meiner Familie zurückbringt, dann soll er mein Gott sein!" (1. Mose 28,20-21). Krass, da manipuliert einer sogar Gott! Der Junge hat ziemlich Eier. Gott darf nur unter bestimmten Bedingungen sein Gott sein. Kann man dem Allerhöchsten so einen Deal machen? - So schafft er es wohl noch nicht, im Namen Gottes aufzutauchen. Aber wie dann?

Jakob muss loslassen
Als Jakob nach vierzehn Jahren im Exil mit Frau und Kindern und mit Sack und Pack auf dem Rücken der Kamele wieder in sein Heimatland zog, schickte er eine Menge Geschenke voraus, um seinen Bruder Esau milde zu stimmen. Er war sich bewusst, dass er Esaus Rache ausgesetzt war und vielleicht mit seinem Leben für alles bezahlen musste. Er brachte seine Familie und all sein Hab und Git über den Jabbok-Fluss, blieb aber selbst auf der anderen Seite des Flusses zurück. Spannender Name: "Jabbok" bedeutet "sich leeren". Für Jakob war der Tag gekommen, alles loszulassen; Jakob mach einen auf Jabbok! Es gibt Momente in deinem Leben, in denen du alleine vor Jesus stehst. Und in denen er möchte, dass du alles, was war loslässt und mit ihm einen Neuanfang wagst.

Nächtlicher Kampf
Die Geschichte in der Bibel erzählt uns weiter, dass Jakob am Jabbok-Fluss nachts mit einem Mann kämpfte. Der Kampf zog sich bis zum Morgen hin. Jakob gab sich nicht geschlagen. Als der Mann merkte, dass der Kampf gegen Jakob sich noch endlos hinziehen würde, versetzte er ihm einen Schlag gegen die Hüfte, sodass er fortan hinknien musste. Doch noch immer wollte Jakob nicht klein beigeben. Er ließ nicht locker und sagt: "Ich lasse dich nicht so, bevor du mich segnest." (1. Mos 32,27) Mich, mich, mich ... In seinem Herzen hatte sich nichts verändert. Seine Motivation war noch immer, dass es ihm selbst gut ging. Der Mann fragte ihn daraufhin: "Wie heißt du?" Und Jakob bekannte: "Ich bin Jakob - der Fersenhalter, der Manipulator und Betrüger. Er war also ehrlich: "So bin ich!"

Erster Schritt zur Veränderung
Weißt du, wo Veränderung beginnt? Genau da. Da, wo du Gott deine Schwächen bekennst. Wo du sagst: "So bin ich." In dem Moment in dem du alles ans Licht bringst, hat die Finsternis keine Kraft mehr in deinem Leben, und gibt Raum für Veränderung. Wer bin ich? Egoistisch, ängstlich, unehrlich, süchtig, jähzornig, aggressiv, besserwisserisch, rebellisch, schadenfroh, fordernd, gewaltbereit, überheblich, neidisch, unsensibel ... -um nur mal einige nicht so glänzende Charaktereigenschaften aufzuzählen. Gott gibt Jakob nach der Kampfszene am Jabbok einen neuen Namen, der alte gehört der Vergangenheit an. Derjenige, der sein bisheriges Leben gegen Menschen und Gott gekämpft hat, heißt jetzt "Israel", was "Gott kämpft für dich" bedeutet.

Einstellungssache
Gott kämpft an deiner Stelle. Das ist eine Entscheidung, eine Lebenseinstellung. Die Angst, zu kurz zu kommen, ist eine Mentalität, die Jakob am Jabbok-Fluss losließ und auf den Mond schoss. Dafür lernte er zu vertrauen, dass von nun an Gott für ihn kämpfte.
In den letzten Folgen haben wir eine Menge über und von den Erzvätern Abraham, Isaak und Jakob lernen können.
Abraham: Ich vertraue Gott trotz meiner Fehler und Umstände.
Isaak: Ich vertraue Gott, im Gehorsam; er meint es gut mit mir.
Jakob: Ich vertraue Gott, denn erkämpft für mich.
Wenn du Gott auch voll und ganz vertraust, kannst du ein Hoffnungsschimmer für die Menschen um dich herum sein, du kannst zum Hotspot für die gute Botschaft und Gottes grenzenlose Liebe werden. Gib niemals auf! Du bist Gott wichtiger, als du ahnst. Er hat einen Weg für dich und kämpft an deiner Seite. Versprochen.

Be blessed
Manuel

P.S: Du willst wissen, wie es mit Jakob und Esau weietrgeht? Lies selbst: 1. Mose 33. Absolut lohnenswert!


Bisher in der Serie "Superhelden des Glaubens" gepostet:
+ ABRAHAM Teil 1
+ ABRAHAM Teil 2
+ ISAAK


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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