Mission Südafrika


Lesedauer: 5min

Was es heißt, ein Teil von Gottes Mission zu sein

Heute gibt´s mal einen etwas anderen Post. Denn heute schreibe nicht ich sondern die liebe Caro, aus meiner Gemeinde in Rommelshausen. Sie ist gerade in Südafrika unterwegs und folgt dem Aufruf Jesu: "Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich jetzt euch." (Johannes 20,21). Aber lest doch einfach selbst:

Hallo ihr da,
ich bin die Caro und gerade für ein halbes Jahr in Südafrika, um hier Menschen und vor allem Kindern von Gottes Wort zu erzählen und seine Liebe weiter zu geben. Deshalb hat mich der Manu gebeten, mal ein bisschen von dem zu erzählen, was ich hier so mache und erlebe.
Ich bin jetzt seit Anfang Februar hier in Südafrika und lebe auf einer Farm mit 8 anderen Freiwilligen zusammen in einem Haus.
Wir fahren 3x die Woche 20-50 Minuten an verschiedene Schulen in der Umgebung und helfen dort den Lehrern beim Unterrichten, zeigen den Kindern, wie man auf 10 zählt oder geben Englischunterricht. Dann haben wir 2x die Woche Kidsclub. Das ist so ziemlich das gleiche, wie Jungschar in Deutschland nur ein bisschen lauter, das heißt, wir singen mit den Kindern, spielen viel und machen eine kleine Andacht, in der wir eine Geschichte aus der Bibel nachspielen, von Jesus erzählen, oder ihnen erklären, was sich Gott für ihr Leben wünscht.

Raus aus der Komfortzone
Die Kinder mit denen ich zu tun habe leben fast alle auf einer Farm und sind Kinder der Farmarbeiter, was für die meisten von ihnen heißt, dass sie sehr arm sind.
Für die Kinder ist es leider sehr normal, dass sie angeschrien werden, und sowohl zuhause als auch in der Schule ist es üblich, dass die Kinder geschlagen werden. Das heißt, dass die Lehrerin vorne auch mal zum Lineal greift und ein Kind schlägt, wenn es laut ist oder einfach die Aufgabe nicht richtig verstanden hat
Diese Erziehung wirkt sich natürlich extrem auf die Kinder aus, und deshalb behandeln die älteren Kinder die jüngeren auch nicht anders, als sie behandelt werden. Manchmal ist es wirklich schlimm das mit anzusehen und ich werde richtig traurig, wenn ich sehe, wie die Kinder miteinander umgehen, weil ich weiß, dass sie zu Hause auch kein anderes Verhalten von ihren Eltern sehen.
Was hier leider sehr normal ist und uns auch immer wieder begegnet ist, dass die Menschen hier sehr viel Alkohol trinken. Die Eltern kaufen sich, sobald sie Geld haben meistens Alkohol und auch die Kinder fangen oft an mit 12 oder 13 zu trinken.

Das Gefühl der Hilfslosigkeit
In einer Schule in die wir 2 mal die Woche gehen ist ein kleiner sechsjähriger Junge. Die Lehrerin hat uns erzählt, dass seine Mutter auch schon bei ihr in der Schule war, mit 12 aber von der Schule gegangen ist, weil sie schwanger war. Das heißt, diese Frau ist so alt wie ich und hat jetzt ein Kind im Grundschulalter, das sie versorgen muss, hat aber nie wirklich gelernt, Verantwortung zu tragen.
Das alles zu sehen macht mich oft unglaublich traurig und gibt mir oft das Gefühl hilflos zu sein.
Wie soll ich denn den Kindern zeigen, dass sie ihre Feinde lieben sollen, wenn sie nicht einmal daheim von ihren Eltern Liebe gezeigt bekommen? Wie soll ich den Kindern zeigen, dass Gott sie so sehr liebt, dass er seinen Sohn für sie hat sterben lassen, wenn sie doch immer wieder Ablehnung von anderen Menschen bekommen?
Ich kann oft nicht einmal mit den Kindern reden, weil die kleinen Kinder kein Englisch, sondern nur Afrikaans verstehen und ich fühle mich so hilflos, wenn ich ihnen noch nicht einmal in einer Sprache, die sie verstehen erklären kann, dass Jesus sie liebt und das es nicht zählt, was andere von ihnen halten oder wie sie sie behandeln.

Gott wirkt in unseren Schwächen
Hans Peter Royer hat einmal gesagt: "Jedes Mal, wenn ich sage: "Jesus, das kann ich nicht", sagt er: "Ich weiß, aber ich kann". Jedes Mal, wenn ich sage: "Jesus, ich bin nicht fähig", dann sagt er: "Na und? Ich bin fähig“. Jedes Mal, wenn ich sage: „ Jesus, ich bin es nicht“, dann sagt Jesus: „ Macht gar nichts, ich bin“.
Wenn ich also das Gefühl habe, ich kann den Kindern überhaupt nicht helfen. Wenn ich mich machtlos fühle, gegenüber der Armut hier im Land. Wenn ich den Eindruck habe ich kann die Menschen hier nicht zum positiven verändern, dann habe ich vollkommen recht damit. Ich kann das alles nicht, aber Jesus kann es und ich kann mich dazu entscheiden mich von ihm gebrauchen zu lassen.
Ich kann mein Leben so leben, wie es Gott gefällt und damit zeigen, was es heißt aus der Liebe zu Gott zu leben. Und dann liegt die Verantwortung auch nicht mehr bei mir. Dann kann ich mich dazu entschließen, mich von Jesus gebrauchen zu lassen und von ihm zu erzählen aber ob die Menschen die das sehen und hören das annehmen und sich da
durch verändern liegt nicht mehr bei mir, es liegt bei Gott.

Gottes Liebe kennt geine Grenzen
Dann kann ich mich darüber freuen, wenn ich ein Kind einfach nur in den Arm nehmen kann und mit ihm spiele. Dann ist es plötzlich nicht mehr wichtig, dass wir nicht dieselbe Sprache sprechen. Dann ist es nicht mehr relevant, dass ich die Vergangenheit dieser Kinder, ihr Zuhause, ihre Eltern nicht ändern kann. Dann muss ich keine Angst davor haben, dass ich die Kinder wieder alleine lasse, wenn ich in ein paar Monaten wieder nach Deutschland gehe. Weil Gott hier bleibt. Weil Gott mit den Kindern nach Hause geht, wenn sie vom Kidsclub nach Hause gehen und ich sie nicht vor ihren Eltern beschützen kann. Weil Gott dabei ist, wenn sie dem ausgesetzt sind, was andere zu ihnen sagen. Ich bin machtlos dagegen aber Gott ist allmächtig.
Was nicht bedeutet, dass er die Kinder immer so beschützt und erreicht, wie ich das gerne hätte, oder wie ich das vielleicht machen würde, wenn ich allmächtig wäre. Das ist für mich manchmal schwer zu akzeptieren aber ich will Gott vertrauen, dass er so handelt, wie es am besten ist für die Kinder, weil er sie liebt.

Share your Faith
Ich bin wirklich sehr froh über das Privileg, das ich hier habe: Gott gebraucht mich, seinen geliebten Kindern Liebe weiter zu geben und es ist wunderschön zu sehen, wie sehr die Kinder diese Liebe genießen und sie gerne aufnehmen.
Jetzt denkst du dir vielleicht, dass das nur hier für Südafrika gilt, weil die Kinder hier besonders hart behandelt werden und die Menschen hier besonders arm sind. Aber die Menschen in Deutschland brauchen Gott genau so sehr, wie die Menschen in Afrika, dein Klassenkamerad hat Gott genauso nötig, wie die Kinder hier im Kidsclub und deine Arbeitskollegin braucht Liebe genau so sehr, wie jeder Farmarbeiter in Südafrika.
Vielleicht sagst du: „Ja aber das kann ich ja gar nicht so gut und ich kann da ja eh nichts verändern.“ Dann sag ich dir: Da hast du vollkommen recht. Aber Gott kann!!!
Lass dich von ihm in deinem Umfeld gebrauchen. Komm raus aus deiner Komfortzone! Schieb es nicht auf Missionare im Ausland oder den Prediger in der Kirche den Menschen von Gott zu erzählen, sondern fang selbst damit an, dich von Gott gebrauchen zu lassen.
Ich wünsche dir, dass du das in deinem Leben anwenden kannst und dadurch Gottes Liebe erfahren und weitergeben kannst.

Liebe Grüße aus dem sonnigen Afrika
Eure Caro















P.S. Richtig cool wäre, wenn ihr noch für Caro beten würdet! Bittet Gott, dass er ihr Mut und Kraft schenkt auf die Kids und die Leute vor Ort zuzugehen und dass er sie mit seiner bedingungslosesn Liebe erfüllt! Denn das ist es, was uns Christen ausmacht. Wir leben und definieren uns durch die Liebe Gottes. Gott selbst hat einmal gesagt, dass er die Liebe ist. Wenn wir also anderen Menschen von Gott erzählen und seine Botschaft weitergeben heißt das, dass wir Liebe verschenken. Seine Liebe.


Bildquelle: https://www.pktfuel.com/sin-possible/

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