Raus aus der Komfortzone

Lesedauer: 7min

Um die Welt zu verändern muss man sich bewegen 

"Wenn wir das tun, was wir schon immer getan haben, werden wir auch nur das bekommen, was wir schon immer bekommen haben." - Helmut Sessler

Hey du,
ein kleiner Frosch lebte auf dem Boden eines Brunnens. Er kannte nichts anderes, da er dort geboren wurde. Deshalb war er glücklich und zufrieden damit, den ganzen Tag im Wasser zu schwimmen und zu plantschen. Gut, ab und zu hatte er eine Gehirnerschütterung, weil er mal wieder gegen die Brunnenwand gesprungen war. Aber mit viel Liebe und Mücken-Suppe päppelte ihn Mama jeweils wieder auf. Als er etwas älter war, bemerkte er das Licht oben am Brunnenrand und fragte sich, was wohl dort oben sei. Eines Tages kletterte er vorsichtig die Wand des Brunnens hoch und schaute mit zusammengekniffenen Augen über den Rand des Brunnens hinaus. Das Erste, was er sah, war ein Teich. Er konnte es nicht glauben. Da gab es tausend Mal mehr Wasser, als er hatte! Seine Augen wurden ganz glubschig und groß. Er hüpfte etwas weiter und kam zu einem See. Sapperlot! Völlig verdutzt hüpfte er noch weiter und erreichte mit einem leichten Froschschenkel-Muskelkater das Meer. Seine Augen drohten rauszufallen. Wasser, so weit das Auge reichte! Er realisierte, dass seine Sicht sehr limitiert gewesen war. Er dachte immer, dass er alles habe. Aber alles, was er wirklich hatte, war ein Tropfen im Eimer, verglichen mit dem, was Gott für ihn vorgesehen hatte.

Mehr als du dir vorstellen kannst
Gottes Traum für dein Leben ist so viel größer, als du dir vorstellen kannst. Du hast noch nicht einmal an der Oberfläche dessen gekratzt, was Gott für dich bereithält. Sei kein Frosch, der im viel zu kleinen Brunnen bei jedem Sprung an die Wand klatscht. Gehe weiter. Lass dich auf eine neue Art des Denkens ein. Lebe anders, als du es bisher gewohnt warst. Brich aus deiner Box aus. Renne mit großen Schritten dem Horizont entgegen. Träume größer. Denke größer. Sehe größer. Auf dich wartet Gottes Ozean. In ihm sollst du schwimmen und die Unterwasserwelt entdecken. Da gibt es Abenteuer, leuchtende Fische, gefährliche Fische – und Nemo.

Lerne durch Vorbilder
Der berühmte Verhaltensforscher Konrad Lorenz erforschte einmal wie die Eltern bei Tieren ihre Kinder prägen. Diesen irreversiblen Lernvorgang beobachtete er, als er das Aufwachsen der Enten und Gänse studierte. Er bemerkte ihre Bindung an das erste sich bewegende Objekt, das sie sahen, egal ob das ihre Eltern waren oder nicht. Von diesem prägenden Moment an folgten sie diesen Eltern (oder Adoptiveltern), bis sie selbständig waren. Eine Gruppe Enten wurde durch Konrads Stiefel geprägt. Wenn dieser nun am Morgen seine Stiefel anziehen wollte, lagen die Entchen in diesen Schuhen, statt in ihrem Nest, und folgten Konrad, wohin ihn seine Stiefel auch trugen. Schlimmer als Paparazzi.
Paulus sagt: "Nehmt mich zum Vorbild, so wie ich Christus zum Vorbild nehme!" (1. Korinther 11,1)
Wir als Menschen haben die einmalige Möglichkeit, uns von Gott prägen zu lassen, indem wir ihm nachfolgen. Und wenn es jemanden gibt, dem es sich lohnt nachzufolgen, dann ihn. Er beschützt uns. Er lässt uns nie los. Er hat sein Leben für uns gegeben. Uns bietet sich die Chance, unglaublich stark und majestätisch zu werden, wenn wir ihm nachfolgen und wenn er uns prägen darf. Und dann sind da noch zusätzlich all die unglaublichen Frauen und Männer aus der Bibel, die unser Glaubensleben prägen wollen.

Stärke deinen Glauben durch Wunder

Wie vermitteln Adler-Eltern ihren Jungen ein Flug-Feeling? Die Eltern stehen im Horst auf und fangen an, mit den Flügeln zu schlagen. Sie produzieren damit einen so starken Aufwind, dass die Adler jungen drei Millimeter vom Boden hochgehoben werden und sagen: «Wir können fliegen!» I’m loving it! Der junge Adler hat ganz kleine, flauschige Federchen und denkt, er könne fliegen. So bauen die Adler-Eltern den Glauben ihrer Kinder auf.
Wie baut Gott den Glauben von Menschen auf, die gerade eine Beziehung mit ihm angefangen haben? Er wirkt ein Wunder, und der Gläubige denkt: «Was für ein krasser Christ bin ich denn?!» Und das ist genauso süß wie der kleine Adler, der das Gefühl hat, er hätte aus eigener Kraft den besten Monsterflug aller Zeiten gemacht und er sei der neue Star am Himmel.
"Denn wer gering dachte von der Zeit der kleinen Anfänge, wird sich freuen." (Sacharja 4,10)
Wenn du ganz am Anfang deines Glaubenslebens Wunder erlebst, schreibe sie auf. Wenn Gott ein Wunder bewirkt hat, kann er jederzeit wieder ein Wunder bewirken. Solche krassen Erlebnisse sollen deinen Glauben prägen. Sie geben dir die Gewissheit, dass du deinen Gott nicht überbieten kannst. Durch diese Wunder baut Gott deinen Glauben auf.

Es steckt mehr in dir, als du denkst
"Gott aber kann viel mehr tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns auch nur vorstellen können. So groß ist seine Kraft, die in uns wirkt." (Epheser 3,20)
Gerade im Tierreich ist es so, dass die Jungen schon sehr bald eigene Wege gehen müssen. Plötzlich können sie sich nicht mehr an den warmen Rücken der Mutter kuscheln, sondern liegen mitten im Gestrüpp und müssen selbt auf die Jagd gehen. Sie verstehen die Welt nicht mehr.
Und dasselbe tut Gott mit seinen Kindern. Aus Liebe. Und damit sich unser Potenzial voll entfaltet. Manchmal macht es uns Gott unbequem, es pikst am Hintern, und du spürst, dass du etwas ändern musst, aber der Druck ist noch zu klein. Und das Vertrauen zu Gott auch. Ohne Vertrauen geht gar nichts. Mit Vertrauen dagegen ist alles möglich. Oft verstehen wir nicht, was Gott tut. Aber Gott weiß, was er tut. Er sieht das große Bild, er erkenntunser Potenzial. Er will, dass wir fliegen, dass unser Leben richtig steil geht.

Verlass deine Komfortzone

Ich glaube die allermeisten von uns würden sich lieber für ein bequemes als für ein herausforderndes Leben entscheiden, frei nach dem Motto: 1. Lebe, um dich zu erholen. 2. Liebe dein Bett, es ist dein Tempel. 3. Wenn dich jemand besuchen kommt, um sich auszuruhen, steh (lieg) ihm zur Seite. 4. Erhole dich am Tag, damit du in der Nacht schlafen kannst. 5. Die Arbeit ist heilig, also greife sie nicht an. 6. Mach nie morgen etwas, das du übermorgen erledigen kannst. 7. Arbeite so wenig wie möglich. Was zu tun ist, lass die anderen machen. 8. Beruhige dich, noch ist niemand vom Nichtstun gestorben, aber bei der Arbeit könntest du dir wehtun. 9. Solltest du ein Verlangen nach Arbeit verspüren, setz dich hin und warte, bis es vergeht. 10. Vergiss nicht: Arbeit ist gesund. Also überlass sie den Kranken.
Doch diese Haltung wird Gott in deinem Leben nicht zulassen, weil deine Fähigkeiten und Talente ihm viel zu wichtig sind. Er stößt dich aus dem hohen Nest, in den freien Fall damit du das fliegen lernst.

Der Zeitunkt für eine Herausforderung ist nie richtig

Hast du das Gefühl, dass Gott mit dir so umgeht wie die Adlermutter mit ihren Kleinen? Hat er dir auch gerade einige Spielsachen weggenommen? Hat er die Polsterung aus deinem Nest entfernt, so dass du plötzlich auf dornigen Ästen sitzt? Verändert er Dinge in deinem Leben, die dir ein unbehagliches Gefühl vermitteln? Sagt er: «Komm, es ist Zeit zu fliegen»? Schaust du dich gerade um, wo er eigentlich ist? Weißt du gerade nicht, was in deinem Leben los ist? Stürzt du gerade auf die Erde zu und fürchtest dich vor einer Bruchlandung? Freue dich. Gott bringt dir gerade das Fliegen bei und er wird rechtzeitig da sein, wenn du es noch nicht kannst, und wird dich auffangen. Der Moment, in dem die Adlermutter ihren Sohn oder ihre Tochter hinauswirft, ist immer der falsche Zeitpunkt. Der Zeitpunkt für eine Herausforderung stimmt nie. Das habe ich gelernt. Und Gott hat mich nie gefragt, ob ich bereit bin für eine neue Herausforderung. Er hat mich einfach immer und immer wieder in den Hintern getreten. Ohne Diskussion. Und ehrlich gesagt: Das meiste hätte ich nie und nimmer ohne Gottes liebevollen Tritt in den Allerwertesten getan. Heute bin ich bereit, ihm dafür sogar danke zu sagen. Schriftlich.
Danke, Jesus. Für jeden einzelnen Tritt in den Hintern. Du hast mich zu meinem Glück gezwungen.
Ich möchte dir heute sagen: Sei kein Frosch, der glaubt, sein Brunnen sei alles. "Gott sieht so viel mehr in dir. Du hast etwas in deinem Herzen, vielleicht ist es ein kleiner Schritt, den du gehen sollst. Oder aber auch ein großer. Vielleicht will dich Gott in ein fremdes Land führen um dort Menschen mit seiner Botschaft zu berühren. Springe aus dem Nest raus. Du wirst nie tiefer als in die Hände von Gott fallen können. Wenn du das Gefühl hast, du schaffst es nicht, fängt Gott dich auf und trägt dich.

Gott lässt dich nie aufprallen
Je mehr ich versagt habe, desto stärker wurde ich, und eines Tages konnte ich dann fliegen. Bernhard Langer, der bekannte Golf-Profi, schlug einmal einen Ball in eine Baumkrone. Er kletterte hoch und schaffte es tatsächlich, den Ball aus der Baumkrone zu schlagen und auch noch direkt einzuputten. Auf die Frage eines Reporters, wie er das gemacht habe, verbunden mit der Aussage: «Da hatten Sie ja wirklich enormes Glück!», antwortete Langer: "Wissen Sie, je mehr ich übe, umso mehr Glück habe ich!" (Hagmaier, Ardeschyr: Ente oder Adler, Gabal: Offenbach 2006, Seite 53)
Ich nenne dieses Fehler-machen-und-dabei-lernen gerne "vorwärts stolpern". Und so stolpere ich durchs Leben und entfalte immer mehr mein Potenzial. Und Gott freut sich riesig. Und ist stolz. Und ist immer bei mir. Jede Sekunde.
Ein Reisender fiel einmal in eine sehr tiefe Grube. Einige Leute liefen vorbei und sahen ihn, wie er versuchte, aus dieser Grube zu kommen. Sie gaben folgende Kommentare dazu ab:
1. Die sensible Person sagte: «Ich fühle mit dir.»
2. Die ästhetische Person sagte: «Ich gebe dir einige Ideen, wie du die Grube dekorieren kannst.»
3. Die richtende Person sagte: «Nur schlechte Menschen fallen in eine Grube.»
4. Die analytische Person sagte: «Kannst du mir sagen, wie tief diese Grube ist?»
5. Die interessierte Person sagte: «Wie bist du denn in diese Grube gefallen?»
6. Der Optimist sagte: «Ist ja voll easy. Es könnte ja noch viel schlimmer sein.»
7. Der Pessimist sagte: «Sei vorbereitet, ich glaube, es wird noch schlimmer werden.»
8. Jesus sah den Mann, sagte kein Wort, streckte ihm seine Hand entgegen und zog ihn aus der Grube.

Raus aus der Komfortzone
Momentan wächst in Europa eine Gesellschaft heran, die nicht mehr bereit ist, für irgendetwas einen Preis zu zahlen, oder etwas zu opfern. Wir wollen umweltbewusst leben, aber nicht auf das Auto verzichten. Wir wollen Erfolg in der Schule oder der Ausbildung haben, aber nicht die Freizeit dafür opfern. Wir wollen Karriere machen und möglichst große Unabhängigkeit haben, aber irgendwie doch auch Familie. Wir sind keine Generation, die die Welt retten will. Oder wie mein Opa vielleicht sagen würde: Mit euch kann man keinen Krieg gewinnen. Doch Gott will genau das mit uns. Er will mit uns die Welt umkrempelt, Menschen bewegen, Neues wagen und richtig durchstarten. Doch dazu müssen wir uns bewegen. Und ja, manchmal kriegen wir das aus eigener Kraft einfach nicht hin. Zu bequem ist der Platz auf dem Sofa mit den vielen Kissen. Und dann kann es schon mal passieren, dass Gott uns den Boden unter den Füßen wegzieht. Uns ins Leben wirft, damit wir lernen zu fliegen. Und auf, wenns beim ersten Mal nicht klappt, ist er da um uns aufzufangen. Wir können niemals tiefer fallen, als in seine rettende Hand. In allem was Gott tut, meint er es gut mit uns. Auch wenn es vielleicht nicht immer so aussieht, er will großes mit uns reißen. Er will mit uns die Welt verändern. Alles was wir tun müssen, ist seinem Ruf zu folgen: "Raus aus der Komfortzone!" Bist du dabei?

Be blessed
Manuel



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