Von Gaben und Aufgaben

Lesedauer: 6min

Wie wir zusammen mit Gott die Welt verändern können

Du und ich können durch den Heilige Geist Dinge bewirken, die sonst maximal Superhelden draufhaben... Klingt zu verrückt für dich?

Hey du,
stellst du dir gerade vor, wie Spiderman die Häuserwände hochzuklettern? Wie Superman zu fliegen oder wie Harry Potter zu zaubern?
Als kleines Kind ist es voll normal, dass man das alles kann - im Spiel. Da kennt man keine Limits. Anders wäre es auch ganz schön langweilig. Stell dir nur mal vor, Kinder würden so spielen: "Also Papa, mein Playmobilmann fährt in seinem Polizeiauto hinter dem Dieb her. Die Ampel ist rot. Er bleibt brav stehen. Der Dieb fährt weiter ums Eck. Jetzt wird die Ampel grün. Der Playmobilpolizist schaltet in den ersten Gang und fährt an, macht den Schulterblick und biegt ab. Der Dieb ist mittlerweile entkommen." Wie öde!

Die Sehnsucht nach Superkräften
Als ich jünger war, hat das Auto stattdessen seinen intergalaktischen Turbo angeschaltet, ist abgehoben und hat den Dieb gestellt, bevor der überhaupt daran denken kann, in der nächsten Seitenstraße zu verschwinden. Der Supermegapowerpolizist hat sein Laserschwert dabei, springt noch kurz lässig über ein paar Wolkenkratzer (aus Lego), schnappt den Dieb mit den ausfahrbaren Monsterfangarmen und steckt ihn schließlich ins Verließ.
"Ja, ja, süß, was Kinder für eine Fantasie haben", denkst du dir jetzt wahrscheinlich. Aber ganz ehrlich - haben wir nicht eine ähnliche Sehnsucht nach Superkräften? Wenn ich die Bestsellerlisten und Blockbuster der letzten Jahre ansehe, dann dominieren eindeutig diese Arten von Bückern und Filmen: Spiderman, Batman, Harry Potter und Co. Ich glaube, der Grund, dass sie so boomen, liegt in unser aller Wunsch nach übernatürlichen Dingen. Wie hat schon Superman gesagt: Die Welt braucht keinen Retter. Aber jeden Tag höre ich die Menschen nach einem rufen. 
Vielleicht geht es dabei in erster Linie nicht darum, dass wir fliegen wollen, aber wenn tatsächlich mal die berühmte gute Fee aus den Märchen vorbeikäme und dir den magischen Zukunftsblick anbieten würde, würdest du wahrscheinlich gerne zugreifen. Oder hättest du lieber die Zeitmaschine, die dich in die Vergangenheit katapultiert, damit du Dinge rückgängig machen kannst. Vielleicht bevorzugst du auch eher übermenschliche Kraft, oder die Fähigkeit andere sofort und spontan zu heilen. Was auch immer es ist - solche Dinge würden uns (und anderen) das Leben manchmal durchaus leichter machen.

Die Sehnsucht nach Gott
Meiner Meinung nach steckt hinter diesen Wünschen letztlich die Sehnsucht, nach Gott. Wir wollen, das Dinge eintreten oder geschehen, die außerhalb des Menschenmöglichen sind. Wir sind nicht zufrieden damit, "nur" innerhalb unserer eigenen Grenzen zu schalten und zu walten. Das Verrückte daran ist: Wir können tatsächlich diese übernatürlichen Dimensionen erleben und selbst darin aktiv sein. Jesus sagt in Johannes 14 Vers 12: "Ich sage euch die Wahrheit: Wer an mich glaubt, wird die gleichen Taten vollbringen wie ich - ja, sogar noch größere; denn ich gehe zum Vater." Das ist für mich der absolute Wahnsinn! Wenn wir an Jesus glauben, wir er uns mit seinem Geist erfüllen und uns dazu befähigen Wunder tun. Wenn wir auf ihn vertrauen, werden wir in seinem Namen Menschen mit der Liebe Gottes erfüllen, heilen, und Wunder tun. Das ist doch eine echt abgefahrene Zusage! Also, bist du bereit, dir dein göttliches Superheldencape geben zu lassen und es überstreifen? Ja? Na dann los, hinaus in die Welt. "Nichts ist unmöglich, wenn du mir vertraust" - Jesus (Markus 9,23)

Win-win-win
Die Geschenke, die der Heilige Geist mitbringt, sind sehr vielfältig und jeder bekommt ein ganz eigenes, individuelles Paket: Nun gibt es verschiedene geistliche Gaben, aber es ist ein und derselbe Heilige Geist, der sie zuteilt. In der Gemeinde gibt es verschiedene Aufgaben, aber es ist ein und der derselbe Herr, dem wir dienen. Gott wirkt auf verschiedenste Weise in unserem Leben, aber es immer derselbe Gott, der in uns allen wirkt. (1. Korinther 12, 4-6). Gottes Geist, der in uns lebt, verleiht uns Superkräfte. Er schenkt uns Begabungen, die in Übernatürliche hineingehen.
In der Bibel betont Paulus immer wieder, dass jede Gabe zugleich auch eine Aufgabe ist. Er meint damit, dass wir durch unsere Begabungen und Fähigkeiten zum Geschenk für andere werden. Aus diesem Grund geht es in erster Linie gar nicht so sehr darum, was deine Talente sind, sondern wie du sie in Gottes Sinne nutzt, um andere zu ermutigen, ihnen zu dienen und zu helfen. Was ich dabei immer wieder erfahre, ist, dass ich dadurch fast doppelt beschenkt bin. Zum einen von Gott zum anderen aber auch durch die Rückmeldungen, wie andere ihn durch mich erleben. Im Grunde also eine dreifache Win-win-Situation - für mich, die anderen und für Gott.

Göttlicher Werkzeugkasten
Paulus hat darüber hinaus aber noch eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was unser primärer Einsatzort sein soll: "Jedem hat Gott eine ganz bestimmte Aufgabe in der Gemeinde zugeteilt (...) Jeder einzelne soll sich um die Gaben bemühen, die der Gemeinde am meisten nützen. (1. Korinther 12, 28+31)
Die Gemeinde oder die Kirche ist die Plattform, wo alle Begabungen zusammenkommen und zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden. Nur, wenn jeder seinen Platz einnimmt, wird der göttliche Werkzugkasten komplett. Denn deine und meine Begabungen sind wie Werkzeuge, die den Aufbau von Gottes Reich und der Kirche unterstützen. Es gibt darin in verschiedenen Ausführungen, Hämmer in verschiedenen Größen oder auch Schraubenzieher von denen jeder anders ist. In einer Kirche haben vielleicht mehrere Personen ein lehrendes Talent, aber der eine speziell für Teens, der andere vielleicht für Kinder und ein nächster für Erwachsene. Würde man einen Schlitzschraubenzieher in eine Kreuzschraube stecken, greift er nicht richtig. Beide haben eine "Schraubenzieherbegabung" aber eben eine unterschiedliche. Genauso unbeholfen wäre der Erwachsenenmentor vielleicht vor einer Horde Kids. Darum kann ein Werkzeugkasten nie groß genug und vielfältig genug gefüllt sein. Ein Handwerker ist nur so gut, wie es sein Reportoire hergibt. Genauso baut Gott mit uns sein Reich. Wir werden alle mit unseren individuellen Stärken gebraucht, um Kirche entstehen zu lassen.

Gemeinde heißt Vielfalt leben
Man kann Kirche aber nicht nur mit einem Werkzeugkasen vergleichen. Paulus zieht die Parallele zwischen Gemeinde und einem Körper. Dieser hat viele Glieder (wir mit unseren Begabungen) und einem Haupt (Jesus). Er steuert und gibt die Richtung vor. Aber dazu müssen wir zum einen mit ihm verbunden bleiben, zum anderen unseren Part einnehmen. Denn kein Plan kann gut umgesetzt werden, wenn wesentliche Teile fehlen. Wenn ein Körper 3000 Augen hätte, um etwas sehen zu können, aber kein einziges Bein, um irgendwohin zu gehen, wäre das leicht suboptimal. Genauso können in einer Kirche nicht alle visionäre Leiter sein. Es gäbe dann nichts und niemanden zu leiten und keiner würde etwas auf die Beine bringen. Die Menschen, die anpacken und dienen, sind genauso wichtig, wie derjenige, der leitet. Jeder wird gebraucht.
"Stellt euch vor, euer ganzer Körper wäre nur Augen - wie könntet ihr da hören? Oder wenn euer ganzer Körper nur Ohren wäre, wie könntet ihr da etwas riechen. Gott hat unseren Körper mit vielen Glieder und Organen geschaffen und jedem Körperteil seinen Platz gegeben, wie er es wollte. (1. Korinther 12, 17-18)

Göttliches Management
Gott stellt jedem von uns eine Menge an Ressourcen zur Verfügung - er setzt und quasi als Manager ein. Die Bibel fordert uns dazu aus, dass wir unsere Begabungen auch an andere weitergeben: an unsere Familie, unsere Gemeindemitglieder, unsere Freunde oder an eine Zufallsbegegnung.
Gott gibt uns den Auftrag unsere Ressourcen an andere Menschen zu verteilen, aber er lässt uns auch die Freiheit der Entscheidung, ob und an wen. Er wünscht sich, dass wir großzügig damit umgehen und bei jeder Gelegenheit Gottes Liebe an andere weitergeben. Getreu dem Motto: "Von nichts kommt nichts" - nur eben umgekehrt: "Von viel kommt viel": "Ich bin davon überzeugt: Wer wenig sät, der wird auch wenig ernten; wer aber viel sät, der wird auch viel ernten. So soll jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er geben will, und zwar freiwillig und nicht aus Pflichtgefühl. Denn Gott liebt den, der fröhlich gibt. Er kann euch so reich beschenken, ja, mit Gutem geradezu überschütten, dass ihr zu jeder Zeit alles habt, was ihr braucht, und mehr als das.So werdet ihr nicht nur selbst genug haben, sondern auch noch anderen von eurem Überfluss weitergeben können." (2. Korinther 9, 6-8)
Dabei liegt die Entscheidung darüber, ob und wie viel Saat wir ausstreuen, bei uns. Gott lässt uns die Freiheit, aber er wünscht sich nichts mehr, als dass wir alle reichlich Ernte einfahren. Dabei kommen wir selbst niemals zu kurz. Man könnte denken: "Wenn ich ständig was weitergebe, bleibt ja nichts mehr für mich übrig!" Berechtigter Einwand , aber ich erlebe bei Gott das exakte Gegenteil. Ich habe mich vor 7 Jahren auf den Weg mit Jesus gemacht. In dieser Zeit hat Gott mich immer versorgt. Je mehr ich mich anderen gegeben habe, desto erfüllter und beschenkter fühlte ich mich selbst.

Ich glaube, dass Gott einen Plan für diese Welt hat, dass er Großes mit ihr vorhat. Und ich glaube, dass er uns teilhaben lässt an diesem Plan, dass er mit uns diese Welt verändern will. Er hat jeden von uns mit wunderbaren und einzigartigen Gaben ausgestattet und wenn wir in der Gemeinschaft leben und uns gegenseitig ergänzen können wir Großes erreichen! Bist du dabei?

P.S: If your dreams don´t scare you, they ain´t big enough. - Life of Dillon
#fearlessforward

Be blessed
Manuel


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