Fear not!

Lesedauer: 6min

Wie die Liebe Gottes uns stark machen kann

"Hippopotomonstrosesquippedaliophobie" (Angst vor langen Wörtern), "Arachibutyrophobie" (die Angst, dass Erdnussbutter am Gaumen kleben bleibt) oder "Nomophobie" (Angst davor, ohne Mobiltelefonkontakt zu sein).

Hey du,
diese Ängste klingen vielleicht lächerlich. Doch darüber hinaus gibt es auch solche, die du selbst nur zu gut kennst: Die Angst, allein zu sein, die Angst vor Neuem. Die Angst ausgeschlossen zu werden, Angst vor Krieg, Krankheit, Ablehnung, Mobbing, Prüfungen... die Liste kennt kein Ende. Jeder kennt Angst. Es gibt  so vieles, vor dem wir uns fürchten. Ich habe große Angst vor schlimmen Krankheiten, dass meiner Familie etwas schreckliches passiert und vor Krieg. Und wenn ich mit anderen Menschen rede merke ich, dass viele ähnliche Ängste haben. Wer Angst hat ist kein seltsamer Typ. Wenn du Angst hast, bist du kein Einzelfall.

Furcht bestimmt unser Leben
Furcht ist allgegenwärtig. All unser Tun wird durch Furcht bestimmt. Ob es uns bewusst ist, oder nicht. Aus Furcht vor dem Verlust unseres Ansehens erklimmen wir die Karriereleiter, um hoch hinaus zu kommen. Dort sollen wir von möglichst vielen Menschen wahrgenommen und respektiert werden. Sind wir erst oben, fürchten wir uns vor dem Sturz und suchen Sicherheit. Aus Furcht vor Einsamkeit umgeben wir uns mit Menschen und Dingen, die verdrängen sollen, dass wir allein geboren werden, und alleine sterben. Menschenfurcht bestimmt unser Dasein. Sie prägt unsere Identität, unsere Wünsche und Ziele, unser gesamtes Handeln. Wir ordnen uns dem unter, den wir Fürchten. Wir leben wie wir leben, weil wir uns fürchten. Wir tun, was wir tun, weil wir uns fürchten. Können wir das ablegen, können wir furchtlos werden?

"Wo ich mich fürchte, vertraue ich auf dich!"
Auch David, der größte König Israels, kannte Angst. Kurze Zeit, bevor er den Psalm 56 schrieb, wurde er gefangen genommen. Angst war in dieser Zeit sein steter Begleiter. Man könnte erwarten, dass er daher einfach nur sein Leid klagt.
Doch er schreibt diesen erstaunlichen Satz in seinem Lied: "Doch gerade an den Tagen, an denen ich mich fürchte, vertraue ich auf dich." Was ist das? Tage an denen ich mich fürchte sind bei mir eher selten Tage, an denen ich Gott vertraue. Gerade wenn ich mich fürchte wird diese Sache riesengroß und versperrt mir oft die Sicht auf Gott. Aber Davids Satz öffnet meine Augen! Jetzt erst recht!, sagt er. Ja, "gerade jetzt" mein Gott, wo ich mich fürchte, vertraue ich auf dich.

Vollkommene Liebe kennt keine Angst
Aber wie schafft man es, seine Ängste loszuwerden und seinen Kopf freizukriegen? Die Bibel hat eine Antwort, die auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen kitschig klingt: "Unsere Liebe kennt keine Angst, weil die vollkommene Liebe alle Angst vertreibt" (1. Johannes 4,18). Ich habe erlebt: Je mehr ich verstehe, wie sehr Gott mich liebt und dass ich nie allein bin, desto kleiner wird meine Angst. Dieses Prinzip kannst du auch auf deine Ängste anwenden.
Du hast Angst, vor Versagen, Angst gemobbt zu werden, Angst vor Nähe, Angst vor großen Gruppen? Jede dieser Ängste verliert ihren Würgegriff, wenn die Liebe Gottes in dein Herz kommt, und du dir klar machst, dass du ein Kind Gottes bist, dass Gott mit dir ist, für dich streitet und dir Kraft und Mut schenkt.
Manche Menschen behaupten ja, Gott sei eine Erfindung für schwache Menschen, damit sie sich an ihm festhalten können. Aber ich glaube, dass genau das Gegenteil der Fall ist: Die Liebe Gottes macht uns stark und schenkt uns unglaublichen Mut - weil sie unsere Ängste vertreibt!

Gott ist größer!
Was ist, wenn ich dir sage, dass du ohne Angst leben kannst. Bist du bereit, dich deinen Ängsten zu stellen und die Dinge zu tun, für die dich Gott berufen hat? Was heißt es furchtlos zu leben? Obwohl du nicht weißt, wie die Zukunft aussieht, obwohl du den Plan für den nächsten Tag nicht kennst weiterzugehen, dich nicht aufhalten zu lassen, mit Mut, Hoffnung und Erwartung in den Tag zu starten. Gott gibt dir die Kraft dafür. Gott ist größer als jede Angst und jede Furcht, die dich lähmt. Und ja, ich erinnere mich, wie ich Gott in solchen Situationen vertraut habe, wo ich Angst um Freunde hatte, wo ich Angst vor Prüfungen hatte. Es waren Situationen, wo Gott mein Vertrauen in ihn veränderte.
Wovor fürchtest du dich heute? Ich will dir Mut machen, gerade heute, wenn du Angst hast, auf Gott zu vertrauen. Jetzt erst recht. Denn Gott ist größer als alle deine Ängste. Unsere Ängste können sogar Gottes Chancen werden, damit er sich dir neu zeigt. Also wirf deine Ängste, dein Vertrauen vor den Vater im Himmel. Denn er kennt keine Angst.

Wir müssen uns entscheiden
Solange wir leben, werden wir von Furcht erfüllt sein. Aber wir können wählen, welche Furcht unser Leben bestimmen wird. Menschenfurcht, oder Gottesfurcht. Jesus war von Furcht erfüllt. Im Garten Gezemaneh fürchtete er seinen Tod, so wie wir, und das Leid, das über ihn kommen sollte. Er betete zum Vater all das an ihm vorübergehen zu lassen. Letztlich ordnete er sich aber Gottes Willen unter. Denn seine Gottesfurcht war größer als alles andere.
Auch wir müssen uns entscheiden. Wir können unser Haus auf Sand bauen, wo jedes Sandkorn eines der vielen Dinge ist, die wir fürchten. Sie bieten keinen Halt. In ihrer Vergänglichkeit bieten sie keinen Sinn. Wir leben in ständiger Sorge all das zu verlieren, was unser Leben zu tragen scheint.
Oder aber, wir bauen auf dem Felsen, der die Gottesfurcht ist. Wenn diese uns erfüllt, legen wir jede andere Furcht ab, die uns einst bedrängt und beherrscht hat. Wenn wir Gott dienen, der uns seine Beständigkeit verspricht, dann hat unser Leben einen Sinn. Und eine Bestimmung. Selbst über den Tod hinaus. Dann können wir fruchtlos werden, denn der, der über allem steht ist bei uns! Also ich bin dabei, du auch?

Be blessed
Manuel


Vier Steps gegen deine Angst
#1 Erinnere dich an die Wahrheit, die Gott dir zuspricht und daran, was er alles für dich tut. Er liebt dich so sehr, dass er dich sein Kind nennt! Er hat das Beste für dich im Sinn.
#2 Lerne die Wahrheit auswendig - präge dir bestimmte Bibelverse ein. Zum Beispiel Psalm 91, Vers 11: "Denn er befiehlt seinen Engeln dich zu beschützen, wo immer du gehst."
#3 Ruf die diesen Vers immer wieder in Erinnerung, oder schreib ihn dir auf einen Zettel und leg ihn an eine Stelle, wo du ihn immer wieder siehst.  Erinnere dich daran, dass ein leben in Gottes Hand liegt und dass sein Plan für dein Leben das Beste ist, was dir jemals passieren kann!
#4 Entschließe dich bewusst, deiner Angst keinen Raum in deinen Gedanken zu geben, sondern deine Sorgen und Ängste Gott anzuvertrauen. Es macht keinen Sinn sich zu sorgen, denn Sorgen ändern sowieso nichts. Bloß, weil du immer wieder darüber nachdenkst, wie du die Mathearbeit schaffen kannst, verbessert das ja nicht deine Note. Und wenn du darüber grübelst, was morgen alles passieren könnte, wenn du über die Straße läufst, macht das die Überquerung der Straße ja nicht sicherer.
Lass ein Leben nicht länger von Ängsten bestimmen! Lass dich nicht länger ausbremsen, sondern tauche Tag für Tag immer wieder neu in Gottes Liebe ein, und du wirst sehen, wie diese Liebe deine Angst vertreibt.

Aktion des Tages:
1. Schreibe dir drei große Ängste auf einen kleinen Zettel.
2. Lerne den Vers aus 1. Petrus 5,7 auswendig.
3. Und dann gib deine Sorgen Gott ab, indem du sie im Gebet vor ihn bringst und den Zettel zerreißt.



Angst from yesHEis Germany on Vimeo.
  

Bildquelle: http://theyearofnofear.com/2015/01/fear-not/

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