The best family

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Ein Blick hinter den Tellerrand

Gemeinden sind verschieden! Gut so! Wie sonst könnte jeder das geistliche Zuhause finden, in dem er sich wohlfühlt? So oft streiten sich christliche Gemeinden und Gruppierungen um gewisse Ansichten und Standpunkte - aber wozu? Ein Plädoyer für Gottes geniale Idee von Gemeinde.

Hey du,
ich kenne alle möglichen Leute, die so vielen verschiedenen Gemeinden angehören: Protestanten, Katholiken, Freikirchler, Evangelisch-Methodistische, Landeskirchliche Gemeinschaft, Baptisten ...
Gemeindetechnisch könnte uns eine Menge trennen. Tut es aber nicht. Das was uns vereint ist viel stärker, als die Sachen, die und trennen!
Wir gehen alle in dieselbe Klassenstufe: Regen uns über dieselben Lehrer auf, langweilen uns in Geschichte, machen Quatsch - und beten alle jeden Morgen und vor jeder Klassenarbeit zu dem einen Gott. Ehrlich gesagt, wusste ich ziemlich lange gar nicht, dass es zwischen unseren Kirchen und Gemeinden so große Unterschiede gibt. Wann, wer, wie, in welchem Alter und unter welchen Vorraussetzungen getauft wurde oder am Abendmahl teilnehmen durfte, war mir ziemlich egal. Genauso die Tatsache, ob man im Gottesdienst beim Singen aufsteht oder sitzen bleibt, ob die Gottesdienste morgens oder abends stattfinden und ob man im Gottesdienst die modernste Technik verwendete oder nur nen ollen Overheadprojektor.

Wenn Offenheit verloren geht
Wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue, sehe ich ganz viele Christen, die das nicht mit so einer Leichtigkeit und Offenheit leben, wie ich uns meine Freunde das tun. Und oft wünsche ich ihnen auch diese Unbeschwertheit im Umgang mit anderen Gemeindearten. Dass es und egal ist, wer wie kirchenpolitisch steht, ob jemand in eine eher konservativ geprägte oder in eine eher liberale Gemeinde geht. Dass wir gar nicht danach fragen, was für den anderen den Glauben denn so richtig ausmacht, sondern einfach voraussetzen: Er oder sie glaubt mehr oder weniger so ähnlich an Gott wie ich und versucht das Leben zwischen all den Hindernissen, Versuchungen, Schwärmereien, und Rebellionen des Alltags auf die Reihe zu kriegen.
Das, was ich mit meinen Freunden instinktiv lebe, ist vielen ein Stück abhanden gekommen. Und das ist so schade. Es gibt so viele Christen, die, wenn sie mitbekommen, dass jemand in eine Brüdergemeinde, zu den Nazarenern oder JesusFreaks geht, direkt so ein Bild vor sich haben: "Ah, wenn der also in so eine Gemeinde geht, dann ist der auch so und so, wählt diese Partei und hat zu diesen Themen folgende Ansichten." Voll Panne, oder?

Manchmal so, machmal so
Jedes mal, wenn so ein Gedanke in mir aufkeimt, muss ich selbst mit mir schimpfen. Sicherlich haben sich all die Gemeinden ursprünglich mal gegründet, weil sie eine andere theologische Meinung hatten oder einen anderen Punkt am Christentum mehr oder weniger stark betonen wollten. Aber das ist bei den meisten Gemeinden seehr lange her.Viele große Unterschiede - z.B. was das Abendmahl anbelangt -, sind heute gar nicht mehr so groß. Und selbst wichtige Wesensmerkmale werden von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich gelebt, auch wenn sie alle derselben Konfession angehören. In manchen Gemeinden ist es heute noch so, dass Frauen und Männer getrennt voneinander sitzen, doch das ist längst nicht bei allen der Fall. Oder ein Vorurteil gegenüber der Landeskirche: "Da gehen doch nur alte Omis hin!" Ja, an manchen Orten, mag sich das bestätigen, doch woanders wird das Bild von lebendigen, gut besuchten Gottesdiensten und hammer Jugendgruppen beseitigt.
Unsere Welt ist vielfältiger und globalisierter geworden. Das gilt auch für unsere Gemeinden und Gottesdienste. Und deshalb ist es auch der totale Quatsch aus der Gemeindezugrhörigkeit auf den Typ Mensch zu schließen, der da vor einem steht! Und ob man das jemals wirklich konnte sei dahingestellt.

Ein Hoch auf die Vielfalt
Fakt ist: Jede Gemeinde und Kirche lebt von den Menschen, die sie mitgestalten und besuchen. Gott ist bei allen Formen dabei und freut sich unglaublich, wenn wir zusammenkommen um ihn anzubeten und zu loben. Er sieht das Ringen der Leiter nach der Wahrheit und segnet jedes ehrliche Bemühen um Nachfolge. Und das ist eben mal laut und mal eher still. Mal begleitet von Orgel, mal von einer Band. Mal wird Gott im Stehen gepriesen, mal im Knien. Und ich bin fest davon überzeugt, dass wir von jeder Gemeindeform etwas lernen können - wenn wir den Mut dazu haben, andere Frömmigkeitsstile, andere Gottesdiensformen und auf andere Christen zuzugehen und sie besser kennenlernen. Vielleicht triffst du dich ja mit ein paar anderen aus deinem Jugendkreis nächtse Woche mal im Katholischen Gottesdienst? Oder in einer ICF-Gemeinde? Oder...

Gemeinsam auf dem Weg - Gottes Plan von Gemeinde
Sag, weißt du noch wann eine Bewegung entstand? Aus dieser Hand voll Nachfolger-Freunden dieses exekutierten Zimmermanns – aus der Provinz? Und wie haben die das gemacht, dass selbst die größte Weltmacht, oder Weltreich – die Botschaft nicht in Schranken weist – kein Löwe in der Lage ist, die Hoffnung zu zerreißen? Vielleicht, weil sein Geist, den er verheißt tatsächlich kommt und bei ihnen bleibt. Oder weil, das was eigentlich „zu Ende“ heißt, hier eben nicht das Ende bleibt. Tag drei als sich der Meister zeigt und todbesiegt dem Grab entsteigt. Und verleiht jedem Wort, das er sprach, jeder Silbe, die er spricht neues Gewicht: „Fürchtet euch nicht! Nicht mehr lange, dann seht ihr mich nicht – mehr. Aber ihr seid Lichter, die leuchten sollen, wo Finsternis ist. Liebe leben, wo Hass dominiert und Wärme, wo dein Nächster vor Gefühlskälte friert. Wo Vergebung über Schuld triumphiert und ihr Gnade, obwohl unverdient als Standard definiert.“ Und manchmal frage ich mich dann wann kamen wir auf die Idee aus einer Bewegung Stillstand zu machen? Bewegung zu Gott hin und auf den anderen zu. Und wenn die Bewegung nichts mehr bewegt hat das nichts mehr mit Bewegung zu tun.
"Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; so leuchtet es allen, die im Haus sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen" (Matthäus 5,14-16)
One family
Jesus sagte, dass er auf der Erde eine Gemeinde bauen wird, die stark genug ist den Kampf gegen das Böse und die Ungerechtigkeit in der Welt aufzunehmen. Wenn das stimmt, dann müssen wir lernen, was es heißt, der Körper von Jesus zu sein. Dann müssen wir lernen, eine Einheit zu werden. Eine Gemeinschaft von Menschen, die Jesus nachfolgen und mit ihm die Welt verändern wollen. Bist du bereit für dieses Abenteuer?

Ich träume von Gemeinde…
… in der Menschen miteinander Gott anbeten. Nicht, weil sie müssen, sondern weil sie wollen.
… in der rund um die Uhr gebetet wird oder Gebetszeiten die am besten besuchten Versammlungen sind.
… in der Menschen im Glauben weiterkommen und in ihrer Persönlichkeit wachsen.
… in der Gemeinde nicht Gottesdienst und Event bedeutet, sondern gelebte Gemeinschaft, die Wärme, Zuwendung und Barmherzigkeit bedeutet.
… in der sich liebevoll umeinander gekümmert wird und Vergebung wirklich gelebt wird.
… in der nicht schlecht übereinander gesprochen wird.
… in der man einander mit Gaben des Heiligen Geistes dient.
… in der Menschen begeistert von Jesus Christus sind und er die Mitte der Gottesdienste ist.
… in der Sprechen über Gott kein Programmpunkt, sondern Normalität ist.
… in der Unterschiede überwunden werden: Altersgrenzen, Geschmacksgrenzen oder Macken.
… in der das Abendmahl nicht als stumpfe Tradition gefeiert wird, sondern immer wieder neu Leben enthält.
… in der sich nicht jeder nur um seine Clique dreht.
… die Jesus Christus als Retter und Helfer erlebt hat.
… in der Menschen wissen, was sie glauben und davon überzeugt und begeistert reden können.
… in der es Leidenschaft gibt von Gott weiterzusagen Menschen und ihn dadurch erkennen und ihr Leben zu ihm hinwenden.

Du auch?

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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