Gemeinsam wachsen

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Gottes geniale Idee von Gemeinde

Es gibt Leute, die gehören zwar zu Jesus, nicht aber zu einer Kirche oder Gemeinde. Für sie ist ihr Christsein eine Privatangelegenheit. Sie finden´s zwar cool, wenn immer mal wieder Party ist, beim Lobpreisabend, freuen sich über die netten Leute, aber verbindlich dazugehören wollen sie nicht. Aber ist das nicht wie wenn man aktiv in sozialen Netzwerken teilnehmen will, aber keinen Account erstellen möchte?

Hey du,
das ganze Neue Testament beweist, dass Gemeinde von Gott gewollt ist und dass er es liebt, wenn Leute in seinem Namen zusammenkommen um ihn zu loben und gemeinsam Schritte zu gehen. Gemeinde ist mehr als nur ein kahler Raum, in dem viele Menschen ruhig sitzen und ein einzelner vorne steif irgendwelche frommen Floskeln von sich gibt. Gemeinde ist bunt, lebendig und immer unterschiedlich. In der Bibel wird klar: Ohne sie geht es nicht. Aber mit ihr ist es auch nicht immer leicht. Da prasseln Erwartungen, feste Termine, unterschiedliche Bedürfnisse und oft genug starre Formen auf dich ein. Klingt nicht gerade attraktiv. Wäre es vielleicht auch nicht, gäbe es da nicht noch mehr. Denn sie bietet dir auch unglaublich viel. Nur durch sie bist du Teil eines großen Ganzen, kannst dich in viele verschiedene Richtungen ausprobieren und natürlich auch jede Menge lernen.
Zu einer Gemeinde zu gehören hat also immer zwei Aspek­te. Um das näher zu erklären, lass mich zwei Begriffe gebrauchen, die du aus dem Deutschunterricht kennst. In einem Satz spielen außer dem Verb normalerweise Subjekt und Objekt eine Rolle. Das Objekt ist von einer Handlung betroffen, während von dem Subjekt eine Handlung ausgeht. In der Gemeinde hast du beide Rollen. Als Objekt kannst du von anderen profitieren und als Subjekt etwas beitragen.

Die Predigten nützen dir
Beginnen wir mit dem Objekt: Du darfst von dem, was in der Gemeinde geschieht, profitieren, von den Predigten zum Beispiel. Daraus kannst du richtig fette Messages für dein Leben mit Gott mitnehmen und wirst immer wieder neu herausgefordert, Schritte im Glauben zu gehen. Paulus schreibt: "Der Glaube kommt aus dem Hören der Botschaft..." (Römer 10,17).Die Gemeinde sorgt also dafür, dass du immer wieder neu ermutigt wirst, in deinem Glauben durchzustarten und ihn nicht nur zu glauben, sondern zu leben!

Das gemeinsame Gebet nützt dir
Außerdem betet man in der Gemeinde miteinander und auch füreinander. Wenn es dort Leute gibt, die du kennst und die dich kennen – ich meine, nicht nur dein Gesicht schon mal gesehen haben, sondern dich gut kennen –, dann werden sich auch welche finden, die für dich und deine Probleme beten, zum Beispiel wenn du vor wich­tigen Entscheidungen stehst. Bei uns in der Gemeinde gibt es nach der Worshiptime am Anfang immer eine Zeit, in der jeder nach vorn kommen kann, um ein Anliegen zu teilen, um Danke zu sagen, oder ein Erlebnis mit Gott zu erzählen. Und danach wird für alle Anliegen und Dinge, die gesagt wurden gebetet. Für mich ist das immer eine so geniale Zeit, wenn Kinder Gottes gemeinsam füreinander beten. Und das ist eine der genialsten Stärken von Gemeinde, dass Glaubensgeschwister Anteil aneinander nehmen und miteinander und füreinander beten.

Vorbilder nützen dir
In der Gemeinde findest du Leute, die dir im Glauben schon ein ganzes Stück voraus sind. So jemand kann für dich ein Mentor werden. Auch die Bibel kennt solche Beziehungen: zum Beispiel zwischen Mose und Josua (4. Mose 27,15-23); im Neuen Testament zwischen Paulus und Timotheus (Apostelgeschichte 16,1-3). Das beste Beispiel ist aber Jesus und seine Jünger. Ein Mentor ist eine Art Trainer, jemand dem du über die Schulter schauen kannst; jemand, dem du helfen kannst, indem du kleine Aufgaben selbst übernimmst; jemand, der sich Zeit für dich nimmt und dir deine Fragen beantworten kann. Unterschätze diesen Rat nicht: Halte Ausschau nach einem Vorbild, mit dem du dich regelmäßig treffen kannst, um zu reden, zu beten und der ein guter christlicher Freund für dich wird. Solche Leute findest du in der Gemeinde und sie können zu einem unglaublichen Geschenk werden und deinen Glauben mega weiterbringen.
Als „Objekt“ in der Gemeinde bist du im besten Sinne betroffen, beschenkt und bereichert von dem, was die Menschen um dich herum tun. Aber das ist nicht alles. Als Teil des Ganzen darfst und sollst du auch mitgestalten. Du bist – um beim Bild zu bleiben – auch „Subjekt“ der Gemeinde.

Sei anderen zum Nutzen!
In den Gottesdiensten sitzen überwiegend Leute mit Nehmerqualitäten. Dagegen ist auch erst einmal nich­ts einzuwenden. Aber dabei soll es nicht bleiben. Der Sinn einer Predigt ist nicht: anschließend aufstehen und alles zu vergessen! Das, was du in der Predigt gehört hast, will umgesetzt werden. Normalerweise will eine Predigt motivieren, das heißt in Bewegung bringen.
Wenn du Teil der Gemeinde bist, dann darfst du auch deinen Teil beitragen, so dass die Gemeinde etwas von dir hat. In der Gemeinde gibt es so viele verschiedene Möglichkeiten, dich einzubringen und anderen zu dienen.
Unsere Errettung hat von Gottes Seite ein klares Ziel: Wir sind gerettet, um ihm zu dienen (Lukas 1,73-75; 1. Thessalonicher 1,9b; Hebräer 9,14a). Natürlich heißt das nicht, dass wir uns zu Tode arbeiten müssen, sobald wir uns entschieden haben Jesus nachzufolgen. Die Aufgaben, die Gott uns gibt, machen Sinn, weil sie andere näher zu Gott bringen und dazu gehören auch so Aufgaben, wie nach der Gemeindefreizeit Müll aufzusammeln oder die Bäder zu putzen. Denn ohne diese ganzen helfenden Hände, würde Gemeinde nicht funktionieren.

Einer zieht den anderen
In der Gemeinde soll einer den anderen mitziehen. Mal bist du derjenige, der zieht, mal der, der gezogen wird. Wir brauchen einander – übrigens auch über die Generationsgrenzen hinweg. In unserer Zeit findet Kommunikation leider häufig nur unter Gleichaltrigen statt. Doch gerade im Miteinander von Jugendlichen, den Ältesten und denen mittleren Alters liegen unglaubliche Chancen der Ergänzung und des voneinander Lernens.

Fünf Kennzeichen einer Gemeinde
Schauen wir uns eine Bibelstelle an, die von den ersten Anfängen der Kirche spricht: „Sie alle widmeten sich eifrig dem, was für sie als Gemeinde wichtig war: Sie ließen sich von den Aposteln unterweisen, sie hielten in gegenseitiger Liebe zusammen, sie feierten das Mahl des Herrn, und sie beteten gemeinsam.“ (Apostelgeschichte 2,42) Das sind vier Kennzeichen, die den Gottesdienst der ersten Christen beschreiben:
#1: "Sie ließen sich von den Aposteln unterweisen." Die Predigten bringen deinen Glauben weiter und fordern dich immer wieder neu heraus Schritte im Glauben zu gehen.
#2: "Sie hielten in gegenseitiger Liebe zusammen." Jeder Mensch sehnt sich nach echter Gemeinschaft und Liebe. Für mich ist meine Gemeinde wie eine zweite Familie. Und dieses Gefühl kann dir niemand anderes geben.
#3: "Sie feierten das Mahl des Herrn." Bei diesem Mahl denken Christen an Jesus und erinnern sich an ihre Errettung. Vielleicht bist du gerade in einer Lebensphase, in der dir eine neue Erinnerung daran besonders gut tun würde. Deshalb hat Jesus das Abend­mahl eingesetzt (Lukas 22,19-20).
#4: "Sie beteten gemeinsam." Gemeinde ist auf Gemeinschaft ausgerichtet, auf die Verbindung zu deinen Mitmenschen. Und sie ist auf unsere Verbindung zu Gott ausgerichtet. Gebet ist eines der wichtigsten Dinge in der Gemeinde, denn es verbindet untereinander und ist der direkte Draht zu Gott.

Spread the message
Fehlt noch das fünfte Kennzeichen von Gemeinde. Die Apostelgeschichte sagt von der ersten Gemeinde auch: „Sie verkündigten die Botschaft Gottes ohne Furcht“ (Apostelgeschichte 4,31). Die ersten Christen – zum Großteil waren sie Jesus noch persönlich begegnet – konnten nicht verschweigen, was sie gesehen und gehört hatten. Sie waren so begeistert von Gottes Liebe, dass sie gar nicht anders konnten als die beste Botschaft der Geschichte weiterzuerzählen.Ich träume davon, dass unser Glaube heute, wieder genauso tief wird, dass wir so für Jesus brennen, dass wir gar nicht anders können, als anderen von ihm zu erzählen.

Nicht perfekt
Eine Illusion muss ich dir allerdings nehmen: Die perfekte Gemeinde gibt es nicht. So wenig wie einzelne Menschen, aus denen Gemeinde besteht, vollkommen sind, genauso wenig sind ganze Gemeinden vollkommen!  So viele Leute hatten Idealvorstellungen, als sie sich einer Gemeinde angeschlossen hatten und sind enttäuscht worden; der erste Eindruck war phantastisch, doch auf den zweiten Blick sah manches ernüchternd mensch­lich aus. Aber ich denke genau darin liegt das Potential der Gemeinde, denn da wo unser Horizont endet, wirkt Gott!
Der Komponist Igor Strawinski schrieb einmal ein Stück, das eine schwierige Passage für die Violine enthielt. Nach mehreren Wochen des Übens kam der Geiger zu Strawinski und bekannte ihm, dass er das Stück nicht spielen könne. Er hatte sein Bestes gegeben, aber er hielt die Passage für zu schwie­rig, wenn nicht sogar unspielbar. Strawinski erwiderte: „Das verstehe ich. Was ich erreichen wollte, ist der Klang eines Menschen, der es zu spielen versucht.“ Vielleicht hat Gott mit der Gemeinde etwas Ähnliches im Sinn. Die Perfekte Gemeinde werden wir auf Erden niemals erreichen, doch das, was der „Komponist“ will, ist unsere „Aufführung“. Und die ist der Weg, auf dem Menschen, die Gott noch nicht kennen, seine Klänge hören können.

Be blessed
Manuel 


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion/

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