Gott will deine Schritte für seine Wunder

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Bist du bereit für Gottes Handeln in deinem Leben?

Die häufigste Frage, die ich von euch bekomme ist: "Wie kann ich meinen Glauben teilen." Ich persönlich kenne diese Frage nur zu gut und ich glaube, wir alle kennen sie und auch die Ängste, die Unsicherheiten und den Frust, der mit dieser Frage verbunden ist. Und gleichzeitig kennen wir auch alle die Sehnsucht, die hinter dieser Frage steckt. Die Sehnsucht, dass Gott uns gebraucht. Die Sehnsucht, dass Gott unser Umfeld verändert. Und ich glaube oft erwarten wir, dass Gott ein Wunder tut. Wir sitzen da und warten einfach. Dabei ist es Gott der wartet, dass wir nur einen kleinen Schritt gehen.

Hey du,
die größte Angstfrage, die ich so in der 6./7. Klasse hatte, war Montagmorgens die Frage: "Und Manuel, was hast du so am Wochenende gemacht?" Da wurde es nämlich immer brisant, ich musste mir viele Dinge ausdenken und überlegen, wie ich was formuliere. "Joa, Freitagabend (eigentlich war Teenkreis), da waren wir so mit Leuten und so und Sonntagmorgens... joa und mittags war ich dann noch ein bisschen in der Stadt." Und irgendwie hatte ich immer die Angst, bei dieser Frage ein Risiko einzugehen, einen Schritt zu gehen und einfach mal zu sagen: "Ich war Sonntagmorgens im Gottesdient und der war richtig cool!" Oder: "Freitagabends war Jugendgruppe und wir hatte echt eine richtig witzige und inspirierende Zeit!" Es war ja nicht so, dass ich es irgendwie blöd fande, wenn andere Leute Jesus kennenlernen, aber ich hatte einfach Angst, einen Schritt zu gehen, mutig zu sein und Farbe für Gott zu bekennen.

Mal angenommen
Und ich glaube, ich bin nicht der Einzige, der diese Angst kennt. Egal ob in der Schule, in der Uni oder am Arbeitsplatz, aber ich glaube wir alle kennen Situationen in denen wir Angst haben oder uns der Mut fehlt, unseren Glauben zu teilen, irgendwie von Jesus zu sprechen.
Wenn wir in uns hineinhören, haben wir alle die gleiche Sehnsucht, dass Gott Menschen durch uns, mit sich bekannt macht. Und den Wunsch, dass er uns gebrauchen kann. Und mal angenommen, es ist tatsächlich möglich, dass Gott dieses Wunder tut, dass er dich und mich gebraucht um Menschen mit sich bekannt zu machen. Mal angenommen, das wäre möglich, dann ist doch die Frage die wir uns alle stellen sollten und die uns irgendwie auf dem Herzen brennt: "Was ist mein Part dabei? Gott, was willst du von mir? Was soll ich tun?"

Nasse Füße
Ich hab heute eine richtig coole Bibelstory für dich am Start, aus dem ersten Teil der Bibel, im Buch Josua. Das Setting ist, dass das Volk Israel kurz vor dem verheißenen Land ist. Nur noch der Jordan trennt sie vom gelobten Land. Der Jordan hat gerade Hochwasser und ist so etwa 1,5 Kilometer breit und sie mussten irgendwie durch diesen Fluss kommen. Und auf einmal begegnet Gott Josua und sagt: "Hey, sag den Priestern, dass sie sich vor dem ganzen Volk in den Jordan stellen sollen. Josua gibt den Priestern den Auftrag und sie stellen sich in den Jordan. Stell dir das mal vor, wie diese Priester im Jordan stehen, sie bekommen nasse Füße, sie sind dieses Risiko eingegangen, diesen Schritt gegangen und sie warten darauf, dass etwas passiert. Aber es passiert nichts. Das sind die Situationen, in denen wir auf dem Sofa sitzen und uns wünschen, dass Gott ein Wunder tut, ohne, dass wir uns bewegen müssen. "Du kannst ja schon mal den Fluss trockenlegen, alles föhnen und ich komm dann nach." Dabei ist es Gott, der die ganze Zeit darauf wartet, dass wir einen Schritt gehen, dass wir von unserem Sofa aufstehen und ein Risiko eingehen. Das sind die Situationen, wenn du am Montagmorgen gefragt wirst, wie dein Wochenende und du dich entscheiden musst, ob du jetzt vom Gottesdienst erzählst oder nicht. Wenn du gefragt wirst, was du von diesem Glaubenszeug hältst und du dich entscheiden musst, für Gott einzutreten. Die Situationen, wo wir wie im Wasser stehen und darauf warten, dass Gott etwas tut. Und wenn wir in dem Text weiterlesen, dann sehen wir, was Gott getan hat.
In dem Moment, in dem sie in den Jordan steigen, hat Gott den Fluss aufgestaut Aber nicht an ihrer Stelle, sondern dreißig Kilometer weiter flussaufwärts. Und es dauert 5 Stunden, bis die Trockenheit bei ihnen ankommt. 5 Stunden stehen sie da und warten auf das Eingreifen Gottes. Und irgendwann, merken sie, wie das Wasser immer weniger wird und sie erleben ein Wunder!

Vertrauen, das sich lohnt
Wenn wir einen Bibeltext lesen, dann hört sich das oft so easy an: Die Priester halten ihren Fuß in den Fluss, zack Wasser weg, komplettes Volk geht durch den Fluss, toll, praise the Lord, jetzt singen wir noch ein Lied... Das ging ja mal wieder total einfach! Aber wenn wir genauer hinschauen, dann sehen wir, dass das gar nicht so einfach war. Der Fluss hatte Hochwasser und er wurde einige Kilometer flussaufwärts aufgestaut. Und wenn du als Kind schon mal einen Staudamm an einem Bach oder so gebaut hast, dann fließt direkt nach dem Staudamm kein Wasser mehr, aber bis es zehn Meter weiter unten auch trocken ist, dauert das ein bisschen. Die Priester stehen im Wasser und denken sich: Ja gut, ich steh hier im Wasser, I´m standing in the rain oder was auch immer. Sie schauen so flussaufwärts und denken sich: Gott du solltest das Ding jetzt endlich mal teilen. Hinter uns steht ein ganzes Volk, manche reden schon komisch, meine Füße werden kalt... Und sie müssen warten. Sie stecken mitten im Risiko, stehen da, wie so ein begossener Pudel und warten, dass Gott ein Wunder tut. Und das ist das entscheidende: Sie gehen nicht nach einer Minute wieder aus dem Wasser und geben auf. Sie bleiben stehen. 5 Stunden volles Vertrauen auf Gott! Sie riskieren ihren Ruf und vor dem Volk dumm oder kleingläubig da zu stehen. Und dann nach 5 Stunden im Wasser stehen, greift Gott ein und tut das Wunder!

More risk, more fun!
Die Message von dieser Geschichte ist: "Gott will deine Schritte für seine Wunder!" Das bedeutet nicht, dass Gott unsere Schritt braucht, um Wunder zu tun, aber in der ganzen Bibel wird deutlich, dass Gott sein Handeln und seine Wunder daran knüpft, dass Menschen risikobereite Schritte gehen. Und ich will dich heute herausfordern, dich einfach mal zu fragen, wo dein persönlicher Jordan ist. Wo ist es in deinem Leben an der Zeit, Schritte zu gehen, ein Risiko einzugehen um Gott zu zeigen: "Hey, ich bin bereit, ich will dass du mich gebrauchst und ich bin ready ein Risiko für dich einzugehen."
Und ich habe noch eine zweite Geschichte für dich dabei aus dem zweiten Teil der Bibel, aus dem Lukasevangelium: "Wenn man euch in Synagogen vor Gericht stellt, oder euch vor die Behörden und die Machthaber führt, dann macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen uns was ihr sagen sollt. Denn wenn es soweit ist, wird euch der Heilige Geist zeigen, was ihr sagen müsst." Das ist eine richtig fette Verheißung! Jesus verheißt seinen Jüngern, dass sie ihn erleben werden, dass er ihnen Worte eingibt, die nicht von ihnen kommen. Und diese Verheißung ist an eine Bedingung angeknüpft. Nämlich, dass sie ein Risiko eingegangen sind, dass sie in einer Situation sind, in der sie mutig ihren Glauben geteilt haben. Also wieder das gleiche Prinzip. Die Jünger sind zuerst einen Schritt gegangen, haben etwas riskiert und dann erleben sie, wie Gott dazukommt und diesen Schritt für seine Wunder nutzt. Man sagt ja immer so landläufig "No risk. No fun!" und auf eine gewisse Art und Weise scheint dass hier auch so zu sein. "More risk. More fun!" Wenn man mehr für Gott riskiert, wenn wir uns öfter mal trauen, von unserem Sofa aufzustehen und uns ins Wasser zu stellen, dann werden wir Gott in unserem Alltag erleben und wir werden Wunder sehen. Warum wünsche ich mir, risikobereiter zu sein? Warum fordere ich dich heraus, ein Risiko für Gott einzugehen? Weil ich überzeugt bin, dass die Geschichte Gottes mit den Menschen, die beste Geschichte ist, die jemals geschrieben wurde und ich dafür brenne, sie mit anderen zu teilen. Und weil Jesus alles für dich riskiert hat.

Bist du bereit?
Ich will dich heute herausfordern mal zu überlegen, was dein Schritt sein könnte und dann mutig voranzugehen. Um Gott zu zeigen: "Hey, hier bin ich, ich bin ready! Gebrauch mich! Ich will nicht, dass du deine Wunder an die Schritte von irgendjemand anderem knüpfen musst, sondern ich will, dass du mich gebrauchen kannst!" Was ist dein Schritt, um Gott zu zeigen: "Hey, ich bin bereit"? Gott will deine Schritte für seine Wunder. Und das coole ist, das dieser Schritt bei uns allen anders aussieht! Mein Schritt ist ein anderer als deiner. Weil Gott jeden von uns auf eine andere Art und Weise gebraucht!
Oft sind es nur ganz einfache Schritte, jemanden zu fragen, ob man für ihn beten kann, oder in der Schule vom Gottesdienst zu erzählen, durch die Gott großes bewegt und um wirklich ein Wunder zu tun! Die Frage ist nicht: Kann Gott zehntausend Menschen zu sich führen? Die Frage ist nicht: Kann Gott wunder tun? Sondern die Frage ist: Sind wir bereit, kleine, mutige und risikobereite Schritte zu gehen, an die Gott sein Handeln knüpfen kann. Die Challenge für heute ist, dass du und ich uns fragen: "Wo ist mein Jordan? Wo ist mein nächster Schritt, den ich gehen kann?" 
Stell dir mal vor, was möglich wäre, wenn wir alle heute einen kleinen Schritt ins Wasser gehen und jeder von uns erlebt, wie Gott durch diesen kleinen, mutigen, aber risikobereiten Schritt Wunder tut und dadurch Menschen Jesus kennenlernen. Stell dir mal vor, was möglich wäre, wenn wir erleben, dass Gott unsere Schritte für seine Wunder benutzt und wir erleben, wie er es wieder und wieder tut. Stell dir mal vor wir erleben, wie Gott eingreift, wie Gott den Jordan aufstaut und wie Menschen durch dich und mich Gott kennenlernen und Welcome Home erleben. Ist das nicht das Beste, was wir erleben können?

I have a dream
Ich träume davon, dass immer mehr Menschen auf der ganzen Welt, die beste Botschaft der Geschichte hören können. Ich träume davon, dass immer mehr Menschen auf der ganzen Welt, die Liebe Gottes erfahren und in eine lebendige Beziehung zu ihm kommen können. Und ich träume davon, den Glauben unserer Generation zu verändern, dass Jugendliche ihre Nachfolge neu festmachen, Glauben lebendig leben und im Alltag Schritte für Jesus gehen!
Mal angenommen, du entscheidest dich heute einen mutigen Schritt zu gehen. Mal angenommen, Gott tut ein Wunder. Mal angenommen, deine Freunde lernen Jesus kennen. Und mal angenommen, das passiert an ganz vielen unterschiedlichen Orten auf der Welt. Was wäre dann möglich? Stell dir mal vor, was das für Auswirkungen haben könnte! Ich will dich heute herausfordern, mal zu überlegen, was dein Schritt sein könnte und ich bete dafür, dass du krasse Erfahrungen mit Gott machst.

Be blessed
Manuel

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