Neun Wege Gott zu lieben

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Welcher ist deiner?

Es gibt so viele verschiedene Arten, Gott zu lieben. Welcher Typ passt am besten zu dir? Und wie kannst du dir in deinem Alltag Momente einbauen, in denen du Gott auf deine Weise begegnen kannst?

Hey du,
weil jeder von uns einzigartig ist, hat auch jeder einen ganz eigenen Weg, Gott zu lieben, ihn anzubeten und ihm zu dienen. Deshalb hab ich heute für dich neun unterschiedliche geistliche Temperamente mit ihren jeweiligen Eigenarten, Stärken und Gefahren am Start. Erkennst du dich wieder? Wenn du willst, kannst du ja nachher in den Kommentaren teilen, was du für ein Typ bist. Lasst uns gemeinsam einen Blick über den Tellerrand werfen und den Horizont neu definieren. Los geht´s!

#one Der Natur-Typ - Gott in seiner Schöpfung lieben
Er würde am liebsten jedes Gebäude verlassen, um Gott am Ufer eines Flusses anzubeten. Für ihn sind Bücher irrelevant und Demonstrationen überflüssig - man muss ihn einfach durch Wälder, in die Berge oder über weite Wiesen wandern lassen. Christen, die so fühlen, sind der festen Überzeugung, dass die Natur uns klar und deutlich zuruft: "Gott ist da!" Wenn sie draußen im Freien sind, dann steigt der Lobpreis aus ihren Herzen hinauf zu Gott.

#two Der sinnliche Typ - Gott mit allen Sinnen lieben
Sinnliche Christen wollen sich verlieren angesichts der Schönheit und Herrlichkeit Gottes. Sie fühlen sich besonders angezogen von allem Liturgischen, Majestätischen und Großartigen. Um Gott von ganzem Herzen anbeten zu können, müssen sie sehen, hören und riechen. Die fünf Sinne sind Gottes wirkungsvollster Schlüssel zu ihren Herzen. Alles, was die Sinne anrührt, kann für den sinnlichen Christen eine Brücke zum Lobpreis Gottes sein.

#three Der traditionalistische Typ - Gott lieben durch Rituale und Symbole
Traditionalisten betonen all das, was wir häufig als die historische Dimension des Glaubens bezeichnen: Rituale, Symbole, Sakramente... diese Christen haben oft ein sehr diszipliniertes Leben. Sie lieben regelmäßige Gottesdienstbesuche, geben gewissenhaft ihren Zehnten, halten Sabbatregeln und so weiter. Traditionalisten brauchen Rituale und Strukturen.

#four Der asketische Typ - Gott in der Schlichtheit lieben
Er möchte nichts lieber, als beim Beten allein gelassen zu werden. Er braucht keine Liturgie, das Drum und Dran der Religion ist für ihn überflüssig, der Lärm der Welt da draußen unerwünscht. Er will von nichts abgelenkt werden. Nur Gott und er - keine Bilder, und keine laute Musik. Was er zum beten braucht, sind Ruhe und Einfachheit.

#five Der aktivistische Typ - Gott lieben durch Konfrontation
Sie lieben den Gott der Gerechtigkeit, und ihre Lieblingsbibelstelle ist oft die Vertreibung der Händler aus dem Tempel. Für sie bedeutet "Lobpreis", gegen das Böse zu kämpfen und die Sündern zur Bu´ße aufzurufen. Diese Christen sehen die Gemeinde häufig als den Ort, an dem sie ihre Batterien auffüllen können, um gestärkt in die Welt zurückkehren zu können und den Kampf gegen die Ungerechtigkeit fortzusetzten.

#six Der fürsorgliche Typ - Gott lieben durch Nächstenliebe
Christen mit fürsorglichem Temperament dienen Gott, indem sie anderen dienen. Sie sagenvon sich , Christus in den Armen und Bedürftigen zu sehen, und es tut ihrem Glauben gut, mit anderen zusammen zu sein. Während es für viele von uns zermürbend ist, sich immerzu um andere zu kümmern, tankt der fürsorgliche Typ auf diese Weise seine Batterien auf.

#seven Der enthusiastische Typ - Gott lieben durch Mysterien und Feiern
Er liebt es, wenn es beim Gottesdienst und beim Worship richtig abgeht. Das ist sein geistlicher Lebensnerv. Enthusiastische Christen werden inspiriert vom Feiern. Sie sind die "Cheerleader Gottes" und der ganzen Christenheit. Wenn sie in die Hände klatschen, "Amen!" rufen und in ihrer Begeisterung tanzen können, dann sind sie glücklich und erfüllt.

#eight Der selbstlose Typ - Gott lieben durch Hingabe
Selbstlose Christen nennen Gott ihren "Geliebten". Ihr Bild von Gott ist das des liebenden Vaters oder des Bräutigams. Ihre Lieblingsstellen in der Bibel sind sicherlich im Hohenlied der Liebe zu finden, denn sie erleben darin einen göttlichen Liebesbrief. Sie versuchen, Gott die reinste, tiefste und strahlendste Liebe entgegenzubringen, die man sich vorstellen kann.

#nine Der intellektuelle Typ - Gott lieben mit dem Verstand
Intellektuelle Christen mögen Skeptiker oder Evangelikale sein, in jedem Fall werden wie sich mit den Lehren Calvins, der Säuglingstaufe und der Ordination von Frauen beschäftigen. Diese Christen leben in einer Welt der Begriffe. "Glaube" muss zwar erlebt, aber vor allem verstanden werden. Intellektuelle Christen fühlen sich Gott am nächsten, wenn sie eine neue Erkenntnis über ihn gewonnen haben.

Liebe, die bewegt
Ganz egal, welcher dieser Wege, Gott zu lieben, deiner ist. Ich will dir heute eine Sache mitgeben: Gott liebt dich! Er hat dich zuerst geliebt und er wird dich immer lieben. Das ist Fakt. Gottes Liebe ist in erster Linie nicht romantisch. Sie ist nicht kitschig. Sie hat nichts mit Hollywood zu tun. Gottes Liebe ist echt. Sie ist schnörkellos. Gottes Liebe zeigt sich in Dunkelheit, in Ablehnung, in totaler Aufopferung für dich am Kreuz von Golgatha. Gottes Liebe ist hingegeben und unerschöpflich für uns Menschen da. Deswegen kann sie doch Gefühle in uns hervorrufen. Wir können auf Gottes hingegebene Liebe also antworten, indem wir selbst in Bewegung kommen.

Ich wünsche dir, dass du entdeckst, dass Gottes Liebe nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für die Gegenwart und die Zukunft gilt. Wir sind dazu berufen, einander zu lieben. Der Grund dazu ist aber nicht ein "Befehl von oben", sondern das Vorleben von Jesus. Wie er geliebt hat, will auch ich lieben: Grenzenlos, bedingungslos und zeitlos.

Grenzenlos 
Der Liebe Gottes sind keine Grenzen gesetzt.  In Johannes 13,1 steht, dass Jesus die Seinen "bis ans Ende" geliebt hat, bis zum Äußersten : Dem Tod. Gottes Liebe zu den Menschen ist eine Liebe, die nicht vor Leid zurückschreckt, es ist eine Liebe, die bereit ist alles für dich zu geben - selbst das eigene Leben. Jesus ließ sich schlagen und verspotten. Er ließ zu, dass man ihm Nägel durch die Füße und Hände schlug, dass man ihn  als Verbrecher ans Kreuz hängte und ihn öffentlich zur Schau stellte. Er, der völlig schuldlos war, war sich nicht zu schade, für unsere Schuld zu sterben, um uns dadurch zu retten. Das ist so unglaublich, dass wir es niemals ganz verstehen können. "Wie tief muss Gottes Liebe sein?" fragt Anja Lehmann in dem gleichnamigen Lied. Die Antwort: "Er liebt uns ohne Maßen", grenzenlos!

Bedingungslos
Gott liebt dich genau so, wie er dich gemacht hat. Vielleicht hältst du dich für einen Versager, vielleicht lehnst du Gott grundsätzlich ab. Aber wegen all dem liebt er dich nicht weniger, weil er selbst die Liebe ist. Ein Vater liebt sein Kind nicht, weil es etwas besonderes gemacht hat, sondern einfach weil es sein Kind ist. Gott liebt dich bedingungslos, und damit geht auch einher, dass wir nichts tun können, um seine Liebe zu gewinnen. "Gott aber hat uns seine große Liebe gerade dadurch bewiesen, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren" (Römer 8,5). Jesus ist für uns gestorben trotz der Ungerechtigkeit. Vielleicht haben wir das schon gehört, aber wie befreiend ist der Gedanke, wenn wir im Alltag an unseren Fehlern verzweifeln: Gott liebt uns unverdient, bedingungslos.

Zeitlos
Noch mehr gute Neuigkeiten "Gott ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit" (Hebräer 13,8). Mit der selben Liebe, die damals am Kreuz sichtbar wurde, liebt er uns auch heute. Als er starb, hatte Jesus nicht nur die Vergebung unserer Schuld im Blick. Die Bibel sagt darüber hinaus, dass er "um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete" (Hebräer 12,2) Er will, dass du seine Liebe persönlich erfährst. Es ging ihm dabei um ein Leben, um Gemeinschaft mit uns. Das Kreuz ist der Beginn unserer Liebesbeziehung zu Jesus, die nie enden wird! Und wir, wir dürfen auf Gottes Liebe reagieren - mit Liebe. "Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat" (1. Johannes 4,19) heißt es in der Bibel.
Lasst uns also als geliebte Kinder des Herrn in den Alltag gehen und immer vor Auge haben, dass Gott uns unfassbar liebt. In Matt Redmans´ Lied "Where would we be" heißt es: "Where would we be without your Love - we´re still be lost in darkness, where would we be without your cross - you made a way to save us..."

Einfach ein Liebesgedicht
Wenn aus Rebellen Königskinder werden, Angst lebendiger Hoffnung weicht, die sich nicht fürchtet vor dem Sterben. Wenn sich Schönheit aus Asche erhebt, und Heilung aus Zerbruch und zertrümmerten Scherben.
Wenn wir Liebe lernen, Hoffnung hochhalten, Gerechtigkeit generieren, Barmherzigkeit begeistert bejahen, Frieden für Verletzte favorisieren, Versöhnung versuchen, helfende Hände erheben, zu denen, die stolpern und fallen und am Rande der Gesellschaft stehen. Wenn Empfänger zu Weitergebern werden. Hörer sich zu Tätern transformieren. Wenn Beschenkte nicht anders können, als selbst Geschenke zu machen. Wenn geliebte Geschöpfe großzugige Geber von guten Gaben werden. Ist es dann nicht tatsächlich so, dass SEIN Reich, was auch immer das heißt, entsteht, wo auch immer jemand IHN von Herzen und seinen Nachbarn wie sich selbst liebt? Wo der Friedefürst regiert? Wo seine Liebe sichtbar wird? Wo erlebte Gnade zu Barmherzigkeit wird? Wo Gerechtigkeit und Frieden sich küssen?
ER! Die Person die Liebe ist!
Okay konkret: Ich glaube, wer Gottes Liebe erlebt, sieht, wie aus Gleichgültigkeit Erbarmen entsteht. Wer Gottes Liebe erlebt, erlebt auch, dass diese Liebe zum Lieben bewegt. (Marco Michalzik)

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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