Only Jesus!?

Lesedauer: 7min

Die einzige Wahrheit?

Besserwisser sind Leute, die anderen sagen, sie lägen falsch. Genau das hat Jesus getan. Nicht besonders einladend...

Hey du,
da stand ich nun mitten auf dem Zeltplatz, und sollte von Jesus erzählen. Vorgeschichte: Ich hatte mich bereiterklärt, auf dem Jungscharlager unserer Gemeinde die Stille Zeit mit die Kids aus meinem Zelt zu machen. Um genau zu sein: Ich sollte sie dazu einladen, Jesus kennenzulernen.  Ich blickte in die Gesichter und sah Kids, die teilweise schon mit Gott unterwegs waren, aber auch einige, die ihn noch nicht kannten und auch nicht wirklich etwas mit ihm zu tun haben wollten. Die sehr wahrscheinlich an etwas ganz anderes glaubten als an die christliche Botschaft.
In dem Moment ging es mir durch den Kopf: "Ich erzähle ihnen hier von meinem Glauben. Und rede darüber, dass allein Jesus rettet. Damit behaupte ich ja auch, dass all diese Menschen die da vor mir stehen etwas Falsches glauben!" Konnte das sein?

Von wegen Toleranz!
Irgendwie kam ich mir auf einmal sehr intolerant und sogar ein bisschen fundamentalistisch vor. Arrogant. Hochnäsig. Wieso sollte ausgerechnet ich die Wahrheit mit Löffeln gefressen haben? Wie konnte ich mir so sicher sein, welche die einzige wahre Religion ist, die uns die Türe zum Himmel öffnet? In mir sträubte sich alles, denn ich wollte nicht besserwisserisch sein, wollte nicht Lehrer-mäßig rüberkommen.
Noch nie zuvor hatten Toleranz und "den anderen so stehen lassen" in unserer Gesellschaft einen so hohen Stellenwert wie heute. Heutzutage ist eigentlich alles erlaubt, nur eines nicht: zu behaupten, man hätte die alleinige Wahrheit gefunden. "Der eine sieht es eben so und der andere so. Manche glauben eben an einen Gott, andere nicht." Das stimmt. Aber wenn der eine sagt: "1+1 = 2" und der andere sagt: "1+1 = 3", dann sehen es beide anders, aber ist auch beides wahr?

Wie siehst du das?
Tja, da stand ich nun ... und konnte nicht anders. Allein Jesus "solus Christus" - wie hatte Luther das nur gemeint? Oder noch krasser: Wie hatte Jesus das gemeint? Er war es ja schließlich, der von sich selbst behauptet hat: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich." (Johannes 14,6). Deutlicher kann man es ja kaum sagen, dass alle anderen falsch liegen. Der einzige Weg, die einzige Wahrheit und das einzige Leben mit Perspektive Ewigkeit. Puh! Also ich kann verstehen, wenn Menschen sich an so einem Anspruch stören. Schon ein bisschen arrogant, oder? Aber wenn es wirklich stimmt, dann entscheidet dieser Satz über alles. Über unseren Tod oder über ewiges Leben. Wie siehst du das? Kannst du Luthers "solus Christus - Jesus allein!" so unterschreiben?

Unter der Lupe
Vielleicht muss man sich die Dinge erst einmal genauer anschauen, bevor man vorschnell über Jesus urteilt oder Luther als fanatisch und weltfremd bezeichnet. Was hat er eigentlich gemeint? Was wollte Jesus mit diesem Weg-Wahrheit-Leben-Ding sagen? Und was sollte mich motivieren, anderen Menschen davon zu erzählen?
Bei genauerem Hinsehen hab ich festgestellt, dass ich Luther wohl ein bisschen missverstanden habe. Sein Anliegen war es, die Kirche zu reformieren. Auf den Kopf zu stellen. Dinge geradezurücken. Verloren gegangene Wahrheiten wieder ans Licht zu bringen. Und das hatte einen guten Grund: Des das Problem zu Zeiten des guten Martins war, dass sich das Denken des "Ablasshandels" breitgemacht hatte. Die Kirchen brauchten Dringend Geld, um ihre Bauprojekte voranzubringen und verbreiteten die Idee, dass man sich von seinen Sünden freikaufen könnte. Plötzlich konnte man sich Gottes Liebe und Gnade kaufen, erarbeiten. Und auch heute ist es in fast allen Religionen, gerade auch im Islam oder im Hinduismus und Buddhismus so, dass gute Taten eine Zentrale Rolle spielen, um das ewige Leben zu erlangen. Das ging Martin kräftig gegen den Strich, und auf dieses Thema antwortete er mit seiner steilen These: "Jesus allein rettet!"

Alles tolerieren?
Gestern hab ich eine Mail bekommen, in der ich gefragt wurde, wie ich mir eigentlich so sicher sein könne, dass ich die einzige Wahrheit gefunden habe im Gegensatz zu all den anderen Religionen.
Ich muss schlucken. Das sitzt ganz schön tief! Ja, wie kann ich eigentlich? Das ist doch total intolerant! Dabei möchte ich doch ein weltoffener Mensch sein. Wie soll das gehen, wenn ich davon überzeugt bin, dass nur durch Jesus Rettung möglich ist?!
Die Behauptung, dass wir in Jesus die Wahrheit gefunden haben, stößt unsere moderne Gesellschaft vor den Kopf. Glauben gern - aber bitte nur privat. Ist schließlich Ansichtssache. Ob Buddha, Jesus oder Shiva, ist doch wirklich einerlei... Dabei bedeutet der Begriff Toleranz nicht, stillschweigend alles hinzunehmen. Toleranz bedeutet, dass zwei Seiten mit gegensätzlichen Ansichten aufeinandertreffen und es "ertragen", dass der andere es eben anders sieht. Tolerant zu sein bedeutet nicht, seinen eigenen Standpunkt zu verlassen, sondern Menschen, die anders denken, ihre Würde nicht abzusprechen.

Was sagt die Bibel?
Wenn man die Antwort in der Bibel sucht, liest man dort Folgendes: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, außer durch mich" (Johannes 14,6).
Jesus sagt von sich aus, dass er kein Prophet ist sondern der einzige Weg, die einzige Wahrheit und das einzige Leben mit Perspektive Ewigkeit. Dieser Anspruch steht komplett im Gegensatz zu dem, was von unserer heutigen Gesellschaft im Namen der Toleranz gefordert wird. Jesus hat die Leute wie kein anderer konfrontiert und in ihren Glauben herausgefordert. Und gleichzeitig war niemand so voller Gnade und Liebe wie er. Er hat alles für dich gegeben, weil du ihm alles bedeutest! Er ist am Kreuz für dich gestorben, damit du frei bist. Er hat die Mauer eingerissen, die unsere Fehltritte zwischen und und Gott aufgebaut haben. Weil er dich aus ganzem Herzen liebt. Und er hat den Tod überwunden. Es gibt so viele unabhängige Quellen, Augenzeugenberichte und auch außerbiblische Texte von Personen, denen Jesus nach seiner Kreuzigung begegnet ist, die das bezeugen. Jesus ist auferstanden. Allein Jesus.

Einzigartiges Angebot
Absolut ist, was Jesus von sich behauptet. Das können wir nicht kleinreden. Absolut (anders) ist aber auch, was er uns anbietet: "... keiner kommt zum Vater, außer durch mich." Was für eine fette Aussage: Gott als unser Vater! Und wir können zu ihm kommen. Jesus bietet hier nicht nur einen Logenplatz fürs ewige Engelskonzert an. Jesus will unsere Beziehung zum himmlischen Vater, zu unserem Schöpfer wiederherstellen. Und dafür können wir nichts tun. Das können wir nicht erarbeiten, sondern Jesus schenkt uns dieses ewige Leben. Wir müssen nur an ihn glauben.
Martin Luther ging es damals gar nicht darum, andere Religionen zu verurteilen oder Andersgläubigen zu sagen, dass sie falschliegen. Es ging ihm darum, klarzustellen, dass wir uns den Himmel und Vergebung nicht mit Geld erkaufen können. Alleine durch den Glauben an Jesus, der für unseren Mist, den wir gebaut haben, bezahlt hat, können und dürfen wir nun zu Gott kommen. Also genau das, was Jesus über sich selbst gesagt hat, nämlich, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Und das ist heute noch genauso revolutionär wie damals. Denn nach wie vor liegt es in der Natur des Menschen, dass wir uns am liebsten selbst retten wollen.

Wo bleibt mein Beitrag?
Wir wollen etwas leisten. Uns fällt es schwer, uns einfach nur etwas schenken zu lassen. Tief in uns steckt das Denken, dass wir uns beim Thema Religion und Glauben auch ein bisschen anstrengen müssen. Guten Willen zeigen. Moralisch gut leben. Dieses und jenes tun. Auch, wenn Gott uns 99 Schritte entgegenkommt, so wollen wir doch darauf bestehen, dass wir wenigstens diesen einen Schritt tun. Aber genau das meint Jesus wenn er von "allein durch mich" spricht: Gottes Liebe ist ein Geschenk; du kannst sie dir nicht erarbeiten. Du kannst dich nichts selbst gerecht sprechen. Du kannst dich nicht erlösen, wenn das Problem in dir drin ist, du kannst dich nicht selbst von deiner Sünde befreien. Wie können wir die Welt verändern, wenn wir selbst die Welt sind? Wie können wir Licht in die Dunkelheit bringen, wenn wir selbst dunkel sind? Wir können nichts verändern. Aber Jesus kann alles verändern! Allein Jesus.

Jesus und die Religion(en)
Auf eine Art steht Jesus damit gegen das System. Jesus ist nicht gekommen, um Menschen religiöser zu machen, sondern er hat Religion hinterfragt und die Menschen damit konfrontiert! Und wir sollen das als seine Nachfolger auch tun. Das heißt aber eben nicht, die Menschen zu der "Religion Christentum" zu bekehren, sondern Jesus und sein einmaliges Angebot zu bezeugen. Es ist eine persönliche Entscheidung, dieses Angebot zu bezeugen. Es ist eine persönliche Entscheidung, dieses Angebot anzunehmen - aber wir dürfen es mutig und entschlossen an unsere Gesellschaft weitergeben. Gerade weil wir die Menschen lieben, konfrontieren wir sie. Weil wir sie wertschätzen, zeigen wir ihnen den, der uns als Einziger zu Gott führen kann.
Es geht mir, Luther und Jesus nicht darum, zu verurteilen oder die Menschen in richtig und falsch Glaubende einzuteilen. Aber ich habe erlebt, wie erfüllend und freimachend die Botschaft der Bibel ist und dass ich gar nicht anders kann, als anderen davon zu erzählen. Weil sie mein Leben verändert hat. Ich habe erlebt, dass dieser Gott lebt und dass er mir geben kann, was mir niemand sonst geben kann. Erfüllung, eine Bestimmung und einen Sinn im Leben, der auch über den Tod hinausgeht. Das gibt es allein bei Jesus. Mir ist es wichtig, nicht von einer Religion zu schwärmen, die 500 Jahre Reformation feiert, sondern von dem Jesus, der diese Reformation noch vor der Reformation gestartet hat und der sagt: "Ich bin gekommen, um ihnen das Leben in Fülle zu schenken" (Johannes 10,10). Und das alles, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Eine Liebe, die bedingungslos ist und für alle Menschen gleichermaßen gilt. Das begeistert mich. Restlos. Jesus allein!

Be blessed
Manuel 


PS: Only Jesus? - Frag Jesus!
Wenn du noch nicht an Gott glaubst, oder gerade an ihm zweifelst, dann will ich dich heute dazu ermutigen, dieses Gebet zu sprechen: "Gott, wenn es dich wirklich gibt, wenn du lebst und wenn du mich wirklich liebst, dann zeig es mir! Lass mich erfahren, dass du der Weg die Wahrheit und das Leben bist!" Und dann schlag die Bibel auf uns fang an zu lesen und geh aufmerksam durch deinen Alltag, denn Gott antwortet manchmal auf Wegen, auf denen wir ihn nie erwartet hätten. Aber er antwortet. Versprochen. Bist du bereit für dieses Abenteuer?


Bildquelle:https://dribbble.com/shots/1731498-John-14-6

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