Stand strong (TDW 27/2017)

Lesedauer: 7min

Glaubst du an Gott? Und glaubst du, dass dein Glauben Berge versetzten kann?

Lies bitte zuerst Josua 2,1-14

Hey du,
ich hab heute eine Story am Start von einer Frau, die eine unglaublich wichtige Rolle im Buch Josua und in der Geschichte des Volkes Israel spielt. Ihr Name ist Rahab. Sie war eine Glaubensheldin, eine Frau, die sogar im Stammbaum Jesu aufgeführt wird. Sie war die Ur-ur-Oma von König David. Und doch war Rahab keine Theologin, hatte keinen Doktortitel, ist nicht predigend durch die Welt gereist... Sie war Prostituierte. Und doch ist sie mein Vorbild. Ja, du hast dich nicht verlesen.

Step forward
Wir werden nie Schritte mit Jesus gehen, wenn wir keinen Glauben haben. Wir werden nie wie Petrus aus dem Boot steigen, wenn wir keinen Glauben haben. Ohne Glauben werden wir uns nur Wissen aneignen. Wir werden die Bibel lesen, immer mehr Fakten lernen, aber wir werden dabei nicht einen einzigen konkreten Schritt im Alltag gehen. Wann bist du das letzte Mal einen Glaubensschritt gegangen? Wie lange ist es her, dass du etwas getan hast, ohne hundertprozentig abgesichert zu sein? Vielleicht war es heute, vielleicht gestern, vielleicht vor einem Jahr, vielleicht noch nie. Vielleicht sagst du jetzt: "Na klar, vorher hab ich mich auf einen Stuhl gesetzt und hab nicht überprüft ob dieser Stuhl auch hält." Ok, du hast einen Glaubensschritt gemacht und dem Stuhl vertraut, dass er dich hält. Aber das meine ich nicht. Ich will dir und mir heute eine einfache Frage stellen: "Glaubst du an Gott? Und glaubst du, dass dein Glauben Berge versetzen kann?"

Wie sehen deine Glaubensschritte aus?
Wir haben alle Herausforderungen in unserem Leben. Aber die Frage ist: Wie gehst du damit um? Wie sehen deine Glaubensschritte aus?
Die Story von Josua ist voller dieser Glaubensschritte. Josua wird von Gott berufen, der Nachfolger von Mose zu werden. Das Volk Israel anzuführen und das verheißene Land einzunehmen. Eine ziemlich gigantische Aufgabe, und vermutlich hatte Josua auch ganz schon Angst davor, aber Gott hat ihm immer und immer wieder gesagt: "Sei mutig und stark! Gehe Glaubensschritte. Ich bin bei dir!" Bääm, was für eine Zusage!

Let´s go!
Und als es dann los geht mit dem großen Projekt der Landeinnahme schickte Josua heimlich zwei Männer voraus um mal die Lage zu checken. Und diese Männer zogen los. Und wo sind sie gelandet? Im Haus einer Prostituierten! Na wenn das nicht klasse Späher sind...
Und trotzdem sind die beiden Jungs auch Glaubensschritte gegangen. Sie gingen einfach los. Ohne zu wissen, was sie erwartet oder ob sie womöglich direkt der feindlichen Armee in die Arme laufen. Sie gingen einfach los. Im Vertrauen darauf, dass Gott mit ihnen geht. Und vielleicht haben sie auf dem Weg noch überlegt: "Naja, wie kommen wir eingentlich durch das Stadttor? Werden wir auffallen? Und was ist, wenn man uns gefangen nimmt? Vielleicht haben sie aber auch gar nicht überlegt, was sie da tun, weil sie einfach naiv vertraut haben. - Und das mein ich nicht im negativen Sinne. Oft ist es genau dieser naive, kindliche Glauben, der uns voranbringt im Glauben und im Leben und der auch viele Glaubenshelden der Bibel ausgemacht hatte. - Vielleicht hatten die beiden auch Zweifel. Aber sie sind trotzdem losgegangen. Weil sie einen Glaubensschritt gegangen sind. Hast du schon mal einen Schritt gewagt, ohne recht zu wissen, wie es ausgehen wird?

Für Beziehung erschaffen
Diese zwei Jungs ziehen also los und kommen in das Haus einer Prostituierten. In das Haus von Rahab und verstecken sich dort. Und als der König das mitbekommt und die Spione holen lässt, deckt Rahab sie und sagt, sie wären schon längst wieder aus der Stadt. Warum beruft Gott hier eine Prostituierte für diesen entscheidenden Schritt in der Geschichte Israels? Warum tut er das?
Wir stellen uns mal für einen Moment das Leben von Rahab vor. Sie ist eine Frau, die ihren Körper verkauft, sie schläft mit vielen fremden Männern um über die Runden zu kommen.
Als Gott uns erschaffen hat, da hat er uns zu Wesen geschaffen, die für Beziehung geschaffen sind. Du brauchst einen Mitmenschen, um zu wissen, wer du selbst bist. Beziehungen tragen einen großen Teil zu unserer eigenen Identität bei. Und wenn dein Mitmensch dich nicht ausnimmt wie ein Objekt, sondern dich behandelt wie einen Mensch, nicht irgendwelche Vorurteile hat, sondern dir gerade in die Augen schaut und nicht auf andere Körperteile, dann erkennst du deine Identität. Dann weißt du, dass du geliebt bist, dass du gewollt bist und dass du respektiert wirst als Mensch. Dazu sind wir erschaffen.

Kaputte Welt
Und jetzt stellt euch mal das Leben von Rahab vor. Als kleines Mädchen wächst sie heran, hatte vielleicht ihre Eltern noch, aber schon als kleines Mädchen hat sie Vertrauensbruch erlebt. Da ist Stück für Stück etwas kaputtgegangen in ihrem Leben. Zuerst hat sie gedacht: "Männer tun nie sowas", und dann hat sie erlebt, dass Männer zu allem in der Lage sind. Dass sie in der Lage sind, ihre Ehefrauen zu belügen, untreu zu sein und ihr Haus aufzusuchen um ihre Dienste in Anspruch zu nehmen. Und stellt euch mal vor, dort in diesem Häuschen klopft jemand an der Tür, sie öffnet und dann steht da der Ehemann, der morgens vielleicht noch mit seiner Frau durch die Straßen gelaufen ist, als wäre er der beste Ehemann. Und sie sieht das - und kann es nicht fassen. Was, der ist es wirklich? Und in diesen Momenten stirbt etwas in ihr und sie denkt, dass man wohl niemandem mehr vertrauen kann. Den Männern nicht und den Frauen auch nicht, denn das, was sie tut, ist auch nicht richtig. Und das weiß sie. "Wem also kann ich dann noch vertrauen, wenn Menschen nicht vertrauenswürdig sind?" Und sie weiß: "Da ist niemand, dem ich vertrauen kann." Sie kennt kaum jemanden, der sie noch anschaut als Mensch, als Frau. Sie wird nur noch als Ding angesehen, als Objekt. Das ist die Welt, in der Rahab lebt.

"Wo ist dieser Gott?"
Und jetzt hört sie von einem Gott, der für sein Volk da ist. Da war schon lange niemand, der für sie da war, der sie geliebt hat, der ihr in die Augen geschaut hat und sie gefragt hat: "Rahab, kann ich dir was Gutes tun, kann ich dir helfen, dass du hier rauskommst?" Da war wahrscheinlich lange niemand mehr und jetzt hört sie, dass da jemand ist der für seine Leute kämpft. "Denn wir haben gehört", sagt sie in Vers 10, "dass der Herr die Wasser des Schilfmeeres vor euch ausgetrocknet hat als ihr aus Ägypten zogt und was ihr den beiden Königen der Amoritern getan habt, die jenseits des Jordan waren, Sihon und Og an denen ihr den Bann vollstreckt habt." Das sind Geschichten, wahre Geschichten, die sie mitbekommen hat. Dass da ein Gott ist, der für sein Volk streitet. Dass ein Gott für sein Volk da ist. Dass da ein Gott ist, der sein Volk liebt. Der all das ist, was sie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Natürlich ist sie interessiert und in ihrer Verzweiflung fleht sie die Männer an: "Wo ist dieser Gott? Wo ist denn jemand der mich lieb hat? Wo ist denn jemand der mich so annimmt, wie ich bin? Wo ist denn jemand, der mich nicht verurteilt sondern mir vergibt? Wo ist denn jemand, der mal sagt: "Gut, dass du da bist"? Und wenn dann jemand gesagt hat: "Rahab es ist so schön, dass es dich gibt", dann hat sie schon in den Augen gesehen: "Der Typ sagt das nur, weil er mich gebrauchen will, weil er meinen Körper will." In dieser Welt leben wir. Wo ist heute noch jemand, der dir etwas gibt - einfach nur so? Hey, wenn dir das mal passiert, wenn dir jemand etwas Gutes tut - einfach nur so - dann willst du ihm auch etwas Gutes tun. Und das ist die Macht der Liebe. Und das ist immer der erste Schritt. Wir werden erst einen Glaubensschritt gehen, wenn jemand uns zuerst geliebt hat. Dann erst werden wir aufstehen.

Weil er uns zuerst geliebt hat Und Jesus ist genau diesen erste Schritt gegangen. Er ist vorausgegangen, er ist am Kreuz für uns gestorben um uns frei zu machen! Er hat uns schon geliebt noch bevor wir geboren wurden. Er macht uns zu Kindern Gottes! Und deshalb will ich ihm dienen, ich will Glaubensschritte gehen. Weil er den ersten Schritt gegangen ist. Weil ich, seit ich das begriffen habe, gar nicht anders kann, als ihm mein Leben hinzugeben. Nachfolge ist immer eine Reaktion. Eine Reaktion auf das, was Jesus am Kreuz getan hat. Weil er uns zuerst geliebt hat!
Und stellt euch mal vor: Rahab hat von dieser Liebe erfahren! Dass da ein Gott ist, der für sein Volk sorgt. Bedingungslos! Auch wenn sich die Menschen immer wieder von Gott abgewendet haben, Gott war treu! Und genau das, hat Rahab in ihrem Umfeld nie erlebt. Stellt euch ihre Reaktion vor, als sie erfahren hat, dass es da jemanden gibt, der sie liebt und der sie so annimmt, wie sie ist - Rahab geht einen Glaubensschritt! Sie will mehr über diesen Jesus wissen und sie will ihm ihr Leben hinlegen. Wow!

Vertraust du ihm?
Als die beiden Jungs, die Josua geschickt hatte das mitbekommen, versprechen sie Rahab, dass ihr Haus verschont werden soll, wenn Jericho eingenommen wird. Sie soll eine rote Schnur aus dem Fenster hängen und dann wird ihr Haus verschont bleiben.
Und Rahab geht diesen Schritt. Sie hängt ein rotes Seil aus dem Fenster, läd alle zu sich ein und als die Israeliter Jericho erobern, bleibt ihr Haus, und alle, die darin waren unversehrt. Rahab hat Gott vertraut! Sie hat alles auf ihn gesetzt. Und sie hat alles gewonnen! Deshalb beruft Gott hier eine Prostituierte. Rahab ist eine Glaubensheldin! Nicht, weil sie einen starken Glauben hatte, sondern weil sie einen starken Gott hat! Nichts kann dich mehr motivieren, Schritte im Glauben zu gehen, als die Liebe Gottes! Und die hat sie erlebt. Es kommt nicht auf unseren Glauben an, sondern auf das Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint. Auch wenn Rahab gerade erst Gott kennengelernt hat, hat sie alles auf diese eine Karte gesetzt und hat ihm vertraut.

Haben wir einen Glauben, der Berge versetzt?
Ich will dich heute herausfordern, mal darüber nachzudenken: Wem vertraust du? Ist Jesus deine rote Schnur? Ist er dein Schutz, deine Kraft, deine Hoffnung? Ist Jesus derjenige, der dich zuerst geliebt hat, und wegen dem du Dinge tust, die du sonst niemals tun würdest? Dann bist du glaubensstark dann stehst du fest - aber nicht aus dir selbst heraus. Denn er hat dir den Glauben geschenkt. Es kommt nicht darauf an, wo wir im Glauben stehen, wie lange wir schon mit Gott unterwegs sind oder ob wir irgendwelche frommen Regeln einhalten. Es kommt darauf an, felsenfest auf Gott zu vertrauen! Aus ganzem Herzen. Das mag manchmal auch etwas naiv sein, aber ich habe erlebt, dass es das Beste ist, und dass wir, wenn wir auf Gott vertrauen Dinge erleben, die wir uns nie zu erträumen gewagt hätten. Gott hat Großes mit dir vor. Er will die Welt mit dir verändern! Vertraust du ihm? Stay strong!

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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