Wo bist du?

Lesedauer: 4min

Auf der Suche nach Gott  

So oft drehen wir uns um und fragen uns, wo Gott geblieben ist, und vergessen dabei völlig, dass vielleicht wir es sind, die vom Weg abgekommen sind.

Hey du, 
wo bist du?
Kannst du mir nicht sagen, wo du bist?
Denn ehrlich gesagt, manchmal seh‘ ich dich nicht.
Ich wach schon mal am Morgen auf und bin mir nicht mal sicher, ob und wenn ja was ich überhaupt noch glaub.

WO BIST DU?

Nenn mich Schwätzer oder Ketzer, aber ich frag mich oft in meinem Leben:
„Ist es so, dass Gebete wirklich was bewegen, oder bleiben die Worte an der Zimmerdecke kleben wie Spinnweben?

WO BIST DU?

Und während ich nachdenkend da sitz‘,
erreicht mich die Nachricht, dass ein Freund nicht mehr da ist.
Panik, als klar ist, dass das real ist.
Und wie soll ich akzeptieren, dass so was dein Plan ist?
Sie sagen Unfall, manche Schicksal, andere Fügung, einige Zufall!
Und ich weiß nicht, was ich sagen soll.

WO BIST DU?

Ganz im Ernst – lässt du dich blicken im Schmerz,
oder überlässt du uns einfach uns selbst?
Wo bist Du? Hast Du den ersten Menschen gefragt, als dieser die Entscheidung traf,
nicht zu hören auf deinen Rat und Warnungen mit Füßen trat.
Und vielleicht hab ich kein Recht zu fragen, auch keinen Grund mich zu beklagen,
aber wenn du mich fragst, darf ich dann auch dich fragen – wo bist du?
Und warum gibst du auf warum nie ne Antwort?
Ich fand dort, wo sie mir Antwort versprachen nur Schubladen –
Vollgestopft mit Phrasen und weiteren Fragen, die allesamt die Sehnsucht
und das Echo von „WO BIST DU?“ in sich tragen.

Ich schalte den Fernseher an, um abzuschalten und muss so denken:
Wo bist du an geschlossenen Grenzen,
wo Menschen vor Kämpfen fliehen und in Wellen der Ablehnung ertrinken. Hochwasserpegalhöchststand weltweit durch Tsunamis unserer Gleichgültigkeit.

Du sagst, du bist der gute Hirte – bist du dann da in Krisenherden und Kriegsgebieten,
Wo bist du zwischen Granaten und Landminen und in dem Land mit Minen,
in denen Kinderhände unseren Luxus garantieren.
WO BIST DU?
Und ich ertappe mich dabei zu fragen, wie es die Psalmisten hinbekamen,
nach Verse langem Klagen am Ende deinen Namen groß zu machen,
zu dir aufzuschauen und was übrig bleibt, ist dann Vertrauen.
Irgendwie! Und ich frag mich wie!


Klar, Glaube ist ein Überzeugtsein von etwas, das man nicht sieht.
Aber manchmal wünsch ich mir umso mehr es wär umgekehrt und ich könnt unbeschwert
sehen und greifen, was ich so nicht begreife.
Und ja, mir geht es gut.
Ich habe Millionen Gründe dankbar zu sein.
Aber macht es das nicht umso schlimmer?
Denn wenn das wirklich alles Segen und von dir gegeben ist,
tut mir leid, warum ist der Segen dann so unfair verteilt?
Darf ich das überhaupt sagen? Mir anmaßen dich anzuklagen?
Und hast Du nicht gesagt, wer dich sucht, von dem lässt du dich finden? Irgendwie komisch,
aber hast Du nicht sogar gesagt, du bist in mir drin?
Und vielleicht – geht das auch wirklich zu weit,
weil meine Anklageschrift bereits beim Unterzeichnen meinen eigenen Namen schreit: Wo bist du? Hast du nicht gesehen, wo wir waren und wenn du doch kannst warum hast du nichts dagegen getan? Beschämtes Erkennen, du könntest mich das selbe fragen! Hast Du nicht uns erwählt? Gesagt ihr seid das Licht der Welt, und wenn das stimmt, wieso ist es hier dann nicht so hell?

Und ich beginne zu begreifen, dass meine anfänglichen Fragen und Zweifel in Wahrheit die Antworten sind. Dass jede Not, die ich seh, mich einlädt ihr zu begegnen.
Oh was für ein tiefes Geheimnis, dass der Schöpfer des Universums in mir, der so klein ist, daheim ist.

Wo bist Du? Du lebst in mir und willst durch mich Menschen begegnen, Hoffnung sähen, damit sie Hoffnung sehen. Und das klingt so Verstand übersteigend extrem. Und trotzdem – auch so wunderschön! Lass mich mit deinen Augen sehen! Auch wenn das heißt, ich seh oft nichts vor lauter Tränen! Sind wir nicht dein Leib? Deine Körperteile? Also lass uns doch deine Hände sein, die helfen und die Wunden heilen, Füße die herbeieilen um Frieden zu verbreiten und Arme die sich weit öffnen, um die willkommen zu heißen, die wo sie daheim waren nun nicht bleiben können.

Lichter der Welt – Feuerzeuge, Taschenlampen und Fluchtlichter: Die Frage ist nicht wo ist ER? Sondern wo sind wir? Wo bist Du? Und seh ich zu oder lass ich zu, dass am Ende des Tages meine eigene Frage zu mir spricht – vielleicht wie für mich in einem Gedicht – vielleicht auch nicht – was am Ende bleibt ist die Frage
WO DU BIST?!

Text: Marco Michalzik


Ein Gott, der sich nach dir sehnt
Ich hab heute eine Geschichte für dich am Start von einer alten Frau aus Brasilien, die auf der Suche war nach ihrer Tochter, denn sie verschwand eines Tages spurlos. Und diese Frau fährt nach Rio de Janeiro, nimmt ein Foto von ihr uns verteilt es in der ganzen Stadt. Im selben Moment erlebt diese Tochter den Tiefpunkt ihres Lebens. Ihr Job war es, fremde Männer glücklich zu machen. Sie kommt aus dem Hotelzimmer von einem fremden Mann heraus, geht ins Foyer, bricht zusammen und weint bitterlich. Denn sie suchte nach dem Sinn ihres Lebens und einfach nur nach Liebe. Und plötzlich hebt sie ihren Blick, sieht ein Foto von ihr, nimmt es, dreht es herum und darauf stehen die simplen Worte: Hey meine Tochter, es ist mit egal wo du bist und was aus dir geworden ist. Komm einfach nach Hause.

Welcome Home
Und wir können diese Situation ummünzen auf uns und Gott sagt dir: "Hey mein Sohn, hey meine Tochter, es ist mir egal wo du bist und was aus dir geworden ist. Komm nach Hause.
Gott steht da, mit offenen Armen und wartet auf dich. Warum? Weil deine Entscheidung gegen Jesus nichts an seiner Entscheidung für dich ändert. Er hat sich bereits für dich entschieden. Er seht sich nach einer Beziehung mit dir. 
Ich habe es schon öfters bei mir selbst und auch bei anderen Christen gemerkt, dass wir uns irgendwann in unserer Nachfolge verlaufen. Wir bauen Mist, wir fallen und dann liegen wir da. Und wenn wir uns umschauen, merken wir, dass wir irgendwie vom Weg abgekommen sind. Und immer wieder taucht in uns diese Frage auf: "Wo bist du, Gott?" So oft drehen wir uns um und fragen uns, wo Gott geblieben ist, und vergessen dabei völlig, dass vielleicht wir es sind, die vom Weg abgekommen sind. Ich will dich heute herausfordern die Frage einfach mal umzudrehen. Dich mal zu fragen: "Wo bin ich eigentlich?" Auch wenn es so scheint, als hätte Gott uns irgendwie verlassen, als hätten wir seinen Plan für unser Leben irgendwie verpasst - Er ist da. Und er hat uns versprochen sich von uns finden zu lassen. Er steht da mit offenen Armen. Das Angebot steht. Nimmst du es an? #wobistdu

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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