More than you think

Lesedauer: 6min

Nachfolge ist so viel mehr, als Wörter und Gedanken - Lass sie uns leben!

Jesus ist für dich nur ein Beispiel, dem du folgst. Bis du ihn als jemanden erlebst, der dich zutiefst liebt und in dessen Arme du dich fallen lassen kannst.

Hey du,
Ehrlich gesagt gefiel ihm bloß der Rahmen. Vier Dollar. Mehr musste er 1989 an jenem Morgen auf dem Flohmarkt von Adamstown, Pennsylvania nicht aus seinem Geldbeutel kramen, um einen seltsamen alten Bilderrahmen zu kaufen. Er gab dem Verkkäufer das Geld. Die trostlose kleine Landschaftsszenerie mit der unleserlichen Signatur, die auf die schmutzige, kaputte Leinwand gepinselt war, interessierte ihn nicht im Geringsten. Es war der vergoldete, verschnörkelte Rahmen, der seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Der Verkäufer nahm die vier Dollar und hatte nicht die leiseste Ahnung, dass der Rahmen und das Bild nicht im Entferntesten das waren, was er dachte.

Schatz im Scherbenhaufen
Als der Käufer nach Hause kam, brach der geschmackslose Rahmen in seiner Hand auseinander. Es war nichts mehr zu retten. Klasse - Vier Dollar für eine Handvoll Müll. Aber als er sich bückte um die einzelnen Teile aufzuheben, fiel sein Blick auf etwas zwischen der kaputten Leinwand und der hölzernen Rückseite des Rahmens. Ein riessiges, gefaltetes Blatt Papier, so groß, wie ein Briefumschlag. Langsam faltete er es auseinander. Er strich über die mit Tinte geschriebenen Worte. Es war doch nicht das, was da stand - oder etwa doch? Als ein Freund vorbeikam, der historische Erinnerungsstücke sammelte, hlte er das Blatt hervor, faltete es vorsichtig auseinander und ließ ihn einen Blick darauf werfen. Er lachte auf, als er es kopfschüttelnd und mit offenem Mund betrachtete. "Was meinst du?" "Lass es schätzen", das war alles, was er sagte.
Es stellte sich heraus, dass dieses nur wenige Millimeter dicke, zusammengefaltete Stück Papier, das aus dem zerstörten Bilderrahmen gefallen war, am 4. Juli 1776 gedruckt worden war. Ja, du hast dich nicht verlesen. Es war einer von fünfhundert Erstdurcken der Unabhängigkeitserklärung der Verinigten Staaten von Amerika. Es stellte sich heruas, dass - soweit bekannt - nur noch dreiundzwanzig davon existieren, von denen bloß zwei in Privatbesitz sind - und jetzt dieser Fund! Auf dem Flohmarkt erstanden. Der Druck wurde am 4. Juni 1991 versteigert und als der Hammer fiel und der Auktionar "Verkauft!" rief, war aus einem Vier-Dollar-Bilderrahmen vom Flohmarkt ein Schatz von 2,4 Millionen geworden.

More than you expect
Und das war nicht das einzige Mal, dass so etwas passierte. Stan Caffy, ein Installateur, erstand 1996 auf einem pribvaten Flohmarkt eine Ausgabe der Unabhängigkeitserklärung. Er heftete sie an die Wand seiner Garage. Er dachte, es handle sich dabei um eine Billigkopie, von der es unzählige gäbe. Tja - die Dinge sind nicht immer so, wie wir denken. Zehn Jahre lang hing das verblasste Blatt Papier dort an der Wand, während Stan ein Fahhrad nach dem anderen reparierte. Bis Stans Frau Linda schließlich meinta, er solle eindlich mal die Garage aufräumen. "Ich konnte einfach nichts wegwerfen", gestand Stan. "Soweit ich mich erinnern kann hatten wir eine kleine Diskussion, ob wir sie behalten - diese Kopie dort an der Kand - oder weggeben sollen. Linda hat gewonnen." Also nahm Linda eines Morgens im März einen antiken Tisch, einen Duschkopf mit Massagefunktion, einen Wasserhahn und jenen vermeintlich wertlosen Druck der Unabhängigkeitserklärung und ging damit zu einem Secondhandladen in Nashville. Als Michael Sparks sich dort umsah fiel ihm das vergilbte, mit einem Lacksiegel versehene und zusammengerollte Stück Papier in die Hand. Zwei Dollar und achtundvierzig Cent war alles, was Michael Sparks für das Dokument berappen musste. Und was war es in Wirklichkeit? Eine von zweihundert offiziellen Ausfertigungen der Unabhängigkeitserklärung, die 1820 von Präsident John Quincy Adams in Auftrag gegeben worden waren. Sie wurde auf einer Auktion für 477.650 Dollar verkauft - fast eine halbe Million!
Als Stan davon hörte meinte er: "Ich freue mich für diesen Michael Sparks. Wenn ich sie noch hätte, würde sie immer noch in der Garage hängen und ich wüsste weiterhin nicht, dass sie so viel wert war ... Aber ich komme mir nicht gerade besonders klug vor."

Christ sein ist mehr - So viel MEHR
Was lernen wir daraus? Man kann eine "Freiheitserklärung" besitzten - und sie nicht einmal wertschätzen. Du kannst etwas in deinen Händen halten, das so wertvoll ist, dass es dein Leben verändern könnte - und du könntest es einfach aus deinem Leben verbannen, weil du seinen Wert nicht erkennst.
Du glaubst vielleicht, du weißt, was du von einer Sache halten sollst - und dann zeigt sich, das alles ganz anders ist, als du denkst. Vielleicht geht es letztlich nur darum? Du glaubst nicht, dass Jesus alles ist, was du brauchst - bis er alles ist, was du noch hast. Jesus ist für dich nicht mehr als ein Mittel zum Zweck, um das Leben zu bekommen, das du dir wünschst - bis du erlebst, dass Jesus das Beste in deinem Leben ist, das du schon hast. Wenn du zu Gott gehörst, wird die Plicht zur Freude. Jesus ist für dich nur ein Beispiel, dem du folsgt, bis du ihn als jemanden erlebst, der dich zutiefst liebt und in dessen Arme du dich fallen lässt, als Lamm, das dir vergibt und als Herr, der dich frei macht. Christ zu sein ist, wie eine ungeheuer wertvolle Freiheitserklärung in den Händen zu halten, ohne es zu wissen: Es ist anders, als du denkst. Christ sein ist mehr, als nach dem Tod, in den Himmel zu kommen. Es bedeutet, jetzt schon mit Jesus zu sterben, damit du auch jetzt mit ihm leben kannst. Christ sein ist mehr, als ein gutes Leben zu führen. Es bedeutet, dass Jesus das perfekte Leben für dich gelebt hat, damit du das Leben in seiner ganzen Fülle erfahren kannst. Christ sein ist mehr, als Routine. Es bedeutet, dass Jesus dein Herz berührt und du mit ihm durchs Leben gehst. Jesus nachzufolgen bedetet, die zerschlissene Leinwand unserer Religiösität herauszureißen, sodass der kaputte, billige Rahmen der Dinge, die uns ablenken, auseinanderbricht. Um dann zu erleben, wie atemberaubend, bedeutsam, lohnenswert und wertvoll es ist, authentisch mit Jesus zu leben. Nicht nur religiös zu sein, sondern ein Nachfolger zu sein. Kein Fan, sondern ein Follower.

Ein Leben in Farbe
Ein Buch, das ich in meiner Kindheit total abgefeiert habe war Hüter der Erinnerung von Lois Lowry (das 2014 verfilmt wurde). Es handelt davon, dass eine ganze Gesellschaft von einer Gruppe Ältester kontrolliert wird. Sie haben ein vermeintlich ideales Systam errcihtet - indem sie den Menschen alle Entscheidungen und Gefühle rauben. Jeder Mensch muss täglich eine Injektion über sich ergehen lassen, die ihm diese Dinge nimmt. Sowohl im Buch als auch im Film wird das dadurch dargestellt, dass alle Menschen ihre Welt nur noch schwarz-weiß wahrnehmen. Es gibt keine Farben, kein Leben, keine Freude. Aber durch die Injektionen und weil alle die Dinge so sehen, ist den Menschen nicht bewusst, dass das nicht normal ist. Sie glauben, die Welt sei schwarz weiß und es gäbe keine Farben und keine der positiven Dinge, die damit eionhergehen. Das Leben sei nunmal so.
Jonas, die Hauptfigur der Geschichte fängt irgendwann an, zu träumen und hat vage Visionen in Farbe. Er kann nichtmal beschreiben, was er glaubt, gesehen zu haben. Aber als er seine Injektionen nicht mehr erhält erscheint ihm plötzlich alles in Farbe. Diese Erfahrung ist so zutiefst Leben spendend und wunderbar, dass er keine Worte hat für das, was er sieht. Es ist zu lebendig und irgendwie hypnotisierend. An der Welt in der er lebt hat sich nichts verändert, aber jetzt können seine Augen das wahrnehmen, was schon immer da war. Und im gleichen Augenblick wird ihm bewusst, dass die Welt nicht so ist, wie er gedacht hat.

Der Sehendmacher
Wenn ich mich in unserer westlichen Welt umsehe, dann fällt mir auf, dass so viele Christen diese Welt schon seit einiger Zeit nur noch schwarz weiß sehen. Wir streben nach Anerkennung, nach Liebe, sehnen uns danach angenommen zu werden, so wir sind. Wir setzten Masken auf um nach außen hin ein perfektes Bild abzugeben und innen gehen wir daran kaputt. Wir galuben, das Leben sei nunmal so. Eine Zusammenkettung verrückter Zufälle, die im Tod endet.
Allerdings ist uns das nichteinaml bewusst, so ähnlich, wie bei den Menschen in Hüter der Erinnerung. Es passiert, weil wir Jesus nach unserem Bild geformt haben, statt uns vonb ihn nach seinem Bild forman zu lassen. Wir haben Jesus gezähmt, verwestlicht, neutralisiert. Wir haben uns die Schokoladenseite der Nachfolge rausgepickt und es uns auf unserem christlichen Kuschelsofa gemütlich gemacht.
Aber das ist nicht das, wozu Gott uns geschaffen hat, das wie er sich Nachfolge vorgestellt hat. Er hat uns dazu bestimmt, in Gemeinschaft mit ihm zu leben. Er ist für uns gestorben, um die Mauern einzureißen, die wir vor uns aufgebaut haben. Er will uns verändern, uns sehend machen. Weil wir ihm alles bedeuten, hat er alles für uns gegeben. Er ist in den Dreck dieser Welt gekommen, hat seinen Thron aufgegeben, damit wir das Leben in Fülle haben, damit wir in Farbe sehen. Jesus ist unser Sehendmacher!

On fire
Das Leben zu dem Gott uns geschaffen und bestimmt hat birgt so viel MEHR als alles, was wir uns vorstellen können, als alles irdische. Es übersteigt unseren menschlichen Vertstand. Wenn wir Jesus unser Leben hinlegen, wir er uns erfüllen und uns zu einem neuen Menschen machen. Zu einem Nachfolger Gottes. Er wird ein Feuer in uns entfachen für den, der uns so reich beschenkt hat. Dann sind seine Gebote für uns nicht mehr lästige Regeln, sondern dann wollen wir nach ihnen leben. Dann können wir gar nicht anders, als anderen von diesem Gott zu erzählen. Dann werden wir frei von all dem, was uns gebunden hat. Dann sind wir nicht mehr abhängig von der Anerkennung und der Liebe der anderen, dann all das finden wir in ihm.
Ich wünsche dir und mir, dass wir erkennen, wie reich wir von Gott beschenkt sind und unsere Freiheit nicht daran verlieren, dass wir unseren eigenen Wert durch die Anerkennung der anderen definieren, sondern dass wir uns von Gott abhängig machen und uns durch seien grenzenlose Liebe zu uns definieren. Dass wir die Welt nicht länger nur schwarz-weiß sehen, sondern in Farbe. Dann können wir frei leben. Dann können wir der sein, der wir sind. Ich wünsche dir und mir, dass wir erleben können, dass es einfach entspannter ist, immer mit einer offenen Hand zu leben und zu schauen, was Gott hineinlegt.

Mal angenommen
Was verlierst du, wenn du Gott nachfolgst, und er gar nicht existiert? Und was verlierst du, wenn du Gott nicht nachfolgst, und er existiert?
Mal angenommen, Gott würde existieren und du bist von ihm angenommen. So wie du bist. Weil er dich aus ganzem Herzen liebt. Bedingungslos. Ich glaube, die tiefste Sehnsucht in uns Menschen ist die, angenommen und geliebt zu werden. Und ich habe selbst erlebt, dass Gott der Einzige ist, der diese Sehnsucht stillen kann und uns vollkommen ausfüllen kann. Er will unserem Leben Sinn und eine Richtung geben. Das bedeutet, vor ihm, als sein Kind zu treten. Gerettet und frei zu sein. In Beziehung zu Gott zu leben. Ohne Hindernisse ihm nachzufolgen.
Doch das Ankommen ist nur der erste Schritt in ein Leben, das sich voll auf Gott ausrichtet. Es geht beim Leben als Christ darum, Gottes Willen zu folgen. In allem was man tut. Zu jeder Zeit, Überall. Um jeden Preis. Gott hat die Macht, dein Leben zu verändern. Und er steht da, mit offenen Armen und wartet auf dich. Jeden Tag. Er hat schon so viele Schritte auf dich zu gemacht. Doch diesen einen, musst du selbst tun. Es gibt nie einen besseren Zeitpunkt für Veränderung als jetzt. Wagst du es? Traust du dich diesen Schritt auf Jesus zuzugehen? Ein Schritt in den Nebel, ins Ungewisse. Aber auch ein Schritt ins Abenteuer, in die Freiheit und ins Leben. Gott hat einen Plan für dich, er will Großes mit dir reißen. Ja, genau mit dir! Bist du bereit für dieses Abenteuer?

"Das Evangelium ist wie ein Löwe im Käfig. Man muss es nicht verteidigen, man muss es nur aus dem Käfig lassen." - Charles Spurgeon

Be blessed
Manuel



Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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