Blauer Planet. Grüne Welt.

Lesedauer: 7min

Was ein grüner Lifestyle mit Gottes Liebe zu tun hat

Gott hat uns den Auftrag gegeben, auf seine Schöpfung aufzupassen, sie zu bewahren und zu gestalten. Und klar, beim Zähneputzen lässt man das Wasser nicht aus dem Hahn laufen und Müll trennen wir in verschiedene Tonnen. Doch leider reicht das nicht aus, um die Natur und die Lebewesen um uns herum zu schützen. Ein nachhaltiger Lifestyle muss her. Ich will dir heute ein paar Tipps geben, wie das konkret für deinen Alltag aussehen kann.

Hey du,
"Eines Tages fällt dir auf, dass du 99% nicht brauchst. Du nimmst all den Ballast und schmeißt ihn weg, denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck." Das singt die Sängerin von Silbermond in dem Lied "Leichtes Gepäck". Genauso ging es mir vor einigen Monaten: Ich stand in meinem Zimmer und fühlte mich überfordert von der Masse an Dingen. Alles nervte mich. Ich hatte von allem einfach zu viel. Für mich gab es nur eine logische Konsequenz: Ich musste ausmisten und zwar knallhart!

Leicht befreit 
Ich sortierte aus: Kleidung, Bücher, Kabel, einfach alles. Was ich konnte verschenkte oder spendete ich. Und siehe da: Plötzlich fühlte ich mich so befreit! Aber das konnte es doch nicht gewesen sein, oder? Ich begann mich zu fragen, was eigentlich Gott zu der ganzen Sache sagt. Hat Gott eine Meinung zum Thema Verschwendung? Ist Gott Umweltschutz wichtig? Ist Gott vielleicht sogar ein Minimalist? Und so begann meine Reise in ein nachhaltigeres Leben.

Schöpfungsauftrag 
Ich begann, Gottes Schöpfung zu beobachten: Wie war die Schöpfung, bevor Adam und Eva den Garten Eden, wegen ihrer Sünde, verlassen mussten? Wie ist die Schöpfung heute und welche Entwicklung hat sie hinter sich? Ich muss zugeben, dass ich anfangs wirklich erschrocken und traurig war. Ich zweifelte an unserer Gesellschaft, an der Politik, an der ganzen Menschheit. Menschen beuten sich gegenseitig aus. Tiere werden für unser Vergnügen und unsere Schönheit gequält. Wunder der Schöpfung sterben aus. Das kann doch nicht richtig sein! Da läuft doch etwas ganz gewaltig schief! Dabei hat Gott uns doch aufgetragen, seine Schöpfung zu bewahren und zu gestalten. Es ist unsere Pflicht als Christen. Aber auch der Menschheit. Wir haben das Leid einfach ausgelagert, in andere Länder. Aus den Augen, aus dem Sinn, Tschö mit Ö. So einfach ist das heute. Aber Gott hat uns voller Liebe in diese Welt gesetzt und uns in der Bibel einen klaren Auftrag gegeben: Wir sollen die Erde behüten, nicht zerstören.

Ehrlich hinterfragt 
Aber wo soll man anfangen? Was kann ich tun? Alleine kann ich die Welt nicht retten. Alleine kann ich das nicht, aber mit euch und mit Gott. Jeder kann etwas dazu beitragen, dass die Welt wieder ein bisschen grüner wird. Das Thema Nachhaltigkeit hat ganz viel mit Selbstreflektion zu tun. Man muss sich erst einmal selbst angucken. Wo liegen meine Schwächen? Lasse ich mich vielleicht von meinen Eltern mit dem Auto zur Schule fahren, obwohl ich auch mit dem Fahrrad fahren könnte? Kaufe ich mir jeden Morgen einen Coffee-to-go-Becher, obwohl ich einen Becher zu Hause stehen habe? Kaufe ich wahllos Beautykram in der nächsten Drogerie, weil YouTuberin XY ihn in die Kamera gehalten hat? Ich gebe es zu: Autofahren ist super chillig, mit dem Coffee-to-go-Becher habe ich mich cool gefühlt. Aber du kannst es besser machen und ich auch.

Beten, Denken, Handeln 
Super wichtig finde ich das Gebet. Zum einen für die Schöpfung im Allgemeinen, aber auch dafür, dass Gott uns hilft, seinen Willen zu erkennen. Wir sollten ihm danken, dass wir in Luxus und Frieden leben dürfen. Dass wir eine Stimme haben und für die eintreten können, die stumm sind. Wenn Gletscher ungehört ins Meer stürzen und schmelzen, müssen wir davon sprechen. Wenn die Tiere im Labor leiden, müssen wir für sie kämpfen. Bewusster konsumieren. Nur so können wir Ressourcen schonen und nachhaltig leben. Hast du dir schon mal folgende Fragen gestellt: Woher kommen die Dinge, die ich kaufe? Gibt es eine bessere Alternative? Jutebeutel anstatt Plastikplasche? Du hast die Wahl!

Was steckt dahinter?
Rund 11 Kilogramm Schokolade essen die Schweizer pro Kopf im Jahr. In Deutschland werden sogar fast 12 Kilogramm schokoladenhaltige Produkte verdrückt. Ein Leben ohne Schokolade? Nicht vorzustellen! Genauso wenig wie ein Leben ohne Kaffee und stylische Klamotten.
Aber was steckt hinter all diesen Dingen? All diese Dinge (und natürlich noch tausend weitere) werden ja von irgendwem hergestellt. Für meine Schokolade krabbelt in Ecuador jemand einen Kakaobaum, hoch und pflückt die Früchte, die in rund vier Meter Höhe hängen. Unter einer dicken Schicht Fruchtfleisch verstecken sich etliche Samen, die herausgepult, getrocknet, fermentiert und geröstet werden, bevor sie dann in Säcke gepackt, nach Europa verschifft und zu Schokoladentafeln, Pralinen oder Kakaopulver verarbeitet werden. Ähnlich läuft das für die Zubereitung von Kaffee ab. Beides sind sehr aufwändige Prozesse. Nicht weniger aufwändig und teilweise auch gefährlich geht es auf Baumwoll-, Tee-, und Bananenplantagen, auf Blumenfeldern und in Goldminen zu.

Ungerechte Welt 
Überall auf der Welt arbeiten Menschen hart, teilweise über ihre Belastungsgrenze hinaus und setzen bei der Verarbeitung und Produktion ihr Leben aufs Spiel, weil sie fiese chemische Dämpfe einatmen, Pestiziden schutzlos ausgesetzt sind, in schwindelerregenden Höhen ohne Absicherung arbeiten oder zu Hunderten eingepfercht in baufälligen Fabrikgebäuden 12 Stunden, sieben Tage die Woche nähen. Ist das fair? Will ich wirklich, dass eine junge Frau in Bangladesch ihr Leben für meinen neuen Pulli aufs Spiel setzt? Will ich wirklich, dass ein Junge, der eigentlich in die Schule und auf den Bolzplatz gehört, den langen Bananenstaudenstamm ohne Seil hochkrabbelt, damit ich Bananen essen kann? Will ich, dass Arbeiter die Rohstoffe für mein Smartphone aus ungesicherten, dunklen, stickigen Minen abbauen, die teilweise radioaktiv verseucht sind? Kann ich es verantworten, dass andere Menschen trotz ihrer harten Arbeit keine sichere Arbeitsumgebung, keinen gerechten Lohn und keine Zukunftsperspektive haben?

Gottes geliebte Menschen 
Wenn ich Gott folge und seinen Worten Glauben schenke, dann nicht. Gott hasst Ungerechtigkeit und er will niemals, dass Menschen andere ausbeuten. Stattdessen will Gott gerechten Lohn, faire Bedingungen, Chancengleichheit: "Wer den Armen unterdrückt, beleidigt seinen Schöpfer, wer aber dem Armen hilft, ehrt Gott", bringt es die Bibel in Sprüche 14, 31 auf den Punkt. Und auch Jesus ist für seinen Einsatz für die Unterdrückten und Armen bekannt. Schon in seiner allerersten öffentlichen Predigt prangert Jesus Ungerechtigkeit und Ausbeutung an (Matthäus 5-7). Konkret bedeutet das also, dass es unanständig wäre, den Baumwollpflücker, Blumenzüchter oder Teeanbauer am anderen Ende der Welt aus dem Blick zu verlieren. Nur weil jemand mehrere tausend Kilometer weit weg ist, ist er trotzdem ein von Gott geliebter Mensch, der es verdient hat, fair behandelt zu werden - genauso wie du und ich. Und ich kann sogar was tun: Als Käufer und Konsument habe ich die Möglichkeit, direkt seine Situation zu beeinflussen. Achte ich beim Einkauf auf die Produkte, die kennzeichnen, dass sie unter fairen Bedingungen hergestellt wurden, zahle ich zwar einen höheren Preis, sorge aber dafür, dass die Kakao-, Kaffee- und Teebauern fair bezahlt werden, besser planen, Neuinvestitionen stemmen können und ihre Kinder in die Schule statt auf die Plantage schicken können. Wäre es nicht fahrlässig, das zu ignorieren?

Keine Fairrückte Idee
Fairer Handel - und auch ein nachhaltiger Lebensstil - ist also ein kleiner Schritt für eine gerechtere Welt, so wie Gott sie sich gedacht hat. Die Herstellung von Alltagsgegenständen spielt auf einmal eine Rolle und die Arbeiter und Produzenten meiner Waren tauchen ein in meine Welt. Aber warum kaufen dann nicht einfach alle Menschen fair hergestellte Produkte? Zum einen kosten solche Produkte natürlich ein bisschen mehr und leider ist auch nicht alles wirklich fair, wo fair draufsteht - viele Produkte werben inzwischen mit "fairer", "biologischer" oder "ökologischer" Herstellung, auch wenn da nicht immer das dahinter steckt, was man vermutet. Viele kritisieren außerdem, dass durch den großen Anstieg an Fairtrade-Produkten nicht mehr eine tatsächlich auch gerechte Entlohnung der Arbeiter garantiert werden kann. Viele große Firmen würden sich die höheren Einnahmen einfach selbst in die Tasche stecken, anstatt sie an die Produzenten weiterzugeben. Wie soll man da den Überblick behalten? Im Internet gibt es eine gute Übersicht über Produkte, die kontrolliert, gerecht und nach zertifizierten Bio-Standards hergestellt wurden (z. B. auf fairtrade-deutschland.de, gepa.de oder fairtrade.de). Außerdem gilt: Klein anfangen, Schritt für Schritt loslaufen. Das ganze Leben von jetzt auf gleich fair umzukrempeln, wird vermutlich nicht funktionieren. Aber wenn du dir eine Sache vornimmst und die durchziehst, kannst du bald schon andere Schritte in Richtung gerechtere Welt gehen. Wetten?

Fair und nachhaltig im Alltag - 5 Tipps
"Ich mach mir die Welt, wie-de-wie-de-wie sie mi gefällt", sang einst schon Pippi Langstrumpf. Leider neigen wir dazu, unsere Weit noch ungerechter zu machen, als sie eh schon ist und diese Erde auszubeuten. Zeit für einen Neuanfang. Zeit umzudenken. Zeit ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen für Gottes Schöpfung. 7 einfache Tipps wie du in deinem Alltag kleine Steps in diese Richung machen kannst.

1. Weniger ist mehr// Oder: Kaufe mal nichts. Brauchst du den neuen Pulli wirklich, wenn du schon fünf andere im Schrank hängen hast? Kaufe weniger, aber dafür bessere Qualität. Bewusster Einkaufen hilft dabei, den Überblick im Schrank nicht zu verlieren und auch mal etwas teurere, aber dafür faire Kleidung kaufen zu können.

2. Sharing// Tausche oder verschenke Dinge, die du nicht mehr brauchen kannst an andere. Vielleicht haben sie ja auch etwas zu verschenken und ihr könnt tauschen. Oder frag doch mal in dem Flüchtlingsheim bei euch in der Nähe, ob dort etwas gebraucht wird, was du nicht mehr benützt?

3. Schmeisse weniger weg// ...und verwende Dinge wieder! Altes Zeitungspapier eignet sich super als Geschenkpapier, Fehldrucke werden zu Notizzetteln, eine braune Banane zu einem Smoothie...

4. Trinke mehr Leitungswasser// Warum in (noch mehr) Plastikflaschen investieren, oder Wasser kaufen, das kilometerweit mit LKWs durch Deutschland transportiert wurde, wenn man in Deutschland überall Leitungswasser trinken kann? Fühlt sich nicht nur besser an, sondern schmeckt auch besser! (Besonders wenn man eine Flasche von Soulbotttes, Klean Kanteen oder ECOtanka hat.)

5. Schau dich um// Informier dich. Mittlerweile gibt es tausende Internetseiten, Shops und Blogs, die dir helfen, deinen Alltag zu überdenken und kleine Schritte zu einem fairen Lebensstil zu machen, (z.B. hier: fairlangen.org, nachhaltigkeit.info, avocadostore.de, utopia.de)

Klein anfangen 
Klar, es ist nicht immer einfach. Gerade am Anfang hat man das Gefühl, man müsse alles in seinem Leben ändern. Aber mach dir keinen Stress! Hab Spaß. Und mach dich nicht fertig, wenn du mal scheiterst. Du musst nicht gleich dein ganzes Ess- und Kaufverhalten umstellen. Auch wenn du nur eine Sache umkrempelst und diese voll durchziehst, hat das schon einen Effekt. Wusstest du, dass du dir nach 18 Tagen schon neue Gewohnheiten antrainieren kannst? Es ist also gar nicht so schwer, du musst nur dranbleiben. Ich trinke meinen Kaffee z.B. nur noch aus meinem eigenen Becher. Dazu habe ich mir einen super stylischen, nachhaltig produzierten Becher gekauft. In der Drogerie findest du mittlerweile ein großes Angebot an günstiger Naturkosmetik ohne Tierversuche. Mit der Suchmaschine Ecosia pflanzt du bei jedem gesuchten Begriff einen Baum. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie du auch schon im kleinen ein Zeichen setzen kannst. Ein Zeichen für Gottes Schöpfung.

Gemeinsam starten 
Gib Gott die Ehre, indem du aktiv wirst, für sein Meisterwerk, kritisch denkst und deine Stimme einsetzt. Frag doch deinen Kumpel oder deine beste Freundin, was sie über das Thema denken. Diskutiert in eurem Jugendkreis mal über Umweltschutz und lest die Schöpfungsgeschichte dazu. Ihr könnt auch eine coole Aktion zusammen planen. Müll in der Stadt einsammeln oder im Tierheim aushelfen. Steck dir einen Jutebeutel in deine Tasche, so bist du für alle Fälle gerüstet. Like und folge Bloggern, Instagrammern oder YouTubern, die dir regelmäßig Input zu einem nachhaltigen, grüneren Lifestyle geben und dich so inspirieren. Das Wichtigste ist aber: Mach dir bewusst, auf was für einem tollen Planeten wir leben und überlege dir, was du dazu beitragen kannst, diese geniale Schöpfung Gottes zu bewahren.

Be blessed
Manuel


Mehr Lesestoff!
Die ehemalige Teensmag-Redakteurin Anja Schäfer hat ein großartiges Buch zu fairem Handel und nachhaltigem Konsum geschrieben: "Ganz schön fairrückt. Wie ich anfing, mich für Gottes gute Welt einzusetzen" heißt das Buch, ist erschienen bei SCM R.Brockhaus und kostet (D) 10,95 € / (A) 11,30 € / 16.50 CHF

Bestellen kannst du es hier



Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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