Dankbarkeit ist das Geheimnis

Lesedauer: 6min

Ein Lifestyle, der den Himmel auf Erden bringt

Dankbarkeit ist der Schlüssel zu einem Lifestyle, der dein Leben umkrempeln kann - und der dich näher zu Gott bringt.

Hey du,
lange Zeit glaubte ich, dass ich sehr geistlich sein und „große" Dinge vollbringen müsste, wenn ich Jesus nachfolgen wollte. Ich glaubte, ich müsste etwas ganz Verrücktes für Gott tun, damit er mich liebt, wie zum Beispiel nach Afrika gehen oder ein Heilmittel für Krebs finden. Aber der Apostel Paulus sagte bei den verschiedensten Gelegenheiten immer wieder: "All euer Tun - euer Reden und euer Handeln - soll zeigen, dass Jesus euer Herr ist. Weil ihr mit ihm verbunden seid, könnt ihr Gott, dem Vater, für alles danken." Und zu Timotheus sagte er: "Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut; und nichts ist schlecht, für das wir Gott danken. Durch das Wort Gottes und das Gebet wird alles rein; nichts kann uns da von Gott trennen."
An anderer Stelle schreibt er sogar, wir sollen dankbar sein, was immer auch geschieht. Ich glaube, dass Dankbarkeit unser Leben umkrempeln kann. Ich glaube, dass Dankbarkeit der Schlüssel zu einem Lifestyle ist, der dem Himmel auf Erden bringt.

Dankbarkeit bringt Freude in unser Leben
Wenn wir das Gefühl haben, wir hätten uns etwas verdient, meinen wir, auch ein Recht darauf zu haben; und werden selbstgefällig. Aber wenn wir begreifen, dass der Sauerstoff in unseren Lungen ein Geschenk unseres Schöpfers ist, dann sprudelt die Dankbarkeit in unserem Leben. Wenn wir dankbar sein können, gewinnen wir Freude.
Ich habe zuletzt von einer Studie gelesen, bei der zwei Personen Gruppen untersucht wurden. Die eine Gruppe hat vier Wochen lang nichts an ihrem Lifestyle verändert, die andere Gruppe hat jeden Abend fünf Dinge aufgeschrien, die die Leute an dem Tag dankbar waren. Nach vier Wochen wurde das körperliche und das seelische Befinden der Teilnehmer untersucht und man hat herausgefunden, dass die Leute, die jeden Tag fünf Dinge notiert haben, für die sie dankbar waren, dass es ihnen viel besser ging nach dieses vier Wochen, dass es ihnen körperlich und seelisch besser ging und dass sie sogar besser geschlafen haben. 

Dankbarkeit lässt uns neu denken
Ich wollte mal herausfinden, ob man Dankbarkeit lernen kann und ob die Dankbaren wirklich die Glücklichen sind. Schnell habe ich festgestellt, dass auch das, wie fast alles, in unserem Kopf entschieden wird. Dazu gibt es in der Bibel einen Richtig steilen Spruch: "Mehr als auf alles andere, achte auf deine Gedanken, denn sie entscheiden über dein Leben." (Sprüche 4,23) Dankbarkeit beginnt in unserem Kopf: Du säst einen Gedanken und du erntest eine Tat. Du säst eine Tat und du erntest eine Gewohnheit. Du säst eine Gewohnheit und du erntest einen Lifestyle. Du säst einen Lifestyle und du erntest eine Bestimmung. Deshalb sagt Paulus auch in Epheser 5,20: "Dankt Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus." Für alles. Allezeit. Das ist ganz schön oft. Wenn du anfängst zu danken, wirst du merken, wie das langsam dein Denken verändert.
Das Beste an der Dankbarkeit ist, dass wir sie überall praktizieren können. Beim Tippen, Schreiben, Kochen, Spazierengehen oder beim Sport... Ich dachte, ich müsste etwas Großes für Gott vollbringen, aber als ich ernsthaft anfing, das Neue Testament zu lesen, wurde mir klar, dass es Gott gar nicht darum ging, dass ich etwas Großes tat. Ihm ging es viel mehr um meine Haltung inmitten der Dinge, in denen ich gerade steckte. Wie wäre es, wenn du dein Leben so nehmen würdest, wie es gerade ist, und einfach eine Tonne Dankbarkeit hineingießt, gerade da, wo du jetzt bist, statt zu glauben, du müsstest etwas Geistlicheres oder Heiligeres tun.

Dankbarkeit hilft uns, Gottes Willen zu erkennen
Die Dankbarkeit hat mir auch gezeigt, was ich tun und wovon ich besser die Finger lassen sollte. Wenn ich für etwas nicht dankbar sein kann, erkenne ich viel leichter, was vielleicht Sünde oder zumindest eine falsche Entscheidung wäre. Ich kann Gott nicht dafür danken, dass ich ein Auto gestohlen habe, und ich kann Gott auch nicht danken, wenn ich einen Freund angelogen habe, weil ich weiß, dass er diese Dinge nicht geplant oder mir gegeben hat. Wenn du für etwas nicht dankbar sein kannst, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass du es besser nicht tun solltest. Und wir sollten uns immer fragen: Wie sieht es jetzt gerade im Himmel aus und wie kann ich das auf der Erde umsetzen? In der Bibel sehen wir, dass der Himmel nicht weit entfernt ist. Er ist Gottes Sphäre. Sein Raum. Jesaja, die Evangelien und die Offenbarung erlauben uns einen Blick hinter die Kulissen, wo wir Anbetung und Dank sehen. Dank an Gott für das, was er getan hat, was er tut und was er tun wird. In dem Augenblick, in dem wir dankbar sind und ihn anbeten, werden wir Teil von diesem Reich Gottes und tun das, wofür wir erschaffen wurden: Ihm die Ehre zu geben und in enger Beziehung mit ihm zu leben.

Dankbarkeit und das Vaterunser
Als Kind habe ich das Vaterunser oft gehört und aus irgendeinem Grund klang es immer nach Beerdigung - trocken, tot und monoton. Aber im Mittelpunkt dieses Gebets steht: "Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden."Wenn wir Dankbarkeit leben und zu unserem Lifestyle machen, wird das genau dazu führen: Gottes Reich kommt ein Stück auf diese Welt. Ein Funken in der Dunkelheit. Ein Funken, der ein Feuern entfachen und diese Welt verändern kann.
Aber wenn in meiner Kindheit der Himmel erwähnt wurde, dann war damit immer etwas gemeint, das ganz weit weg da oben war. Ich habe mir den Himmel immer als einen weit, weit entfernten Ort vorgestellt, an dem Babys mit Flügeln auf Wolken schweben und Harfe spielen. Das klingt ehrlich gesagt nicht nach einem Ort, an dem ich die Ewigkeit verbringen möchte. Das klingt schrecklich langweilig. Wenn ich jemals ein nacktes, pummeliges Baby mit Flügeln sehen würde, würde ich wahrscheinlich sogar so schnell und so weit wie möglich in die entgegengesetzte Richtung laufen. Ich würde niemals sagen: "O ja, da will ich nach meinem Tod auf jeden Fall hin." Was ist, wenn es eine bessere Nachricht gibt als die gute Nachricht, dass Christen nach dem Tod in den Himmel kommen? Was ist, wenn Gott uns den Himmel hier und jetzt schenken möchte? In unseren Familien? Auf der Arbeit? Beim Essen? Wenn wir kreativ sind?

Heaven in here
Wenn Juden zur Zeit Jesu etwas besonders betonen wollten, beschrieben sie es auf zwei verschiedene Arten. Theologen behaupten, dass das auch beim Vaterunser der Fall ist: Dem Reich komme, dein Wille geschehe. Wo kommt also Gottes Reich? Ganz einfach: überall dort, wo sein Wille getan wird und wo wir dankbar sind für das, was er uns geschenkt hat.
Jesus bringt seinen Nachfolgern bei zu beten, dass das Reich kommen soll. Nicht weggehen, nicht irgendwo anders entstehen, sondern kommen so. Genau hier. Genau jetzt. In unserer Mitte. Und dann heißt es weiter: "wie im Himmel so auf Erden". Lass uns auf der Erde wahr werden, was im Himmel schon Wirklichkeit ist. Der Tod ist im Himmel keine Wirklichkeit, also sollten wir auch hier Menschen sein, die das Leben feiern. Im Himmel gibt es keine Bitterkeit, also sollten wir den Menschen hier vergeben. Im Himmel blüht das Leben, also sollten wir auch hier so leben.

Gott unserer Städte
Was wäre, wenn wir uns dieses Gebet wirklich zu Herzen nehmen würden? Was wäre, wenn wir es wirklich glauben würden? Was wäre, wenn wir es jeden Morgen beten würden? Direkt über meinem Bett hängt ein kunstvoll gestaltetes Blatt Papier, auf dem steht: "Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden." Ich will, dass mir dieses Gebet immer vor Augen ist. Wenn ich Böses sehe, möchte ich beten, dass sein Reich komme. Wenn ich sehe, dass jemand verletzt wird, möchte ich beten, dass sein Reich komme. Vor Kurzem habe ich mit einer kleinen Übung angefangen. Ich habe "auf Erden" durch den Namen meiner Stadt ersetzt: "Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so in Rommelshausen, so in meiner Schule, so in meiner Gemeinde...". Das macht es für mich noch realistischer. Das Schöne daran ist, dass ich dann die Bibel wieder aus einem anderen Blickwinkel lese und mich frage, wie ich das tun kann. Wie sieht der Himmel aus? Wie sieht die Herrschaft von Jesus aus und wie kann ich das durch die Kraft des Heiligen Geistes hier in meiner Stadt umsetzen? Betest du dieses Gebet? Schlägt dein Herz für deinen Heimatort? Wie wäre es, wenn du beten würdest, dass Gottes Reich in deine Stadt kommt, so wie es auch im Himmel ist? Was wäre, wenn das dein Herzenswunsch wäre?

Wir haben die Dankbarkeit verlernt
Dankbarkeit. Hast du je innegehalten und überlegt, was sie für dein Leben bedeutet? Welche Rolle sie in deinem Leben spielt? Wenn du so bist wie ich, dann spielt sie vermutlich keine große Rolle. Ich bitte Gott um vieles. Aber im Vergleich dazu danke ich ihm für sehr wenig. Wenn ich über Christen nachdenke, die verfolgt werden, die wegen ihrem glauben leiden, dann merke ich, dass es bei ihnen genau umgekehrt ist. Sie danken Gott für fast alles und im Vergleich dazu bitten sie ihn um sehr wenig. Dass liegt daran, dass sie keiner Institution namens Christentum folgen, sondern einem lebendigen Gott. Wir folgen dem lebendigen Gott. Der auf der Erde lebte und dessen Geist heute noch in dir und mir lebt. Der uns erschaffen hat und aus tiefer Liebe zu uns das Größte gegeben hat, damit wir zu ihm umkehren können und nach Hause kommen können.

Danke Gott!
Unsere Dankbarkeit und die Art, wie wir sie messen, sollte nicht auf irgendwelchen Regeln oder Erwartungen basieren. Sie sollte von Jesus bestimmt sein. Der Zeit mit den Menschen verbracht hat, mit denen niemand etwas zu tun haben wollte, der die Ungeliebten liebte, und mit Charakterstärke zeigte, dass er für nichts und niemanden Kompromisse eingehen würde. Dinge wir Marken, Modelabels, Kapitalerträge, die Anzahl der Freunde auf Facebook, oder Follower auf Instagram sind ihm egal. Es kümmerte ihn nicht, wenn es unangenehm wurde, weil er "Nein" sagte, wenn dadurch Gott geehrt wurde. Und darüber hinaus liebte er eine unperfekte Welt mit einer Leidenschaft, die nicht gestoppt, geschwächt oder begrenzt werden konnte. Jesus Christus, der Retter der Welt, der sein Leben gab, damit sündige und unperfekte Menschen das ewige Leben mit ihm verbringen können. Und dafür bin ich ihm für immer dankbar.


Ein Lifestyle, der dein Leben verändert
Ann Voskamp beschreibt die Kunst der Dankbarkeit auf wunderbare Weise in ihrem Buch "Tausend Geschenke". Sie führte eine fortlaufende Liste, auf der sie alles notiert, wofür sie dankbar war, kleine und große Dinge, und bemerkte, wie sehr sie das veränderte. Und ich will dich heute herausfordern und ermutigen, genau diese Challenge auch für deinen Alltag zu wagen. Mach dir eine Liste und schreib über einige Wochen hinweg all das auf, wofür du Gott dankbar bist. Und du wirst feststellen, das das etwas in dir bewegen wird, dass es dich verändern wird, dich neu denken lässt, dich Gott näher kommen lässt und ein Stück Himmel auf diese Welt und in dein Umfeld bringen wird. Ich bin gespannt, was Gott aus dieser Aktion machen wird.
"Danke!" ist ein kleines Wort, mit großer Wirkung. Dankbarkeit ist der Schlüssel zu einem Lifestyle, der dein Leben umkrempeln kann - und der ein Stück Himmel auf diese Erde bringt. #thankyou

Be blessed
Manuel


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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