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Warum Gott nicht wie ein himmlisches Navi tickt

Dein Wille geschehe... Es fällt mir meistens nicht besonders schwer das zu beten. Schwierig wird es erst, wenn ich erklären muss, was ich mir darunter vorstelle. Was genau ist Gottes Wille in dieser oder jener Situation? Was ist seine Meinung? Und: hat Gott überhaupt zu allem eine Meinung?

Hey du,
kennst du das: Manchmal fragt man sich im Leben: "Was will Gott von mir?", oder "Gott, was ist der nächste Schritt?". Vielleicht weil eine wichtige Entscheidung ansteht oder weil man einfach wissen möchte, was Gott über diese oder jene Sache denkt. Mir geht es jedenfalls häufig so. Und fast genauso häufig wünsche ich mir dann Eines: einen Blick auf Gottes Masterplan. Nur einen klitzekleinen Einblick auf die Landkarte für mein Leben. Ich wünsche mir Gottes klare Ansage vom Himmel: "Manuel, tu dies", oder "lass jenes". Das Problem ist nur: Entweder hab ich ein Problem mit den Ohren oder Gott spricht einfach nicht auf diese Weise zu mir.

Warten auf die Ansage 
Ich will nicht sagen, dass Gott nicht klar und deutlich sprechen könnte. Oder, dass Gott nicht schon jeden meiner nächsten Schritte kennt. Und Ja, manchmal hat Gott mir durch Gespräche oder Bibelverse ziemlich klar gesagt, was als Nächstes dran ist. Aber das ist längst nicht immer der Fall. Denn aus irgendeinem Grund scheint Gott oft eine andere Art zu gebrauchen, um mich in meinem Leben zu leiten. Die Frage ist also: Wie macht Gott das eigentlich? Woher kann ich wissen, wo's langgehen soll? Und was, wenn ich mich falsch entscheide und komplett daneben liege? Gibt es da keine weiteren Details? Wenn du dir solche oder ähnliche Fragen stellst: Willkommen im Club! Im Club der Fragenden, Hoffenden und Suchenden. Willkommen im Club derjenigen, die wissen wollen, was Gott für ihr Leben möchte. Kurz: Willkommen im Reiseclub Gottes! Einem recht großen Haufen Leute, die mit Gott unterwegs durch's Leben sind. Wenn du zu diesem Club gehörst, bist du hier in bester Gesellschaft: Du findest hier Menschen aus der Bibel - Mose, Abraham, Esther, Jona, Maria und viele andere - aber auch Leute wie mich und zahlreiche andere Christen aus allen Generationen und Nationen, die Jesus nachfolgen und ihn feiern. Was wir alle gemeinsam haben? Wir alle gehören zur weltweiten Reisetruppe Gottes. Und keiner von uns hat einen Plan!

Roboter unerwünscht...
Versteh mich nicht falsch: das heißt nicht, dass wir alle verpeilt durch's Leben eiern und nie wissen, was Gott eigentlich will.
Aber Tatsache ist: Gott scheint irgendwie nicht darauf zu stehen, seinen Followern einen detaillierten Reiseplan für alle nächsten Schritte und Entscheidungen zu geben. Irgendwie ist das für ihn wohl wenig spannend. Und ich glaube, ich habe gelernt warum! Weil Gott auf Menschen steht - und nicht auf Roboter. Wäre Gott ein Plan- und Listenfan, hätte er einfach ein paar kleine Klone gezüchtet, die stur alles abhaken, was man ihnen aufträgt. Aber so ist Gott nicht drauf. Gott steht auf Beziehung, auf Freundschaft. Gott liebt Familie. Er liebt Menschen wie dich und mich, mit denen er unterwegs und zusammen sein kann. Menschen, die auf ihn hören, die Entscheidungen treffen, die Fehler machen, die um Hilfe bitten, die vorwärts kommen, hinfallen und wieder aufstehen und mit ihm weitergehen. Er hat uns einen freien Willen geschenkt. Du bist keine Marionette. Du bist frei und du schreibst deine eigene Geschichte.

Mach was draus!
Näher betrachtet ist das ganz schön krass. Das bedeutet nämlich, dass Gott uns ganz schön viel zutraut und dass am Ende aller Tage niemand anderes für unser Leben verantwortlich ist, als nur wir selbst. Nicht unsere Eltern sind schuld, nicht unsere Lehrer, nicht die schlechte finanzielle Lage, in der wir stecken und nicht der Krieg in Syrien. Am Ende der Zeit wird Gott wissen wollen, was wir mit unserem Leben angestellt haben. Er wird uns fragen uns nicht unseren Nachbarn. Wir selbst sind verantwortlich für die Entscheidungen, die wir treffen. Und Gott wünscht sich, dass wir etwas aus dem machen, was er uns anvertraut hat. Gott hat uns ein leeres Buch gegeben. Mach einen Bestseller daraus!
Gott will, dass wir gemeinsam das Leben entdecken und erforschen. Er will uns Dinge zeigen, herausfordern, will mit uns weinen und lachen und uns irgendwann im Himmel willkommen heißen. Unserem endgültigen Reiseziel. Und deshalb glaube ich, dass Gott uns keinen detaillierten Plan gibt. Er gibt uns nämlich etwas viel besseres: sich selbst.

...aber Nähe garantiert 
Klar, manchmal wünsche ich mir immer noch, Gott würde mir eine Landkarte zukommen lassen. Vor allem wenn's um wichtige Entscheidungen geht. Und ich weiß, dass ich da nicht die Einzige bin. Mose ging das zum Beispiel auch so: Als Gott ihm den Auftrag gibt, das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten zu führen, fragt Mose Gott, wie das denn bitte gehen soll (2. Mose 3,10). Ich glaube, Mose wünschte sich einen Plan. Ich sehe ihn förmlich vor mir, wie er sagt: "Ok, Gott. Ganz schön krasses Unterfangen, aber ich bin am Start. Aber hey, bitte zeig mir doch jetzt einfach mal, wie du dir das genau vorstellst." Und Gott? Wie reagiert der? Überreicht er Mose eine Landkarte oder einen konkreten Plan für das Vorhaben? Nein. Gott gibt das Beste überhaupt: Er verspricht Mose seine Gegenwart. Verlass dich drauf! Er sagt: "Ich werde mitgehen, du kannst ruhig sein." Warum hat Gott Mose nicht einfach von allem erzählt? Von der jahrelangen Wanderung durch die Wüste, die vor ihm lag und von all den Wundem, die auf der Reise passieren würden? Gott tat es wohl deshalb nicht, weil er wollte, dass Mose ganz eng an ihm dran bleibt. Dass Mose sich nicht auf einen Plan verlässt, sondern auf Gottes Nähe. Und Mose? Nach einigem Zögern ließ er sich darauf ein - und erlebte eine unglaubliche Reise mit Gott! Die Reise seines Lebens. Mose hat Geschichte geschreiben. Weil er auf Gottes Masterplan vertraut hat. Wenn wir im Gebet und im Vertrauen auf Gott Zukunftsentscheidungen in unserem Leben treffen, dann dürfen wir wissen, dass Gott den Weg mitgehen wird, für den wir uns entscheiden. Denn er hat gesagt: "Ich bin bei euch, bis an das Ende der Zeit!" (Matthäus 28,20)

Keine Angst vorm Verlaufen
Mose war ein Glaubensheld. Und doch - seine Ausgangssituation unterscheidet sich nicht so sehr von meiner, wie ich zunächst dachte. Denn im Grunde gibt Gott auch ihm keinen detaillierten Fahrplan. Er sagt nicht viel mehr als: "Geh schon mal los, ich sag dir dann unterwegs wohin. Und das flüstert mir Gott auch zu. Bleib nicht stehen. Lebe!"
Auch Jesus hat nicht für alle Eventualitäten des Lebens kleine, praktische Sonderparagraphen eingeführt, sondern vielmehr das Gesetz auf seinen Kern reduziert. So weit, dass am Ende eigentlich nur noch ein Wort da steht - Liebe. So ähnlich habe ich das auch mit dem Willen Gottes erlebt. Eben nicht als komplizierten Fahrplan, bei dem ich lieber keinen Zug verpassen sollte, sondern eher als Verheißung. Eine Überschrift für mein Leben.
Was hält mich noch auf? Die Angst. Es ist die Angst etwas falsch zu machen, mich falsch zu entscheiden. Mich zu verlaufen. Manchmal ist diese Angst größer als das Vertrauen, dass Gottes Überschrift tatsächlich zu dieser Geschichte meines Lebens passt. Aber unter dieser Überschrift kann ich lernen frei und beherzt zu entscheiden - und mir auch mal einen Fehler leisten. Oder wie Luther schrieb: "Sündige tapfer! Doch noch tapferer glaube und vertraue Christus, der Herr ist über Sünde, Tod und Teufel."

Im Chaos sicher bei Gott
Manchmal wurde es ziemlich turbulent und manchmal kam Mose auch vom Weg ab. Aber hat Gott Mose deshalb aufgegeben? Nein. Die gute Nachricht lautet nämlich, dass Gott immer weiß, wie er uns zurück auf den richtigen Weg bringen kann. Wir können im Leben alles falsch machen, aber wir werden niemals von Gottes Weg abkommen, denn er wird uns jedes mal wieder zurückbringen in unsere Bestimmung. Wir müssen ihn nur darum bitten.
Entscheidungen sind wie Türen, durch die wir hindurchgehen. Wenn wir vor vielen Türen stehen, wissen wir oft nicht, welche nun die Richtige ist. Aber wenn wir mit Jesus unterwegs sind, dann dürfen wir darauf vertrauen, dass auf der Rückseite der letzten Tür durch die wir irgendwann gehen steht: "Gottes Plan für dein Leben". Verrückt! Fehlentscheidungen sind für Gott keine Überforderung. Wer mit ihm unterwegs ist, darf mutig sein und auch Fehler machen. Ich schätze die spannende Frage für unser Leben ist daher nicht, ob wir den Plan fur's Leben kennen. Viel wichtiger ist, ob wir den richtigen Reiseleiter haben! Gott bietet sich für diesen Job an. Er gibt uns zwar selten einen detaillierten Plan - aber immer seine Gegenwart. Und deshalb bin ich mit ihm unterwegs. Weil ich mit dem reise, der mich geschaffen hat, der meine Bestimmung kennt und der mich ans Ziel bringen wird. Gott will Geschichte mit uns schreiben. Bist du bereit?

Adventure awaits!

Be blessed
Manuel 


Gib mir mehr... Weitere Posts zu "Gottes Wille für mein Leben" aus diesem Blog
+ Ich bin frei - Oder ferngesteuert, weil Gott alles vorherbestimmt?
+ Was ist meine Bestimmung? - Gottes Weg im Chaos des Lebens entdecken
  



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Für die die nicht live dabei sein können wird auf GOD TV wird die HSN live übertragen. Weitere Infos dazu findest du hier: god.tv/liveevents


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

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