Voll Vertrauen springen

Lesedauer: 5min

Was Wunder mit Glauben zu tun haben

Wenn ich an Wunder denke, fallen mir erstmal all die übernatürlichen Dinge ein, die Jesus in der Bibel getan hat. Aber Wunder passieren auch heute noch. Jeden Tag. Heute. Hier. Jetzt. Let's think bigger!

Hey du,
gerade eben entlädt sich der Frust eines Freundes - auf sein Leben und Gott. Er will mehr. Er will endlich mal was sehen. Nicht nur nett lächeln und glauben, dass es all das mal gegeben hat und immer noch geben könnte. Wo ist diese göttliche Kraft heute, die damals ein Meer geteilt und Tote lebendig gemacht hat? In mir drin - richtig. Schließlich wohnt Gottes Geist in mir (l. Korinther 3,16). Nur: Wieso krieg ich dann bei all der göttlichen Kraft morgens kaum meinen Hintern aus dem Bett? Und wo ist das Wunder, wenn ich es dringend bräuchte? Irgendwie fühlt sich mein Leben oft ziemlich "wunderlos" an. Voll normal eben. Wenn da doch wenigstens ein kleines Wünderchen irgendwo auftauchen würde, dann wäre alles anders. Ich würde ganz anders glauben, ganz anders überzeugt sein, ganz anders drauflos leben für Jesus. Kennst du diesen Gedanken? Die Geschichte lehrt uns aber etwas anderes: Die Israetiten erlebten in der Wüste täglich Wunder. Gott teilte ein Meer und schütze sie vor ihren Feinden, er führte sie durch die Wüste und sorgte für sie. Einmal lies er sogar Brot vom Himmel regnen. Aber lange hielten diese Erlebnisse nicht an. Schnell war auch der Wundermodus Normalität, die Wunder wurden zu "Wundern von gestern" und man nörgelte einfach am nächstbesten Problem rum. Wieso sollte das bei dir und mir anders sein?

Wunder verweisen auf Gott
Gott wird nie zu einem werden, der sich den Glauben und die Liebe seiner Kinder durch Wunder erkauft. Auch als Jesus vor den beeindruckendsten Politikern seiner Zeit, Pilatus und Herodes, stand, die sich richtig freuten, diesen Jesus mal live vor sich zu haben und sich ein privates Wunder erhofften (Lukas 23,8), ließ sich Jesus nicht dazu hinreißen. Er ging sogar so weit, dass er nicht mal mit ihnen sprach. Jesus hat seine Wunder nie an die große Glocke gehängt. Wie ich es wahrscheinlich tun würde falls mir massenhaft Heilungen in der Straßenbahn und unheimliche Food-Vermehrungen bei McDonalds gelingen würden. Fast zeitgleich wüsste via facebook und Twitter mein ganzer Freundeskreis, was da mächtiges in meinem Leben aufgebrochen ist. Aber der Account von Jesus schweigt.
Jesus tat die Wunder nicht, um seinen Facebook-Freundeskreis aufzupimpen.
Er wirkte immer in die Nöte von einzelnen Menschen hinein und wollte damit ihre Geschichte und nicht Schlagzeilen schreiben. Es ging ihm um die anderen und nicht um sich selbst. Wunder zu tun, war nicht seine Mission auf der Erde. Sondern die Mauer, zwischen Gott und den Menschen einzureißen, die Schuld auf sich zu nehmen und für uns zu sterben um uns ewige Freiheit zu schenken. Wenn Gott also Wunder tut, dann ist seine primäre Leidenschaft nicht, deine 10er-Glaubensskala von 6 auf 9 hochzuschrauben. Seine Sehnsucht ist, dass sich in deinem Leben etwas verändert. Und dass du den Gott hinter den Wundern kennenlernst.

"Los, spring!"
Ich habe früher immer gedacht, dass ich glauben muss, dass ein Wunder passiert, damit es passiert. Ich dachte, ich müsse es herbeiglauben. Und wenn es nicht eingetroffen ist, dann hatte ich wohl zu wenig geglaubt. Inzwischen bin ich anderer Meinung. Denn Glaube ist überhaupt nicht messbar. Wie auch? In Meter, Größe, Zeit oder was? Was ist denn viel oder wenig Glaube? Aber Glaube ist sichtbar! Denn Glaube heißt nichts weiter, als Vertrauen. Und Vertrauen kann sichtbar werden. Es zeigt sich nämlich in dem, was wir tun oder nicht tun. Gott vertrauen könnte z. B. heißen auf einem 5m Brett zu stehen und Gott sagen zu hören: "Spring!" Und du schaust hinunter und siehst, dass gar kein Wasser im Becken ist. Und du antwortest Gott: "Ne, mach mal erst Wasser rein, dann spring ich!" Und Gott: "Ne, spring du mal erst und dann mach ich Wasser rein!"
Jetzt wird es sichtbar, ob du vertraust, oder nicht. Es gibt nicht viel oder wenig Vertrauen in diesem Fall. Entweder du springst und vertraust darauf, dass Gott es gut meint, oder du lässt es. Entweder du betest für ein Wunder und vertraust, dass Gott es gut meint, oder du lässt es. Punkt. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Sehr simpel und trotzdem total anstrengend. Und in jeder Situation, in die dich Gott mit hinein nimmt, wird es wieder neu sichtbar. Es kann sein, dass du Gott in einer Situation, in der es darum geht, dass er dich finanziell versorgt, total vertraust, aber beim Thema Heilung noch nicht. Ich will dich heute challengen, Gott zu erlauben dich herauszufordern, ihn um Vertrauen zu bitten, wenn es dir fehlt und Großes von ihm zu erwarten.

More risk, more fun!
Gott will deine Schritte für seine Wunder! Das bedeutet nicht, dass Gott unsere Schritte braucht, um Wunder zu tun, aber in der ganzen Bibel wird deutlich, dass Gott sein Handeln und seine Wunder daran knüpft, dass Menschen mutige Schritte gehen. Dass sie den Sprung vom 5m Brett wagen. Und ich will dich heute herausfordern, dich einfach mal zu fragen, in welchen Bereichen deines Lebens es vielleicht an der Zeit ist, Schritte zu gehen, ein Risiko einzugehen um Gott zu zeigen: "Hey, ich bin bereit, ich will dass du mich gebrauchst und ich bin ready ein Risiko für dich einzugehen."
Man sagt ja immer so landläufig "No risk. No fun!" und auf eine gewisse Art und Weise scheint dass hier auch so zu sein. "More risk. More fun!" Wenn man mehr für Gott riskiert, wenn wir uns öfter mal trauen, von unserem Sofa aufzustehen und mit beiden Beinen aus dem Boot aussteigen, dann werden wir Gott in unserem Alltag erleben und wir werden Wunder sehen. Warum wünsche ich mir, risikobereiter zu sein? Warum fordere ich dich heraus, ein Risiko für Gott einzugehen? Weil ich überzeugt bin, dass die Geschichte Gottes mit den Menschen, die beste Geschichte ist, die jemals geschrieben wurde und ich dafür brenne, sie mit anderen zu teilen. Und weil Jesus alles für dich riskiert hat.

Bereit für Wunder?
Wenn du das Gefühl hast, dein Glaube ist für große Wunder viel zu klein, dann bist du in guter Gesellschaft. Mir ging es auch so. Aber ich habe erlebt:
Wenn du davon überzeugt bist, dass Gott Wunder tun kann, dass er es gut meint und du für Wunder betest, dann hast du genug Glauben!
Es braucht nicht mehr und auch nicht weniger. Alles, was dann passiert ist Gottes Sache. Nicht deine. Du betest, er handelt. Wie auch immer. Sichtbar oder unsichtbar, sofort, nach langer Zeit, oder scheinbar gar nicht. Aber egal was passiert, er meint es gut. Er will das beste für dich. Daran glaube ich. Und wenn du merkst, dass du ein wenig Angst vor Wundern hast: Kein Problem! Das ist normal, denn die Gesellschaft hat uns unser Leben lang gelehrt, dass alles erklärbar ist und es keine Wunder gibt! Nur die Bibel sagt was anderes. Und als ich zum ersten Mal für eine verkrümmte Wirbelsäule einer Freundin gebetet hatte und sie spürte, dass sich da plötzlich im Körper irgendwie was veränderte, war das ein Gefühl zwischen "Alter, wie abgefahren ist das denn? Ich hab Schiss!" Und "Wie nice ist das denn? Gott macht tut wirklich Wunbder!" Wunder sind nicht von dieser Welt. Und deshalb ist es für uns oft so strange dafür zu beten. Aber je häufiger du dich traust zu beten und je häufiger du auch erlebst, dass Gott eingreift und etwas tut, desto normaler wird es. Also. trau dich!

My god can move the mountains
Ganz klar: Wir haben einen Gott, der Wunder tun kann und auch heute noch Wunder tut! "Du bist der Gott der Wunder tut!" (Psalm 77, 15), sagt auch die Bibel. Aber mein Glaube sollte nicht das Resultat von Wundern sein. Denn wir gehen mutige Schritte, weil "wir glauben, nicht weil wir sehen" (2. Korinther 5,7). Paulus hat mal eine richtig steile These dazu rausgehauen: Ich baue nicht auf das Sichtbare, sondern auf das, was jetzt noch niemand sehen kann. "Denn was wir jetzt sehen, besteht nur eine gewisse Zeit. Das Unsichtbare aber bleibt ewig bestehen." (2. Korinther 4,18)
Es ist nicht falsch, sich Wunder zu wünschen und in dieser gesunden Unzufriedenheit zu leben, dass ein Leben mit Gott "mehr" sein kann. Wir dürfen diese Haltung bewahren, dass Gott auf seine übernatürliche und wundersame Art und Weise in unser Leben eingreift. Und dürfen mit Gott auch darum ringen und dafür beten. Der Schlüssel für erfülltes Leben wird aber nicht in der Anzahl der Wunder zu finden sein, die wir am Ende auf unserer Chronik finden werden. Vielmehr wird es darauf ankommen, ob wie gelernt haben, uns nicht einfach nur nach Wundern auszustrecken, sondern nach dem Gott dahinter.
Jesus möchte dir noch so viel mehr geben, als er es bis jetzt getan hat. Und ich will dich ermutigen, dein Denken nicht mit dem zu limitieren, was du für möglich hältst. Denn Gott kennt keine Grenzen! Fang an, viel größere Dinge von Gott zu erwarten. Je mehr du deine menschliche Perspektive verlässt und über deinen Horizont schaust, desto schneller wirst du erleben können, wie diejenigen, Träume, die Gott selbst in dich hineingelegt hat, Wirklichkeit werden. Wie Gott Wunder in deinem Leben tut. Und wie du ihn in seinen Wundern erkennen wirst.

Think bigger!

Be blessed
Manuel


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