Glaube im Alltag und Alltag im Glaube

Lesedauer: 5min

Wie du deinen Alltag mit Gott gestalten kannst

Es ist nicht immer einfach, das was man im Gottesdienst hört, dann auch in den Alltag zu integrieren
und umzusetzen. Wie lebt man seinen Glauben im Alltag? Und was, wenn Alltag in deinem Glauben einzieht und alles irgendwie nur noch Routine wird?

Hey du,
du kennt das doch auch, oder? Man kommt aus der Schule oder von der Uni, macht Hausaufgaben, rennt in den Sportverein, dann noch in die Musikschule und dann ins Bett. Und irgendwann dazwischen noch essen, weitere Termine organisieren, fehlende Hausaufgaben nachholen und das Wochenende planen. Und irgendwie noch Zeit mit Gott verbringen...
Wir leben mittlerweile in einer Welt die von Terminen uns Stress geplagt ist. Wo bleibt da bitte noch Zeit für unsere Beziehung zu Gott?
Vielleicht geht es dir aber auch genau umgekehrt und du erlebst manchmal einen Alltag in deinem Glauben. Wo alles läuft und in seinen gewohnten Abläufen passiert. Du liest in der Bibel, du betest, und gehst in den Gottesdienst. Und auf einmal merkst du, dass es nur Routine - ein Alltag - ist und keine Beziehung, die du mit Jesus lebst und pflegst. Auch das kenne ich und ich möchte dir sagen, du musst dich nicht ertappt fühlen oder schämen. Beide Momente gibt es im Leben - und doch muss es nicht so bleiben.

Simply pray
Ich hab heute einen kurzen Bibelvers am Start: "Am nächsten Morgen ging Jesus allein an einen einamen Ort um zu beten." (Markus 1, 35). Ein Vers. Einfach simpel. Und doch so unglaublich herausfordernd.
Theoretisch ein Vers, der dein Leben verändern kann. Glaube und Alltag. Alltag und Glaube. Eigentlich eine einfache Sache. Und doch merke ich, dass ich oft ein Problem damit habe, beides zu verbinden. Und ich glaube es geht nicht nur mir so, sondern ich habe das Gefühl, dass es viele Christen gibt, die ein Problem damit haben. Mit der "stillen Zeit". Ich hab mal ein Zitat gehört, was ich ziemlich krass finde: "Wenn du einen Christen demütigen willst, dann frag ihn nach seinem Gebetsleben." Ich will das nicht hundertprozent unterstreichen, weil ich das Motiv dahinter nicht wirklich verstehe, aber irgendwie ist schon etwas Wahres daran, oder?

Warum klappt es nicht?
Warum kriegen wir es einfach nicht auf die Reihe? Ich meine, wir haben einen liebenden Vater, den du ja eigentlich liebst. Und trotzdem haben so viele Christen ein Problem damit, regelmäßg Zeit mit Gott zu verbringen. Und ich auch. Und es ist ja auch irgendwie immer eine Herausforderung sich morgens oder mittags mitten im Stress die Zeit zu nehmen, und beusst Zeit mit Gott zu verbringen und den Tag mit ihm zu teilen.
Aber wenn man sich die Bibelstelle mal etwas genauer im Zusammenhang anscheut, dann fällt einem etwas genialen auf. Jesus Stille Zeit ist im Sandwich von richtig viel Taten. Er ist viel bei den Leuten, hilft ihnen, betet mit ihnen und heilt sie und dann am nächsten Morgen geht er "früh morgens" steht sogar in einer anderen Übersetzung an den ruhigen Ort und betet. Und danach geht es direkt wieder weiter, weil andere Leute zu ihm kommen und Jesus gibt direkt wieder Gas.
Und das finde ich so unheimlich cool, weil genau das erleben ja auch wie jeden Tag. Wir haben einen vollen Alltag, der spät in der Nacht aufhört bei vielen und früh am Morgen schon wieder mit voller Action startet und deshlab war es Jesus auch so wichtig irgendwo dazwischen einen Ruhepol zu haben, eine Zeit in der er sich ausruhen und auf Gott fokussieren kann.
Und ich glaube auch wir brauchen diese Zeit. Warum finden wir sie nicht?

Zuviel zugemutet
Ich glaube, das erste Problem ist, dass wir uns oft zu viel zumuten. Hier noch fünf Minuten was helfen, da mal einen Mittag dabei sein, dort noch unterstützen. Und wir hoffen dass wir durch das Gute das wir tun, wieder genug Energie schöpfen können um weiter zu gehen. Aber ich glaube wir können und en Alltag dadurch vereinfachen, dass wir nicht mehr überall dabei sein wollen. Es tut auch gut seinem Gegenüber zu sagen: "Nein, ich komme nicht. Mir ist die Zeit nicht zu schade, aber ich brauche auch Zeit für mich!" Es hilft hierbei sich eine kleine Liste oder Mindmap zu schreiben, und einfach mal aufzuzählen was einem Kraft gibt, was wie viel Zeit kostet, und wie wichtig einem die vielen Kleinigkeiten des Alltags sind. Dann sieht man schnell was einen viel Zeit und Energie raubt, aber einen selbst persönlich kaum weiter bringt.
Es ist leicht gesagt "Man muss sich die Zeit für das nehmen, was einem wichtig ist", die Umsetzung gestaltet sich oft schwieriger. Und doch zeigt der Spruch einen wichtigen Punkt auf. Die Frage ist: Was ist mir wichtig? Was ist für mich wichtig? Und was ist Gott wichtig? Ich denke, das bringt es ganz gut auf den Punkt.

Zeit mit Gott
Gott wünscht sich von uns, dass wir Zeit mit ihm verbringen, Bibel lesen und auch unseren Glauben in Gemeinschaft leben und erleben (Lukas 10,27; Psalm 119, 105). Jesus hat neben seinen Taten und der Gemeinschaft mit seinen Mitmenschen immer wieder Zeit in der Stille mit Gott verbracht. Es ist so wichtig persönliche Zeit mit Gott zu haben. Nicht nur Zeit, in der man selbst Gott erzählt wie es einem geht und was einen beschäftigt - das ist auch sehr wichtig und gut! Aber die Zeit, in der man nur für Gott da ist, nicht spricht, sondern auf ihn hört und sich ihm öffnet, dass er wirken und einem begegnen kann, ist es, was wichtig für deine Beziehung zu ihm ist. Ich habe jeden Tag ein festes Zeitfenster, in dem ich zur Ruhe komme und mich darauf konzentrieren kann, dass ich in diesem Moment allein mit Gott Zeit verbringen will. Das ist immer unglaublich erfüllend. Probier das doch einfach auch mal aus. Fang einfach mit 3-5 Minuten an. Nimm dir eine Tasse Kaffee, Cappuccino, Kakao oder Tee, ganz egal. Mach es dir so gemütlich, dass du dich total wohl fühlst und stell dir vor, dass du in diesem Moment Zeit mit einem richtig guten Kumpel oder Freund verbringst. Wahrscheinlich würdest du dich bei ihm nicht streng gewählt ausdrücken, sondern die Dinge so sagen, wie du sie fühlst, denkst, erlebst. Und vermutlich hörst du dem Freund oder deiner Freundin auch zu und schweigst anstatt die komplette Zeit zu reden und am Ende Amen zu sagen und zu gehen, ohne zu wissen was die andere Person dir sagen will/wollte. Täglich Zeit mit Gott zu verbringen darf kein Zwang oder Druck sein, sondern eine Herzenssache, der du gerne Zeit schenkst.

Wenn dein Glauben zum Alltag wird

Vielleicht geht es dir aber auch andersherum und du erlebst einen Alltag in deinem Glauben. Deine Beziehung zu Gott steckt nicht mehr voller Leben, sondern ist zur Routine geworden. Auch mir ging es schon so.
Wenn es dir so geht will ich dich ermutigen: Probier doch einfach mal was neues aus, eine neue Bibellesemethode, eine andere Art zu beten, oder in der Bibel zu lesen. (Ein kleiner Tipp: Stille Zeit muss nicht imemr still sein. Klar, es hilft um nicht abgelenkt zu werden, aber Glaube darf auch laut sein.)
Bring neues Flow in deine Routine. Staub ab, knips das Licht an und Starte mit Gott neu durch! Bring Abwechslung in deinen Glaubensalltag und erwarte gespannt, was Gott daraus machen wird.
Glauben im Alltag heißt für mich aber auch, dass ich Gottes Wirken in meinem Leben und auch in meinem Alltag erwarte - nicht fordernd, sondern erwartungsvoll. Und das ist was ich mir wünsche, dass ich nicht voreingenommen in den Tag gehe und denke, dass alles doof wird. Nein, ich möchte bereit sein Gott zu erleben, ihn handeln zu sehen und auch für ihn aktiv zu werden, wenn ich das Gefühl habe, dass es dran ist.
Deine Zeit mit Gott hat das Potetial deinen Tag kompeltt zu verändern. 
Es ist so wichtig, darauf zu vertrauen in dieser Erwartung Zeit mit Gott zu verbringen.Gott kann Wunder tun. In deinem Alltag und auch in dem deiner Mitmenschen. Du musst nur darauf vertrauen, dann wird die Zeit mit Gott zur Hour of Power deines Tages.

Dein Alltag hat Relevanz
Wusstest du, dass dein Alltag Gott genauso wichtig ist, wie das Bibellesen? Klingt irgendwie gar nicht so christlich, doch der Grund ist ganz einfach: Gottes Willen kannst du in der Bibel lesen. Im Alltag lernst du, Gottes Willen zu leben.
Stell dir vor, du möchtest endlich den Mut aufbringen, um von einem 10-Meter-Turm im Schwimmbad zu springen. Du liest Bücher von berühmten und mutigen Klippenspringern, googelst alles über die technische Körperhaltung während eines Sprungs: Du liest alle verfügbaren Infos und fühlst dich extrem herausgefordert, endlich den Sprung ins kühle Nass zu wagen. Dein Herz schlägt dir bis zum Hals, wenn du nur daran denkst, dort oben in schwindelerregender Höhe zu stehen und dann den letzten Schritt zu tun. Am Ende des Sommers stellst du jedoch mit Entsetzen fest, das du kein einziges Mal ins Schwimmbad gegangen bist, weil du mit dem Lesen der vielen Bücher beschäftigt warst. Du kamst nicht einmal in die Nähe von einem Sprungturm.
Wenn du letztlich nicht bereit bist, dich mit einem klopfenden Herzen an die Kante des 10-Meter-Turms zu stellen, nochmal deine Gedanken zu sortieren und dann einen beherzten Sprung ins kühle Nass zu wagen, werden die Herausfordernden Bücher am Ende doch nur Theorie bleiben. So ähnlich ist es auch mit deinem Glaubensleben.

Herausgefordert im Alltag
Gottes Willen zu leben, fordert dich im Glauben. Das eine funktioniert ohne das andere nicht. Sie gehören fest zusammen. Jakobus schreibt in seinem Brief: "Es reicht nicht, nur glauben zu haben. Ein Glaube, der nicht zu guten Taten führt, ist kein Glaube - er ist tot und wertlos." (Jakobusbrief 2,17)
Gott fordert deinen Glauben in deinem Alltag heraus. Er hat dich gemacht und dich in deine Familie, deine Schule und deinen Freundeskreis gestellt. Er kann an diesem Ort vieles durch dich verändern, aber nur, wenn du den ersten Schritt mit ihm wagst.

Be blessed
Manuel


PS. Ein paar Tipps, wie du deinen Alltag konkret mit Gott gestalten kannst findest du hier.


Bildquelle: https://instaliga.com/youversion

Kommentare

  1. Für’s Beten gibt es keine festen Regeln. Wenn Du nicht so recht weisst, was Du beten sollst, kann Dir die ABBA-Methode helfen:

    Anbeten
    Bekennen
    Bedanken
    Anliegen

    Anbeten: Danke und lobe Gott für seine göttlichen Eigenschaften. Was hast Du im Bibeltext über ihn erfahren?
    Bekennen: Was möchtest Du vor Gott ins Reine bringen? Gibt es Dinge, für die Du um Vergebung bitten möchtest?
    Bedanken: Es gibt viele alltägliche Gründe, Gott zu danken. Nichts ist selbstverständlich.
    Anliegen: Worum möchtest Du Gott bitten? Für welche Menschen und Situationen aus Deinem Umfeld möchtest Du beten?

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